Marokko-Souvenirs: Diese 5 Mitbringsel lohnen sich

Auf der Flucht vor der Kälte in Deutschland ist Marokko im Herbst ein beliebtes Reiseziel. Die Märkte rund um Marrakesch, Rabat und Fès bieten eine fast unüberschaubare Auswahl an Mitbringseln für die Daheimgebliebenen. DONNA verrät, für welche Marokko-Souvenirs sich ein Platz im Koffer lohnt – und wie Ihnen das Feilschen im Souk gelingt.

Foto von marokkanischer Keramikware auf einem Souk

Die farbenfroh bemalte Keramikware lockt Marokko-Urlauber in die Souks. Wir zeigen Ihnen, welche Souvenirs sich lohnen.

Im Herbst zieht es viele deutsche Urlauber nach Marokko: Kein Wunder, denn während hierzulande die Temperaturen allmählich sinken und von unangenehmen Herbststürmen, Regenfällen und grauem Himmel begleitet werden, beginnt in dem nordafrikanischen Land die beste Reisesaison mit reichlich Sonnenschein. Mit angenehmen Temperaturen zwischen 24 und 30 Grad ist neben dem Herbst der Frühling die beste Zeit für einen Marokko-Trip.

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Erst einmal im Trubel der marokkanischen Städte wie Marrakesch, Tanger, Fès oder Rabat angekommen, überfluten unzählige Eindrücke alle Sinne. Vor allem auf den Märkten – den Souks – gibt es für Reisende einiges zu entdecken. Orientalische Gewürze, frischer Minz-Tee, handgefertigte Lederwaren und Co. sorgen beim Souk-Besuch beinahe schon für eine Reizüberflutung. Welche Souvenirs lohnen sich als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen und welche typisch marokkanischen Waren überzeugen in puncto Kosten und Qualität? Wir zeigen fünf tolle Marokko-Mitbrinsel zum Verschenken oder Selbstbehalten und geben Ihnen Tipps, wie Sie beim Feilschen auf den orientalischen Märkten den besten Preis aushandeln.

1. Arganöl

Arganöl oder Arganieöl, das „marokkanische Gold“, ist in den letzten Jahren zum begehrten Luxusgut geworden, das aufgrund seiner auf Marokko begrenzten Herstellung in Westeuropa relativ teuer verkauft wird. Je nach Qualität und Zusammensetzung können Sie das Öl, das traditionell von Berberfrauen in mühsamer Handarbeit aus Arganfrüchten hergestellt wird, in seinem Herkunftsland deutlich günstiger erwerben. Preiswerte Varianten, die jedoch meist mit einem höheren Wasseranteil gestreckt werden, gibt es in jedem Souk in Marokko zu finden. Für hochwertigere und dementsprechend etwas teurere Arganöle sollten Sie sich in eine marokkanische Boutique begeben. Hier können Sie von einer guten Ölqualität ausgehen und sind vor betrügerischen Verkäufern sicher, die versuchen, Touristen mit stark verdünnten Ölen zu vermeintlich unschlagbaren Preisen zu locken.

In Marokko gilt Arganöl als wahres Wundermittel für kosmetische und gesundheitliche Beschwerden. In der Küche wird es als Speiseöl in Salaten, zum Garen von Fisch und Gemüse oder zur Verfeinerung anderer landestypischer Gerichte verwendet. Als Hautpflege eingesetzt wirkt das wertvolle Öl nährend bei trockener oder gereizter Haut und dank der enthaltenen Antioxidantien und Fette wohltuend bei der täglichen Gesichtspflege. Als Haarpflege beruhigt Arganöl juckende, gereizte Kopfhaut und macht als Kur angewendet sprödes, trockenes Haar wieder weich und glänzend.

Einkaufs-Tipp: Unverdünntes Arganöl erinnert farblich an goldbraunen Honig und zeichnet sich durch seinen nussigen Duft aus. Stark mit Wasser verdünntes Arganöl erkennen Sie an einer hell- bis mittelgelben Farbe.

