Unreine Haut ab 40: Was gegen Pickel im Alter & Spätakne hilft

Vor Pusteln, Rötungen und Akne sind auch Erwachsene nicht gefeit. Die Gründe dafür könnten unterschiedlicher nicht sein. Im DONNA-Ratgeber lesen Sie, welche Ursachen Pickel im Alter haben können und wie Sie unreine Haut ab 40 vermeiden können.

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Im Teenie-Alter wundert sich kaum jemand über Pickel – mit 40 sieht das anders aus. DONNA klärt, warum Hautunreinheiten auch im Erwachsenenalter auftreten können – und was Sie dagegen tun können.

Pickel, Rötungen, Akne – typische Hautunreinheiten, mit denen man sich bereits als Teenager herumgeplagt hat und die man eigentlich mit der Pubertät ad acta legen möchte. Die schlechte Nachricht ist, dass unreine Haut auch im Alter ein leidiges Thema sein kann. Zwar ist reife Haut eher trocken und weist weniger Mitesser auf als in der Pubertät, dafür sitzen die Entzündungen aber tiefer. DONNA Online erklärt, wie unreine Haut überhaupt entsteht und welche konkreten Ursachen Pickel und Akne im Alter haben können. 

Wie entsteht unreine Haut?

Dreh- und Angelpunkt für unreine Haut sind die Talgdrüsen in der sogenannten Lederhaut, einer der oberen Hautschichten. Die Talgdrüsen sind direkt mit den Haarkanälen verbunden und produzieren normalerweise genau so viel Fett, wie der Haarkanal problemlos an die Hautoberfläche abtransportieren kann. Produzieren die Talgdrüsen zu viel Fett – zum Beispiel wenn sie durch die vermehrte Ausschüttung von Androgenen (männlichen Sexualhormonen) angeregt werden – verstopfen die Haarkanäle und die Poren füllen sich mit dem überschüssigen Talg. Nach außen bilden sich Mitesser.

Durch eine übermäßige Talgproduktion gerät darüber hinaus der natürliche Säureschutzmantel der Haut aus dem Gleichgewicht, sodass sich Bakterien in den mit Talg verstopften Poren festsetzen (für sie ein idealer Nährboden) und Entzündungen leichter entstehen können. Entzünden sich die Mitesser, bilden sich nach außen schmerzhafte Verdickungen wie gerötete Papeln und eitrige Pusteln. Kommt es an mehreren Stellen gleichzeitig zu dieser Entwicklung, wird das Hautbild als Akne bezeichnet.

Häufige Gründe für unreine Haut im Alter

Während die Überfunktion der Talgdrüsen bei Jugendlichen hauptsächlich von der entwicklungstypischen, erhöhten Ausschüttung der männlichen Sexualhormone (Androgene) herrührt, kann sie im Alter unterschiedliche Ursachen haben.

1. Falsche Hautpflege

Obwohl sie die Haut regelmäßig reinigen, eincremen und ab und zu ein Peeling verwenden, treten bei vielen Frauen ab 40 immer wieder Hautunreinheiten auf. Der Grund dafür ist in vielen Fällen die falsche Pflege, denn je nach Hauttyp und Jahreszeit hat die Haut unterschiedliche Bedürfnisse. Zum Beispiel sollte Haut, die von Haus aus zu Unreinheiten neigt, nicht mit zu reichhaltigen Produkten (Wasser-in-Öl-Zusammensetzungen) gepflegt werden. Besser sind Öl-in-Wasser-Emulsionen oder Gele. Inhaltsstoffe wie Dexpanthenol und Niacin beruhigen unreine Haut zusätzlich.

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Zudem raten Dermatologen von Produkten mit Mineralöl ab, da sie die Hautporen verschließen. Frauen mit Hautunreinheiten sollten auch herkömmliche Seifen und Waschsubstanzen mit Sodium-Laureth oder Lauryl-Sulfaten vermeiden, da diese Tenside die Bildung von Mitessern fördern können. Zu aggressive, austrocknende Pflegemittel wirken ebenfalls kontraproduktiv, da sie der Haut Talg entziehen und die Drüsen in der Folge noch mehr Fett produzieren.

