Florida-Roadtrip von Nord nach Süd: Highlights und Reisetipps

Mit dem Mietwagen durch den Sunshine State: Reisen Sie mit DONNA Online von Panama City Beach über die Floridas Keys bis nach Miami und entdecken Sie Florida fernab der klassischen Touristenpfade.

Sandstrand Siesta Beach auf Siesta Key bei Sarasota.

Nicht umsonst kührte der berühmte Dr. Beach den Puderzuckerstrand von Siesta Beach auf Siesta Key bereits zweimal zum schönsten Strand der USA.

Wer an Florida denkt, kommt unweigerlich auf Orte wie Orlando, Miami Beach und die Everglades. Dabei hat der Sunshine State so viel mehr zu bieten als Disney World, Miami Vice und Alligatoren. Angefangen bei Panama City Beach im Norden geht es bis zu den Florida Keys im Süden und von dort weiter nach Miami. Welche Zwischenstopps Sie einlegen sollten und welche geheimen Ecken Sie auf keinen Fall verpassen dürfen, lesen Sie hier.

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Panama City Beach – die unbekannte Nordwestküste Floridas

Der Nordwesten Floridas ist für die meisten Europäer noch Neuland. Hört man „Panama City Beach“, denkt man zunächst an das Land in Mittelamerika und die namensgleiche Hauptstadt. Gemeint ist allerdings die amerikanische Kleinstadt am Golf von Mexiko, die mit 43 Kilometer langen, schneeweißen und mehrfach preisgekrönten Sandstrände und 320 Sonnentagen im Jahr besticht. Seit Jahrzehnten verbringen Amerikaner aus dem Norden ihre Winterferien in der Region. Die idealen Bedingungen für Wassersportaktivitäten wie Schnorcheln, Tauchen, Surfen, Kanufahren und Angeln sprechen schlichtergreifend für sich. 

Besonders der St. Andrews State Park, ein ehemaliges Militärreservat, ist ein kleines Naturparadies und gehört zu den beliebtesten State Parks Floridas: weiße Sandstrände, türkisblaues Wasser und eine vielseitige Pflanzen- und Tierwelt. Von dort geht es per Bootshuttle nach Shell Island, einer kleinen vorgelagerten Insel mit noch schöneren Strände als auf dem Festland. Mit etwas Glück hat man den Puderzuckerstrand und die um die Insel schwimmenden Delfine für sich ganz allein. 

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Mit frischem Barsch, Austern und Dutzenden anderer lokaler Sorten ist Panama City Beach in den letzten Jahren zur „Seafood Hauptstadt des Südens“ avanciert. Von „Oyster Bars“ über Fisch-Tacos bis hin zu Fine Dining gibt es in Panama City Beach alles, was der anspruchsvolle Meeresfrüchte-Gourmet begehrt. Im Restaurant Firefly haben schon die Ex-Präsidenten Obama und Bush zu Abend gegessen und das Signature-Gericht – der Firefly-Zackenbarsch – wurde sogar den US-Olympiateilnehmern in London serviert. Das ganze Jahr über finden zahlreiche Veranstaltungen statt, wie beispielsweise das „Seabreeze Jazz Festival“ im April, Floridas größtes Lobster-Festival im September oder der „Iron Man Florida“ im November.

DONNA-Tipp: In Panama City Beach empfiehlt sich eine Ferienwohnung mit Meerblick, zum Beispiel bei Sunbird Condominiums. Gefrühstückt wird typisch amerikanisch bei Andy's Flour Power Café & Bakery, frische Tacos und hausgemachte Kombucha gibt es bei Finns Island Style Grub

Zwei Manatees im Meer in Crystal River, Florida

Die großen grauen Seekühe sind das Wahrzeichen Floridas und eigentlich in allen Gewässern des Bundesstaates zu finden. Doch nur in Crystal River ist das Schwimmen mit ihnen offiziell erlaubt.