2. Babouche-Schlappen

Im Frühjahr/Sommer 2016 war die Modewelt in Aufruhr: Woher kamen die ominösen „Babouches“ und welches Label machte die schönsten Modelle? Besonders begehrt waren dabei die Schlappen des schwedischen Labels Acne Studios. Ursprünglich stammen die orientalischen Pantoletten aus Marokko und sind dort wesentlich günstiger und in unzähligen Farb- und Designvarianten erhältlich.

Egal ob Sie ein Paar Babouches als ungewöhnliche Hausschuhe suchen oder Ihrem Schuhschrank ein exotisches Update verpassen wollen: Die marokkanischen Souks sind ein wunderbarer Ort, um sich durch die unterschiedlichsten Babouche-Modelle zu probieren. Wenn Sie sich nicht für ein Paar der Marokko-Schlappen entscheiden können, sind Babouches am richtigen Stand und mit etwas Verhandlungsgeschick preiswert genug, um gleich mehrere Paare mitzunehmen.

3. Poufs

Sie sind in Riads, traditionellen marokkanischen Häusern mit Innenhof, oder in Restaurants und Cafès omnipräsent: Sitzkissen aus Leder oder farbenfrohen Stoffen, oftmals mit glitzernden Nähten, aufwendigen Mustern und Spiegelpailletten. Als stylische Reise-Erinnerung lohnt es sich, die sogenannten Poufs in den Koffer zu packen: Auf Märkten verkaufen Händler die Sitzkissen ohne Füllung, sodass sie sich problemlos in Koffer oder Reisetasche nach Deutschland transportieren lassen. Fans des Boho-Einrichtungsstils in Familie oder Freundeskreis freuen sich sicher über ein original marokkanisches Sitzkissen als Ergänzung ihrer Wohnzimmer-Deko. Je nach Größe und Material können Verhandlungstalente einen Pouf auf dem marokkanischen Souk schon für rund 20 Euro ergattern – in deutschen Interior-Shops kosten die Sitzkissen meist das Drei- bis Fünffache.

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4. Silberschmuck

Schmuckfans sind bei einem Marokko-Aufenthalt nur schwer von den Souks wegzubekommen: In hochwertiger Handarbeit von Berbern und Tuareg gefertigter Silberschmuck sowie ziselierte Kupfer- und Bronzearbeiten sind typisch für das nordafrikanische Land. Von opulenten Ketten, Ohrringen bis hin zur Bauchkette – auf marokkanischen Märkten kommen Sie auf der Suche nach günstigem Schmuck voll auf Ihre Kosten. Auch bei Ketten, Ringen oder Ohrringen mit Halbedelsteinen können Sie in Marokko wahre Schnäppchen ergattern. Neben Schmuck bieten Stände mit Silberware auch traditionelle Tee-Sets, bestehend aus fein gearbeiteten Silberkannen mit passenden Tassen und Tabletts, an – perfekt für eine Tasse marokkanischen Minztee beim Schwelgen in Urlaubserinnerungen nach Ihrer Rückkehr.

5. Keramik

Die Königsstadt Fès im Herzen Marokkos ist weltbekannt für ihre Keramikkunst: Die typischen Teller, Schüsseln und Öllampen mit blau-weißem Muster werden an vielen Ecken der berühmten Medina (arabische Altstadt) verkauft. Neben der Stadt Safi im Westen des Landes ist Fès bis heute das Zentrum der marokkanischen Keramik- und Töpferkunst. Die Keramikwaren aus Fès haben den Ruf, von besonders guter Qualität zu sein. Achten Sie beim Transport unbedingt auf eine bruchfeste Verpackung, um sich zu Hause tatsächlich noch an Ihrem Marokko-Souvenir erfreuen zu können und keinen Scherbenhaufen auszupacken.

