DONNA-Modelwettbewerb: Interview mit Susanne Maushake

Susanne Maushake, Inhaberin der Agentur Munich Models und Jury-Mitglied des Modelwettbewerbs von DONNA und CLARINS, spricht im Interview darüber, was ein gutes Model für sie ausmacht – und gibt Frauen 40plus ohne Modelerfahrungen Tipps für ihre Bewerbung beim DONNA-Modelwettbewerb 2017.

Munich Models-Inhaberin Susanne Maushake

Dieses Jahr zum zweiten Mal mit in der Jury: Susanne Maushake.

1992 gründete Susanne Maushake ihre Agentur Munich Models. Mittlerweile betreut die Münchnerin nicht nur deutsche, sondern auch international gefragte Models. 

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DONNA Online: Was macht ein gutes Model aus?
Susanne Maushake: Drei Kriterien, die das „gewisse Etwas“ und ein gutes Model ausmachen, sind vor allem Persönlichkeit, Ausstrahlung und eine positive Lebenserfahrung, die sich im Foto wiederspiegelt. Bei professionellen Models spielen auch visuelle Punkte eine Rolle: Wichtig sind eine gewisse Größe, ein gewisses Aussehen und eine gewisse Figur, das versteht sich von selbst. Über diese Punkte hinaus sind die oben genannten Charakteristiken jedoch ausschlaggebend. 

Nach welchen Kriterien suchen Sie die Gewinnerin des DONNA-Modelwettbewerbs aus?
Ausgesucht werden die Models dann, wenn sie ihrem Alter entsprechend aussehen. Wir wollen Frauen sehen, die sich genauso, wie sie sind, wohlfühlen und das auch visuell vermitteln. Operationen, gemachte Lippen, Hyaluron oder Botox haben hier keinen Platz und werden auch nicht gerne gesehen. Wir legen extrem viel Wert auf Natürlichkeit – getreu dem Motto „Be who you are“.

Es gibt Frauen, die sehen mit 50 aus wie 40, es gibt aber auch Frauen, die sehen mit 40 schon aus wie 60. Genau das soll nicht verloren gehen, denn wichtig ist das Gefühl, das transportiert wird. Dabei ist nicht das eine oder das andere besser! Es gibt Models in der Agentur, die sind 53 Jahre und haben weiße Haare, das finde ich toll. Ich selber bin 54 Jahre und habe keine weißen Haare – aber genau das ist es, was das Ganze so spannend macht. Wenn sich jemand verändert, nur um einem Ideal zu entsprechen, kommt die Wahl für mich nicht in Frage, denn das strahlt man aus: Unzufriedenheit mit sich selbst.

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Beim DONNA-Modelwettbewerb ist es genau so: Es kommt nicht auf die perfekte Figur oder das Alter, sondern auf die Silhouette und die ganze Erscheinung an. Die Frage ist, ob sich jemand wohlfühlt. Natürlich ist es manchmal schwerer, wenn man übergewichtig ist, aber auch Oversize-Models werden bei uns in der Agentur aufgenommen. Erst kürzlich haben wir eine Dame in die Kartei aufgenommen, die Plus Size ist und tolle lange, graue Haare hat. Sie ist bald auf dem Cover der „Harpers Bazaar“ zu sehen.

Welche Tipps können Sie Laienmodels und den Bewerberinnen für den DONNA-Modelwettbewerb geben?
Mein wichtigster Tipp an alle Laienmodels und die DONNA-Leserinnen, die vielleicht bald unter den Top 10 sind, ist „authentisch sein“. Seid natürlich, empfindet nicht nach und nehmt euch vor allem keine Magazine mit sehr jungen Modellen als Vorbild. Wählt andere Posen und orientiert euch zum Beispiel an der DONNA: Diese Frauen sind authentisch und natürlich, darauf kommt es an. Es muss nicht alles perfekt sein und wenn man eine Falte mehr hat, dann ist das eben so – „so what!“.

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Munich Models-Inhaberin Susanne Maushake, Clarins Make-up Artist Carsten Fischer, DONNA-Modeleitung Maike Rohlfing und DONNA-Chefredakteurin Sandra Djajadisastra

Susanne Maushake (links im Bild) bereichert mit ihrer Erfahrung als Inhaberin der Modelagentur Munich Models die Jury des Modelwettbewerbs von DONNA und CLARINS.

Wie ist es für Sie als Profi, beim Modelwettbewerb von DONNA und CLARINS mit nicht-professionellen Models zusammenzuarbeiten?
Das Besondere an der Zusammenarbeit mit Leserinnen und Laienmodels ist die Überraschung: Viele Frauen gehen mit so einer Lässigkeit an die Sache heran, dass sie meist von sich selbst überrascht sind.

Dass beim letzten Contest gleich vier Frauen unter Vertrag genommen wurden, war nicht geplant, aber sie haben mich überzeugt: Natürlich müssen sie noch lernen und natürlich muss der Fotograf vielleicht mehr Anweisungen geben. Was mich jedoch fasziniert sind Frauen, die in sich ruhen, die das sehr ernst nehmen, aber mit einer gewissen Souveränität und Gelassenheit. Ganz im Sinne des englischen Spruchs „What you see is what you get“ – Die Frauen stehen dazu, was sie sind.

Es kann eine internationale Beauty- oder Modekampagne daraus entstehen, wenn der eigene Typ gerade gefragt ist – muss aber nicht. Frauen in dem Alter gehen das alles weniger verbissen an, das ist sehr erfrischend. Sie freuen sich, wenn etwas Tolles dabei rauskommt. Aber wenn nicht, geht die Welt nicht unter – denn sie haben ihr Leben im Griff.