Gründerin im Porträt: Silke Reis, „Heimatrebell“

Hochwertige Hundehalsbänder mit individuellen Designs – was Silke Reis nicht fand, kreierte sie kurzerhand selbst. Mit ihrer Manufaktur „Heimatrebell“ stellt die Bayerin kreative, handgefertigte Hundehalsbänder her, made in Germany. Die Label-Gründerin im DONNA-Porträt.

Silke Reis, Gründerin des Labels „Heimatrebell“ mit Hündin Ruby im Freien

Mit  „Heimatrebell“ stellt Silke Reis handgefertigte Hundehalsbänder in kreativen Designs her – über die sich auch ihre Hündin Ruby freut. Die gelernte Bankkauffrau im DONNA-Porträt.

DONNA Online: Was haben Sie vor Ihrer Selbstständigkeit gemacht?
Silke Reis: Ich bin gelernte Bankkauffrau und habe zum Ende meiner Ausbildung ein duales BWL-Studium begonnen. Diese zusätzliche Qualifikation ermöglichte mir einen zügigen Wechsel von der Privatkundenberatung in das Firmenkundenmarketing als Vertriebsmanagerin. Hier waren meine Tätigkeiten sehr vielseitig. Meine Aufgaben erstreckten sich von der Konzeption, Durchführung und Kommunikation zielgruppenorientierter Vertriebsunterstützungs- und Verkaufsfördermaßnahmen bis hin zur Entwicklung und Implementierung von Betreuungskonzepten im Firmenkundenbereich. Es hat Spaß gemacht und war anspruchsvoll, aber eben nicht das eigene Business.

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Wie kam Ihnen die Idee zu Heimatrebell?
Die Geschäftsidee entwickelte sich durch meine zwei damaligen Hunde. Nachdem sich die Suche nach hochwertigen Hundehalsbändern mit individuellem Design als äußerst schwierig erwies, kam mir der Gedanke, eigene nach meinen Vorstellungen zu fertigen. Ein befreundeter Sattler gab mir die Möglichkeit, seine Werkstatt und sein Equipment zu nutzen und ich stellte neben meinem Wunsch-Hundehalsbändern gleich noch ein passendes Armband für mich her – sozusagen im Partnerlook, der sich bis heute durch meine Kollektionen zieht.

Nachdem mich vermehrt andere Hundebesitzer auf die Bänder ansprachen, wusste ich, dass diese Idee der Grundstein für ein eigenes Unternehmen war, mit Produkten, hinter denen ich zu hundert Prozent stehe. Das Credo: Nicht nur ein Halsband, ein Schmuckstück soll es sein.

Welche Tipps würden Sie Frauen geben, die von einem eigenen Start-up träumen, aber sich bisher nicht getraut haben, sich selbstständig zu machen?
Ich habe mich Stück für Stück in die Selbstständigkeit gewagt. Das heißt, mein damaliger Arbeitgeber hat mir durch eine schrittweise Arbeitszeitreduzierung von hundert auf achtzig auf fünfzig Prozent die Möglichkeit gegeben, meine Geschäftsidee am Markt „anzutesten“. Wer diese Option hat und nicht sofort volles Risiko gehen will oder kann, dem empfehle ich diesen Weg. Denn man bekommt einen guten ersten Eindruck, ob und wie das eigene Produkt am Markt ankommt. Natürlich ist so eine parallele Belastung keine Dauerlösung. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man sich dann entscheiden muss.  

Vor meiner Kündigung zog ich eine Existenzgründungsberaterin zu Rate. Sie hat mir Tipps bezüglich verschiedener staatlicher Fördermittelprogramme und weitere wichtige Hinweise gegeben. Diesen Weg empfehle ich wirklich jedem, der plant sich selbstständig zu machen. An Vieles denkt man im Vorfeld einfach nicht.

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Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema Netzwerken. Ich habe in den vergangenen Jahren so viele interessante und nette Menschen kennengelernt ohne die ich mit Sicherheit nicht da stehen würde, wo ich jetzt bin.

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Was waren die größten Hürden bei der Umsetzung Ihrer Idee?
Auch wenn man noch so überzeugt von seiner Idee ist, schwingt ja trotzdem immer – zumindest war es so bei mir – Angst vor dem Scheitern mit. Den endgültigen Schritt aus einem sicheren Arbeitsverhältnis in eine ungewisse Zukunft zu wagen, war für mich eine der schwierigsten Hürden.

Was war für Sie bisher der größte Erfolg, den Sie mit Ihrem Unternehmen hatten?
Wenn ich so überlege, tatsächlich das Gefühl, wenn sich Kunden über ihre Schmuckstücke freuen und zu Wiederholungskäufern werden. Das gibt mir das Gefühl, etwas richtig gemacht zu haben. Da ich die Produkte ja auch wirklich selbst anfertige, tut dieses Lob natürlich besonders gut.

Aber auch meine neue Homepage mit den vier Designlinien „Alpin“, „Biker“, „Casual“ und „Country“, die seit Ende 2017 am Start ist, war ein wichtiger Schritt für mich.

Wie geht es weiter mit Heimatrebell?
Ich bin aktuell auf der Suche nach einem Partner. Jemand, der sich für die Marke und die Produkte so begeistern will, wie ich und mit dem ich Heimatrebell auf ein neues Level heben kann. Wer das liest und sich denkt, dass das etwas für ihn sein könnte, der darf sich sehr gerne bei mir melden! Aber auch das Thema Mitarbeiter, die mich in der Fertigung unterstützen, ist mittelfristig ein Thema. Darüber hinaus plane ich die Erweiterung des Produktportfolios rund um den vierbeinigen Begleiter.