Mimikfalten & Co.: Welche Faltentypen es gibt und wie man sie behandeln kann

Die Bildung feiner Linien im Gesicht, die mit den Jahren immer deutlicher sichtbar werden, gehört zum natürlichen Alterungsprozess der Haut. Doch Falte ist nicht gleich Falte: DONNA Online zeigt, welche unterschiedlichen Faltenarten es gibt – und was Sie dagegen tun können.

 

Brünette Frau Anfang 40 mit Mimikfältchen rund um Mund und Augen

Ein paar Lachfältchen um Augen und Mund herum machen sympathisch – wenn sie sich zu dauerhaft sichtbaren Krähenfüßen entwickeln, empfinden viele Frauen sie aber als störend.

Ganz spurlos gehen die Jahre an unserer Haut nicht vorbei: Schon ab 30 verliert sie an Spannkraft und erste Fältchen im Bereich der Augen und Stirn machen sich bemerkbar. Obwohl sich die natürliche Hautalterung nicht ganz aufhalten lässt, gibt es doch einige Tricks und kosmetische Hilfsmittel, um diesen Prozess zumindest zu verlangsamen. Egal, ob Sie erste Knitterfältchen am Dekolleté oder eine störende Zornesfalte auf der Stirn loswerden wollen: Zunächst ist es wichtig zu wissen, um welche Faltenart es sich handelt, um sie anschließend gezielt behandeln zu können.

Anti-Aging-Haarstyle: Diese Frisuren lassen Sie sofort jünger wirken

Wie entstehen Falten?

Plötzlich fallen sie einem beim täglichen Blick in den Spiegel ins Auge: Fältchen auf der Stirn, um die Augen oder den Mund herum, die sich im Laufe der Zeit zu immer tieferen und dauerhaft sichtbaren Furchen entwickeln. Die Faltenbildung im Gesicht ist eine Folge des natürlichen Hautalterungsprozesses. Denn je älter wir werden, desto mehr lässt die Elastizität des Unterhautgewebes nach. Gleichzeitig produzieren die Bindegewebszellen in der Lederhaut immer weniger Kollagen und Elastin. Die Folge: Unsere Haut wird mit den Jahren immer dünner und entsprechend „knitteranfälliger“. Die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren, die je nach Frau etwa zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr einsetzen, begünstigt diese Entwicklung: Die Haut wird trockener, weniger elastisch und anfälliger für Falten sowie Verletzungen. Die täglichen Gesichtsbewegungen, die wir beim Sprechen, Lachen und anderen Mimik- oder Emotionsäußerungen machen, tragen ebenfalls zur Faltenbildung bei. Und auch äußere Umweltfaktoren und der persönliche Lebensstil führen dazu, dass die Haut schneller altert und zu Falten neigt – etwa, wenn man sie ungeschützt schädlicher UV-Strahlung aussetzt, raucht oder zu wenig Wasser trinkt.

Sicherer UV-Schutz: Das sind die 13 größten Sonnen-Mythen

Welche Faltentypen gibt es?

Dynamische Falten

Wie der Name bereits andeutet entstehen dynamische Falten, auch Mimik- oder Emotionsfalten genannt, durch Lachen, Sprechen und andere Gesichtsbewegungen, die sich im Laufe der Zeit dauerhaft in die Haut „eingraben“. Als besonders störend empfinden viele die Zornesfalte (Glabellafalte), die beim Zusammenkneifen der Stirnpartie zwischen den Augenbrauen entsteht. Mit zunehmendem Alter zeichnet sich diese Mimikfalte vertikal verlaufend über der Nasenwurzel ab – häufig begleitet von kleinen, horizontalen Fältchen auf der Nasenwurzel.