Milde Cremes und Waschgele, die wenige bis keine chemischen Zusatzstoffe enthalten, schaden unreiner Haut in der Regel am wenigsten. Auch allergische Reaktionen auf die enthaltenen Duft- und Inhaltsstoffe lassen sich durch sanfte Reinigungsprodukte vermeiden. Im besten Fall nimmt eine Kosmetikerin oder ein Dermatologe die Haut unter die Lupe und empfiehlt eine passende Hautpflege. Denn nur wenn unsere Haut die richtige Pflege und ausreichend Feuchtigkeit bekommt, funktioniert ihre natürliche Barriere gegen Bakterien und Schadstoffe.

2. Überpflege

Wer ständig cremt oder zu viele verschiedene Pflegeprodukte verwendet („Polypragmasie“ = die konzeptlose Behandlung mit unterschiedlichen Mittelchen), tut der Haut keinen Gefallen. Ab einem gewissen Punkt „wehrt“ sie sich gegen die Überpflege mit Unreinheiten wie Pusteln, Pickeln und einem geröteten Ausschlag um den Mund – auch bekannt als Periorale Dermatitis. Sie wird auch „Stewardessenkrankheit“ genannt, da Flugbereiterinnen sich berufsmäßig häufig schminken, in Duty-Free-Shops mit zahlreichen Kosmetikartikeln in Kontakt kommen und immer wieder dazu verleitet werden, neue Produkte auszuprobieren. Die Hautkrankheit ist zwar ungefährlich, ihre Symptome verschwinden aber nicht von selbst. Deshalb sollte ein Hautarzt aufgesucht werden, der dermatologisch wirksame Produkte wie antibiotische Cremes und gegebenenfalls sogar ein Antibiotikum verschreiben kann, um tiefsitzende Entzündungen mit Narbenbildung zu vermeiden.

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3. Hormonelle Veränderungen

Dass sich der Körper mit zunehmendem Alter hormonell umstellt, ist ganz natürlich. Besonders Frauen erleben im Laufe ihres Lebens starke hormonelle Veränderungen – sei es nach dem Absetzen der Pille, in der Schwangerschaft, nach einer Geburt oder durch den Eintritt in die Menopause. Die damit einhergehende Dysbalance der Sexualhormone – also einer Überproduktion des männlichen Sexualhormons Testosteron – stimuliert wie schon in der Pubertät die Talgdrüsen der Haut, sodass Unreinheiten leichter entstehen können.

Wird bei Frauen in den Wechseljahren eine Spätakne (Akne Tarda) diagnostiziert, kann die Einnahme von Antiandrogenen oder die Verschreibung einer Pille den Symptomen der Hautkrankheit entgegenwirken. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Antibabypille, sondern um Hormontabletten, die den männlichen Hormonen entgegensteuern. Haben sich die Hormone im Körper eingependelt, verschwindet auch die Erwachsenenakne meist wieder.

4. Falsche Ernährung

Nicht nur der Hormonhaushalt schlägt sich auf das Hautbild nieder, auch die Ernährung kann sich äußerlich bemerkbar machen. Insbesondere Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index (GI) haben Einfluss auf unser Hautbild. Dieser Index gibt an, wie Nahrungsmittel auf den Blutzuckerspiegel wirken. Verzehrt man Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lassen (hoher GI), versucht der Körper, diesen so schnell wie möglich mittels Insulin zu normalisieren. Die Produktion von Insulin wiederum regt die Bildung von Androgenen an, welche wiederum die Talgdrüsen dazu bringen, vermehrt Fett zu produzieren. Die Folge: unreine Haut. Frauen mit unreiner Haut sollten den übermäßigen Konsum von Zucker, Kohlenhydraten und gesättigten Fettsäuren daher vermeiden.

