6 Food-Trends, die uns 2019 überall begegnen werden

Craft-Bier und Buddha Bowls sind sowas von 2018: Das neue Jahr hält viele neue Lebensmitteltrends bereit, die das Zeug dazu haben, die deutsche Food- und Gastroszene zu erobern. Diese sechs angesagten Gerichte und neuen Produkte sorgen dafür, dass es 2019 nicht langweilig auf unseren Tellern wird.

Zwei Hände halten eine Bubble Waffle, die mit frischen Erdbeeren und Schokoladenstückchen gefüllt ist

Dieses Trend-Food wird vor allem Naschkatzen überzeugen: Mit Eiscreme, Obst und anderen süßen Toppings gefüllte Bubble Waffles, die 2019 den Sprung von Hongkongs Straßen in die europäischen Großstädte schaffen.

Jedes Jahr aufs Neue haben bestimmte Lebensmittel und Speisen ihren großen Durchbruch. 2017 und 2018 waren das beispielsweise Craft-Biere und -Spirituosen wie Gin oder Whisky aus lokalen Handwerksbetrieben. Oder die vielseitige Levante-Küche, die mit Spezialitäten wie Shakshuka, Hummus oder Baba Ghanoush bereits seit mehreren Jahren immer mehr Anklang in Europa findet.

Auch für 2019 gibt es bereits diverse Prognosen zu den Food-Trends, die an Streetfood-Ständen, in Restaurants und Supermärkten groß im Kommen sind. Welche davon sich in Deutschland wirklich durchsetzen, wird das kommende Jahr zeigen. DONNA Online zeigt vorab schon einmal sechs kulinarische Trends, die das Potenzial dazu haben, bald auch Ihren Gaumen zu erobern.

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1. Abgefahrene Eissorten

Dass Klassiker wie Vanille- oder Schokoladeneis im Waffelhörnchen 2019 auf der Beliebtheitsskala der Deutschen weiterhin ganz oben rangieren werden, steht außer Frage. Daneben zeichnen sich aber mehrere Eistrends (oder vielmehr Zubereitungsvarianten) ab, die alles andere als gewöhnlich sind. Beispiel gefällig? Bubble Waffles, die auch Egg Waffles genannt werden und in Hongkong schon lange ein beliebtes Streetfood sind. Der Teig für die ungewöhnlichen Eisbehälter wird mit einem speziellen Waffeleisen zu übergroßen Blasen ausgebacken und anschließend mit Eiscreme in allen möglichen Geschmacksrichtungen sowie mit verschiedenen Toppings und Saucen befüllt. Ein weiterer Eistrend für 2019: Cold Stone Ice, das auf einer minus 16 Grad kalten Steinplatte zubereitet wird. Eisfans können nicht nur dabei zusehen, wie die flüssige Eismasse langsam gefriert und zu Röllchen oder Kugeln geformt wird, sondern können selbst bestimmen, welche Zutaten hineinkommen – zum Beispiel verschiedene Obstsorten, Krokant, Keksstückchen oder Salzbrezeln. Etwas gewöhnungsbedürftiger: 2019 sollen uns auch herzhafte Dips wie Hummus, Guacamole oder Tahini als Eisspezialitäten schmecken.

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2. Neue Fleischalternativen

2019 werden Jackfruit oder Sonnenblumenhack pflanzlichen Fleischalternativen wie Tofu, Tempeh, Seitan und Co. den Rang ablaufen. Denn neben klassischen Fleischalternativen aus Soja und Getreide werden 2019 unter anderem Erbsen, Algen, Sonnenblumenkerne und Pilze zu Burger-Patties oder veganem Hackfleisch verarbeitet – und geräuchert, mariniert oder geschmort, bis sie von echtem Fleisch kaum mehr zu unterscheiden sind. Eine Neuheit bei den Fleischersatzprodukten, die schon 2018 in immer mehr Läden zu finden war: Jackfruit. Die südasiatische Baumfrucht, die auch als Jackbaumfrucht oder Jakobsfrucht bekannt ist, erinnert an eine überdimensionale, grüne Litschi. Das gelbliche Fruchtfleisch kann man im unreifen Zustand prima marinieren, in Streifen schneiden und mit Gewürzen in Öl anbraten oder zu „Pulled Jackfruit“ verarbeiten. Ihre faserige Konsistenz macht die Jackfruit zu einer beinahe perfekten Fleischimitation. Als Alternative zu tierischen Eiweißlieferanten wie Steak, Filet und Co. werden auch Insekten hoch gehandelt: Heuschrecken, Larven und andere Krabbler sind proteinreich, fettarm und bieten eine deutlich bessere Ökobilanz als Rinder, Schweine, Geflügel und andere herkömmliche Nutztiere.