Gewusst wie: Richtig feilschen in Marokko

1. Teuer ist nicht gleich hochwertig

Marokkanische Verkäufer wissen, wie sie ahnungslose Touristen abzocken. Hoher Preis gleich hohe Qualität? Leider nein. Oftmals sind es genau die Stände mit den höchsten Preisen, die Waren mit mangelhafter Qualität anbieten. Vergleichen Sie die Preise unbedingt mit denen an anderen Ständen, bevor Sie überteuerte Keramik, Schmuck oder Lederwaren kaufen, die nach dem zweiten Gebrauch auseinanderfallen. Fragen Sie im Zweifel Einheimische oder das Hotelpersonal nach Tipps, an welchen Ständen Sie authentische und hochwertige Souvenirs kaufen können.

2. Feilschen ist Pflicht

Scheuen Sie sich nicht, leidenschaftlich mit den Verkäufern im Souk zu verhandeln. Auf marokkanischen Märkten gehört es zum guten Ton und vor allem zum Alltag, den erstgebotenen Preis nicht zu akzeptieren und mit dem Händler zu feilschen. Bei Touristen setzen Souk-Händler ihre Preise grundsätzlich höher an als bei Einheimischen – und wissen, dass Sie sich dieser Tatsache genauso bewusst sind. Daher wird Feilschen geradezu von Ihnen erwartet und zeigt, dass Sie sich vor Ihrer Reise mit den Gepflogenheiten und Sitten Marokkos vertraut gemacht haben.

3. Begeisterung ist fehl am Platz

Ganz gleich, wie wahnsinnig gut Ihnen der handgewebte Schal oder die kunstvoll gefertigten Babouches gefallen: Versuchen Sie beim Besuch eines Souks, stets unbeeindruckt zu wirken und nicht zu lange mit den Augen auf einem Produkt zu verharren. Zwar sind die Händler in Marokko durch ihre täglichen Begegnungen mit Touristen aus aller Herren Länder gute Menschenkenner, dennoch können Sie mit ein wenig emotionaler Unterkühltheit den Preis herunterhandeln. Geben Sie vor, die Ware liege unter Ihrem geplanten Budget und lassen Sie sich auch nicht mit der typischen Bestechung durch gratis Feigen, Keksen oder Tee überreden, den regulären Preis zu zahlen. Selbst mit einem ordentlich heruntergehandelten Preis wird der Verkäufer ausreichend Profit machen.

4. Verhandeln ohne schlechtes Gewissen

Die wenigsten Reisenden aus Westeuropa sind es gewohnt, um ihre Einkäufe zu feilschen. Anderer Kontinent, andere Sitten: Sie brauchen keineswegs zu fürchten, den Händler durch das Herunterhandeln um sein lebensnotwendiges Einkommen zu bringen. Die Verkäufer werden Ihnen Waren zu einem unrealistisch niedrigen Preis, der sich für sie nicht lohnt, einfach nicht verkaufen. Der Puffer zwischen Fantasiepreis und tatsächlichem Warenwert ist meist relativ groß, sodass Sie getrost Ihr ganzes Verhandlungsgeschick einsetzen können.

5. Kleine Preissprünge und Freundlichkeit bringen Erfolg

Achten Sie darauf, nicht mit einem Satz gleich die Hälfte des ursprünglich genannten Preises zu fordern, denn das wirkt selbst in Marokko dreist und unangemessen. Besser sind kleine Schritte, bei denen Sie den Preis immer weiter um eine kleine Summe drücken. Geduld ist ein wesentlicher Faktor für einen erfolgreichen Deal auf dem marokkanischen Souk. Und: Bleiben Sie unbedingt freundlich, egal wie genervt Sie von den Bemühungen des Händlers sind. Mit einem aggressiven Ton oder Wut kommen Sie bei hartgesottenen Marokkanern nicht weiter.