Chemische Peelings: So bringen AHA, BHA & PHA Ihre Haut zum Strahlen

Chemische Peelings sorgen ohne Rubbeln für einen frischen Teint und wirken ersten Anzeichen der Hautalterung entgegen, können bei falscher Anwendung jedoch ernsthafte Hautschäden verursachen. Wir erklären, wie Sie AHA, BHA und PHAs schonend anwenden und das passende Peeling für Ihren Hauttyp finden.

Porträtfoto einer blonden Frau über 40 mit strahlender Haut, die in die Kamera lächelt

Chemische Peelings mit Frucht-, Milch- oder Salicylsäure können bei richtiger Anwendung zu einem strahlenden Teint verhelfen. Wir erklären, wie Sie das richtige Peeling für Ihren Hauttyp finden.

Mechanische Gesichtspeelings mit Schleifpartikeln haben bei vielen Kosmetik-Fans ihren Reiz verloren, zumal das häufig darin enthaltene Mikroplastik auch aus ökologischer Sicht umstritten ist. Ein zunehmender Trend in der Hautpflege dagegen sind chemische Peelings, die mit unterschiedlichen Säuren auf die individuellen Hautbedürfnisse abgestimmt werden können und zu einem frischen Teint verhelfen sollen. DONNA Online erklärt den Unterschied zwischen AHA, BHA sowie PHAs, zeigt, worauf Sie bei der Anwendung chemischer Peelings achten sollten und für welchen Hauttyp sie geeignet sind.

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Wie funktionieren chemische Peelings?

Bei chemischen Peelings werden säurehaltige Produkte auf die Gesichtshaut aufgetragen. Anders als klassische Gesichtspeelings mit natürlichen oder synthetischen Schleifpartikeln, die abgestorbene Hautschüppchen mechanisch entfernen, arbeiten chemische Peelings mit der Beschaffenheit der Haut: Die enthaltenen Säuren tragen verhornte Stellen und tote Hautzellen durch die Gerinnung der hauteigenen Eiweiße ab. Die Entfernung abgestorbener Hautschüppchen, die den Zugang zur neuen, gesunden Haut blockieren, hat gleich mehrere postive Effekte: Das Peelen sorgt dafür, dass trockene Hautpartien verschwinden und der Teint wieder strahlt. Zudem kann die darunterliegende Haut besser mit Wirkstoffen versorgt werden. Darüber hinaus regen die im Peeling enthaltenen Säuren – je nach Art und Höhe der Konzentration – die hauteigene Kollagenproduktion an, reduzieren kleinere Fältchen, gleichen Hautverfärbungen aus und können gezielt bei Hautproblemen wie Sonnenschäden, entzündlichen Hauterkrankungen oder Trockenheit eingesetzt werden.

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Kleine Säuren-Lehre: Das steckt hinter AHA, BHA und PHA

Chemische Peelings werden in drei Kategorien unterteilt:

1. AHA = Alpha-Hydroxysäuren („alphahydroxy acid“)

Viele chemische Peelings, die in Drogerien und Kosmetikstudios erhältlich sind, basieren auf der Wirkung von AHAs. Zu den Alpha-Hydroxysäuren gehört Fruchtsäure, in Kosmetik meist in Form von Zitronensäure, Apfelsäure oder Weinsäure. Ebenfalls zu den AHAs zählen MilchsäureMandelsäure und Glykolsäure (Hydroxyessigsäure). Da Alpha-Hydroxysäuren im Vergleich zu anderen chemischen Peelings die kleinsten Moleküle besitzen, sind sie am effektivsten, da sie besonders tief in die Haut eindringen können. Hinsichtlich ihrer Wirkung werden AHAs deshalb als mittlere bis starke Peelings eingestuft. Gleichzeitig ist die Anwendung eines Produkts mit AHA die riskanteste Variante, wenn Sie bislang noch keine Erfahrung mit chemischen Peelings haben. Alpha-Hydroxysäuren sind wasserlöslich und daher gut geeignet, wenn Sie die Feuchtigkeit und Elastizität Ihrer Haut verbessern wollen.

2. BHA = Beta-Hydroxysäuren („betahydroxy acid“)

Beta-Hydroxysäure bezeichnet Salicylsäure, die als effektiver Inhaltsstoff bei der Behandlung von Pickeln, Mitessern und Akne bekannt ist. Das liegt an der lipophilen Eigenschaft der Säure: BHA bindet Fette, reinigt auf diese Weise porentief und wirkt entzündungshemmend. Daher sind Produkte mit BHA gut für Menschen mit entzündlichen Hauterkrankungen wie Akne oder Rosazea geeignet. Bei der ersten Anwendung können salicylsäurehaltige Peelings jedoch Hautirritationen hervorrufen und sollten deshalb von einem Profi durchgeführt werden. Beta-Hydroxysäure besitzt größere Moleküle als AHAs, weshalb sie in Peelings bei normaler Haut prinzipiell weniger Hautirritationen verursacht, zugleich aber auch weniger wirksam ist und als schwächeres chemisches Peeling eingestuft wird. Besonders vorsichtig bei der Anwendung sollten Frauen sein, die eine Allergie gegen Aspirin haben: Bei der im Medikament enthaltenen Acetylsalicylsäure handelt es sich um einen mit Salicylsäure verwandten Stoff, weshalb die Verwendung eines BHA-Peelings eine allergische Reaktion hervorrufen kann.