Crystal River – auf Tuchfühlung mit Seekühen

Die Kleinstadt Crystal River im Westen Floridas bezeichnet sich selbst als „Manatee-Hauptstadt der Welt“ – zu Recht! Denn nur dort dürfen Urlauber mit den als gefährdet gelisteten Rundschwanzseekühen schnorcheln. Die Kings Bay, das Quellgebiet von Crystal River, ist einer der letzten geschützten Lebensräume der Seekühe. Die Bucht ist mit dem Golf von Mexiko verbunden und besteht aus mehr als 50 Süßwasserquellen, die mit ihren konstanten 22 Grad Celsius stetig warmes Wasser liefern. Und genau das mögen die niedlichen Schwergewichte. Bis zu 700 Manatees kommen jedes Jahr in die Kings Bay, um an den warmen Quellen zu überwintern (Manatee-Hochsaison ist von Mitte November bis Ende März). Um die Quellen der Three Sisters Springs sieht man dann vor lauter Seekühen keinen Boden mehr.

Manatees sind von Natur aus scheu und neugierig zugleich. Wer sich im Wasser nicht bewegt, als Artgenosse ausgibt und geduldig ist, hat gute Chancen, den gemütlichen Wesen mit Knopfaugen ganz nah zu kommen. Vorausgesetzt, sie haben gerade Lust, von ihrer Lieblingsbeschäftigung – dem Essen – abzulassen. Aufgrund des geringen Nährwerts von Seegras und Algen, müssen Manatees täglich große Mengen Nahrung zu sich nehmen, üblicherweise 5 bis 10 Prozent ihres Körpergewichts. Folglich muss ein 500 Kilogramm schweres Manatee bis zu 50 Kilogramm Seegras am Tag vernaschen, um fit zu bleiben.

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Ebenfalls im 22 Grad warmen – oder kalten – Quellwasser schwimmen übrigens auch die grazilen Meerjungfrauen von Weeki Wachee Springs, Floridas ältestem Themenpark. Hier und da ein Atemzug durch die fest installierten Luftschläuche des Beckens und weiter geht die Vorstellung. Schon seit 1947 begeistern die Darstellerinnen ihr Publikum, das in den Genuss einer ganz besonderen Interpretation von Hans Christian Andersens „Kleiner Meerjungfrau“ kommt. 

DONNA-Tipp: Wer im Plantation on Crystal River übernachtet, schläft an der Quelle, denn vom Hotel aus werden täglich Manatee-Schnorchel-Touren angeboten. Frische, saisonale und kreative Köstlichkeiten gibt es im Greenhouse Bistro in Homosassa und im kleinen, aber feinen Katch Twenty-Two in Lecanto.

Ybor City, Tampa – das kubanische Herz Floridas

Bis heute steht Tampa an der Westküste Floridas im Schatten des berühmten Hotspots Miami. Die meisten fahren daran vorbei, ohne zu wissen, dass im Stadtteil Ybor City das kubanische Herz Floridas schlägt. Einst war Ybor City die Zigarrenhauptstadt der Welt und Anziehungspunkt für Einwanderer aus Kuba, Spanien, Deutschland, Italien und Osteuropa. In den 150 Zigarrenfabriken wurden einst pro Jahr 700 Millionen Zigarren von Hand gerollt. Eine Kunst, die man heute noch in den kleinen Tabakläden auf der Seventh Avenue beobachten kann. Ein geführter Rundgang durch das Viertel gewährt Einblick in die kubanische Vergangenheit Floridas. 

Einerseits Touristenattraktion, andererseits das Ausgehviertel der Einheimischen: zahlreiche Bars und Restaurants reihen sich in der Seventh Avenue aneinander. Eines davon ist das berühmte Columbia, Floridas ältestes Restaurant und gleichzeitig das größte spanische Lokal weltweit. Weil die spanischen Eroberer den Flamenco-Rhythmus ins Land gebracht haben und er damit Teil der Kultur geworden ist, finden jeden Abend zum Essen Tanzaufführungen statt. Begossen wird das Ganze ganz traditionell mit roter oder weißer Sangria, die der Kellner direkt vor den Augen der Gäste zubereitet. 

DONNA-Tipp: Eine geführte Tour durch das historische Herz von Ybor City sollte man unbedingt einplanen. Zahlreiche Hotels wie das Hilton befinden sich im Herzen der Innenstadt und sind nur wenige Gehminuten vom Tampa Riverwalk entfernt. Leckeres Frühstück in angenehmer Atmosphäre gibt es im Oxford Exchange.  

