Demenz vorbeugen: Das können Sie schon jetzt tun

Demenzbedingte Ausfälle der Gehirnaktivität können auch bei Menschen unter 60 auftreten und lassen sich bei Betroffenen nicht aufhalten, ist die Krankheit einmal ausgebrochen. Wir erklären Ihnen, an welchen Anzeichen Sie eine Demenz erkennen und wie Sie schon frühzeitig mit einem gesunden Lebensstil vorbeugen können.

Bild einer lachenden Frau auf einem Fahrrad

Wer sich gesund ernährt und Körper und Geist fit hält, kann einer Demenzerkrankung vorbeugen.

Demenz ist ein Thema, das uns alle angeht und jeden von uns im Leben treffen kann. Das bedeutet nicht, dass wir alle irgendwann dement werden oder gar Alzheimer bekommen – und es gibt viele, geistig auch bis ins hohe Alter fitte Senioren. Andererseits können demenzbedingte Ausfälle der Gehirntätigkeit schon bei jüngeren Menschen unter 65 Jahren auftreten. Heilen lässt sich der fortschreitende Verfall der Geisteskräfte nach Krankheitsausbruch nicht mehr, sondern allenfalls verzögern. Vorbeugen ist nach neuesten medizinischen Forschungen allerdings durchaus möglich. Geistige Frische und körperliche Spannkraft bis ins hohe Alter lassen sich durch einen gesunden Lebensstil fördern.

Rund 1,6 Millionen Demenzkranke in Deutschland

Insgesamt lebten 2016 in Deutschland rund 1,6 Millionen Demenzkranke, bis zum Jahr 2050 werden es laut Prognosen mit 3 Millionen fast doppelt so viele sein. Weniger als zwei Prozent der Patienten ist unter 65 Jahre alt. Doch was genau ist eigentlich Demenz? Der Fachbegriff kommt wie so viele medizinische Bezeichnungen aus dem Lateinischen und bedeutet „ohne Geist“ oder „ohne Verstand“. Anders als eine angeborene Geistesschwäche hat das Krankheitsbild allerdings nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun – der Verlust der Geisteskraft trifft hochgebildete Akademiker ebenso wie Manager, einfache Arbeiter oder Hausfrauen. Demenz ist auch keine psychische Erkrankung, sondern eine erworbene, organisch-neurologische Schädigung der Gehirnfunktionen.

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Alzheimer: Nur eine von vielen Demenzformen

Charakteristisch für eine Demenzerkrankung ist der schrittweise Ausfall von geistigen (kognitiven) Fähigkeiten wie Erinnerungsvermögen und Langzeitgedächtnis, Orientierungssinn und Finden der richtigen Worte im Gespräch. Im Endstadium fallen auch Kurzzeitgedächtnis und Orientierungssinn mehr oder weniger komplett aus. In der Mehrheit aller Fälle tritt die Erkrankung nach dem 65. Lebensjahr auf, häufig wesentlich später und in sehr wenigen Fällen wesentlich früher. Alzheimer ist nur eine von vielen Demenz-Varianten, insgesamt kennt die Neurologie rund 50 verschiedene Ausprägungen. Typisch für eine Alzheimererkrankung sind zum Beispiel das Vergessen neu erlernter Informationen wie Namen, wichtige Daten und Ereignisse sowie das Verlernen lebensnotwendiger Tätigkeiten wie Toilettengang, Zähneputzen und Ankleiden. Eine Alzheimererkrankung ist nach aktuellem Forschungsstand häufig genetisch bedingt und unheilbar, lässt sich allerdings mit Medikamenten und gezielten Übungen in ihrem Verlauf verzögern. Ob gemäßigter Konsum von Wein oder Kaffee vorbeugend gegen Alzheimer wirkt, wie einige wissenschaftliche Studien nahelegen, ist aber umstritten.

Von Korsakow-Syndrom bis zu vaskulärer Demenzerkrankung

Andere Formen einer Demenzerkrankung sind zum Beispiel das Korsakow-Syndrom infolge von Alkoholmissbrauch oder die vaskuläre Demenzerkrankung aufgrund geschädigter Blutgefäße. Gerade bei diesen Ausprägungen eines nicht alzheimerbedingten Demenzleidens wirkt ein gesunder Lebensstil vorbeugend. Wer konsequent auf Zigaretten und Tabakkonsum in jeglicher Form verzichtet und übermäßigen Alkoholkonsum meidet, räumt zwei wesentliche Risikofaktoren für zahlreiche Demenzerkrankungen aus dem Weg.

Gesunder Lebensstil: Fit in Kopf und Körper bleiben

Eine gesunde, vitaminreiche und fettreduzierte Ernährung ist ein wichtiger Baustein zur Vorbeugung einer Demenzerkrankung. Um den Cholesterinspiegel bei den LDL-Werten zu senken und bei den HDL-Werten zu heben, sollten tierische Fette wie Butter oder fette Wurst und Käse durch pflanzliche Fette wie Olivenöl und Rapsöl sowie vegane Aufstriche ersetzt werden. Überhaupt ist ein gesunder, nikotinfreier und bewegungsreicher Lebensstil das A und O für Fitness im Kopf und im Körper. Soziale Kontakte entfalten ebenfalls eine vorbeugende Wirkung. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen trägt das entspannte und fröhliche Zusammensein mit Anderen in Kombination mit Körperbewegung und gesunder Ernährung wesentlich zur Vorbeugung gegen Demenzerscheinungen bei.

Freundschaften pflegen und inneren Frieden finden

Medizinische Studien im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen belegen: Vereinsamung macht nicht nur einzelgängerisch und verschroben, sie kann aufgrund mangelnder Anregung von außen den Verlust der kognitiven Fähigkeiten beschleunigen und Depressionen auslösen. Seelenpflege und Stressvermeidung tragen ebenso zu innerem Frieden und Wohlbefinden bei wie soziale Kontakte und das Pflegen von Freundschaften. Tipp: Wenn Sie unsicher sind, wie Sie einer möglichen Demenzerkrankung am besten vorbeugen können oder glauben, erste Symptome wie Vergesslichkeit bei sich zu bemerken, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Hausarzt oder einem neurologischen Facharzt.