Blumiger Genuss: 3 Rezepte mit essbaren Blüten

Auf den Teller statt in die Vase: Mit essbaren Blüten zu kochen liegt gerade voll im Trend. Mit diesen drei Rezeptideen aus dem Kochbuch „Blüten-Dinner“ von Martina Göldner-Kabitzsch tauchen Sie ein in die Kunst der Blütenküche.

Lammrücken im Blütenmantel mit Kartoffel-Tomaten-Salat aus dem Kochbuch „Blüten-Dinner“ von Martina Göldner-Kabitzsch

Lavendel-Hähnchen, Spinat-Kokos-Suppe mit Veilchen oder Lamm im Blütenmantel? Die Welt der Blumen steckt voller Geschmacks- und Duftnoten, die zu aromatischen Gerichten kombiniert werden können.

Auf der Suche nach neuen Gaumenfreuden entdeckt manch einer wieder, was längst vergessen vor der Haustür blüht: Blumen und Wildkräuter. Egal ob Gänseblümchen, Brunnenkresse, Rosen oder Chrysanthemen, fast alle Blumen sind essbar und lassen sich zu aromatischen Speisen verarbeiten. Gerade in der leichten Sommerküche haben Blüten einen Platz. Zu dieser Jahreszeit ist naturgemäß auch das Angebot am größten. Das Wissen um die Zubereitung ist jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten. Zum Glück gibt es Menschen wie Martina Göldner-Kabitzsch, die auf die alte Kunst der Blütenküche setzen. Mit duftenden Blüten verleiht sie ihren Gerichten eine einzigartige Note, die Köche und Genießer auf der ganzen Welt begeistert. DONNA Online präsentiert drei blumige Rezepte aus ihrem neuen Kochbuch „Blüten-Dinner“. Tauchen Sie ein in die vergessene Welt der Blüten und überzeugen Sie Ihre Gäste mit einem ganz neuen Geschmackserlebnis.

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Essbare Blüten in der Küche: Das sollten Sie beachten

Viele Blüten sind essbar, doch es gibt auch ungenießbare oder sogar giftige Blüten. Hier ist also Vorsicht geboten: Verzehren Sie nur solche Blüten, von denen Sie sicher wissen, dass sie für den kulinarischen Genuss geeignet sind. Essbaren Blüten lassen sich in folgende drei Kategorien unterteilen: 

  1. Blüten mit einem ganz charakteristischen Duft und Aroma, wie zum Beispiel Rosen, Jasmin, Veilchen und Flieder. Kein Kraut oder Gewürz duftet und schmeckt wie diese Blüten und durch sie bekommen Speisen und Getränke eine ganz neue Geschmackskomponente. Ihr Aroma lässt sich wunderbar in Sirup, Gelee und Essig einfangen.
  2. Blüten mit Geschmack, aber meist ohne Duft, wie zum Beispiel Begonien, Kapuzinerkresse, Kronenwucherblumen und Lauchblüten. Sie beeinflussen ebenfalls den Geschmack eines Gerichtes, verleihen ihm aber kein außergewöhnliches Aroma.
  3. Blüten mit farbenfroher Optik, ohne ausgeprägten Eigengeschmack und Duft, wie zum Beispiel Astern, Magnolien, Glockenblumen, Mohn und Kornblumen. Sie beeindrucken vor allem durch ihre Farben und Formen und sind eine optische Bereicherung für jedes Gericht.

Darüber hinaus sollten die Blüten, die Sie zum Kochen verwenden möchten, nicht mit Chemikalien oder Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sein. Blumen aus dem Blumenladen können also nicht genutzt werden. Immer mehr Supermärkte und Gemüseläden bieten aber spezielle essbare Blüten an. Für Ihren eigenen Garten gibt es im Internet gute Adressen für essbare Stauden oder sogar Tulpenzwiebeln und Dahlienknollen in Bio-Qualität. Fragen Sie auch in kleinen Gärtnereien nach, ob die dort angebauten Pflanzen gespritzt sind. Wenn nicht, können Sie zuschlagen und loskochen.

