Beauty-Ratgeber 40plus: Anti-Aging-Pflege gegen kleine Schönheitsmakel

Älter werden ist völlig okay, aber manchmal entdeckt man beim Blick in den Spiegel etwas, das einfach nervt. DONNA erzählen drei ansonsten sehr gelassene Frauen, was sie gerne an ihrem Äußeren ändern würden – und erhalten hilfreiche Beauty-Tipps von Anti-Aging-Experten gegen Zornesfalten, Schlupflider und Pigmentflecken.

Beauty-Ratgeber für Frauen 40plus: Porträtfoto von DONNA-Leserin Doro

DONNA-Leserin Doro, 50, stört die Zornesfalte auf ihrer Stirn, von ihr auch "Längsstreifen" genannt.

Dass die Haut mit 50 nicht mehr so aussieht wie mit 30? Geschenkt! Die vielen Gelegenheiten, an denen unsere Lachfältchen um Augen und Mund entstanden sind, möchten wir schließlich ebenso wenig missen wie die wunderbaren Sommertage am Strand. Doch trotz dieser Entspanntheit können uns manche Details dieses optischen Alterungsprozesses irritieren.

Gut möglich, dass nur wir selbst diese Dinge an uns bemerken – und trotzdem würden wir sie gern loswerden, sei es die „zornige“ Stirnfalte oder die müde Augenpartie. Hier erzählen drei Frauen, was ihnen in letzter Zeit an ihrem Aussehen aufgefallen ist – und wie sie damit umgehen. Und dazu: die passenden Anti-Aging-Tipps von Dermatologen.

Schönheitsmakel Nr. 1: Zornesfalte

Doro, 50, Fitness-Coach

 „Mein 50. Geburtstag war keine große Sache – außer, dass ich mit dem Rauchen aufgehört habe. An die Zahl hatte ich mich bereits gewähnt, weil ich schon ein halbes Jahr davor immer gesagt habe, dass ich 50 sei. Doch ein paar Dinge haben sich rund um dieses Datum verändert: Ich merke, dass meine Haut an Elastizität verliert. Aber das ist der Lauf der Zeit. Geht uns ja allen so.

Was mich persönlich wirklich nervt, ist dieser Längsstreifen zwischen den Augenbrauen: eine sichtbar ausgeprägte Zornesfalte. Sie wird immer tiefer, lässt sich nicht mehr ignorieren. Ich habe schon überlegt, sie unterspritzen zu lassen, aber der Leidensdruck ist noch nicht groß genug. Wenn man mit dem optischen Optimieren erst mal anfängt, wird man immer weitermachen. Das ist nichts für mich.“

Anti-Aging von Innen: Unterstützen Sie Ihre Haut mit den richtigen Lebensmitteln

Das sagen die Profis

„Eine Zornes bzw. Glabellafalte bildet sich, wenn die Muskeln übermäßig kontrahieren – etwa durch das Zusammenkneifen der Augen oder einen angestrengten Blick“, erklärt der Berliner Dermatologe Prof. Dr. Berthold Rzany. „Die Neigung dazu kann übrigens auch genetisch bedingt sein.“ Weil Faktoren wie Kurzsichtigkeit oder ständiges GegendieSonneBlinzeln die Zornesfalte verstärken, sollte man auch hier ansetzen: bei einer Sehschwäche frühzeitig zum Optiker gehen; die Sonnenbrille immer griffbereit haben.

In Sachen Pflege kann man auf ein ganzes Arsenal hochwertiger AntiAgingProdukte mit glättenden und/oder auffüllenden Wirkstoffen zurückgreifen. Und was passiert beim Unterspritzen, das Doro erwähnte? „Ist die Falte ausgeprägt, kann der Dermatologe die Muskelkraft medikamentös mit Botulinumtoxin (z.B. Botox, Anm. d. Red.) reduzieren“, so Dr. Rzany. „Die Wirkung hält je nach Dosierung und Muskelaktivität mehrere Monate.“

Beauty-Ratgeber für Frauen 40plus: Porträtfoto von DONNA-Leserin Friederike

„Meine Haut ist empfindlicher als früher.“ Dass immer neue Pigmentflecken entstehen, beunruhigt DONNA-Leserin Friederike, 52.

Schönheitsmakel Nr. 2: Pigmentflecken

Friederike, 52, PR-Managerin & Unternehmerin

„Meine immer trockener werdende Haut – an den Schienbeinen ist es am schlimmsten, da blättert sie manchmal regelrecht ab – habe ich inzwischen ganz gut in den Griff bekommen. Ich dusche nicht mehr so heiß und viel kürzer als früher und benutze danach reichhaltige Körperöle.

Womit ich allerdings nicht so gut zurechtkomme, ist, dass meine Haut deutlich empfindlicher ist als früher. Ich gehe nie ohne UV Schutz in die Sonne, bekomme aber trotz Lichtschutzfaktor 30 Sonnenbrand. Deshalb trage ich oft lockere Kleidung, die viel von meiner Haut bedeckt. Dann sieht man auch die Pigmentflecken nicht so, von denen sich immer mehr bilden – auf den Händen, im Gesicht, am Dekolleté und an Stellen, die der Sonne gar nicht ausgesetzt sind.

