Literaturtipps: Diese Bücher sollten Sie im Frühjahr 2019 lesen

Neues Jahr, neue Bücher. Zwar sieht das Wetter aktuell nicht nach Frühling aus, aber die ersten Buchneuheiten der kommenden Saison kündigen sich bereits an. Die Favoriten der DONNA-Online-Redaktion finden Sie hier.

Eine Frau mit roten Locken sitzt mit Decke und Strickweste in einem orangenen Sessel und liest in einem Buch

Eingekuschelt in fremde Welten und Leben eintauchen – mit den literarischen Neuerscheinungen ist das möglich.

Sie haben sich dieses Jahr vorgenommen wieder mehr zu lesen? Dann hätten wir hier etwas für Sie: und zwar sieben brandneue Buch-Tipps, die schon bald den Weg in Ihr Bücherregal finden könnten. Welche Romane, Krimis und Dramen Sie auf Ihre Leseliste im Frühjahr setzen sollten, hat die DONNA-Online-Redaktion für Sie zusammengestellt.

Weltliteratur: Diese 10 Buchklassiker sollten Sie lesen

1. Leïla Slimani – All das zu verlieren

Abbildung des Romans „All das zu verlieren“ von Leila Slimani

Adèle hat eigentlich alles: Einen Ehemann, der sie liebt, einen guten Job bei einer Pariser Tageszeitung, einen kleinen Sohn und eine tolle Wohnung in einem der besten Viertel der Stadt. Und trotzdem fühlt sie sich leer. Deshalb riskiert sie alles und führt ein zweites Leben, von dem niemand weiß. Sie trifft sich mit fremden Männern zu unverbindlichem Sex. Obwohl ihr die Kontrolle entgleitet und sie Angst hat ihre Familie zu verlieren, kann sie nicht aufhören ihr Doppelleben zu führen.

Ergreifende Erzählung über die Zerrissenheit einer Frau und warum sie allem zum Trotz ihr gesamtes Glück aus Spiel setzt.

„All das zu verlieren“ von Leïla Slimani, Roman Luchterhand Verlag, 22 Euro (erscheint am 13. Mai 2019)

Sie können die neuen Bücher kaum erwarten? Hier geht's zu den Neuerscheinungen aus dem Winter 2018/2019

2. Tara Isabella Burton – So schöne Lügen

Abbildung des Romans „So schöne Lügen“ von Tara Isabella Burton

New York, eine Stadt in der man alles erreichen kann – wenn man das nötige Kleingeld hat. Auch Louise versucht sich im Big Apple durchzuschlagen. Eigentlich wollte sie Schriftstellerin werden, doch die Realität sieht anders aus. Sie lebt in Brooklyn und kommt mit mehreren schlecht bezahlten Jobs gerade so über die Runden. Das Blatt scheint sich zu wenden, als sie Lavinia begegnet. Die junge Frau scheint alles zu haben: Lavinia ist reich, lebt in New Yorks bester Adresse und ist zudem noch wunderschön. Ihren Reichtum teilt sie gerne – fortan auch mit Louise. Doch zu schnell gewöhnt sich Louise an den Luxus und das glamouröse Leben. Sie beginnt, ihre reiche Freundin zu bestehlen und überlegt sogar, noch einen Schritt weiterzugehen.

Der mitreißende Roman erzählt von einer toxischen Freundschaft, zeigt die Abgründe von Macht und Geld und gibt Einblicke in die Oberflächlichkeit unserer Zeit.

„So schöne Lügen“ von Tara Isabella Burton, Dumont, 22 Euro (erscheint am 17. Mai 2019)

3. Philippe Laçon – Der Fetzen

Abbildung des Romans „Der Fetzen“ von Philippe Lancon

Der Terroranschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo hat nicht nur unsere Welt im Allgemeinen, sondern auch das Leben in Frankreich und das von Philippe Lançon verändert. Es ist der 7. Januar 2015, als der Journalist sich entscheidet in der Redaktion von Charlie Hebdo vorbeizuschauen. Mit seinen Kollegen sitzt er im Konferenzraum, als zwei Maskierte das Gebäude stürmen. Anders, als viele seiner Kollegen und Freunde, überlebt er das Attentat, allerdings wird sein Unterkiefer zerschossen. Sein Leben und seine Zukunftspläne liegen danach erst einmal auf Eis. Statt als Gastdozent nach Princeton zu gehen, muss er 17 Gesichtsoperationen über sich ergehen lassen – um sein Gesicht und auch seine Identität zu rekonstruieren. 

In seinem autobiografischen Werk verarbeitet der Autor sein Trauma und zeigt, wie Körper und Geist nach einem solchen traumatischen Erlebnis wieder zurück ins Leben finden.

