Reiseziel Balkan: 5 Gründe für einen Trip nach Montenegro

Zerklüftete Berglandschaften, malerische Strände und osteuropäische Gastfreundschaft: Montenegro ist unter Urlaubern noch ein Geheimtipp. Weshalb Sie das kleinste Balkanland unbedingt bereisen sollten? Hier kommen fünf unschlagbare Argumente.

Blick auf die Bucht von Kontor in Montenegro mit Berglandschaft im Hintergrund

Fotomotive wie aus dem Urlaubskatalog bietet die malerische Bucht vor der Stadt Kontor. Weshalb sich die Montenegro-Reise außerdem lohnt, verraten wir hier.

Go east – denn Osteuropa gibt nicht nur im Sommer mehr her als einen Urlaub in Kroatien (der sich aber auch lohnt!). Bisher noch ein Geheimtipp unter Individualreisenden, entwickelt sich Montenegro mehr und mehr zu einem beliebten Reiseziel an der Adriaküste. Zu Recht! Weshalb sich ein Trip in die Balkanrepublik lohnt und was Sie dabei nicht verpassen sollten, lesen Sie hier.

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1. Klein, aber oho

Was die kulturelle und landschaftliche Vielfalt angeht, kann Montenegro locker mit den „Großen“ mithalten – und das mit einer Fläche von gerade mal 13.812 Quadratkilometern. Zum Vergleich: Deutschland erstreckt sich auf rund 357.000 Quadratkilometern. Das kleinste Land des Balkans bietet ganze sechs Nationalparks und liegt zugleich im Dinarischen Gebirge und am adriatischen Mittelmeer. Urlauber müssen sich also nicht zwischen Bergtour und Strand entscheiden, sondern können nur wenige Autostunden voneinander entfernt beides haben. Auch ethnisch und religiös ist Montenegro, das in der Landessprache „Crna Gora“ („Schwarzer Berg“) heißt, vielseitig: Neben Montenegrinern leben dort auch ethnische Muslime, Roma, Kroaten, Serben, Bosniaken und Albaner. Während der Großteil der Bevölkerung der Serbisch-Orthodoxen Kirche angehört, gibt es auch Katholiken sowie eine muslimische Minderheit. Diese Einflüsse machen sich auch in der ungewöhnlichen Mischung von Baustilen, Landesküchen und Glaubensgemeinschaften bemerkbar.

DONNA-Tipp: Mittelalterliche Gemäuer, alte orthodoxe Kirchen sowie Cafés, Restaurants und Bierlokale bietet die Altstadt von Kotor. Der historische Stadtkern ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und begeistert Besucher mit verwinkelten Gässchen und viel Geschichte. Wer den schweißtreibenden, rund zweistündigen Aufstieg zur Festungsanlage Gorazda wagt, wird mit einer fantastischen Aussicht über die Bucht belohnt.

2. Outdoor-Paradies

Blick auf einen Teil des Nationalparks Durmitor mit dem zweigeteilten See Crno Jezero und Bergen im Hintergrund

Mit einer sagenhafte Landschaft mit Berggipfeln, dicht bewachsenen Wäldern und dem Crno Jezero („Schwarzer See“) ist der Nationalpark Durmitor in Montenegro genau die richtige Anlaufstelle für Outdoor-Fans.

Bei Outdoor-Liebhabern ist Montenegro schon lange ein beliebtes Reiseziel. Denn Frischluft-Sportler kommen dort voll auf ihre Kosten: Ob Canyoning, Kayakfahren, Wandern, Bergsteigen, Stand Up Paddling oder Wintersport: dank der umliegenden Berge und zahlreichen Wassersport-Möglichkeiten im angrenzenden Mittelmeer oder Flüssen und Seen ist „Crna Gora“ein wahres Mekka für Profi- und Freizeitsportler. Wer sich alleine nicht in die großflächigen Nationalparks traut, bucht einfach eine geführte Fluss- oder Bergtour.

DONNA-Tipp: Nur etwa zwei Autostunden von der Hauptstadt Podgorica entfernt liegt Durmitor. Der größte Nationalpark Montenegros gehört seit 2005 zum UNESCO-Weltnaturerbe und bietet mit Bergen, Wäldern und türkisblauen Seen eine atemberaubenden Kulisse für Outdoor-Aktivitäten.

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3. Die Ruhe vor dem (Touristen-)Sturm

In den 60er-Jahren erlebte Montenegro einen Tourismus-Boom: Hotels schossen wie Pilze aus dem Boden und plötzlich wagten sich auch Touristen aus Westeuropa in das bis dahin unbekannte Balkanland, das damals noch ein Staatenkonstrukt mit dem heutigen Nachbarland Serbien bildete. Die blutigen Jugoslawienkriege in den 90er-Jahren setzten dem touristischen Aufschwung ein jähes Ende. Nach dem Ende der Balkankonflikte haftete Montenegro lange der Ruf des Gefahrengebiets an, das nur von Abenteuer-Touristen oder Urlaubern aus den umliegenden osteuropäischen Staaten bereist wurde. Mit Beginn der 2000er-Jahre ging es für die Adria-Republik als Ferienziel zum Glück bergauf: Seit der Aufnahme in die Euro-Zone 2002 und der Unabhängigkeit von Serbien im Jahr 2006 bemüht sich Montenegros Tourismusbehörde mit Erfolg, den Reiz des Landes wieder über seine Grenzen hinaus bekannt zu machen. Obwohl Montenegro als Reiseziel zunehmend beliebter wird, können Sie bei einer Montenegro-Reise noch beinahe unerforschte Ecken erkunden und genießen abseits der Touristen-Hotspots wie Budva authentische Momente mit Land und Leuten.

