Dermaplaning: Das steckt hinter der Gesichtsrasur für Frauen

Dermaplaning soll für eine strahlende und jugendlich frische Haut wie nach einer professionellen Gesichtsbehandlung sorgen. Was an diesem Versprechen dran ist, wie die Behandlung funktioniert und welche Risiken es gibt, erfahren Sie bei DONNA Online.

Eine asiatische Frau mit Kurzhaar-Schnitt steht vor dem Spiegel und fasst sich ins Gesicht

Straffe und strahlende Haut: Asiatinnen schwören schon lange auf die sanfte Behandlung mit der Rasierklinge für ein jugendliches Aussehen.

Glatte, ebenmäßige Haut einen tollen Glow, und das ganz ohne professionelle Kosmetikbehandlung: Das verspricht Dermaplaning, auch bekannt als Gesichtsrasur für Frauen. Dabei ist der Beauty-Trend eigentlich gar nicht so neu, denn in Asien und Hollywood zählt die Behandlung schon lange zur Schönheitsroutine vieler Frauen. Zu den berühmtesten Fans von Dermaplaning zählen übrigens Filmdiven wie Marilyn Monroe und Elizabeth Taylor.

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Was ist Dermaplaning?

Im Grunde handelt es sich beim Dermaplaning um nichts anderes als eine Gesichtsrasur bei Frauen mit einer speziellen Klinge. Dabei werden nicht nur der feine Flaum, die sogenannten Vellushaare entfernt, sondern auch abgestorbene Hautzellen, sodass der Teint anschließend frisch strahlt. Dermaplaning wirkt wie eine mechanische Exfoliation, also ein Peeling auf die Gesichtshaut und gilt als eine sanfte Alternative zu chemischen Peelings. Bei der Behandlung wird alledings kein normaler Rasierer, sondern ein feines Messer eingesetzt, beispielsweise eine spezielle Dermaplaning-Klinge oder einem Augenbrauenrasierer. Diese Beauty-Tools haben eine sehr feine, einseitig geschärfte Klinge, die an einem Ende abgerundet ist. Mit diesem Spezialrasierer ist ein präzises Arbeiten möglich und die Verletzungsgefahr minimal, da kein Druck ausgeübt wird.

Ursprünglich stammt Dermaplaning aus dem Bereich der professionellen Schönheitsbehandlungen, mittlerweile gibt es jedoch auch spezielle Rasierer für die Verwendung zu Hause. Während es beim Profi um die sanfte Entfernung von Hautschüppchen geht, steht bei der Do-it-yourself-Methode vor allem die Entfernung der Gesichtshärchen im Vordergrund, da ein so präzises Arbeiten wie im Kosmetikstudio im eigenen Badezimmer nicht möglich ist.

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Step-by-Step: So funktioniert Dermaplaning

Wer Dermaplaning das erste Mal ausprobiert, sollte am besten an einer unempfindlichen Stelle im Gesicht anfangen. Besonders gut für eine Testbehandlung geeignet ist die Stirn, da diese Gesichtspartie von Natur aus straff ist und der Rasierer hier einfach gleitet.

  • Das Gesicht vor der Rasur mit Wasser oder Gesichtswasser reinigen, sodass keine Make-up-Produkte, Cremes oder sonstige Rückstände von Kosmetikprodukten mehr auf der Haut sind. Die Verwendung eines Gesichtswassers mit antiseptischer Wirkung hat den Vorteil, dass die Haut nach der Anwendung zusätzlich frei von Bakterien ist.
  • Die Haut trocken tupfen, die gewünschte Hautpartie straff ziehen und die Rasierklinge im 45-Grad-Winkel ansetzen.
  • Mit kurzen. schnellen Zügen und ohne Druck (!) von oben nach unten über die Haut gleiten.
  • Das Gesicht anschließend eincremen oder mit einem pflegenden Serum behandeln. Geht es anschließend nach draußen, sollten Sie zusätzlich ein Pflegeprodukt mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen: Nach der Entfernung der Hornschüppchen ist die Haut besonders lichtempfindlich.
  • Bitte beachten: Hautpartien mit Muttermalen, kleinen Unreinheiten, Pickelchen sowie die empfindliche Augenpartie beim Dermaplaning aussparen, da hier eine erhöhte Verletzungsgefahr besteht.

Das sind die Vorteile von Dermaplaning

Da beim Dermaplaning nicht nur die feinen Pfirsichhärchen entfernt, sondern auch Hautschüppchen abgeschabt werden, wirkt der Teint nach der Behandlung besonders strahlend. Der Grund dafür ist, dass die Exfoliation mit der Rasierklinge den natürlichen Regenerationsprozess der Haut fördert. Die Zellerneuerung und Produktion von Kollagen wird angeregt, was gleichzeitig dem natürlichen Alterungsprozess der Haut entgegenwirkt. Dadurch, dass die Haut aktiv arbeitet und besser durchblutet wird, nimmt sie pflegende Inhaltsstoffe aus Cremes und Seren im Anschluss an die Behandlung zudem besser auf. Daneben hat Dermaplaning auch optische Vorteile: Make-up und vor allem Puder lässt sich nach der Entfernung der Härchen gleichmäßiger aufgetragen. Das verhindert den berühmt-berüchtigten Caking-Effekt, wenn sich Make-up an den feinen Gesichtshärchen ansammelt. Das Make-up lässt haftet zudem besser und länger auf der rasierten Haut.

Übrigens: Die Sorge, dass der feine Haarflaum im Gesicht nach der Dermaplaning-Behandlung dichter und dunkler nachwächst, ist unbegründet: Die Haarbildung findet in der Wurzel statt, auf die bei der Rasur kein Einfluss genommen wird.

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Nachteile und mögliche Risiken von Dermaplaning

Eine Gesichtsbehandlung mit scharfer Klinge ist natürlich nicht ganz ungefährlich – und das Hantieren mit einer Rasierklinge im Gesicht ist grundsätzlich nicht jedermanns Sache. Wenn Sie sich im Vorfeld unsicher sind, ob Sie sich Dermaplaning vor dem heimischen Badezimmerspiegel zutrauen, sollten Sie besser keine Experimente wagen und sich lieber in die Hände eines professionellen Kosmetikers begeben. Denn wer zögerlich, mit einer stumpfen Klinge oder mit zu viel Druck arbeitet, riskiert zu tiefe Abschabungen, Hautreizungen oder Schnittverletzungen, die der Haut mehr Schaden zufügen als ihr helfen. Bei einer richtigen Anwendung der Dermaplaning-Spezialklinge sollte dies allerdings nicht passieren.

Die Gesichtsrasur eignet sich darüber hinaus nur für gesunde, normale Haut. Für Frauen, die zu sensibler Haut, Pigmentflecken, Akne, Rosacea, Schuppenflechte oder Ekzemen neigen, ist Dermaplaning nicht die richtige Behandlung, da die Gefahr besteht, dass sich die Symptome dadurch verschlechtern.

Auch Frauen, die dickere oder dunklere Härchen im Gesicht haben, sollten auf das Rasieren verzichten und die Haare stattdessen mithilfe von Waxing oder der Fadentechnik entfernen lassen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass einzelne Gesichtshärchen einwachsen oder sich Pickelchen bilden. Wer unsicher ist, ob Dermaplaning für den eigenen Hauttyp geeignet ist, sollte vorab mit einem Dermatologen oder erfahrenen Kosmetiker sprechen.