Was dagegen hilft:

Leichte Mimikfältchen lassen sich mit Anti-Aging-Cremes aufpolstern, die Wirkstoffe wie Hyaluronsäure, Q10, Retinol oder Peptide enthalten. Um eine tiefe Zornesfalte auf der Stirn loszuwerden, ist jedoch meist eine minimal-invasive Behandlung mit Botox oder Hyaluronsäure nötig: Werden die beiden Muskeln, die für den „bösen Blick“ verantwortlich sind, zum Beispiel durch die Injektion des Nervengifts Botulinumtoxin „lahmgelegt“, verschwinden auch die aufgrund der Muskelkontraktion entstehenden Falten. Die Wirkung einer Botox-Behandlung hält zwischen drei und sechs Monaten an, ist aber kostspielig und kann bei falscher Injektionstechnik Lähmungen wie etwa ein hängendes Augenlid hervorrufen. Weniger umstritten ist die Injektion von Hyaluronsäure, die der Körper auch selbst produziert. Der Filler-Effekt von Hyaluronsäure hält etwa vier bis sechs Monate an. Eine weitere Anti-Aging-Behandlung, mit der man eine ungeliebte Zornesfalte oder andere mimische Falten in der Stirnregion für mehrere Monate loswerden kann, ist Frotox: Bei diesem modernen Kälte-Treatment wird mit einer feinen Nadel flüssiger Stickstoff unter die Haut gespritzt. Der Effekt: Die für die Faltenbildung verantwortlichen Muskel- bzw. Nervenstränge werden durch den „Kälteschock“ langanhaltend entspannt und Mimikfalten in der Stirnregion verschwinden – zumindest für drei bis sechs Monate.

Botox: Wirkt das Nervengift auch gegen Depressionen?

Aktinische Falten

Aktinische Falten sind besser unter dem Namen Knitterfältchen bekannt und zeichnen sich als feine, vertikale Linien an Wangen, Lippen oder um die Augen, aber auch an Hals, Dekolleté oder auf den Händen ab – also überall dort, wo die Haut verstärkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Der Grund für die Faltenbildung: Bei ungeschützten Sonnenbädern oder Solariumbesuchen dringen UV-Strahlen in die Haut ein und schädigen das Bindegewebe.

Was dagegen hilft:

Das A und O, um der Entstehung aktinischer Falten vorzubeugen, ist ein konsequenter Sonnenschutz – und zwar nicht nur im Sommer. Wer täglich eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 50!) verwendet, kann nicht nur Sonnenschäden und vorzeitiger Hautalterung, sondern auch der Entstehung von Hautkrebs vorbeugen. Sonnenbedingte Trockenheitsfältchen lassen sich anfangs gut durch eine intensive Feuchtigkeitspflege, etwa mit einem hyaluronsäurehaltigen Anti-Aging-Produkt, mindern. Auch Fruchtsäure-Peelings und Mikrodermabrasion, eine mechanische Peeling-Methode, helfen gegen Knitterfalten, indem sie die oberen Hautschichten abtragen und die Neubildung von „knitterfreier“ Haut beschleunigen. Wird die Haut jedoch nicht entsprechend behandelt und weiterhin ungeschützt der Sonne ausgesetzt, werden aktinische Falten tiefer und dauerhaft sichtbar. Einen langanhaltenden Glättungseffekt können dann nur noch minimal-invasive Methoden wie eine Faltenunterspritzung oder Lasertherapie erzielen.

Chemische Peelings: So bringen AHA, BHA und Co. Ihre Haut zum Strahlen

Statische Falten

Statische Falten sind das genaue Gegenteil von dynamischen Falten: Sie treten unabhängig von der Mimik dort auf, wo die Haut im Gesicht am dünnsten ist – etwa im Bereich der Augen- und Mundpartie. Krähenfüße oder Lachfältchen zum Beispiel bleiben auch dann dauerhaft sichtbar, wenn das Gesicht völlig entspannt ist. Zu den statischen Falten zählen daneben auch die zwischen Nase und Mundwinkel verlaufenden Nasolabialfalten sowie die sogenannten Marionettenfalten: zwei steile, tiefe Falten, die sich vom Mundwinkel bis zum Unterkiefer ziehen, das Kinn wie bei einer Marionette abgegrenzt erscheinen lassen und so für einen permanent missgelaunten Gesichtsausdruck sorgen.

Was dagegen hilft:

Statische Falten entstehen bedingt durch den natürlichen Alterungsprozess der Haut, die Schwerkraft, aber auch die individuelle Lebensweise. Mit Anti-Aging-Cremes und Seren, die dem Kollagenverlust der Haut entgegenwirken, lassen sich bei diesem Faltentyp nur leichte Effekte erzielen. Tiefe Falten lassen sich meist nur durch eine Unterspritzung mit Botox, Kollagen oder Hyaluron-Fillern mindern, die das betroffenen Gewebe langanhaltend auffüllen und an die umliegende Haut angleichen.