4. Mittelmeer- vs. Osteuropa-Charme

Strand von Kamenovo Beach bei Budva in Montenegro mit Strandliegen, Schirmen und Häusern im Hintergrund

So könnte Ihr Ausblick an einem entspannten Strandtag am Kamenovo Beach aussehen: Sonnenschein, bunte Sonnenschirmchen und kristallklares Wasser des Mittelmeers. Wer braucht da schon Italien?

Wer schon einmal durch Osteuropa gereist ist, hat die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der jeweiligen Landesbewohner (hoffentlich!) live kennengelernt. Auch Montenegros Bewohner, die Montenegriner, gelten als sehr gastfreundlich. Vor allem in den dünner besiedelten Gebieten, die prozentual den größten Teil des Landes ausmachen, werden Sie bei einer Montenegro-Reise sicherlich häufiger von neugierigen Einwohnern angesprochen und mit etwas Glück vielleicht sogar zu einem Gläschen hausgemachtem Pflaumenschnaps (šljivovica) eingeladen. Aber auch an den mediterran geprägten Küstenabschnitten der Adria lässt es sich mit frischem Fisch, landestypischem Wein wie etwa dem berühmten „Vranac“ und Sonnenschein gut aushalten. Tolle Strände erwarten Sie beispielsweise bei „Kamenovo Beach“ in der Nähe der Stadt Budva oder in Ulcinj nahe der albanischen Grenze.

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DONNA-Tipp: Anstatt in einer der neumodischen Hotel-Betonburgen abzusteigen, können Sie in privat geführten Pensionen, Ferienwohnungen oder einer Airbnb-Unterkunft in Kontakt mit den Einheimischen kommen und von deren Insider-Wissen zu Restaurants, Bars und Co. profitieren.

5. Schmales Reisebudget? Kein Problem!

Montenegro bietet nicht nur genug Programm für einen mehrwöchigen Urlaub, sondern ist nach wie vor so günstig, dass man sich ihn auch als mehrköpfige Familie gut leisten kann: Für viele Ferienunterkünfte zahlt man pro Nacht günstige 20 bis 30 Euro, ein Glas Bier gibt's je nach Ort und Lokalität schon für rund 1,50 Euro, eine Mahlzeit für zehn Euro. So bleibt sogar noch etwas Budget übrig, um sich mit typisch montenegrinischen Mitbringseln wie traditionellen Folkore-Strickwaren, dem berühmten Njeguši-Schinken oder Wein einzudecken.

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Reise-Informationen für Montenegro – das Wichtigste auf einen Blick:

  • Anreise und Transfer vor Ort: Montenegro besitzt zwei Flughäfen mit internationalen Flugverbindungen in Podgorica und Tivat. Mit dem Bus dauert die Fahrt vom kroatischen Dubrovnik nach Podgorica rund zwei Stunden. Die Route wird von diversen Busanbietern mehrmals täglich angefahren. Am besten nach und durch Montenegro reist es sich jedoch mit dem eigenen Auto oder Mietwagen: Dann gelangen Sie problemlos in die eher abgelegenen Regionen des Landes mit spektakulärer Landschaft und können auf dem Hin- und Rückweg von und nach Deutschland gleich noch die Nachbarländer Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Albanien erkunden. Vorsicht im Straßenverkehr: Montenegros Gebirgsstraßen können selbst routinierte Autofahrer einige Nerven kosten und überraschen mit Steilhängen und schwindelerregenden Aussichten.
  • Beste Reisezeit: Wintersportfans freuen sich bis in den April hinein über Schnee in Montenegros Bergen. Badenixen kommen an den Stränden des Landes bereits ab den Frühlingsmonaten auf ihre Kosten. Auch in der Hauptsaison – also im Sommer und Herbst – ist Montenegro eine Reise wert. Je nach Region und Programm sollte jedoch immer eine Extra-Schicht Kleidung für Exkurse ins Gebirge mit ins Gepäck. Juni bis September sind im gesamten Land überwiegend sonnig und warm bis heiß, im Gebirge kann es von Dezember bis März viel Schneefall und Regen geben.
  • Polizeiliche Anmeldung: In Montenegro herrscht – wie in vielen anderen osteuropäischen Ländern auch – eine polizeiliche Meldepflicht, die für Touristen genauso gilt wie für Einheimische. Das heißt: Ausländische Urlauber müssen sich innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft bei der Polizei anmelden. Ansonsten droht eine Geldstrafe von bis zu 100 Euro. Bei einem Hotelaufenthalt übernimmt das Service-Personal die Anmeldung der Gäste, wenn Sie zum Beispiel über Airbnb eine private Unterkunft gebucht haben, müssen Sie sich selbst bei der örtlichen Polizeibehörde registrieren.
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