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Auch der Verzehr von Milchprodukten – egal, ob fett oder mager – kann bereits bestehende Hautunreinheiten verstärken und ihre Abheilung verlangsamen, da die darin enthaltenen, tierischen Proteine entzündungsfördernd sind. Pflanzliche Proteine hingegen beeinflussen das Hautbild nicht. Da Kuhmilchprodukte aber auch viele ernährungsphysiologisch wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalzium und Eiweiß enthalten, sollten sie nicht gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden. Eventuell ist eine Reduzierung bei Hautproblemen ratsam, nicht aber der komplette Verzicht.

Grundsätzlich gilt: Je fettreduzierter und naturbelassener die Ernährung ist, desto gesünder ist sie – und desto zufriedener ist die Haut.

5. Stress

Was die Seele belastet, tut auch der Haut nicht gut. Dauerhafter Stress im Berufs- oder Privatleben löst im Körper eine erhöhte Ausschüttung von männlichen Hormonen und Adrenalin aus. Beides stimuliert die Talgdrüsen und fördert somit Hautunreinheiten. Stress zu vermeiden, erfolgreich abzubauen und im Alltag durch regelmäßige Entspannung zu kompensieren, ist daher auch eine Maßnahme gegen Pickel im Erwachsenenalter. Helfen Yoga, Autogenes Training, Sport und Spaziergänge an der frischen Luft nicht gegen den Stress, sollten Betroffene ihren Lebensstil überdenken und etwa durch einen Berufswechsel ändern, um die psychische Belastung langfristig in den Griff zu bekommen.

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6. Ungesunde Lebensweise

Neben Stress und falscher Ernährung kann auch ein schlechter Lebensstil unreine Haut im Alter fördern. Besonders Rauchen erhöht das Risiko für Altersakne, da Zigaretten viele entzündungsfördernde Substanzen enthalten: Nikotin ist ein Gift, durch dessen Genuss hohe Mengen an Arachidonsäure und polyzyklischen Kohlenwasserstoffen in den Organismus gelangen. Gleichzeitig verengen sich durch das Rauchen die Blutgefäße und die Haut wird schlechter mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt. Wer raucht, fördert also nicht nur den Beginn, sondern auch den Verlauf einer Akne-Erkrankung im Alter.

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7. Einnahme von Medikamenten

Darüber hinaus sind bestimmte Medikamente dafür bekannt, Pickel und Akne zu verursachen. Dazu gehören Antiepileptika, Antidepressiva und Steroide wie zum Beispiel Prednison. Dass Bodybuilder vermehrt von Pickeln heimgesucht werden, liegt zum Beispiel am übermäßigen Gebrauch von Anabolika (auch ein Androgen).

8. Genetische Veranlagung

Grund für Hautunreinheiten im Alter kann auch eine erbliche Vorbelastung sein. Manche Menschen neigen einfach eher zu fettiger Haut als andere. Allerdings ist die genetische Veranlagung noch kein Grund, dass Pickel und Akne im Alter tatsächlich auftreten. Hier kommt es meist darauf an, welche der anderen Faktoren noch hinzukommen. Wer sich gesund ernährt, nicht raucht, Stress vermeidet und die richtigen Pflegeprodukte verwendet, gibt der Haut keinen Grund sich zu „wehren“.

Wichtig: Beratung vom Hautarzt

Wer über einen längeren Zeitraum hinweg erfolglos gegen Hautunreinheiten und Akne angekämpft hat, sollte unbedingt einen Hautarzt zu Rate ziehen. Nur ein Fachmann kann zuverlässig abklären, ob es sich wirklich um eine Erwachsenenakne handelt. Unreine Haut kann nämlich auch sehr ernste Ursachen wie eine Autoimmunerkrankung, ein allergisches Ekzem oder eine andere Hautkrankheit haben, die nicht mit einer Ernährungsumstellung oder Creme behandelt werden können.

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