Minimal-invasive Eingriffe mit Hyaluronsäure: Eine echte Alternative zu Botox?

Temporäre Falten

Nach dem Aufstehen bemerken viele Frauen an Kinn, Wangen, Stirn oder Dekolleté kleine Knitterfalten. Der Grund: Der Druck des Kopfkissens auf die Haut „knautscht“ die Kollagen- und Elastinfasern der Haut während der Nacht und hinterlässt feine Fältchen. Je älter wir werden, desto länger dauert es, bis die feinen Linien morgens wieder verschwinden.

Was dagegen hilft:

Das richtige Kopfkissen: Ein ergonomisch geformtes Seidenkissen reduziert die Reibung im Schlaf und schont so Haut und Haare. Zudem hat das glatte Material denselben pH-Wert wie unsere Haut und enthält hautidentische Proteine sowie Aminosäuren. So bleibt das Feuchtigkeitsniveau der Haut während der Nacht konstant und es bilden sich weniger Knitterfältchen. Mittlerweile sind sogar spezielle Anti-Falten-Kissen sowie hautverjüngende Kissenhüllen erhältlich.

Mit diesen Make-up-Tricks schminken Sie sich jünger

Das kann man außerdem noch gegen Falten im Gesicht tun

Damit es erst gar nicht zur Bildung tiefer Falten im Gesicht, am Hals oder Dekolleté kommt, können Sie auch mit folgenden Maßnahmen dafür sorgen, dass Ihr Teint lange faltenfrei und jugendlich bleibt:

Nie ohne Sonnenschutz

Ungeschützte Sonnenbäder und Sonnenbrand sind Gift für die Haut und lassen sie frühzeitig altern. Das Auftragen eines Pflegeprodukts mit hohem Lichtschutzfaktor ist deshalb eine effektive Anti-Aging-Maßnahme, die bei der täglichen Hautpflegeroutine nicht fehlen sollte. Wichtig im Strandurlaub, beim Wandern oder am Badesee: die direkte Mittagssonne meiden und bei längeren Aufenthalten in der Sonne nicht nur ein entsprechendes Sonnenschutzmittel verwenden, sondern auch eine Sonnenbrille und eine schützenden Kopfbedeckung tragen.

Gesund ernähren

Mit einer ausgewogenen Ernährung können Sie der Faltenbildung von innen vorbeugen. Auf den Speiseplan für einen jugendlichen Teint gehören proteinreiche Lebensmittel sowie viel Obst und Gemüse, das Vitamin C, E und weitere Antioxidantien enthält. Dazu viel Wasser trinken, um die Hautzellen auch innerlich mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen. Fertigprodukte, zu viel Zucker und Crash-Diäten dagegen schaden nicht nur der Figur, sondern genauso dem Hautbild.

Schluss mit Ernährungssünden: So schaffen Sie es, gesünder zu essen

Alkohol und Nikotin meiden

Dass Tabak- und Alkoholkonsum der Gesundheit schadet, ist kein Geheimnis. Doch auch in Sachen Anti-Aging sind Zigaretten und der übermäßige Genuss von Wein, Bier und Co. kontraproduktiv: Tabakrauch enthält unter anderem freie Radikale, die den Alterungsprozess beschleunigen und die Bildung von Kollagen hemmen, das für eine elastische und feste Haut sorgt. Alkohol ist ein Zellgift, das die Hautregeneration verlangsamt, das Bindegewebe schwächt und der Haut neben Wasser auch wichtige Nährstoffe entzieht, die sie für ein frisches Aussehen benötigt.

Stress abbauen

Dauerbelastung im Job oder Privatleben schadet nicht nur der Psyche, sondern auch der Haut. Diesen Schluss legt zumindest eine Studie des Institut für Schönheitschirurgie an der Universität in Cleveland nahe. Die Untersuchung ergab, dass psychische Belastungen, etwa eine Scheidung oder die Einnahme von Antidepressiva, vorzeitige Hautalterung und Faltenbildung begünstigen können. Wer auf sein seelisches Gleichgewicht und eine gesunde Work-Life-Balance achtet, kann sich also im besten Fall teure Anti-Aging-Behandlungen sparen.