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1. Lammrücken im Blütenmantel mit Kartoffel-Tomaten-Salat

Zutaten für 4 Personen (oder 8 kleine Portionen):

  • 500 g festkochende Kartoffeln 
  • 200 g Cherrytomaten
  • 3 Schalotten
  • 100 ml Gemüsefond
  • 3 EL heller Balsamicoessig
  • 1 gestrichener TL Salz
  • 1 gestrichener EL mittelscharfer Senf 
  • 3 EL mildes Olivenöl
  • 4 Lammlachse à ca. 150 g
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Knoblauchzehen
  • Öl zum Braten
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 2 Zweige Thymian
  • Blüten und Kräuter nach Saison und Belieben

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Zubereitung:

Die Kartoffeln waschen und zugedeckt in reichlich kochendem Wasser circa 20 Minuten garen. Die Tomaten waschen, trocknen und vierteln. Die Schalotten schälen und fein würfeln. Die Kartoffeln abgießen, unter kaltem Wasser abschrecken und pellen, dann in Scheiben schneiden und mit den Schalotten mischen. Den Gemüsefond, den Essig und das Salz in einem Topf erhitzen, den Senf und das Olivenöl einrühren und mit den Kartoffeln mischen. Circa 1 Stunde durchziehen lassen, dann die Tomatenviertel dazugeben und nochmals abschmecken.

Den Backofen auf 120 °C Umluft vorheizen. Das Fleisch waschen, trocken tupfen und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Knoblauch schälen und klein schneiden. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das Fleisch zusammen mit den Kräutern und dem geschälten Knoblauch rundherum scharf anbraten. Die Lammlachse aus der Pfanne nehmen, in Alufolie wickeln, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen und im vorgeheizten Ofen circa 10 Minuten rosa garen. Aus dem Ofen nehmen und 5 Minuten ruhen lassen.

Die Blüten und Kräuter in feine Streifen schneiden oder die Blättchen abzupfen. Alles zusammen auf eine Platte streuen und die fertigen Lammlachse darin wenden, dabei leicht andrücken. Zum Servieren den Kartoffelsalat auf Tellern verteilen und die in Tranchen geschnittenen Lammlachse daneben anrichten. Mit weiteren Blüten dekorieren.

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2. Dreierlei vegane Blüten-Crustini

Crustinis mit dreierlei Blütenaufstrich aus dem Kochbuch „Blüten-Dinner“ von Martina Göldner-Kabitzsch

Wer keinen Garten besitzt, kann essbare Blüten auch im Blumenkasten auf dem Balkon oder der Fensterbank ziehen. Andere Bezugsquellen sind der Gemüsefachhandel, Feinkostgeschäfte oder gut sortierte Supermärkte.

Zutaten für 8 Personen:

2 frische Baguettes, in 24 Scheiben geschnitten

Für die Tapenade mit Lavendel:

  • 150 g Kalamata-Oliven ohne Stein 
  • ½ Knoblauchzehe
  • 3 TL getrocknete Lavendelblüten 
  • Meersalz
  • 1-2 EL natives Olivenöl extra
  • frische Lavendelblüten zur Dekoration

Für die Erbsencreme mit Minze:

  • 125 g junge Erbsen, frisch oder TK 
  • ½ dünne Frühlingszwiebel
  • 6 Blätter frische Minze
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 EL natives Olivenöl extra
  • Meersalz und weißer Pfeffer aus der Mühle 
  • frische Minzblüten zur Dekoration

Für das Melonen-Tomaten-Ragout: 

  • 150 g Wassermelone
  • 80 g Cherrytomaten
  • 15 g rote Zwiebel
  • 1 Basilikumstängel, rot oder grün
  • 1 EL Balsamicoessig
  • 1 EL natives Olivenöl extra
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle 
  • Rohrzucker
  • frische Basilikumblüten zur Dekoration

Zubereitung: 

Für die Lavendel-Tapenade die Oliven mit dem geschälten Knoblauch fein hacken oder mit dem Zauberstab grob pürieren. Die Lavendelblüten fein mörsern. Etwas Meersalz, die Lavendelblüten und das Olivenöl zugeben und alles gründlich verrühren. Zum Servieren auf 8 Baguette-Scheiben streichen und mit den Blüten garnieren.

Für die Erbsencreme die Erbsen in Salzwasser 4 bis 5 Minuten blanchieren, abgießen und sofort kalt abschrecken. Von der halben Frühlingszwiebel den hellen Teil in Ringe schneiden. Beides zusammen mit der Minze, dem Zitronensaft und dem Olivenöl fein pürieren und mit etwas Salz und Pfeffer ab- schmecken. Zum Servieren auf 8 Baguette-Scheiben streichen und mit den Blüten garnieren.