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Sarasota – Zirkus- und Strandparadies 

Sarasota im Südwesten Floridas gehört zum Besten, was der Sunshine State sonnenhungrigen Touristen zu bieten hat. Besonders wer Strände liebt, wird Sarasota lieben, denn Sarasota County verfügt über 65 Kilometer Küstenlinie, die sich auf dem Festland und auf den vorgelagerten Inseln befinden und trumpft mit einigen der schönsten Stränden der Welt auf.

Jedes Jahr werden Amerikas Strände vom Geowissenschaftler Dr. Stephen Leatherman – auch bekannt als „Dr. Beach“ – unter die Lupe genommen. Schon zweimal (2011 und 2017) überzeugte Siesta Beach den Strandexperten und erhielt die begehrte Auszeichnung „America’s Beach No. 1“. Das liegt wahrscheinlich nicht nur am weichen Puderzuckerstrand, sondern auch an seiner Quarzmischung, die dafür sorgt, dass man sich nicht die Füße verbrennt. Rund 30 Kilometer südlich von Sarasota befindet sich noch Venice Beach, an dem man mit etwas Glück fossile Haifischzähne finden kann. 

Genauso berühmt wie die weißen Sandstrände ist auch Sarasotas Zirkuskultur: Das kulturelle Vermächtnis der Ringling-Familie, die Anfang des 20. Jahrhunderts den größten Zirkus der Welt besaß, lässt sich heute im Ringling Museum of Art sowie im Zirkusmuseum bestaunen. Nachdem John Ringling 1927 in Sarasota das Winterquartier für seinen Zirkus „Ringling Bros Barnum & Bailey“ aufschlug, haben auch andere Zirkusdirektoren und Artisten Sarasota als Heimatstadt auserkoren. 

DONNA-Tipp: An der Bahia Vista Street im Stadtviertel Pinecraft kann man gleich in zwei Restaurants gute, regionale Amish-Küche kosten. Der Dutchman und das Yoder's Restaurant & Amish Village werden von Amischen und Mennoniten betrieben und bieten leckere, hausgemachte Pies an. Zum Übernachten und Golfspielen empfiehlt sich The Resort at Longboat Key Club auf der Insel Longboat Key.

Ein Mann mit Paddlerboard steht im Sonnenuntergang am Strand, im Hintergrund springt eine Person in die Höhe.

Erholungsuchende Urlauber finden in Sarasota kilometerlange Sandstrände, türkisfarbenes Meer und atemberaubende Sonnenuntergänge. Was will man mehr?

Florida Keys – mehr Süden geht nicht

Ein Geheimtipp ist die Strecke zwar schon lange nicht mehr, aber eine Fahrt über den legendären „Overseas Highway“ darf bei einem Florida-Roadtrip definitiv nicht fehlen. Schaut man sich Florida auf der Landkarte an, so fallen gleich mehrere vorgelagerte Inseln auf, die sich vor der Südspitze der Halbinsel zwischen dem Golf von Mexiko und dem Atlantischen Ozean angesiedelt haben: die Florida Keys, eine Kette aus über 200 Koralleninseln mit einer Gesamtlänge von rund 290 Kilometern. Vierzig dieser Inseln sind über den US Highway 1 – den so genannten „Overseas Highway“ – miteinander verbunden. 205 Kilometer und 42 Brücken gilt es zu bewältigen, ehe man in Key West ankommt. Und genau diese dreistündige Fahrt – rechts und links nur türkisfarbenes Meer – macht die Florida Keys so einzigartig. 

Hat man die erste Brücke des Overseas Highways hinter sich gelassen, ist man auf Key Largo, der größten Insel der Florida Keys. Dort befindet sich der John Pennekamp Coral Reef State Park, ein Paradies für Taucher und gleichzeitig der älteste Unterwasserpark der USA. Berühmt-berüchtigt ist er hauptsächlich wegen seiner Unterwasser-Bronzestatue „Christ of the Deep“.

Obwohl man beim Passieren des Overseas Highway durchaus sagen kann, dass der Weg das Ziel ist, wartet am Ende des Weges ein weiteres Highlight: Key West oder "Conch-Republic", also Muschel-Republik, wie sich die Stadt am südlichsten Punkt der USA nennt. Die "Sunset Celebrations" am Mallory Square gehören zum Pflichtprogramm eines jeden Key West Besuchs. Cafés locken mit „Happy Hour“-Angeboten, Straßenkünstler präsentieren ihr Können und Streetfood-Stände leckeres Essen. Sobald die Sonne dann im Meer verschwindet, wird am Mallory Square kollektiv applaudiert und das Leben gefeiert. 

