City Guide Sydney: Die besten Insider-Tipps von Locals

Klar, Sehenswürdigkeiten gehören dazu. Aber wie wäre es, wenn Ihnen Einheimische ihre Lieblingsplätze und unbekannte Ecken der Stadt zeigen? Tourguide und „My Sydney Retour“-Gründer Richard Graham verrät seine Geheimtipps für Sydney.

Harbour Bridge in Sydney bei Sonnenuntergang

Sonnige Aussichten: Blick auf die Innenstadt und die Harbour Bridge. Dass Sydney noch viel mehr zu bieten hat, zeigt Richard Graham.

 

Strände, Bars – und diese Aussicht! Richard liebt Sydney ganz entspannt

„Wer bis ans andere Ende der Welt fliegt, hat natürlich eine Was-ich-auf-keinen-Fall-verpassen-darf-Liste: Die meisten meiner Gäste wollen unbedingt die Oper, die Harbour Bridge und den botanischen Garten sehen. Die zeige ich ihnen auch, verbinde das aber immer mit ein, zwei überraschenden Adressen.

Richard Graham und Sydney Oper

An der Oper führt in Sydney kein Weg vorbei – aber es gibt noch so viel mehr zu entdecken! „My Sydney Detour”-Gründer Richard Graham (29) chauffiert seine Gäste im Oldtimer zu Sydneys unbekannten Ecken, damit sie die Stadt wie Locals erleben können.

In der Bar der Sydney Theatre Company etwa sind selbst viele ‚Sydneysider‘, wie die Einheimischen heißen, noch nie gewesen, dabei hat man von dort einen grandiosen Panoramablick auf die Harbour Bridge, das alte Hafenviertel The Rocks und den Luna Park auf der anderen Seite der Brücke. Außerdem ist ‚The Theatre Bar at the End of the Wharf‘ (Pier 4 Hickson Rd, Dawes) selbst ein sensationelles Raum-Erlebnis im Industrial Style.

Vaucluse – Luxus, Strand und Restaurants

Meistens fahre ich zuerst Richtung Vaucluse, in die wohlhabenden Vororte im östlichen Teil Sydneys. Hier, im Luxus-Viertel Point Piper, steht das teuerste Anwesen der ganzen Stadt: Haus Elaine am Seven Shillings Beach, das im April für 70 Millionen US-Dollar den Besitzer wechselte. Man hat von dort einen großartigen Blick auf das Stadtzentrum, im Nielsen Park und an der Parsley Bay gleich zwei idyllische Strände in der Nähe – und mit Watsons Bay noch einen Vorort nebenan, an dem man direkt am Wasser essen kann. Aber möglichst nicht im berühmten ‚Doyles on the Beach‘, da ist nämlich leider nur noch die Aussicht ihr Geld wert.

Watsons Bay und Dunbar House

Links: Die Chill-Area Watsons Bay im Vorort Vaucluse. Rechts: Ein leuchtendes Beispiel für klassizistisches Design: Lampen im Restaurant „Dunbar House”.

Stattdessen empfehle ich das elegante ‚Dunbar House‘ an der Marine Parade, nur ein paar Meter entfernt. In Vaucluse beginnt auch der Hermitage Foreshore Track – einen schöneren Spaziergang gibt’s in Sydney nicht. Okay, vielleicht noch den Coastal Walk zwischen Coogee und Bondi Beach bis zum ‚Icebergs Club‘ – aber der ist so bekannt, dass sich an manchen sonnigen Tagen die Leute fast auf die Füße treten. Am besten frühmorgens starten!

Überhaupt Bondi. Schöner Strand, nette Restaurants und Cafés, alles okay. Aber: rummelig. Wer Ruhe und Entspannung am Meer sucht, wird nebenan, an den Stränden von Bronte, Tamarama oder Coogee, glücklicher. Und wer es ganz ‚local‘ mag: Im denkmalgeschützten ‚Wylie’s Baths‘ im Süden Coogees, einem Felsenpool mit uriger Holzstelzen-Anlage, trifft man kaum Touristen, ebenso im felsig-wilden ‚McIver’s Baths‘ (Beach Street, Coogee) – hier heißt es übrigens: ‚women only‘; Männer müssen draußen bleiben.

The Old Clare Hotel

Früher eine Brauerei, heute ein Hotel: „The Old Clare” in Chippendale.

Chippendale: Das neue Downtown Sydneys

Meine Hotelempfehlung? Eine ziemlich neue, eigentlich aber historische Adresse: Das erst 2016 eröffnete ‚The Old Clare Hotel‘ in Chippendale war mal eine Brauerei. Die rustikalen Hallen haben Stil, die zwei Zahnarztstühle im Foyer sind Geschmackssache. Fragen Sie Alice, die aus Berlin stammende PR-Frau des Hauses, nach Ausgeh-Tipps in der Umgebung. Chippendale ist die neue Downtown Sydneys, es gibt neben dem beliebten Foodie-Treff ‚Spice Alley‘ weitere fantastische Restaurants in und an der Kensington Street. Mein Favorit: das ‚Eastside Grill‘ mit seiner spannenden Mischung aus asiatischer und westlicher Küche.

Eastside Grill in Chippendale

Im „Eastside Grill” in Chippendale trifft europäische auf asiatische Küche.

Newton: charmamte Läden und leckeres Es

Im doch recht etablierten, teuren Sydney setzt Newtown alternative Gegenakzente: In diesem Viertel gibt es viele charmante Läden wie das ‚Black Star Pastry‘, vor dem sich oft lange Schlangen bilden. Grund: der unglaubliche ‚Strawberry Watermelon Cake‘. Und vergessen Sie die noble Eis-Kette ‚Messina‘: In Newtown findet man mit dem ‚Cow and the Moon‘ die wirklichen Eis-Champions Sydneys – die Macher John und Sam Crowl wurden 2014 in Rimini mit ihrer Vanille-Mandel-Kreation sogar Weltmeister!“

Protokoll: Harald Braun