„Der Fetzen“ von Philippe Lançon, Tropen Verlag, 25 Euro (erscheint am 23. März 2019)

4. Takis Würger – Stella

Abbildung des Romans „Stella“ von Takis Würger

Es ist 1942, als sich Friedrich in die schöne Kristin verliebt. In einem geheimen Jazzclub in Berlin lernt er sie kennen und erlebt mit ihr seinen ersten Kuss. Mit ihr kann er alle seine Sorgen und den Krieg vergessen, doch Kristin verschweigt ihm etwas. Als sie eines Morgens schwer verletzt an seiner Türe klopft, erfährt er die Wahrheit. Kristin heißt eigentlich Stella und ist Jüdin. Sie wurde von der Gestapo enttarnt und soll nun untergetauchte Juden denunzieren, um selbst zu überleben.

Diese berührende Geschichte über Liebe, Verrat und eine unzumutbare Entscheidung beruht auf wahren Begebenheiten.

„Stella“ von Takis Würger, Hanser Literaturverlage, 22 Euro (erschienen am 11. Januar 2019)

DONNA-Buchtipp: Takis Würgers Werk „Der Club“

5. Alina Bronsky – Der Zopf meiner Großmutter

Abbildung des Buchcovers des Romans „Der Zopf meiner Grossmutter“ von Alina Bronsky

Max' Großmutter ist das genaue Gegenteil vom Idealbild einer liebenden Großmutter. Viel mehr hat sie das Flüchtlingswohnheim, in dem sie lebt, in ein hart-herzliches Terrorregime verwandelt. Sie schimpft gegen alles – über das Schulsystem, gegen die Nachbarn und deren Religionen. Und versucht ihren einzigen Enkel gegen all das Böse dieser fremden Welt zu beschützen. So beschäftigt mit dem Groll gegen ihre Mitmenschen und Umwelt, bekommt sie als Letzte mit, dass sich ihr Mann neu verliebt hat.

Ein Patchwork-Roman, der aus Sicht eines Kindes die Gefühlswirren der Erwachsenen schildert und zeigt, dass es nicht das Ende einer Familie sein muss, wenn sich Dinge ändern – sondern in manchen Fällen sogar erst der Anfang.

„Der Zopf meiner Großmutter“ von Alina Bronsky, KiWi Verlag, 20 Euro (erscheint am 9. Mai 2019)

6. T.C.Boyle – Das Licht

Darstellung des Buchcovers „Das Licht“ von T.C. Boyle

Endlich hat Fitz es geschafft: Er wurde von seinem Professor zu einer seiner legendären LSD-Partys eingeladen. Eine Gelegenheit von der er hofft, dass ein großer Karrieresprung folgen wird. Doch Fitz merkt bald, dass Leary mit seinen Untersuchungen an der synthetischen Droge keinen medizinischen Fortschritt, sondern vielmehr eine Revolution im menschlichen Bewusstsein und sozialen Leben erreichen möchte. Inspiriert von der Idee schließt er sich der Vision an und zieht mit seiner Frau in die Drogen-Kommune seines Chefs.

Einer der bedeutendsten US-Schriftsteller unserer Zeit begibt sich auf einen farbenfrohen Drogentrip – und gibt dabei interessante Einblicke in das menschliche Bewusstsein und dessen Grenzen.

„Das Licht“ von T.C. Boyle, Hanser Literaturverlag, 25 Euro (erscheint am 28. Januar 2019)

7. Tanja Raich – Jesolo

Abbildung des Romans „Jesolo“ von Tanja Raich

Andrea will sich nicht festlegen. Was sie allerdings sicher weiß ist, dass sie keine Kinder haben will. Ihr Freund Georg möchte aber endlich eine gemeinsame Zukunft planen. Ein unüberbrückbares Dilemma. Doch nach dem alljährlichen Jesolo-Urlaub stellt Andrea fest, dass sie schwanger ist. Trotz aller Bedenken entscheidet sie sich für das Kind, zieht mit Georg ins Haus ihrer Schwiegereltern und nimmt einen Kredit auf – alles Dinge, die sie nie machen wollte. Und dann sind da noch die vielen Ratschläge. Jeder meint plötzlich, über sie und ihren Körper entscheiden zu können und zu wissen, was das beste für Andrea ist.

Eine Erzählung, die sicherlich vielen Frauen aus der Seele spricht, denn sie thematisiert zehn Monate im Leben einer Frau, in denen sie vom eigenständigen Individuum plötzlich auf ihre Rolle als Mutter reduziert wird. 

„Jesolo“ von Tanja Raich, Blessing, 20 Euro (erscheint am 4. März 2019)