Für das Melonen-Tomaten-Ragout die Melone entkernen und das Fruchtfleisch fein würfeln. Die Tomaten waschen und in dünne Spalten schneiden. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Kräuterblättchen abzupfen und fein schneiden. Mit den restlichen Zutaten vermischen und mit etwas Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Vor dem Servieren das Ragout abtropfen lassen, dann auf 8 Baguette-Scheiben verteilen und mit den Blüten garnieren.

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3. Vegetarischer Gemüsestrudel mit Blütencreme

Gemüsestrudel mit Blütencreme aus dem Kochbuch „Blüten-Dinner“ von Martina Göldner-Kabitzsch

Damit sie schön frisch sind, sollten essbare Blüten erst kurz vor dem Verzehr gepflückt werden. Sie halten sich aber auch vorübergehend in einer Wasserschale. Stängel und grüne Blätter werden vor dem Verzehr entfernt, ebenso Staubgefäße und Stempel.

Zutaten für 1 Strudel (4 Personen): 

Für den Strudelteig:

  • 200 g Mehl
  • 3 EL Öl
  • ½ TL Salz
  • 100-120 ml Wasser

Für die Füllung:

  • 400 g Gemüse nach Wahl (z.B. Blumenkohl, Brokkoli und Möhren)
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle 
  • 3 Lauchzwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl zum Braten
  • 150 g Frischkäse mit Kräutern 
  • 1 Eigelb

Für die Blütencreme:

  • 250 g Crème fraîche
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle 
  • Blüten nach Saison

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Zubereitung: 

Für den Strudelteig das Mehl mit dem Öl, dem Salz und dem Wasser zu einem glatten Teig verkneten, zu einer Kugel formen und abgedeckt etwas ruhen lassen. Anschließend dünn ausrollen.

Tipp: Anstatt Strudelteig kann auch ein fertiger Blätter- oder Quicheteig verwendet werden. 

Für die Füllung das Gemüse waschen, putzen und in kleine, etwa gleich große Stücke schneiden. Blumenkohl, Brokkoli und Möhren für circa 3 Minuten in heißem Salzwasser blanchieren, kalt abschrecken und gut abtropfen lassen. Die Lauchzwiebeln putzen und in Streifen schneiden, den Knoblauch schälen und fein hacken. Beides zusammen in heißem Olivenöl anschwitzen und dann unter das Gemüse mischen.

Den Ofen auf 175 °C Umluft vorheizen. Den Teig rechteckig ausrollen und mit dem Frischkäse bestreichen, dabei einen Rand von circa 2 cm freilassen. Anschließend das Gemüse darauf verteilen, dabei das obere Viertel der kurzen Seite aussparen und von der kurzen Seite her vorsichtig aufrollen. Den Strudel mit der Nahtseite nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen und mit dem Eigelb bepinseln. Auf der mittleren Schiene circa 20 bis 25 Minuten goldgelb backen. Vor dem Anschneiden noch etwas ruhen lassen.

Für die Blütencreme die Crème fraîche glatt rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Blüten zupfen oder in feine Streifen schneiden. Einen Teil unter die Crème fraîche rühren und die restlichen Blüten zur Dekoration aufheben. Zum Servieren den Strudel in dicke Scheiben schneiden und zusammen mit der Crème fraîche auf Tellern anrichten. Mit frischen Blüten dekorieren.

Diese und weitere Rezepte finden Sie im Kochbuch „Blüten-Dinner“ von Martina Göldner-Kabitzsch:

Cover des Kochbuchs „Blüten-Dinner“ von Martina Göldner-Kabitzsch

Blüten in der Küche zu verwenden heißt, ihre Schönheit, ihren Duft und ihren Geschmack zu nutzen, um leckeren Gerichten das gewisse Etwas zu verleihen. In ihrem Kochbuch „Blüten-Dinner“ nimmt Martina Göldner-Kabitzsch ihre Leser mit auf eine Entdeckungsreise durch einen bunten Garten voller essbarer Blumen. Erschienen im Thorbecke Verlag, 36 Euro.

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