Resteverwertung statt Food Waste: 5 Rezepte für leckere Gerichte aus Essensresten

Reifes Obst, altes Brot, gekochte Beilagen – in fast jeder Küche bleiben regelmäßig Reste übrig und landen im Müll. Doch mit der Lebensmittelverschwendung ist jetzt Schluss: Mit diesen fünf Rezeptideen gelingt die kreative Resteküche im Handumdrehen.

Schwarze Schüssel mit Kartoffelsalat und Lamm in Minzsauce

Aus gegarten Kartoffeln und Resten vom sonntäglichen Lammbraten lässt sich am nächsten Tag ein herzhafter Salat zaubern.

Brot, Kartoffeln, überreifes Obst oder schrumpeliges Gemüse: Es sind immer wieder die gleichen Lebensmittel, die in der Mülltonne landen. Dabei könnte man einen beachtlichen Teil dieser Verschwendung vermeiden, indem man überlegter und bewusster einkauft und Reste als zentralen Teil der täglichen Essenszubereitung ansieht. Mit etwas Kreativität und Flexibilität können Sie selbst in altbewährten Rezepten fast alles unterbringen, was Sie im Kühlschrank haben. Mit Resten zu improvisieren kann außerdem sehr befreiend wirken: Man wirft unbekümmert dies und jenes in den Topf und hegt keine hohen Erwartungen. Und hat im Handumdrehen etwas zubereitet, bei dem man sich fragt: „Warum habe ich das nicht schon längst probiert?“ Hier sind fünf Rezeptideen für leckere Gerichte aus übrig gebliebenem Essen.

Aus dem Kochbuch „Restlos gut“ von Hugh Fearnley-Whittingstall: 

1. Kartoffelsalat mit Lamm und Minzsauce

Ein schneller, herzhafter Salat. Verwenden Sie Reste von gegarten Kartoffeln, falls vorhanden, oder kochen Sie sie frisch. Mischen Sie die Kartoffeln, solange sie noch warm sind, mit der Minzsauce, dann nehmen sie umso mehr Aroma auf. 

Zutaten für 4 Personen: 

  • ca. 500 g frische oder gekochte neue Kartoffeln
  • 3 EL Minzsauce
  • 200-300 g gegartes Lamm, in Streifen geschnitten oder zerpflückt
  • ca. 100 g gekochte grüne Bohnen 
  • ca. 100 g gekochte Erbsen
  • 4-5 Frühlingszwiebeln, fein gehackt
  • frische Kräuter (Kerbel, Petersilie, Minze, Dill), grob gehackt (je 2-3 EL)
  • schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • Salz 

Zutaten beim Backen ersetzen: Alternativen für Milch, Ei und Mehl

Zubereitung: 

Bereits gekochte Kartoffeln einfach in mundgerechte Stücke schneiden und in der Minzsauce wenden.

Frische Kartoffeln vor dem Kochen bürsten, größere Exemplare halbieren. In einem Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Die Kartoffeln ins Wasser geben, erneut zum Kochen bringen und 10 bis 15 Minuten weich kochen. Die Kartoffeln abtropfen lassen, in eine Schüssel geben und in der Minzsauce wenden, solange sie noch warm sind.

Lamm, Bohnen, Erbsen, Frühlingszwiebeln und Kräuter hinzufügen. Alles gut mischen, mit Salz und Pfeffer würzen und servieren.

Alternativen:

  • Ersatz für Minzsauce: Fügen Sie statt der Minzsauce eine Handvoll frisch gehackte Minze und je 1 Esslöffel Wein- oder Apfelessig und Olivenöl hinzu, dazu Salz, Pfeffer und eine kräftige Prise Zucker.
  • Ohne Frühlingszwiebeln: Nehmen Sie stattdessen in feine Ringe geschnittene rote Zwiebel oder eine fein gewürfelte Schalotte.
  • Anderes Fleisch: Wer kein Lamm mag oder übrig hat, kann auch den restlichen Schweinebraten vom Vortag verwenden. Im Salat mit Kartoffeln und Apfelsauce schmeckt er mindestens genauso gut. Alternativ harmonieren auch Rinderbraten mit Kartoffeln und Meerrettich oder gebratenes Huhn mit in verdünnter Bratensauce gewendeten Kartoffeln. 

Tipps:

  • Gelierte Bratensauce kann zerkleinert und zu einer einfachen Vinaigrette für den Salat verrührt werden. 
  • Gehackte Kräuter sorgen für mehr Frische: Petersilie passt zu jedem Fleisch, Minze ist ideal zu Schweinefleisch, Estragon oder Kerbel zu Huhn, Dill zu Rindfleisch.

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2. Arancini-Frikadellen aus Reis

Holzbrett mit drei Arancini-Frikadellen aus Risotto, Käse und Kräutern

Bereits die schlichte Variante der Arancini-Frikadellen mit Käse schmeckt ausgezeichnet, aber Reste von Fleisch oder Gemüse verleihen ihnen das gewisse Etwas.