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3. Hanf-Snacks

Hanfsamen oder Hanfpulver als pflanzliche Eiweißquelle sind in Deutschland bereits in vielen Drogerien und Supermärken erhältlich. Doch 2019 wird der Hype um das grüne Superfood voraussichtlich noch größer und Nutzhanf vom Nischenprodukt zum Bestandteil unserer täglichen Ernährung werden. Neu auf dem Lebensmittelmarkt sind Hanf-Snacks wie Müslis, Cracker, Riegel, Kekse oder auch Hanföl. Letzteres wird auch CBD oder Cannabidiol genannt und verleiht Salatdressings, Smoothies, Suppen oder Sandwiches einen nussigen Geschmack. Die gesundheitlichen Vorteile der Hanflebensmittel: Neben vielen ungesättigten Fettsäuren und Proteinen enthalten sie nur wenige Kalorien, dafür aber jede Menge Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen sowie Vitamin B1 und B2. Übrigens: Die Substanz THC, die für den berauschenden Effekt von Marihuana verantwortlich ist, steckt in einer so geringen Dosis in Hanfsamen und Co., dass die Produkte weder „high“ machen noch illegal sind.

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4. Asiatische Nudelsuppen

Ob in Pho-Küchen in Vietnam oder japanischen Ramen-Bars: In Asien gibt es Suppen an jeder Straßenecke. Würzige Brühen mit fernöstlicher Nudeleinlage, beispielsweise Ramen, Soba, Shirataki, Sōmen, Mie oder Udon, entwickeln sich nun auch in Deutschland immer mehr zum Food-Trend. Die asiatischen Nudeln aus Reismehl, Buchweizen oder Konjakmehl unterscheiden sich nicht nur geschmacklich von der in Europa verbreiteten Pasta aus Hartweizengrieß. Sie haben eine andere Konsistenz und nehmen Aromen besser auf. Zusammen mit einer aromatischen Brühe, Gemüse, Fleisch, Ei und weiteren Toppings sind die Asiasuppen ein Geschmackserlebnis, das typisch „umami“ – also weder süß, sauer, bitter oder salzig, sondern herzhaft-würzig, ist. Kein Wunder, dass in Großstädten von Hamburg bis München immer mehr Nudelsuppen-Restaurants eröffnet werden.

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5. Gemüse aus dem Meer

Nori-Algenblätter, die neben Reis und rohem Fisch den wichtigsten Bestandteil von Sushi ausmachen, sind inzwischen für niemanden mehr eine Food-Neuheit. Aber haben Sie schon einmal Kelp-Nudeln, Algenchips oder Wasserliliensamen probiert? Falls nicht werden Sie 2019 Gelegenheit dazu bekommen, denn „Meeresgemüse“ wird als einer der Lebensmitteltrends 2019 gehandelt. Das Grün aus dem Ozean lässt sich vielfältig verarbeiten, prima mit einer vegetarischen oder veganen Ernährungsweise vereinbaren und enthält neben Mineralstoffen wie Kalzium, Eisen und Phosphor besonders viele Omega-3-Fettsäuren, die wichtig für die Herzgesundheit und Gehirnfunktion sind. Ebenfalls im Kommen sind Algenöle, die Gerichten ohne Fisch oder Meeresfrüchte eine maritime Note geben.

6. Neue probiotische Lebensmittel

Dass probiotische Lebensmittel förderlich für eine gesunde Verdauung und ein starkes Immunsystem sind, haben inzwischen selbst Gesundheitsmuffel schon einmal gehört. Dass man bei Probiotika zuallererst an Joghurt, probiotische Drinks und Sauerkraut denkt, könnte sich 2019 allerdings ändern. Denn das Lebensmittelangebot für einen gesunden Darm wird um Fertigprodukte wie Müslis, Haferbrei, Nussmus oder Suppen erweitert, die mit probiotischen Bakterienkulturen angereichert sind und es Konsumenten noch einfacher machen sollen, ihre Darmflora gesund zu halten.

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Welche Ernährungstrends erwarten uns 2019 noch?

Ein Food- oder vielmehr Lebensmittelverpackungstrend, der besonders positiv auffällt, ist die Einführung neuer umweltfreundlicher Alternativen zu Plastikfolien, -netzen und -schalen. Ausschlaggebend dafür war nicht zuletzt eine rechtliche Veränderung: Im Oktober 2018 stimmte das EU-Parlament dafür, verschiedene Einwegprodukte aus Plastik zu verbieten, um die Verschmutzung der Ozeane durch Kunststoffmüll einzudämmen. In Deutschland soll das Plastikverbot bis spätestens 2021 greifen – und dann unter anderem Trinkhalme, Plastikteller und -besteck, Rührstäbchen für den Kaffee, dünne Plastiktüten oder Wattestäbchen aus den Supermarkt- und Drogerieregalen verbannen. Doch die Lebensmittelindustrie bemüht sich bereits 2019 zunehmend um recycelte und ökologisch verträglichere Verpackungsmethoden. Nachhaltige Alternativen zur Plastiktüte sind unter anderem lose erhältliches Obst und Gemüse mit Laserbeschriftung oder wiederverwendbare Frischhaltefolien aus Bienenwachs.

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Nicht zuletzt wird Clean Eating 2019 von Healthy Hedonism abgelöst – das heißt gesundes Essen, das schmeckt, Spaß macht und weder Verzicht noch das strikte Befolgen eines bestimmten Ernährungsprinzips bedeutet. Viel wichtiger sind der persönliche Geschmack, das Hören auf den eigenen Körper, kulinarische Experimentierfreude und genussvolle Rezepte, die glücklich machen (das schaffen Fast Food oder Zucker im Übermaß nun einmal nicht). Der ideale Ernährungstrend also, um sich 2019 mit gutem Gewissen durch sämtliche Food-Neuheiten zu schlemmen.