Sonnenschutz & Vitamin-D-Mangel: Diese neuen Fakten sollten Sie kennen

Die Sonne macht uns knackig braun, sorgt für die Produktion des lebenswichtigen Vitamins D – erzieht uns aber auch zur Vernunft. Im Artikel lesen Sie von den neuesten (und erstaunlich kontroversen) Erkenntnissen zum Thema Sonnenschutz, Vitamin-D-Mangel und der Bedrohung durch Hautkrebs.

Frau sitzt in Tunika am Strand bei Sonnenuntergang

Auf die Dosis kommt es an: DONNA erklärt, was Sie rund ums Thema Sonnenschutz wissen sollten – und wie Sie gesund braun werden.

Erst sollen wir immer und überall Sonnenschutz tragen, um die Haut zu schonen. Dann doch wieder nicht, weil uns Vitamin D fehle. Parallel dazu stiegen die Erkrankungsraten von Hautkrebs. Da fragt man sich schon: Wo liegt denn nun der richtige Weg? Wir haben drei Experten zu Rate gezogen und ihnen unsere wichtigsten Fragen gestellt:

Sollte man ganzjährig Sonnenschutz tragen?

Dr. Alexandra Ogilvie, Dermatologin aus München: „Da der Lichtschutz sowohl dem Hautkrebsrisiko als auch der lichtbedingten Hautalterung vorbeugt, empfehle ich, ganzjährig einen Lichtschutz im Gesicht und am Hals aufzutragen.”

Prof. Dr. Thomas Schwarz, Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in Kiel: „Ich stehe Lichtschutzfaktoren in Kosmetika skeptisch gegenüber, denn diese Filter wirken nur, wenn man sie ausreichend dick aufträgt. Und da das fast niemand tut, geht die Wirkung gegen null. Fatal ist dabei, dass der Anwender glaubt, er sei geschützt.”

Dr. med. Simone Bendig, Fachärztin für Anästhesie und funktionelle Medizin aus Hamburg: „Meiner Meinung nach sind die Leute im Alltag nicht lange genug an der frischen Luft, damit die Sonne zum Problem wird. Anders ist das beim aktiven Sonnenbaden, da sollte man auf jeden Fall Sonnenschutz verwenden.”

Für intensive Sonnenbäder: Die neuen, ultraleichten Texturen für Körper, Gesicht und Kopfhaut

Collage mit Sonnenschutzprodukten von Kiehl’s, Vichy, La Roche-Posay, ISDIN und Bioderma auf hellgelbem Hintergrund

1. „Ultra Light Daily UV Defense SPF 50” fürs Gesicht von Kiehl’s, um 32 Euro.
2. „Idéal Soleil Hyaluron Sonnenspray SPF 30” für den Körper von Vichy, um 21 Euro.
3. „Anthelios XL Transparentes Körperspray LSF 50+” von La Roche-Posay, um 21 Euro.
4. „Foto Ultra Age Repair” fürs Gesicht von ISDIN, um 29 Euro.
5. „Photoderm MAX Brume SPF 50+” für die Kopfhaut von Bioderma, um 20 Euro.

Wirken Vitamin-D-Präparate? Und soll man sie ganzjährig nehmen?

Prof. Dr. Schwarz: „Eine Überdosierung ist bei vernünftigem Gebrauch fast unmöglich. Trotzdem sollten Ergänzungsmittel nur bei einem tatsächlich niedrigen Vitamin-D-Spiegel oder einem Mangel, der im Blut nachgewiesen wird, eingenommen werden. Bei älteren Menschen ist das häufiger der Fall.”

Dr. Bendig: „Ja, sie wirken. Man kann ganzjährig mit variierenden Dosen arbeiten, im Winter mit 7500 IE, im Sommer mit 2500 bis 5000 IE. Unter 10 000 IE ist eine Überdosierung in der Regel nicht zu befürchten.”

Dr. Ogilvie: „Sie wirken sogar sehr effektiv, sollten aber immer unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.”

So beugen Sie einem Vitamin D-Mangel richtig vor

Hat unsere Gesellschaft wirklich einen Vitamin-D-Mangel?

Dr. Ogilvie: „Große Messreihen legen den Verdacht nahe, dass die durchschnittliche Vitamin-D-Versorgung in Deutschland niedrig ist. Unmittelbare Folgen sind vor allem Wachstumsstörungen und Osteoporose. Aber auch einige Autoimmun- oder Tumorerkrankungen werden damit in Verbindung gebracht.”

Dr. Bendig: „Ja, denn unser Leben spielt sich größtenteils drinnen ab. Und wenn die Sonne in unseren Breitengraden tatsächlich hoch genug steht, um eine Vitamin-D-Synthese zu ermöglichen – nämlich zur Mittagszeit –, meiden wir sie oder gehen nur gut geschützt hinaus. Die Folgen: ein geschwächtes Immunsystem, was Dickdarm oder Brustkrebs fördern kann, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionsanfälligkeiten und sogar psychische Erkrankungen.”

Praktisch: Getönter Sonnenschutz fürs Gesicht

Collage mit getönten Sonnenschutzprodukten für das Gesicht von sisley, ultrasun, Whamisa, Juice Beauty und Lancaster auf hellgelbem Hintergrund

1. „Super Soin Solaire Teinté SPF 30” von Sisley, um 125 Euro.
2. „Stem Cellular CC Cream SPF 30” von Juice Beauty, über najoba.de, um 50 Euro.
3. „Organic Flowers BB Pact SPF 50” von Whamisa, über whamisa.de, um 40 Euro.
4. „Getöntes Anti-Ageing Sonnenschutz-Gel SPF 50+” von Ultrasun, um 30 Euro.
5. „Sun Sensitive BB Cream SPF 50” von Lancaster, um 28 Euro.

