City Guide San José: Die besten Tipps für eine Städtereise ins Silicon Valley

Allseits bekannt als Hauptstadt des Silicon Valley glänzt San José auch mit anderen Highlights als Facebook und Apple: Zwischen Nationalparks und Weingebieten gelegen bietet die lebendige Großstadt genau das richtige Maß an Kunst, Kultur und Natur.

San José-Schriftzug auf Betonmauer im Lake Cunningham Action Sports Park bei Sonnenschein

San José bietet das Gesamtpaket: Hightech und Großstadtfeeling, Kunst und Kultur, Natur und Strand. DONNA Online stellt einige der Highlights vor, die eine Reise ins Silicon Valley lohnenswert machen.

Drittgrößte Stadt Kaliforniens, durchschnittlich 300 Sonnentage im Jahr, Heimat von Apple, Facebook, Google und Co. – und dennoch ist San José im Silicon Valley unter deutschen Urlaubern immer noch ein Geheimtipp. Dabei bietet das weltgrößte Hightech- und IT-Zentrum neben Computer-Clouds, Silizium-Chips und Geheimlaboren noch viele andere Highlights, die darauf warten, entdeckt zu werden.

Multikulturelles San José

Rund 60 verschiedene Sprachen erklingen Tag für Tag in den Straßen von San José und machen die Stadt zu einem multikulturellen Ort. Zwar sind lateinamerikanische, vietnamesische und sogar polinesische Einflüsse deutlich zu spüren, doch spielt die japanische Kultur eine ganz besondere Rolle. San Josés Japantown (Nihonmachi) entstand genau dort, wo sich die japanischen Einwanderer um 1890 als Farmer im Santa Clara Valley niederließen. Mehr als ein Jahrhundert später bildet die japanische Gemeinde von San José eine der drei letzten historischen Japantowns in den Vereinigten Staaten. Dass das Leben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten alles andere als leicht war, zeigen die Ausstellungsstücke und Aufzeichnungen der japanisch-amerikanischen Geschichte im Japanese American Museum.

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IT und Technik verstehen im Tech Museum of Innovation

Dass San José das Tor zu Innovation und Technologie ist, wird bereits deutlich, wenn man am Terminal B des internationalen Flughafens von San José aus dem Flieger steigt und vom „Space Observer“, einer acht Meter hohen, kinetischen Skulptur des Kölner Künstlers Björn Schülke, begrüßt wird. Wenn der Erfindergeist beim Anblick dieses raumsondenartigen Kolosses noch nicht geweckt wurde, passiert das spätestens im Tech Museum of Innovation – kurz „The Tech“ genannt. Denn hier taucht man in die Welt von Morgen ein: Roboter designen, Gene manipulieren, alternative Energien entwickeln. Dank der interaktiven Exponate werden sogar Bits und Bytes endlich verständlich.

Weltberühmte Unternehmen wie Apple und Hewlett Packard wurden hier gegründet: Die legendäre Garage in Los Altos, in der Steve Jobs und Steve Wozniak 1976 den ersten Apple-Computer bauten, befindet sich nur wenige Kilometer vom heutigen Apple-Hauptsitz entfernt. Auch deswegen ist San José für viele Tech-Begeisterte eine Art Pilgerort – man muss einmal im Leben dort gewesen sein. 

DONNA-Tipp: Immer mehr Unternehmen setzen auf Showrooms und Besucherzentren, um die Innovationen unserer Zeit und ihre Geschichten zu präsentieren. Eine geführte Tour zu den wichtigsten Tech-Spots (unter anderem NASA, Google, Apple, Facebook und dem Intel Museum) bietet die Silicon-Valley-Expertin Sharon Traeger an. 

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Frau fährt Fahrrad am Strand vor den natürlichen Felsbrücken am Natural Bridge State Beach bei San José

Südlich von San José warten Traumstrände und die natürlichen Felsbrücken am Natural Bridges State Beach.

