„Doli“ Trinkflaschen aus Glas: Gründerin Sarina Vieth im Porträt

Plastikmüll ist ein Problem, das die westliche Gesellschaft immer mehr beschäftigt – und Sarina Vieth dazu anregte, etwas gegen die daraus resultierende Umweltverschmutzung zu tun: Die Mehrwegflaschen ihres Start-ups „Doli Bottles“ sind eine nachhaltige Alternative zu Einwegflaschen aus Plastik. Die Gründerin im DONNA-Interview.

Porträtbild von Sarina Vieth und Anatoli Teichrib, den Gründern des Trinkflaschen-Start-ups „Doli“

Der Anblick von Plastikmüll an Traumstränden hinterließ bei Sarina Vieth und Anatoli Teichrib bleibenden Eindruck – und inspirierte die beiden zur Gründung ihres Start-ups „Doli“, das nachhaltige Trinkflaschen herstellt.

DONNA Online: Gemeinsam mit Ihrem Partner Anatoli Teichrib haben Sie 2016 Doli gegründet. Wie kam Ihnen die Idee dazu?
Sarina Vieth: Die Idee zu Doli Bottles ist nach unserem Studium entstanden. Wir haben uns nach dem Masterabschluss eine kleine Auszeit genommen und sind einige Monate durch Asien gereist. Dort ist uns an Traumstränden und in wunderschönen Landschaften besonders eines aufgefallen: Plastikmüll wohin das Auge blickt. Das hat uns so schockiert, dass wir unbedingt etwas ändern wollten. So kam die Idee zu unserer wiederverwendbaren Trinkflasche aus Glas. 

Was ist das Besondere an Ihren Flaschen im Gegensatz zu anderen Produkten auf dem Markt?
Unsere Doli besteht aus handgefertigtem Borosilikatglas, welches härter und vor allem leichter als normales Glas ist. Daher ist die Doli super zum Mitnehmen geeignet und man kann unterwegs ganz einfach auf Plastikflaschen verzichten. Das Mundstück der Doli ist besonders glatt gearbeitet, wodurch man ein tolles Trinkgefühl hat und viel Trinken richtig Spaß macht. Durch das schlichte, skandinavische Design ist die Doli wie ein Modeaccessoire – so kann man Nachhaltigkeit und Stil ganz einfach kombinieren.

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Diesen Monat haben Sie die limitierte Edition „Drops“ gelauncht. Was passiert mit dem Verkaufserlös?
Wir freuen uns riesig, mit der neuen limitierten Doli Drops ein Projekt zu unterstützen, das uns sehr am Herzen liegt. Von jedem verkauften Exemplar gehen fünf Euro an das Umweltprojekt „Pacific Garbage Screening“. Mit dem Geld finanziert der Verein die Forschung und Entwicklung seiner Plattform und macht sich für Umweltbildung in Schulen und in der Öffentlichkeit stark. Jeder, der eine Doli Drops kauft, vermeidet also in Zukunft Plastikflaschen und hilft „Pacific Garbage Screening“ gleichzeitig, wichtige Themen voranzutreiben. Wir finden, dass jeder einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann, daher haben wir auch das Tropfenmuster auf der Doli gewählt – denn jeder Tropfen Meer zählt.

Können Sie das Projekt „Pacific Garbage Screening“ kurz erklären – und, wie Ihre Kunden selbst aktiv werden können?
„Pacific Garbage Screening“ befasst sich im Wesentlichen mit der Reinigung der Meere von Plastik und basiert auf einer revolutionären Idee: eine schwimmende Plattform, deren spezielle Bauweise es ermöglichen kann, Plastikpartikel aus dem Wasser zu filtern. Der Ansatz funktioniert ohne Netze – mithilfe eines passiven Sedimentierungsprinzips. Meereslebewesen werden durch diese Methodik also nicht gefährdet. Diese Idee ist nicht nur grandios, sondern auch sehr kostspielig. Daher freut sich der Verein über jede Hilfe. Man kann beispielsweise Mitglied im Verein werden oder über die Website pacific-garbage-screening.de spenden. Außerdem kann natürlich jeder im Alltag darauf achten, seinen Plastikkonsum so gering wie möglich zu halten, damit wir das Müllproblem langfristig in den Griff bekommen.

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Stichwort Existenzgründung: Was haben Sie vor Ihrer Selbstständigkeit gemacht?
Vor meiner Selbstständigkeit habe ich im Projektmanagement einer IT- und Metallbau-Firma gearbeitet. Es gab dort definitiv sehr spannende internationale Projekte, aber ich habe das kreative und selbstbestimmte Arbeiten immer vermisst.

Welche Tipps würden Sie Frauen geben, die von einem eigenen Start-up träumen, den Schritt in die Selbstständigkeit bisher aber nicht gewagt haben?
Ich würde jedem dazu raten, den Schritt zu wagen. Man sollte sich ganz persönlich einmal bewusst machen, welche Ängste man hat und wie problematisch diese tatsächlich sind. Am Ende tritt wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte der Probleme ein, über die man sich am Anfang stundenlang den Kopf zerbricht. 

Oft hilft es auch, sich über seine Idee auszutauschen und Gleichgesinnte zu suchen, die einen verstehen. Mittlerweile gibt es in vielen Städten und Co-Working Spaces Meet-ups oder sogar Vereine von Gründerinnen. Dort kann man sich anschließen, austauschen oder sich sogar eine Mentorin suchen. Wenn man auf dem Land wohnt, können auch Blogs eine super Plattform bieten, um sich auszutauschen. 

Was waren die größten Hürden bei der Umsetzung Ihrer Idee?
Wir haben unsere Firma zunächst neben dem Beruf gegründet – immer mit dem Ziel, dass wir beide Vollzeit in unserer eigenen Firma arbeiten und davon unseren Lebensunterhalt bestreiten können. Es war am Anfang nicht immer leicht nach einem acht Stunden Tag im Vollzeitjob noch die Zeit und Energie aufzuwenden, das eigene Unternehmen aufzubauen. Umso stolzer sind wir nun, dass es die Firma Doli nach zweieinhalb Jahren immer noch gibt und wir mittlerweile jeden Tag unseren Traum leben können.

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Was war für Sie bisher der größte Erfolg, den Sie mit Ihrem Start-up hatten?
Wir sind besonders stolz darauf, dass wir mit unserer Mission, Plastikflaschen zu reduzieren, bereits namhafte Unternehmen wie Calvin Klein, Tommy Hilfiger oder trivago begeistern und als Partner gewinnen konnten. Es ist toll, dass wir mit unserer Arbeit andere Unternehmen dazu inspirieren, auf Plastikflaschen zu verzichten und eine nachhaltigere Alternative zu wählen – das ist für uns der größte Erfolg.

Wie geht es weiter mit Doli?
Wir haben in diesem Jahr einiges vor. Wir möchten europaweit mehr Kunden erreichen und uns auch in Ländern wie Frankreich, den Niederlanden und Belgien positionieren. Des Weiteren werden wir unser Produktportfolio erweitern – natürlich immer mit dem Fokus, stilvolle Alternativen zu Einmalplastikprodukten zu liefern. Wir sind gespannt, wo die Reise mit Doli noch hingeht.