Sommerhaut

Gesichtspflege: So strahlt Ihre Haut im Sommer

Frau mit Sonnenhut am Strand | © iStock | PeopleImages
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Auch unsere Haut braucht im Sommer anderes als im Winter – zum Beispiel leichte, aber intensiv feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte.

Sie ist nicht anders als wir: Im Sommer will unsere Haut ganz andere Dinge als im Winter. Jetzt auf ihrem Wunschzettel: mehr Feuchtigkeit. Wir zeigen, welche Pflegetipps und -produkte Ihren Teint in der warmen Jahreszeit (wieder) zum Strahlen bringen.

Unsere Wintermäntel sind längst gut verstaut und haben leichten Kleidern Platz gemacht. Nur im Badezimmer ist vom Saisonwechsel noch nichts zu sehen. Ist doch auch nicht nötig, oder? Der Cremetopf aus dem Frühling (mit reichlich Lipiden) ist schließlich noch halbvoll. Und die Haut fühlt sich gerade eh weniger spröde an als im Frühling.

Das ist leider ein Fehlschluss. Denn die geschmeidige Haut verdanken wir gerade ausschließlich den warmen Temperaturen, die das Hautfett flüssiger machen und die Produktion der Talgdrüsen automatisch steigern. Im Sommer entstehen früher oder später trockene Stellen, denn die Haut verliert einfach mehr Feuchtigkeit. Wenn wir schwitzen, schrumpfen die Wasserreserven.

Schwimmen wir in Chlor- oder Salzwasser, nehmen wir häufiger eine Dusche und begeben uns ins Sonnenlicht, trocknet das alles zusätzlich aus. Also, her mit einer Gesichtspflege, die der Haut Feuchtigkeit spendet, sie vor dem Austrocknen schützt und ihre Feuchtigkeitsproduktion unterstützt. Der halbvolle Winter-Tiegel wird bis auf Weiteres kühl gelagert. Was jetzt guttut? Einfach weiterlesen!

Schnelle Feuchtigkeitsspender

Die Grundlagen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, der Haut Feuchtigkeit zuzuführen. Derzeit besonders angesagt sind sogenannte Liquid-Care- Formulierungen, Produkte, die zu zwei Dritteln aus Wasser und zu einem aus Öl bestehen – sie können von der Haut besonders gut aufgenommen werden. Auch leichte Wasser-Gel-Texturen profitieren von diesem Effekt und ziehen schnell in die Haut ein.

Ihre Wirkstoffe heften sich an die Feuchtigkeitsbarriere der Haut und sorgen so dafür, dass die Feuchtigkeit länger in der Haut verbleibt. Wer sich zwischendurch eine Extraportion Feuchtigkeit gönnen möchte, sollte ein Spray mit Thermalwasser in seine Handtasche stecken. Dank seiner fixierenden Wirkung kann es auch über das Make-up gesprüht werden. Am Abend beruhigen Reinigungsprodukte mit Thermalwasser den Teint und bewahren ihn so vor dem Austrocknen.

Gesichtsmasken sind ideal, wenn die Haut bereits erste trockene Stellen aufweist. Ihre reichhaltigen Texturen spenden über Nacht besonders intensiv Feuchtigkeit. Spannt die Haut am Morgen immer noch, kann eine siebentägige Ampullen-Kur mit Hyaluronsäure helfen.

Wirkstoffkunde

Hyaluronsäure ist der Feuchtigkeitsspender Nummer eins. „Sie ist ein essenzieller Bestandteil unserer Haut, aber auch an vielen anderen Stellen des Körpers, zum Beispiel im Glaskörper des Auges oder in den Gelenken, zu finden”, erklärt Dermatologin Prof. Dr. Martina Kerscher, die an der Hamburger Universität den Studiengang Kosmetikwissenschaft leitet.

„Wenn man den Wirkstoff auf der Haut als kosmetische Pflege anwendet, verbindet sich die Hyaluronsäure über Wasserstoffbrückenverbindungen mit Molekülen der Hornschicht.” Das wirkt aufpolsternd und gleicht so feine Fältchen und Linien aus. „Am besten kann sich die Hyaluronsäure mit der Haut verbinden, wenn sie hoch- und niedermolekular formuliert ist. Sprich: langkettig, verkapselt und fragmentiert”, so Kerscher. Dann legt sich der Wirkstoff wie ein Netz auf die Haut und versorgt sie zuverlässig über mehrere Stunden hinweg mit der nötigen Feuchtigkeit.

Zur Anregung der hauteigenen Synthese

Die Herausforderung

Weil unsere Haut im Sommer jeden Tag rund 17 Temperaturwechseln ausgesetzt ist – unter anderem schon beim Verlassen des Hauses, im Bus, beim Einkaufen in einem klimatisierten Geschäft oder in kühlen Tiefgaragen –, ist eine intakte Feuchtigkeitsproduktion der Haut besonders wichtig. Denn nur so gerät sie nicht in Stress und kann sich den Schwankungen gut anpassen. Nachtcremes mit Depot-Hyaluron sollen zum Beispiel die Vorräte im Schlaf wieder auffüllen und selbst ausgeprägte Trockenheitsfältchen bis zum Morgen verschwinden lassen.

Die Lösung

„Die hauteigene Feuchtigkeitsproduktion kann man durchaus stimulieren, das geht mit Hyaluronsäure in Kombination mit Zellregulatoren wie Proxylane”, erklärt Prof. Dr. Kerscher. Die Menge ist dabei wichtig. „Konzentrationen ab einem Prozent Hyaluronsäure sind besonders wirksam.” Extra feuchtigkeitsbildende Qualitäten bekommt Hyaluron im Mix: Mit einem Komplex aus Apfelkernextrakt und Vitamin B3 soll die Anzahl der hauteigenen Aquaporine (eine Art Wasserkanal) erhöht werden. Und mit einem Extrakt der Goethe-Pflanze soll es helfen, die körpereigene Synthese anzuregen.

Um den Feuchtig­keitsverlust zu stoppen

Der natürliche Schutz

Die Barriereschicht der Haut fungiert erfreulicherweise als Schutzschild gegen äußere Einflüsse. Dadurch reguliert sie auch den Wasserhaushalt und sorgt für den optimalen Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Schwierig wird es, wenn diese Barriere geschädigt ist: Das passiert etwa durch Feinstaub, oxidativen Stress oder zu aggressive Reinigungsprodukte.

Dann wird die Schutzschicht durchlässig, der sogenannte transepidermale Wasserverlust der Haut nimmt zu. Damit das nicht passiert, müssen die Zellen der Barriere gestärkt und deren Bildung angeregt werden. Was auch noch hilft: den Feuchtigkeitsspeicher der Haut auffüllen. Gerade in der Nacht ist das besonders wichtig, denn während wir schlafen, verliert die Haut viermal so viel Wasser wie am Tag.

Der stille Helfer

Und wieder heißt er: Hyaluron. „Dieser Stoff hat eine unvergleichliche Kapazität, Wasser zu binden und damit Feuchtigkeit in der Haut zu speichern”, sagt Prof. Dr. Martina Kerscher. Kombiniert mit ätherischem Neroli-Öl soll die Regeneration der Hautzellen unterstützt und so der Feuchtigkeitsverlust gestoppt werden. Cremes und Masken mit Mineralstoffen können die Hautschutzbarriere wieder aufbauen.

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