Natur pur im Nationalpark

Gegensätze ziehen sich an: San José ist zwar Dreh- und Angelpunkt der internationalen Technologiebranche und beheimatet mit über 6.600 Unternehmen das Who's who der digitalen Zukunft, doch hat die Hauptstadt des Silicon Valleys auch eine ganz natürliche Seite. Nur eine 30-minütige Autofahrt entfernt warten Naturschönheiten wie die Berge der Santa Cruz Mountains, weitläufige Weinanbaugebiete, die Felsbrücken am Natural Bridges State Beach oder der Henry Cowell Redwood State Park mit seinen riesigen Küstenmammutbäumen (Sequoia sempervirens). Diese Giganten können über 110 Meter hoch werden und wachsen nur an der Pazifikküste Amerikas (in den Küstengebieten Nordkaliforniens und im Süden Oregons). Da die Bay Area ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Umschlagplatz für die Holzindustrie war, sind heute nur noch fünf Prozent der Altbestände übrig. Um ein Aussterben der Küstenmammutbäume zu verhindern, wurde der Redwood-Nationalpark in Nordkalifornien 1980 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Dort wachsen heutzutage knapp 50 Prozent aller Küstenmammutbäume der Erde.

DONNA-Tipp: Im Henry Cowell Redwood State Park hat man die Qual der Wahl: Abenteuerausflug zum Hochseilgarten mit Ziplining zwischen Mammutbäumen oder eine Fahrt in die Vergangenheit mit der nostalgischen Dampflokomotive zum ehemaligen Holzfällerdorf Bear Mountain und wieder zurück.

Historische Dampflokomotive fährt auf historischer Strecke durch Wald mit Mammutbäumen im Henry Cowell Redwood State Park

Wer nicht wandern möchte, fährt einfach mit der historischen Dampflok durch die Küstenmammutbaumwälder im Henry Cowell Redwoods State Park.

Shoppen auf der Santana Row in Downtown San José

Wer San José bereits besucht hat, weiß, dass man nicht auf den Rodeo Drive in Beverly Hills muss, um ein typisch kalifornisches Einkaufserlebnis zu haben. Auch die Santana Row in Downtown San José bietet alles für ein luxuriöses Shopping-Erlebnis: hübsche Boutiquen, ausgefallene Läden und gehobene Gastronomie mit Sitzplätzen unter freiem Himmel. Schattenspendende Eichen, Skulpturen der französischen Künstler André Dumonnet und Christine Foulché, antike Springbrunnen und Live-Musiker zieren die mondäne Einkaufsstraße. Typisch für San José, befindet sich mitten im Gewusel auch der Flagship-Showroom von Tesla. Wer schon immer davon geträumt hat, in einem der exklusiven Elektroautos Probe zu sitzen, hat hier die seltene Chance dazu.

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Das Geheimnis des Winchester Mystery House

Nur ein paar Blocks von der Santana Row entfernt befindet sich das Winchester Mystery House, die wohl kurioseste und trotzdem beständigste Attraktion des Silicon Valley. Die viktorianische Villa gehörte Sarah Winchester, der Witwe des Gewehrfabrikanten William Winchester. Das Gebäude setzt sich aus rund 160 Zimmern unterschiedlicher Größen zusammen. Neben 40 Schlafzimmern gibt es 47 Kamine, sechs Küchen, 13 Badezimmer, mehrere Geheimgänge und über 1000 Fenster – aber nur eine einzige Dusche. Der Legende nach befürchtete Sarah Winchester, von den Geistern der getöteten Ureinwohner und Soldaten des Bürgerkriegs, die zu Hunderten durch Kugeln aus den Winchester-Gewehren gestorben waren, im Schlaf heimgesucht und getötet zu werden. Um von ihnen nicht gefunden zu werden, schlief sie jede Nacht in einem anderen Zimmer der Villa und ließ über 38 Jahre lang kontinuierlich neue Zimmer anbauen. So entstand ein riesiges Labyrinth aus Sackgassen, Türen, hinter denen sich Wände befinden und Treppen, die einfach in der Decke enden.

Blick von den Weinbergen in den Santa Cruz Mountains ins Tal von San José bei Sonnenuntergang

Ein Abstecher in die Weinberge in den Santa Cruz Mountains lohnt sich definitiv: eine Flasche Wein, ein kleines Picknick und eine wunderschöne Aussicht.

