Taste the Wild: 3 typische Rezepte aus Kanada

So vielfältig wie Kanada selbst ist auch seine Küche: Wild, Lachs und Ahornsirup sind da nur der Anfang. Mit diesen drei klassischen Rezepten aus dem Kochbuch „Taste the Wild“ von Lisa Nieschlag und Lars Wentrup holen Sie sich den wilden Geschmack Kanadas nach Hause.

Rezeptbild eines kanadischen Pot Pies aus dem Buch „Taste the Wild“ von Lisa Nieschlag und Lars Wentrup, erschienen bei Hölker Verlag

Herzhafte Pies wie diese Variante mit Blätterteig, Hähnchen und Pilzen sind typisch für die kanadische Küche.

Kanada verbinden wir mit weiten Landschaften, riesigen Wäldern, tosenden Flüssen und wild lebenden Tieren. Dort entstand einer der ersten Nationalparks der Welt und noch immer kann man in den scheinbar endlosen und unberührten Weiten Kanadas pure Natur erleben. Daraus leitet sich entsprechend die kanadische Küche ab: inspiriert von der vielfältigen Natur und den Menschen aus vielen Nationen, die seit Jahrhunderten als Einwanderer in dem riesigen Land leben, es geprägt, geformt, aber nie ganz gezähmt haben. 

So wie das Land selbst erzählt auch die Küche Kanadas von Einfachheit und Ideenreichtum, von Fülle und Schlichtheit, von Wald und Wasser. Wildfleisch, Lachs und Ahornsirup sind da nur der Anfang. DONNA Online präsentiert drei Rezepte aus dem Buch „Taste the Wild – Rezepte und Geschichten aus Kanada" von Lisa Nieschlag und Lars Wentrup – mit denen Sie sich den natürlichen, wilden Geschmack Kanadas nach Hause holen.

Florida: Reisetipps für einen Roadtrip von Nord nach Süd

Pot Pie mit Hähnchen und Pilzen

Herzhafte Pies sind in Kanada wahnsinnig beliebt, was bei den vielen Variationsmöglichkeiten kein Wunder ist. Hier wird Blätterteig mit Hähnchen und Pilzen gefüllt, bei der Füllung sind der Fantasie aber keine Grenzen gesetzt: Übrig gebliebenes Fleisch vom Sonntagsbraten eignet sich zum Beispiel auch hervorragend für die Füllung.

Zutaten für 1 Auflaufform (25 x 15 cm)

  • 100 g Frühlingszwiebeln 
  • 500 g gemischte Pilze (z.B. Champignons, Pfifferlinge, Austernpilze)
  • 300 g Hähnchenbrustfilet 
  • 3 EL Rapsöl
  • 270 g Blätterteig (TK)
  • 1,5 EL Speisestärke
  • 1 TL Senf
  • 2 EL Crème fraîche
  • 200 ml Hühnerbrühe 
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Ei zum Bepinseln

Zubereitung 

  1. Die Frühlingszwiebeln waschen, von der Wurzel befreien und in feine Ringe schneiden. Einen Teil zum Garnieren beiseite stellen. Die Pilze putzen und in grobe Stücke schneiden. Die Hähnchenbrustfilets trocken tupfen und in dünne Streifen schneiden. Die Pilze in Rapsöl in einer Pfanne scharf anbraten, bis sie goldbraun sind. Die Hähnchenbrust und die Frühlingszwiebeln zufügen und kurz anbraten.
  2. Den Blätterteig antauen lassen. Die Speisestärke mit Senf, Crème fraîche, Hühnerbrühe, Salz und Pfeffer vermengen und gründlich verrühren, bis sich die Speisestärke aufgelöst hat. Die Flüssigkeit unter Rühren zu der Pilz-Fleisch-Pfanne geben und kurz aufkochen lassen. Den Pfanneninhalt in eine große Auflaufform geben.
  3. Den Ofen auf 180 °C vorheizen. Den Blätterteig ausrollen bzw. die einzelnen Platten überlappend aneinanderlegen und festdrücken. Mit einem Messer auf die Größe der Auflaufform zurechtschneiden und auf die Füllung legen. Den Blätterteig an den Rändern gut andrücken.
  4. Das Ei verquirlen und den Blätterteig großzügig damit bepinseln. Den Teig in der Mitte sternenförmig einritzen, damit der Dampf später entweichen kann. 30 Minuten im Ofen backen, bis der Teig goldgelb ist.
Clam Chowder in einem roten Topf mit Kelle daneben