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3. PHA = Poly-Hydroxysäuren („polyhydroxy acid“)

Die neueste Entwicklung sind chemische Peelings mit PHAs, also Poly-Hydroxysäuren wie Lactobionsäure und Glucolactone. Der Vorteil von PHA-Produkten ist, dass sie genau wie BHAs entzündungshemmend und lipophil wirken, aufgrund milderer Säuren aber wesentlich verträglicher und somit auch für empfindliche Hauttypen geeignet sind. PHAs sind deshalb eine gute Alternative zu BHA-Peelings für Frauen mit sensibler Haut, die unter Entzündungen oder Hautunreinheiten leiden. PHA wird auch in der Anti-Aging-Pflege eingesetzt, da die Säuren kleine Ältersfältchen mindern und die Hautelastizität verbessern können.

BHA, PHA oder AHA? So finden Sie das richtige chemische Peeling für Ihre Haut

Je nachdem, welche Wirkung Sie mit der Anwendung des chemischen Peelings bei Ihrer Haut erreichen wollen, können Sie gezielt das passende Produkt wählen. Diese Säuren sind für den jeweiligen Hauttyp ideal:

  • Normale Haut können Sie je nach Hautbedürfnis problemlos mit allen drei Varianten der chemischen Peelings behandeln. Peelings mit einer Kombination aus AHA und BHA etwa reinigen porentief, mildern Fältchen und feine Linien, gleichen Verfärbungen aus und spenden zugleich Feuchtigkeit.
  • Bei trockener, schuppiger oder irritierter Haut wirkt ein PHA-Peeling am schonendsten. Je nach Verträglichkeit können auch Produkte mit BHA angewendet werden.
  • Bei Mischhaut, unreiner Haut und Akne wirken BHA-Produkte besonders effektiv.
  • Rosazea kann je nach Verträglichkeit mit BHA- oder alternativ mit milderen PHA-Peelings therapiert werden.
  • Sonnengeschädigte Haut wird mit AHAs oder PHAs behandelt.
  • Bei reifer Haut erzielen AHA-Peelings die besten Ergebnisse.

Nach Wahl der Säurenart und Konzentration können Sie das passende, auf Ihre Hautbedürfnisse und Pflegeroutine abgestimmte Kosmetikprodukt wählen: Chemische Peelings sind in Apotheken, Drogerien oder Beauty Stores als Peeling Pads, Gels, Fluids, Cremes, Masken oder Toner erhältlich.

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Wie gefährlich sind chemische Peelings für die Anwendung zu Hause?

Je nach Art des chemischen Peelings sind die Säuren darin in unterschiedlich starker Konzentration enthalten. Effektiv sind AHAs bei einer Konzentration zwischen fünf und zehn Prozent, BHAs bei ein bis zwei Prozent – und zugleich nicht ganz ungefährlich. Wenn Sie zum ersten Mal ein chemisches Peeling anwenden, sollen Sie sich darüber im Klaren sein, dass es sich selbst bei milden Produkten um wirksame Säuren handelt. Dementsprechend können bei unsachgemäßer Anwendung bleibende Hautschäden wie schwere Verätzungen, Verbrennungen, Pigmentstörungen, schuppige Hautpartien oder extreme Trockenheit auftreten. Zudem lässt sich chemisch verletze Haut teils nicht mehr vollständig heilen. Daher ist es für Einsteiger oder Frauen mit Hautproblemen empfehlenswert, vorab einen Profi zu konsultieren: Lassen Sie sich im Rahmen einer professionellen Hautanalyse von einem Dermatologen oder einer Kosmetikerin beraten, welches chemische Peeling und welche Säurekonzentration für Ihren Hauttyp geeignet ist und wie Sie die entsprechenden Produkte schonend anwenden. In Kosmetikstudios und Hautarztpraxen erhalten Sie zudem gegebenenfalls eine Probe des passenden Produkts zum Testen.

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So integrieren Sie chemische Peelings in Ihre Pflegeroutine

Wer sich zu Hause an AHA, BHA und PHA wagt, sollte bei der Gesichtsreinigung und -pflege einige Dinge beachten:

  • Erst die Gesichtsreinigung, danach das chemische Peeling, anschließend die gewohnte Feuchtigkeitspflege sowie Spezialpflegeprodukte wie Augencreme oder Nachtpflege: Mit dieser Reihenfolge bei der Anwendung erzielen Sie die besten Ergebnisse.
  • Da chemische Peelings den pH-Wert der Haut beeinflussen und direkt von ihr aufgenommen werden, ist ein Abspülen nicht nötig. Sie können direkt nach dem Peeling mit der Feuchtigkeitspflege fortfahren.
  • Vorsicht: Da die Haut nach einem chemischen Peeling besonders lichtempfindlich ist, sollten Sie nach der Behandlung unbedingt einen hohen bis sehr hohen Lichtschutzfaktor (mindestens 30 bis 50+) verwenden, um sonnenbedingten Hautschäden vorzubeugen. Das gilt nicht nur für den Behandlungstag, sondern auch für die Tage nach dem Peeling.
  • Wenn Sie erstmals ein Peeling mit AHA, BHA oder PHA anwenden, sollten Sie die Behandlung am Abend durchführen. So kann Ihre Haut sich über Nacht ausreichend erholen und eventuell auftretende Irritationen können bis zum Morgen abklingen.
  • Vor allem bei BHA-Produkten kann es bei den ersten Anwendungen vorkommen, dass sich ein leichtes Prickeln, Brennen oder leichte Rötungen der Gesichtshaut bemerkbar machen. Grund zur Beunruhigung besteht jedoch erst, wenn die Hautveränderungen auch nach einigen Minuten oder länger nicht verschwinden. Eine leichte Reaktion ist normal und unbedenklich.