Wein-Hopping in den Santa Cruz Mountains

Ein bisschen Wein darf immer sein – vor allem, wenn man in Kalifornien unterwegs ist. In den Santa Cruz Mountains vor den Toren San Josés laden gleich vier Weingüter zu einem fruchtigen Genusserlebnis ein, darunter auch die viertälteste durchgängig produzierende Weinkellerei in ganz Kalifornien. Die 1888 von Jesuitenmönchen in Los Gatos gegründete Kellerei beherbergt heute das Testarossa Weingut. Wanderfreunde können die Weinprobe mit einem Ausflug in die Natur verbinden. Auf dem 15 Kilometer langen Los Gatos Creek Trail, der sich von San José bis nach Los Gatos erstreckt, steigt bestimmt auch die Vorfreude auf ein Glas Wein in der Sonne.

Wer auf die Wanderung, nicht aber auf den Wein verzichten möchte, ist im Ridge Weingut bei Cupertino besser aufgehoben. Gegründet wurde das Weingut von vier Standford-Ingenieuren. Mit ihrem Monte Bello Cabernet Sauvignon (Jahrgang 1971) erreichten sie bei der weltbekannten „Weinjury von Paris“ („Judgment of Paris“) im Mai 1976 den fünften Platz. Dass die Höchstnoten nicht wie erwartet an die französischen, sondern an kalifornische Weine gingen, stieß den Juroren damals übel auf. Doch weil es eine Blindverkostung war, mussten sie zu ihren Bewertungen stehen und begründeten damit den internationalen Erfolg kalifornischer Weine.

Ein Blick in die Sterne im Lick-Observatorium

Als der „Great Lick Refractor“ 1888 auf dem Mount Hamilton außerhalb von San José in Betrieb genommen wurde, war er mit seinen 36 Zoll das größte und modernste Linsenteleskop der Welt. Damit kann sich das Lick-Observatorium heute zwar nicht mehr brüsten, dafür können Besucher in fast 1.300 Metern Höhe noch immer einen fantastischen Blick in den nächtlichen Sternenhimmel genießen. Dank der Höhe liegt die Sternwarte über dem Nebel, der sich oft in der Bay Area bildet, und bietet mit 330 klaren Nächten im Jahr ideale Sichtverhältnisse.

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Darüber hinaus erfahren Hobby-Astronomen Interessantes über Physikgenie Stephen Hawking, die Suche nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems und extraterrestrische Intelligenz. Abgerundet wird das Angebot mit Sommerkonzerten und Astronomievorträgen. Namensgeber für das Observatorium war übrigens der amerikanische Pianobauer James Lick, aus dessen Nachlass der Bau finanziert wurde.

Teleskop im Lick-Observatorium in San José

130 Jahre alt und immer noch im Dienst: das Linsenteleskop im Lick-Observatorium auf dem Mount Hamilton.

Ausflüge in die Umgebung von San José

Wer noch mehr kalifornische Großstadtluft schnuppern will, kann sich ins Auto setzen und an der Bay Richtung Norden fahren. Nach rund einer Stunde erreicht man San Francisco mit seiner berühmten Golden Gate Bridge und der renommierten Berkeley-Universität. Auch das für seine köstlichen Weine bekannte Napa Valley, Lake Tahoe, der größte Bergsee Nordamerikas, und der Yosemite Nationalpark sind von San José aus ohne großen Aufwand zu erreichen.

Fährt man von San José Richtung Süden an der Surferstadt Santa Cruz vorbei, gelangt man in das schöne Küstenstädtchen Monterey, ein Muss für Strand- und Fischliebhaber. Heutzutage hauptsächlich für ihr imposantes Aquarium bekannt, spielte die Kleinstadt in einige Romanen des US-Autors und Nobelpreisträgers John Steinbeck eine Rolle, darunter Tortilla Flat (1935) und Die Straße der Ölsardinen (Originaltitel: Cannery Row, 1945). An Monterey schließt sich außerdem einer der schönsten Abschnitte des Pacific Coast Highway (Teil des Highway 1) an: die wildromantische, schroffe Steilküste von Big Sur. Mit etwas Glück kann man von dort nicht nur Surfer, sondern auch Seehunde und Wale beobachten.

Buckelwale an der Pazifikküste vor dem Küstenort Monterey

Monterey hat das größte Wasserschutzgebiet der USA. Schweinswale und Delfine leben in der Bucht, Grau-, Buckel- und Blauwale ziehen je nach Saison durch.