Clam Chowder 

Viele Gerichte der kanadischen Küche haben ihren Ursprung in Frankreich oder sind von der französischen Küche inspiriert. So auch dieses: Clam Chowder ist eine besonders sämige Suppe aus Venusmuscheln, die mittlerweile international bekannt ist. Wer mag, kann einen Teil der Brühe durch Weißwein ersetzen.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g mehligkochende Kartoffeln
  • 500 g Muscheln (z.B. Venusmuscheln)
  • 500 ml Fischbrühe
  • 2 Maiskolben
  • 2 Schalotten
  • 1 Bund glatte Petersilie 
  • 2 EL Butter
  • 4 EL Mehl
  • 500 ml Sahne Salz
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Die Kartoffeln schälen und in feine Würfel schneiden. Die Muscheln sehr gründlich waschen. Die Fischbrühe in einen großen Topf geben, Kartoffeln zugeben und köcheln lassen, bis sie fast gar sind.
  • Die Maiskolben waschen und mit einem Messer die Maiskörner seitlich herunterschneiden. Wenn die Kartoffeln noch etwas Biss haben, die Maiskörner zugeben. Die Kartoffeln fertig garen und den Topf vom Herd nehmen.
  • Die Schalotten schälen und fein würfeln. Die Petersilie abbrausen, trocken schütteln und fein hacken. Schalotten mit Butter bei mittlerer Hitze in einem großen Topf dünsten. Mehl zugeben und 1 Minute rührend anschwitzen. Die Mehlschwitze mit der Sahne ablöschen und alles aufkochen lassen. Zum Schluss Fischbrühe, Muscheln und die Petersilie zugeben und warten, bis sich die Muschelschalen öffnen. Für weitere 2 Minuten köcheln lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und auf vier Teller verteilen.
Fünf kanadische Nanaimo Bars als Dessert mit Kaffee

Nanaimo Bars

Kein Dessert ist so typisch kanadisch wie Nanaimo Bars. Sie wurden nach der kanadischen Stadt Nanaimo benannt. Mit den drei Schichten Keks-Nuss-Boden, Creme und Schokolade erinnern sie ein wenig an die Donauwelle, kommen dabei aber ganz ohne Backen aus.

Zutaten für eine Auflaufform (22 x 22 cm)

Für den Boden:

  • 120 g Zartbitterschokolade 
  • 120 g Butter plus etwas für die Form
  • 50 g brauner Zucker 
  • 20 g Rohkakao
  • 120 g Butterkekse 
  • 120 g Walnüsse
  • 50 g Kokosraspel

Für den Pudding:

  • 700 ml Vollmilch 
  • 1 Vanilleschote 
  • 50 g Speisestärke 
  • 100 g Zucker
  • 2 Eier (Größe M)
  • 2 Eigelb
  • 250 g weiche Butter

Für den Guss:

  • 100 g Vollmilchschokolade 
  • 100 g Zartbitterschokolade 
  • 2 EL Rapsöl
  • 4 EL Kokosraspel zum Bestreuen

Zubereitung

  1. Eine Auflaufform fetten und mit Backpapier auskleiden. Für den Boden die Schokolade raspeln und mit Butter, Zucker und Rohkakao in einen kleinen Topf geben. Langsam erhitzen und unter Rühren schmelzen lassen.
  2. Die Butterkekse in einen Zipbeutel füllen und mit einem Nudelholz zerkleinern. Die Walnüsse hacken. Schokoladenbutter, Kekse, Walnüsse und Kokosraspel in eine große Schüssel geben und gründlich vermengen. Die Masse in die Auflaufform geben, mit den Fingern festdrücken und 30 Minuten kalt stellen.
  3. Für den Pudding die Milch in einem Topf erwärmen. Die Vanilleschote halbieren, das Mark herauskratzen und zur Milch geben. Kurz umrühren und 15 Minuten ziehen lassen. Speisestärke, Zucker, Eier und Eigelbe in einer hohen Schüssel gründlich verrühren. Die Milch kurz aufkochen lassen, ca. 100 ml heiße Milch zur Eimasse geben und mit einem Schneebesen unterrühren.
  4. Die Ei-Milch-Mischung anschließend unter Rühren zur heißen Milch geben und 2 Minuten weiterrühren. Den Topf vom Herd nehmen und den Pudding abkühlen lassen. Die Butter hell-cremig rühren, nach und nach zum kalten Pudding geben und unterrühren. Die Puddingmasse gleichmäßig auf dem Schokoladenboden verteilen und 2 Stunden kalt stellen.
  5. Für den Guss die Vollmilchschokolade und die Zartbitterschokolade fein hacken und mit Rapsöl in der Mikrowelle schmelzen lassen. Den Guss zügig auf dem erkalteten Pudding verteilen und die Kokosraspel darüberstreuen. Für mindestens 6 Stunden im Kühlschrank kalt stellen. Mit dem Backpapier aus der Form heben und in kleine Rechtecke schneiden.

Diese und weitere Rezepte finden Sie im Kochbuch „Taste the Wild - Rezepte und Geschichten aus Kanada“:

Cover des Kochbuchs „Taste the Wild - Rezepte und Geschichten aus Kanada“ von Lisa Nieschlag und Lars Wentrup

Im Kochbuch „Taste the Wild – Rezepte und Geschichten aus Kanada“ von Lisa Nieschlag und Lars Wentrup erzählen Naturbilder, Geschichten und leckere Rezepte von der Vielfalt Kanadas. Erschienen im Hölker Verlag, 30 Euro.