Online-Gründerin im Porträt: Amber Riedl, „Makerist“

Mit einem Hochzeitsportal sammelte Amber Riedl erste Start-up-Erfahrungen. Erst mit ihrer Online-Handarbeitsschule „Makerist“ gelang ihr jedoch der große Erfolg. Das Start-up im DONNA-Porträt.

Amber Riedl, Gründerin von Makerist

Amber Riedl erkannte den Trend zu Do It Yourself zum richtigen Zeitpunkt und gründete mit der Online-Handarbeitsschule Makerist ihr zweites Start-up.

Was haben Sie vor Ihrer Selbstständigkeit gemacht?
Vor der Gründung von „Makerist“ 2013 war ich mit meinem ersten Start-up beschäftigt: 1001hochzeiten. Ich wollte Brautpaare mit einem Online-Planungstool und einer Menge Inspiration bei der Orga ihrer Hochzeit unter die Arme greifen. Eine sehr schöne Idee, aber schlecht skalierbar und mit zwei Kindern wahnsinnig schwer allein zu stemmen. Allerdings durfte ich hier schon beobachten, dass Selbstgemachtes auf dem Vormarsch ist!

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Wie kam Ihnen die Idee zu Makerist?
Einerseits schrie in meinem vorherigen Job schon alles nach Do It Yourself, andererseits beobachtete ich denselben Trend in meinem Freundeskreis. Alle wollten kreativ werden, aber viele wussten nicht genau, woher sie die Skills und Anleitungen bekommen sollten. Auch Pinterest, das 2013 in Deutschland schon langsam salonfähig wurde, hat dafür gesorgt, das Image von Do It Yourself zu entstauben. Ich wollte Leute unterstützen, die ihre Zeit zum Nähen, Stricken, Häkeln und Basteln ausgiebig genießen und nicht mit ewigen Recherchen verbringen wollen. Zur selben Zeit lernte ich meinen heutigen Co-Founder Axel Heinz kennen. Gemeinsam haben wir die Ideen und die Vision für Makerist.de ausgebaut und entwickelt.

Welche Tipps würden Sie Frauen geben, die von einem eigenen Start-up träumen, aber sich bisher nicht getraut haben, sich selbstständig zu machen?
Überlege Dir gut, warum Du Dich selbstständig machen möchtest: Willst Du mehr Freiheiten, mehr Entscheidungskraft, mehr Zeit für die Familie, mehr Geld? Du solltest Dir bewusst sein, dass alles zusammen nicht wirklich funktionieren wird. Wenn Du Dir über Deine treibende Motivation im Klaren bist, wäre mein zweiter Tipp, gleich am Anfang zu definieren: Was muss bis wann passieren, damit es für Dich als Erfolg gilt? Das könnte später helfen, in einer schwierigen Situation die richtige Entscheidung zu treffen und Dich zu fokussieren.

Was waren die größten Hürden bei der Umsetzung Ihrer Idee?
Unsere Idee an sich ist so groß, dass es manchmal schwer ist zu wissen, in welche Richtung wir weiter ausbauen wollen und dabei das ganze Team auf diese Richtung zu fokussieren. Es gibt so viel spannende Projekte und Themen in unserem Bereich! Inzwischen haben wir uns intern auf ein neues Arbeitssystem eingestellt: Objectives and Key Results (OKR). Es hilft dabei, den Blick des ganzen Teams für die wichtigsten Ziele zu schärfen und anhand von Key Results zu überprüfen, wie erfolgreich wir beim Erreichen der Ziele sind.

Was war für Sie bisher der größte Erfolg, den Sie mit Ihrem Portal hatten?
Von 2015 auf 2016 haben wir ein sehr großes YoY (year over year)-Wachstum bei unseren Umsätzen erlebt: Der Moment war schon toll, als wir zum ersten Mal im siebenstelligen Bereich verdient haben. Dieses Jahr haben wir in Sachen Content Marketing richtig Gas gegeben. Das ist für mich persönlich ein ganz bedeutender Erfolg, weil ich selbst von Content getrieben und motiviert bin.

Wie geht es weiter mit Makerist?
Das große Ganze steht schon: Wir haben uns relativ früh dafür entscheiden, dass wir unseren Kunden ein breites Sortiment, quasi eine Rundum-Sorglos-Lösung für Handarbeit bieten wollen. Bei Makerist kann man mit Video-Kursen seine Fähigkeiten verbessern, Inspiration und Anleitungen für sein nächstes Projekt finden und Stoffe, Wolle, Kurzwaren und Zubehör im Materialshop einkaufen. Aktuell sind wir dabei, die Produkte besser miteinander zu verknüpfen und noch mehr spannende Inhalte aus unserer Feder zu liefern. Macht riesig Spaß!