Gründerin im Porträt: Monique Hoell von „HelloBody“

Die Start-up-Szene ist für Monique Hoell schon lange kein Neuland mehr, der große Erfolg kam aber erst mit dem Beauty-Label HelloBody. Mit DONNA Online sprach die Gründerin über das Selbstständigsein – und darüber, warum natürliche Pflegeprodukte und ein hippes Markenimage sich nicht ausschließen.

Porträtfoto von HelloBody-Gründerin Monique Hoell

Haut- und Haarpflegeprodukte auf natürlicher Basis, die vor allem konsumbewusste junge Frauen ansprechen sollen: Das ist die Grundidee von Monique Hoells Kosmetik-Start-up „HelloBody“.

Um sich auf dem umkämpften Beauty-Markt zu etablieren, brauchen neue Labels heute mehr als nur gute Produkte. Ein cooles Image, Blogger-Kooperationen und die Präsenz in sozialen Netzwerken wie Instagram sind mittlerweile fast genauso wichtig, um eine junge Zielgruppe zu erreichen. Dem Berliner Kosmetik-Start-up HelloBody scheint dieser Balanceakt geglückt zu sein: Seit der Gründung 2015 hat sich die Kosmetikmarke nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Italien, Polen, Österreich und der Schweiz etabliert und kooperiert mit prominenten Influencerinnen wie Sylvie Meis, Cathy Hummels oder Sarah Harrison, die Produkte von HelloBody regelmäßig auf ihren Social-Media-Kanälen in die Kamera halten. Im Interview mit DONNA Online berichtet Gründerin Monique Hoell von ihrem Schritt in die Selbstständigkeit und davon, welche Faktoren zum Erfolg von HelloBody beigetragen haben.

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DONNA Online: Was haben Sie vor Ihrer Selbstständigkeit gemacht?
Monique Hoell: Ich bin seit etwa acht Jahren in der Start-up-Szene unterwegs und damals mehr aus Zufall dort gelandet. Davor war ich für kurze Zeit im Marketing eines globalen Konzerns – hatte mich dort aber nicht wirklich wohlgefühlt. Ich kenne fast nichts anderes als den Start-up-Bereich und in Retrospektive würde ich heute alles wieder so machen, wie ich es die letzten acht Jahre gemacht habe. Ich liebe meine Arbeit und bin sehr glücklich darüber.

Wie kam Ihnen die Idee zu HelloBody?
Ich bin der Überzeugung, dass der Schlüssel zu wahrer Schönheit in der Natur liegt. In der Natur da draußen und in der individuellen Natur einer jeden Frau. Denn jede Frau ist schön und sollte die Möglichkeit haben, authentisch und sie selbst sein zu dürfen – unabhängig von den Vorgaben oder Meinungen anderer. Gerade im Kosmetikbereich gibt es auch heute noch viele Stereotypen. Das möchte ich mit HelloBody ändern. Mädchen und Frauen sollen sich in ihren Körpern wohl fühlen und auf sich stolz sein – und wir unterstützen das mit unseren natürlichen Beauty-Produkten.

In der Start-up-Szene waren Sie bereits vor der Gründung Ihres eigenen Beauty-Labels unterwegs. Was haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen?
Auf lange Sicht zahlt es sich immer aus, sich selbst treu zu bleiben. In herausfordernden Situationen bleibt einem am Ende nur das eigene Bauchgefühl. Abgesehen davon habe ich im Laufe meiner Zeit viele tolle Menschen kennengelernt und tue dies noch immer täglich. Ich bin wie ein Schwamm und sauge Neues in mich auf. Sei es durch fachliche Begebenheiten oder durch Menschen und deren Geschichten.

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Ihre Beauty-Marke richtet sich hauptsächlich an junge Frauen. Wie kam es zur Fokussierung auf diese Zielgruppe – und sind die Produkte auch für reife Haut geeignet?
Die Beauty-Marken, die ich aus dem natürlichen Bereich zuvor kannte, zielten allesamt auf die Frau um die 30 ab. Wunderschöne Marken, keine Frage. Aber wir dachten uns dann: „Warum ist das so?“ Immer mehr junge Frauen beschäftigen sich damit, was sie konsumieren. Welche Inhaltsstoffe hat meine Creme? Die junge Frau – und ich zähle mich noch dazu – dieser neuen und konsumbewussten Generation ist wertebewusster Konsum immer wichtiger. Werte wie Authentizität und Ehrlichkeit haben viel Gewicht. Wir wollen uns mit den Produkten, die wir verwenden, gut fühlen. Und warum kann natürliche Kosmetik nicht so sein wir? Mal bunt und ja, auch ein bisschen laut? Wir sind hier und wir sind real! Und wir wollen ernst genommen werden – so wie wir sind. Außerdem sind die Produkte für Frauen jeden Alters geeignet. Egal ob es ein schönes Körperpeeling, eine pflegende Bodybutter oder eine reinigende Maske ist, für jeden Hauttyp ist etwas dabei und die Produktrange wird stetig erweitert.

