Gründerin im Porträt: Nina Skarabela, „OZN“

Aus ihrem Anspruch an hochwertige Kosmetik und ihrer eigenen bewussten Lebensweise entwickelte Nina Skarabela die Idee zu ihrem Brand OZN: Die Kosmetikmarke aus München produziert schadstoffarme, vegane Nagellacke. Die Gründerin im DONNA-Porträt.

OZN-Gründerin Nina Skarabela, die entspannt auf einer Couch sitzt

Volle Power in der Selbstständigkeit: OZN-Gründerin Nina Skarabela ist neben ihrem Nagellack-Label als Therapeutin mit dem Schwerpunkt Familientherapie tätig.

DONNA Online: Was haben Sie vor Ihrer Selbstständigkeit gemacht?
Nina Skarabela: Ich arbeite schon mein ganzes Leben selbständig und war tatsächlich noch nie fest angestellt. Nach meinem Grafikdesign-Studium habe ich mich gleich selbständig gemacht und parallel meine Ausbildung zur Psychotherapeutin absolviert. Ich arbeite auch trotz OZN immer noch mit großer Leidenschaft als Therapeutin mit dem Schwerpunkt Familientherapie. Ich liebe diese beiden Seiten, die schöne Beauty-Welt mit Instagram und hohem ästhetischem Anspruch, wo ich meiner Kreativität freien Lauf lassen und mich austoben kann und die ganz andere Welt der therapeutischen Arbeit mit Menschen und ihren Belangen.

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Vor OZN hatte ich schon ein paar Jahre ein eigenen kleines Beauty-Label, daher war mir die Branche nicht fremd. Dass ich dort schon Erfahrung sammeln durfte, hat natürlich ungemein geholfen. Auch meine grafischen Fähigkeiten sind Gold wert, denn ich mache das ganze Art Work selber, kann alle Ideen selbst genau nach meinen Vorstellungen umsetzen, die Bilder selber bearbeiten, muss nichts aus der Hand geben. Ich glaube das trägt auch sehr dazu bei, dass OZN etwas ganz Besonderes ist und auch von außen so wahrgenommen wird: alles ist durchdacht und mit ganz viel Liebe erschaffen. Es macht schon einen Unterschied, ob man etwas für einen Kunden gestaltet oder sein Herzblut in ein eigenes Produkt steckt.

Wie kam Ihnen die Idee zu OZN?
Mitte 2015 hat mich ein ehemaliger Geschäftspartner angerufen und irgendwie sind wir ins Plaudern geraten, er ist Produzent von Nagellacken. Jedenfalls kamen wir bei dem Gespräch auf die Idee, etwas Gemeinsames zu machen. Ich fand das toll, direkt an der Produktionsquelle zu sitzen und neue Ideen schnell umsetzen zu können! Allerdings war für mich klar, dass es mehr als ein ganz normaler Nagellack sein muss – den gibt es schließlich in Massen auf dem Markt.

Ich ernähre mich sehr bewusst. Zwar lebe ich nicht streng vegan, aber ich esse beispielsweise so gut wie gar keine Fertigprodukte mehr. Auch bei meiner Kosmetik bin ich super anspruchsvoll geworden und verwende nur Naturkosmetik. Deswegen war schnell klar, der Lack wird vegan und so schadstoffarm wie eben möglich. Das war mir persönlich fast noch wichtiger als vegan.

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Welche Tipps würden Sie Frauen geben, die von einem eigenen Start-up träumen, aber sich bisher nicht getraut haben, sich selbstständig zu machen?
Baby Steps. Einfach anfangen, den ersten Schritt machen und sei er noch so klein. Konkret träumen, recherchieren, einen Business-Plan schreiben, überlegen: Wen kann ich fragen? Wer kann mir helfen? Oft ist der Weg das Ziel. Die Dinge entwickeln sich dann von ganz allein, wenn Energie darauf ist. So blöd sich das anhört: wenn man nicht mal irgendwo anfängt, passiert eben leider auch gar nichts! Sich nicht so schnell beirren lassen und an seine Vision glauben, sich nicht zu sehr reinreden lassen, denn ganz oft gibt es kein eindeutig richtig oder falsch. Dann zeigt einem das Bauchgefühl schon den richtigen Weg.

Was waren die größten Hürden bei der Umsetzung Ihrer Idee?
Wenn man ein neues Brand out of the blue ohne Investoren startet und neben dem Tagesgeschäft, das ja erstmal weiterlaufen muss, dann ist das immer eine Herausforderung. David (red. Anmerkung: OZN-Geschäftsführer) und ich haben von Anfang an klare Bereiche definiert, wer wofür zuständig ist und darin auch am Ende die Entscheidungsgewalt hat. Dennoch sprechen wir uns natürlich ab. Trotzdem gab und gibt es immer wieder die typischen Diskussionen zwischen Produktion und Kreation, weil wir aus völlig unterschiedlichen Perspektiven auf die Sache schauen, auf der einen Seite geht es in dem Moment um die Umsetzbarkeit, die Kosten etc und auf der anderen um Imagepflege oder PR. Wir haben bis jetzt aber immer einen Mittelweg gefunden, der beide happy gemacht hat.

Keine wirkliche Schwierigkeit, aber nicht immer einfach ist auch die Tatsache, dass wir kein gemeinsames Büro haben. Ich pendle zwischen München und Berlin, er sitzt bei Bielefeld. Wir müssen immer alles per Skype oder E-Mail besprechen.  

Alles in allem lief es aber von Anfang an ziemlich gut. Wir haben gleich eine super Presse gehabt, die Leute lieben den Lack, wir dürfen in tollen Läden verkaufen. Ich habe nie gedacht, „Oh weh, das will keiner“ oder „Hätten wir das doch anders gemacht“. Ich wusste immer, so oder gar nicht und das ist voll aufgegangen.

Was war für Sie bisher der größte Erfolg, den Sie mit Ihrem Brand hatten?
Ein schöner Erfolg im letzten Jahr war sicherlich, dass wir OZN im KaDeWe platzieren konnten. Neben all den wunderbaren Niche-Beauty und Concept Stores, in denen wir vertreten sind, ist so ein großes Haus natürlich etwas ganz Besonderes und ein bisschen wie ein Ritterschlag. Das bringt einer noch recht jungen Marke wie der unseren viel Aufmerksamkeit und auch internationale Beachtung. 

Wie geht es weiter mit OZN?
Wir wollen OZN weiter so schön wachsen sehen, aber ohne Ausverkauf. Das ist uns total wichtig. Wir suchen die Stores und Läden ganz genau aus, mit denen wir zusammenarbeiten. Wer Teil der OZN-Familie wird, muss wirklich gut zu uns passen. 

Und natürlich denken wir uns ständig tolle, neue Sachen aus! Vor ein paar Wochen haben wir MY OZN gelauncht. Die Kunden können sich auf unserer Website aus allen Farben ihre Lieblingsfarbe aussuchen und dann den Lack personalisieren, zum Beispiel mit dem eigenen Namen oder dem der besten Freundin – oder was sie eben sonst gerne drauf schreiben lassen möchten. Das kommt extrem gut an und das motiviert uns natürlich auch, weiterhin kreativ zu sein.