„Lassen Sie doch mal Ihre Gäste kochen“: Foodscout Stefan Weiß im Interview

Als Foodscout des Feinkostunternehmens Dallmayr hat Stefan Weiß einen besonderen Riecher für Food-Trends. Im DONNA-Interview verrät er, was sich 2018 bei uns in der Küche ändern wird.

Fünf Freunde verschiedenen Alters bereiten in einer Küche mit Holztheke einen Salat zu

„Dallmayr“-Foodscout Stefan Weiß kennt die Food-Trends für 2018 – unter anderem leichte Gerichte mit vielen frischen Kräutern.

DONNA: Herr Weiß, Sie kennen die besten Küchen der Welt. Kann Sie noch etwas überraschen?
Stefan Weiß: Und ob! Neulich war ich bei einem Kochkurs von Ingo Holland, Thema: „Südfranzösische Gemüseküche“ – und von seinem Auberginenkuchen richtig geplättet: Die Auberginen wurden sehr kross geröstet, dann mit einer Royal aus Sahne und Eigelb übergossen und gebacken. Das ergab völlig neue, sensationelle Aromen.

Die Food-Trends des Jahres: Das essen und trinken wir 2018

Ingo Holland gilt ja als Meister der Kräuter und Gewürze…
…und liegt damit total im Trend: Man mag es jetzt aromatisch und möglichst leicht. Wir haben zum Beispiel auch eine weniger ölige Alternative zum Pesto kennengelernt: französische Pistou, auf Basis von Zucchini, Knoblauch, Basilikum und Tomaten – mit selbst gemachten Linguine in einer frischen Gemüsesuppe ein Traum!

Das klingt aufwendig.
Allerdings. Ich hab’s zu Hause nachgekocht – am längsten hat das anschließende Kücheputzen gedauert.

Wollen wir das denn überhaupt: wieder mehr Zeit in der Küche finden?
Natürlich muss es meistens schnell gehen. Doch besondere Gelegenheiten möchte man jetzt auch wieder besonders zelebrieren: Man lädt Freunde, etwa für den Samstagabend, ein – und dann gibt es mehrere, sorgfältig aufeinander abgestimmte Gänge, passende Weine, ein tolles Dessert.

Und steht dann ewig in der Küche, während die Gäste sich wundern.
Das war früher vielleicht so, als alle brav am Tisch auf das Essen warten sollten. Heute beginnt das gemeinsame Erlebnis schon beim Kochen: Man trifft sich in der Küche und bereitet alles zusammen zu.

Geht da nicht viel schief?
Mein Tipp: Bereiten Sie so viel wie möglich vor und richten Sie für jede Runde das Mis en Place her, also einen Arbeitsplatz mit allen Zutaten. Dann kann man auslosen, wer welchen Gang macht.

Haben Sie noch einen Tipp für die Alltagsküche?
Ich finde Food-Pairing gerade sehr spannend: ungewohnte Kombinationen. Wenn man etwa Burrata statt mit den ewigen Tomaten mit gegrillter Paprika serviert, schmeckt die Caprese plötzlich viel aromatischer.

Interview: Carolin Schuhler