Obwohl die Produkte von HelloBody auf natürlichen Inhaltsstoffen wie Kaffee oder Shea-Butter basieren und tierversuchsfrei sind, handelt es sich dabei nicht um Naturkosmetik. Ist geplant, das Sortiment in diese Richtung weiterzuentwickeln oder entsprechend zertifizieren zu lassen?
Unsere Produkte sind zum größten Teil vegan und wir arbeiten intensiv daran, das Sortiment mit veganen Produkten weiter auszubauen. Bisher hat mich noch kein aktuelles Siegel überzeugt, deswegen fokussieren wir uns darauf, unsere Werte zu vertreten: Also, dass keines der HelloBody-Produkte an Tieren getestet wird, die Produkte überwiegend vegan, ohne Mikroplastik, Parabene oder andere fragwürdige Inhaltsstoffe hergestellt werden. Unser höchstes Ziel ist es, Lieblingsprodukte zu kreieren, die 100 Prozent Natürlichkeit und 100 Prozent Wirksamkeit bieten – ohne Kompromisse. Wir sind immer noch auf dem Weg, entwickeln uns aber täglich weiter. Und wir werden nicht aufhören, bis unsere Vision zur Realität geworden ist.

Was waren die größten Hürden bei der Umsetzung Ihrer Start-up-Idee?
Die größte Hürde ist eigentlich immer man selbst. Wir müssen uns mehr trauen und einfach ins Wasser springen – schwimmen lernt man währenddessen. Natürlich gehören Fragen wie „Was ist, wenn es nicht klappt?“ dazu. Gerade im Start-up-Bereich hat man es auch oft mit Rückschlägen zu tun. Das ist ganz normal und deswegen sollte man „Scheitern“ vielmehr als ein Stück Information betrachten: „So – das hat jetzt nicht ganz so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe – gut, muss ich wohl meine Strategie ändern.“ Abgesehen davon: Gescheiterte Start-ups können in einem Lebenslauf mittlerweile mehr wert sein als ein zusätzlicher Abschluss. Es kommt immer auf die Perspektive an. Auch sprechen viele Leute immer von „Problemen“ mit denen man zu kämpfen hat. Ich mag diesen Begriff nicht. Für mich gibt es nur Herausforderungen. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich Dinge, die nicht so laufen, wie man sich das zu Beginn vorgestellt hat. Die wird es aber immer und überall geben – ob man gründet oder nicht. Wenn man mit der richtigen Einstellung rangeht, ist das meiste in der Regel lösbar.

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Was war für Sie der bisher größte Erfolg, den Sie mit Ihrer Kosmetikmarke hatten?
Ich bin im Herbst 2017 in einem Restaurant von zwei fremden Mädels angesprochen worden, ob das „COCO RICH Lip Balm“ von HelloBody, das ich vor mir auf dem Tisch liegen hatte, wirklich so gut sei wie man es überall hört und sieht und ob ich mehr über die Produkte wüsste. Da habe ich vor Stolz Gänsehaut bekommen. Solche Situationen habe ich bis heute mehrfach erlebt, vor allem in Deutschland, Frankreich und Italien. Man wird tatsächlich auf der Straße „erkannt“ – das ist immer wieder absoluter Wahnsinn, das zu erleben. Es macht mich täglich glücklich zu sehen, wie gut HelloBody von der Community angenommen wird. Dass die Brand so schnell einen Platz auf dem Markt gefunden hat und immer mehr wächst. Es ist auch schön zu sehen, wie viele junge Menschen großen Wert auf Natürlichkeit legen und wie viele sich überhaupt mit dem Thema auseinandersetzen. Ich glaube, es passt besser wenn ich sage, dass ich täglich die kleinen Erfolge mit HelloBody feiere.

Wie geht es mit HelloBody weiter?
HelloBody wird auf Weltreise gehen. Wir wollen uns als nächstes an den US-amerikanischen Kosmetikmarkt herantasten und haben uns auch bereits ein kleines Büro in Los Angeles eingerichtet. Inzwischen haben wir neben Deutschland auch die Märkte in Frankreich, Italien, Polen, Österreich und der Schweiz erobert. Jede Frau soll sich ihre Beauty Time nehmen und ihre Schönheit leben und lieben. Deswegen haben wir es uns zum Ziel gemacht, den natürlichen Glamour weltweit zu streuen und dabei kommt es nicht darauf an, ob die Haare blond oder pink sind oder ob man Tattoos hat. Vielfalt gehört dazu.

Welche Tipps würden Sie Frauen geben, die von einem eigenen Start-up träumen, den Schritt in die Selbstständigkeit bisher aber nicht gewagt haben?
Zäh, fokussiert und offen sein. Aus Hindernissen und Herausforderungen entstehen schnell Möglichkeiten. Es ist keine Schande einfach mal nach Hilfe und Meinungen zu fragen. Sich trauen und vertrauen! Und: über die eigenen Ideen reden. So viel und so früh wie möglich.