Warum sind die Hautkrebserkrankungen in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen?

Dr. Ogilvie: „Zum einen macht man das Urlaubsverhalten unserer Gesellschaft dafür verantwortlich. Zum anderen liegt das am erhöhten Bewusstsein für regelmäßige Kontrollen und an den verbesserten Früherkennungssystemen.”

Prof. Dr. Schwarz: „Dabei spielt natürlich die Kombination aus exzessivem Sonnenbaden und unzureichend angewendetem Sonnenschutz eine Rolle. Ein ganz natürlicher Faktor ist, dass wir Menschen immer länger leben. Je älter man wird, desto mehr Sonnenstrahlen bekommt man ab und desto größer wird das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken – das gilt vor allem für den weißen Hautkrebs. Beim schwarzen Hautkrebs sind vermutlich Sonnenbrände in der Kindheit ausschlaggebend. Genau davor sollte die junge Generation bewahrt werden.”

Weißer Hautkrebs: Frühzeitig erkennen und behandeln

Dr. Bendig: „Eine Gewöhnung der Haut an die Sonne wäre besser, weil dann schon ab dem Frühjahr eine leichte Bräunung eintritt, die Schlimmeres verhindert. Tatsächlich wird aber davon ausgegangen, dass die Vermeidung der Sonnenexposition zusammen mit dem Vitamin-D-Mangel und dem Einsatz vielfach toxischer Sonnenschutzmittel zu einer Zunahme der Hautkrebserkrankungen führt.”

Kann Sonnenschutz das Hautkrebsrisiko sogar erhöhen?

Prof. Dr. Schwarz: „Das Problem ist, dass der Sonnenschutz selten dick und häufig genug aufgetragen wird. Somit können die Filtersysteme nicht richtig aktiv werden, der tatsächliche Schutzfaktor sinkt und UV-B-Strahlen dringen vermehrt durch – all das, während man sich mit LSF 50 sicher geschützt fühlt.”

Dr. Ogilvie: „Bei der Entstehung von Hautkrebs spielen viele Faktoren eine Rolle, vor allem aber die Häufigkeit und Stärke der Sonnenbrände in der Kindheit sowie die Summe der UV-Strahlung im Laufe des Lebens. Sonnenschutz ist die entscheidende Maßnahme, dieses Risiko zu minimieren. Tatsächlich weiß man aber heute von einzelnen Filtern (wie Octocrylen), die den oxidativen Stress der Zellen erhöhen und deshalb nicht zu empfehlen sind.”

Ideal fürs Gesicht: Sonnenschutz und Anti-Aging-Pflege in einem

Collage mit Sonnenschutzprodukten mit Anti-Aging-Effekt von Avène, Clinique, Paula's Choice, Dr. Dennis Gross und Dermasence auf hellgelbem Hintergrund

1. „Solvinea Med LSF 50+” von Dermasence, um 26 Euro.
2. „Anti-Wrinkle Face Cream SPF 30” von Clinique, um 25 Euro.
3. „Resist AntiAging Skin Restoring Moisturizer SPF 50” von Paula’s Choice, um 38 Euro.
4. „Sonnencreme SPF 50+ Pro-Tocopherol Antioxidanz” von Avène, um 18 Euro.
5. „Dark Spot Sun Defense – Broad Spectrum SPF 50” von Dr. Dennis Gross, über drdennisgross-skincare.de, um 60 Euro.

Gesund braun werden: 5 Tipps für richtiges Sonnen

1. Den Schatten lieben

Wir wissen es eigentlich: Dort wird man auch schön braun, hat aber ein deutlich kleineres Sonnenbrand- und damit Hautkrebs-Risiko. Aber bitte auch hier eincremen: Es
kommen noch 50–70 Prozent der Strahlen an! Im Schatten kann man übrigens auch besser lesen (und schont die Augen), schwitzt weniger – und sieht (siehe Foto!) hübscher aus.

2. Dick auftragen

Die volle Wirkung erreicht man bei Erwachsenen erst mit 35 Gramm Sonnencreme pro Anwendung, das sind 4 gut gefüllte Esslöffel. Während des Tages cremen wir regelmäßig nach, was verloren geht – und glauben dann gern mal, wir könnten deshalb länger in der Sonne bleiben. Falsch!

Diese 5 Sonnencreme-Fehler haben Sie garantiert schon gemacht

3. Mittags ruhen

Die Siesta der Italiener/Spanier/ Griechen ist weder Folklore noch Bequemlichkeit. Zwischen 11 und 15 Uhr sollte man sich der Haut zuliebe drinnen aufhalten. Und sich danach auf einen Nachmittag am Meer freuen!

4. Filter kennen

Mineralische Filter (die mit dem Weißel-Effekt) reflektieren die Strahlen, chemische Filter wandeln sie in der Haut in Wärme um. Die heute oft übliche Kombination aus beiden Filtertypen ist offenbar günstig, da sie den Effekt beider Methoden nutzt.

5. Klug anziehen

Auch Kleidung kann guten Schutz bieten, statt mit SPF wird hier der UPF (Ultraviolet Protection Factor) gemessen, UPF 40+ ist wünschenswert. Generell gilt: je dichter gewebt, je dunkler der Stoff und je lockerer der Sitz ist, desto besser.

Autorin: Joana Greimers

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