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DONNA-Tipp: In Key Largo am besten eine Ferienwohnung am Meer mieten, zum Beispiel die Ocean Pointe Suites, in Key West hat das 24 North Hotel eine gute Lage. Fürs Abendessen empfehlen wir das Sundowners in Key Largo und das Bagatelle in Key West. 

Miami – das größte Straßenkunstprojekt der Welt

Die meisten Urlauber zieht es auch heute noch auf die Sandbank hinter der Biscayne Bay, auch bekannt als Miami Beach, dem Inbegriff von Strand- und Partyurlaub. Auf Sonnenanbeter und Wassersportler warten 50 Kilometer Sandstrand und das türkisfarbenes Meer des Atlantischen Ozeans. Entlang der Flaniermeile Ocean Drive mit seinem berüchtigten Nachtleben versprühen mehr als 600 denkmalgeschützte, pastellfarbene Art Déco-Gebäude einen Hauch von Luxus und Vergnügen. 

Dass Miami aber nicht nur aus Ocean Drive und South Beach besteht, wird häufig übersehen. Da ist zum Beispiel das Szeneviertel Wynwood nördlich von Downtown Miami, das jahrelang als „No Go Area“ galt. Die einst finstere Gegend aus heruntergekommenen Lagerhallen und verlassene Industriebauten ist heute ein Mekka für Graffitikünstler und die größte Kulturmeile Floridas. Als der New Yorker Immobilienentwickler Tony Goldman das große Potenzial der riesigen, fensterlosen Hausfassaden und Grundstücksmauern erkannte, rief er das wohl größte Straßenkunstprojekt der Welt ins Leben. Seitdem sind Wynwoods Fassaden Leinwände für Graffitikünstler, eine Art Freiluftgalerie. Die Wände werden im Schnitt jedes halbe Jahr übermalt. Jeder, der Rang und Namen in der Szene hat, kommt aus der ganzen Welt nach Wynwood, um eine Fläche zu gestalten. Wer hätte es gedacht – so rettet Kunst einen ganzen Stadtteil vor dem Verfall. 

DONNA-Tipp: Sie haben die Nase voll von Selfies? Dann ist Shoot My Travel genau das Richtige. Das Portal bringt Reisende mit einheimischen Profi-Fotografen in über 250 Destinationen weltweit zusammen. So entstehen professionelle Urlaubsfotos, auf denen keiner mehr hinter der Kamera stehen muss. Als Unterkunft empfehlen wir das Hyatt im Herzen des angesagten Brickell-Viertels in Downtown Miami.

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Allgemeine Reiseinfos für den Florida-Urlaub:

Anreise: Verschiedene Airlines (u.a. Delta, United) fliegen von Deutschland aus mit einem Zwischenstopp nach Panama City Beach. Zurück geht es von Miami non-stop nach Deutschland. Vor Ort kommt man am besten mit dem Mietwagen von A nach B, den Sie am besten vorab buchen, zum Beispiel über billiger-mietwagen.de.

Einreise: EU-Bürger reisen visafrei ein, müssen jedoch vor Abflug online die elektronische Reisegenehmigung ESTA beantragen.

Reisezeit: Florida bietet ganzjährig warme Temperaturen. In den Sommermonaten ist jedoch mit Regen zu rechnen. Für einen Roadtrip eignen sich daher die Monate Oktober bis Mai, auch weil die Luftfeuchtigkeit nicht so hoch ist und keine Hurricane-Gefahr besteht.

Weitere Informationen sind über die Website von Visit Florida zu finden.

Weitere Informationen und Reisetipps finden Sie im Florida-Reiseführer von BAEDEKER:

Cover des Florida-Reiseführers von Baedeker

Der Florida-Reiseführer von Ole Helmhausen und Helmut Linde ist der perfekte Begleiter für einen Roadtrip durch den Sunshine State. Erschienen im BAEDEKER Verlag, um 25 Euro.