Ich spreche nicht von zarten Sommersprossen, sondern von großflächigen Pigmentstörungen. Weil ich befürchte, dass sich daraus etwas Bösartiges entwickeln könnte, gehe ich regelmäßig zum Screening. Meine Dermatologin findet immer wieder etwas, was sie genau unter die Lupe nehmen muss. Das ist wohl so bei heller Haut. Meine Pigmentflecken im Gesicht überschminke ich. Ich finde, sie stören den Gesamteindruck. Über das Wegmachen beim Arzt will ich erst mit 65 nachdenken. Dann darf meine Haut in Rente gehen.“

Personalisieren Sie Ihre Hautpflege

Das sagen die Profis

„Um Pigmentflecken vorzubeugen, sollte man eine Tagescreme benutzen, die einen kleinen Anteil Fruchtsäure (AHA) enthält“, rät die Berliner Dermatologin Dr. Martina Hund. Diese Substanz begünstigt den Erneuerungsprozess der Haut und wirkt so Pigmentverschiebungen entgegen. Weil Sonne die Pigmentierung verstärken kann, sollten besonders helle Hauttypen außerdem eine Creme mit Lichtschutzfaktor 50+ verwenden.

„Haben sich bereits Pigmentflecken gebildet, kann der Hautarzt eine Creme mit Hydrochinon verschreiben, das ist das stärkste Bleichmittel“, erklärt Dr. Hund. „Etwas schwächer wirken Retinoide, Kojisäure, NAcetylglucosamin und Niacinamid.“ Wichtig bei allen Präparaten mit diesen Wirkstoffen: die regelmäßige Anwendung. Zusätzlich, so Dr. Hund, könne man die betroffenen Stellen auch lasern, „mit einem Rubinlaser oder fraktioniertem CO2Laser. Lassen Sie erst ProbeLaserungen an einer versteckten Hautpartie vornehmen, denn leider kann sich hierbei eine weitere Hyperpigmentierung als Nebenwirkung einstellen.“

Beauty-Ratgeber für Frauen 40plus: Porträtfoto von DONNA-Leserin Hella

„Um die Augen herum sehe ich müde aus.“ Wenn DONNA-Leserin Hella, 52, ihre Brille aufsetzt, erkennt sie viele Fältchen – zu viele, meint sie.

Schönheitsmakel Nr. 3: Schlupflider und Augenfältchen

Hella, 52, Inhaberin von Museums- und Designshops

„Ich bin ein visueller Mensch. Deshalb ärgert es mich besonders, dass meine Augen so schlecht geworden sind. Wenn ich Fahrpläne oder Texte auf Verpackungen im Supermarkt nicht mehr lesen kann, muss ich immer an Analphabeten denken und an die LesevermeidungsStrategien, mit denen sie durchs Leben kommen. Seit zwei Jahren habe ich eine Gleitsichtbrille. Manchmal nehme ich sie ab und freue mich, dass die Welt gleich viel schöner aussieht. Hat also auch etwas für sich, wenn man nicht mehr so gut sehen kann. Morgens bin ich meist ohne Brille im Bad, deshalb fällt mir vieles nicht so auf.

Das sehe ich dann erst beim Einparken im AutoRückspiegel – wobei ich mir abgewöhnt habe, bei offenem Schiebedach und greller Sonne hineinzuschauen. Da sieht man ja jedes einzelne Fältchen um die Augen! Mich stört auch, dass diese Partie so müde wirkt. Eine Freundin von mir hat sich die Lider straffen lassen. Ich habe mir die Adresse ihres Chirurgen besorgt, dann aber gemerkt: ,Das bin ich nicht.‘ Ich habe viel zu viel Angst, dass die Augen unterschiedlich werden oder dass etwas schiefgeht. Solange die Schlupflider mich nicht beim Sehen einschränken, bleibt alles, wie es ist.“

Die richtigen Frisuren für eine jugendliche Ausstrahlung

Das sagen die Profis

„Damit die sensible Augenpartie nicht schneller altert als der Rest des Gesichts, ist eine besonders gute, reichhaltige Pflege (mit Lichtschutzfaktor!) notwendig. Ideal sind feuchtigkeitsspendende AugenCremes und Seren, zum Beispiel mit Hyaluronsäure und antioxidativen Wirkstoffen wie Retinol und Vitamin C zum Abbau freier Radikale. Dr. Susanne Steinkraus, Dermatologin aus Hamburg: „Alternativ kann die Gewebestruktur um das Auge herum durch eine vorsichtige Behandlung mit einem nicht abtragenden Fraxellaser oder einem Microneedling beim Dermatologen gestärkt werden. Beide Verfahren stimulieren die Kollagenfaserbildung.“

Damit der Blick wieder wacher wirkt, existieren verschiedene Möglichkeiten zur Straffung der Oberlider. Wer sich – anders als Hella Fiez – operativ helfen lassen möchte, muss sich einer Oberlidplastik unterziehen, bei der das Oberlid chirurgisch gestrafft wird. „Dabei wird der Hautüberschuss mit dem Skalpell oder Laser entfernt“, sagt Dr. Steinkraus. „Weil dieser danach nicht mehr auf dem Wimpernkranz aufliegt, ist der Blick wieder offener.“ Die entstehende Narbe, so die Expertin, verlaufe optisch unauffällig in der Lidfalte.“

Text: Kristin Bock