Eine der leckersten Verwendungsmöglichkeiten für Risottoreste sind diese italienisch angehauchten Reisbällchen. Die Original-Arancini werden frittiert und enthalten einen Kern aus geschmolzenem Mozzarella. Dagegen sind diese Frikadellen viel unkomplizierter herzustellen und werden in weniger Öl gebraten. 

Zutaten für 6 Stück:

  • 250-350 g kalter gegarter Risottoreis
  • 50-70 g Parmesan oder anderer Hartkäse, gerieben
  • Reste von gegartem Fleisch oder Fisch, klein zerpflückt oder gehackt
  • gegartes Gemüse, etwa Pilze oder Zucchini, klein gehackt
  • Erbsen (nach Belieben)
  • Kräuter mit weichen Blättern wie Petersilie, Dill, Liebstöckel, Kerbel, Schnittlauch, gehackt (nach Belieben)
  • 1 Ei, aufschlagen, zum Binden (falls nötig)
  • schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • Salz

Für die Panade:

  • Mehl
  • 1-2 Eier, leicht aufgeschlagen 
  • einige Handvoll feine Semmelbrösel
  • Sonnenblumenöl zum Braten

Zubereitung: 

Den kalten Risottoreis in eine Schüssel geben und den Käse unterrühren. Nach Wunsch passende Reste von gegartem Fleisch, Fisch oder Gemüse hineingeben. Nach Wunsch fein gehackte Kräuter hinzufügen, abschmecken und bei Bedarf mit Salz und Pfeffer nachwürzen. Alles gut mischen. Der Teig sollte so klebrig sein, dass er zusammenhält. Falls nötig noch etwas Ei zum Binden dazugeben.

Aus der Masse walnuss- bis golfballgroße Kugeln rollen, dann diese leicht flach drücken, sodass dicke Frikadellen entstehen. Mit Mehl bestäuben, dann in aufgeschlagenem Ei und anschließend in Semmelbröseln wenden. Es reicht aber auch, sie nur mit Mehl zu bestäuben.

In einer großen beschichteten Pfanne etwa 1 cm hoch Öl mittel bis stark erhitzen. Die Frikadellen – portionsweise, falls nötig – sanft anbraten, bis sie außen goldbraun und in der Mitte dampfend heiß sind. Sofort servieren.

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Tipps:

  • Mit Füllung: Für große Arancini mit Überraschungsfüllung vor dem Bestäuben bzw. Panieren jeweils zwei Frikadellen nehmen, in die Mitte eine Vertiefung drücken, in eine der beiden eine Füllung geben, mit der zweiten bedecken und zusammendrücken, sodass die Füllung fest umschlossen wird. Mit dem Rest ebenso verfahren. Braten wie oben beschrieben und heiß servieren.
  • Varianten der Füllung: Würfel von Mozzarella oder Blauschimmelkäse, gebratene Pilze und gekochte Erbsen, gehackter Schinken, gekochter Spinat und Pinienkerne, gemischt mit weichem Ziegenkäse.

Aus dem Kochbuch „Clever kochen – null Abfall“ von Giovanna Torrico & Amelia Wasiliev:

3. Panzanella aus altem Brot

Teller mit toskanischem Panzanella-Salat aus altem Brot und Tomaten

Panzanella ist vermutlich der weltweit bekannteste italienische Salat. Mit frischen Tomaten und Basilikum vereint er die typischen Aromen des Landes. 

Zubereitungszeit: 25 Minuten

Zutaten für 4 Personen: 

  • 2 EL Weißweinessig
  • 4 Scheiben altbackenes Sauerteigbrot, ohne Rinde
  • 1 rote Zwiebel, fein geschnitten
  • 1 Gurke, in Scheiben geschnitten
  • 400 g reife Tomaten, in Stücke geschnitten
  • 6 EL Olivenöl 
  • 1 Bund Basilikum, Blätter abgezupft
  • schwarzer Pfeffer
  • Salz 

Zubereitung: 

1 EL Weißweinessig in einer Schüssel mit 5 EL Wasser vermischen. Das Brot darin einweichen. Dann das Brot gut ausdrücken, um möglichst viel Wasser zu entfernen, in Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Zwiebel, Gurkenscheiben und Tomaten hinzufügen. Von Hand vermischen, dann den restlichen Essig, Öl, Salz und Pfeffer hinzufügen. Das Basilikum beigeben, vermischen und servieren.

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4. Kuchen mit Orangenschalen und Mandeln

Kuchen aus gekochten Orangenschalen und Mandeln mit Schokolade garniert

Orangenschalen nach dem Auspressen nicht wegwerfen – sie lassen sich zu einem leckeren Orangenkuchen verarbeiten. Achten Sie darauf, nur ungespritzte Früchte zu verwenden.

Verwenden Sie die Schale Ihrer ausgepressten Orangen für diesen köstlichen Kuchen. Auch Orangen, die ihren Höhepunkt schon überschritten haben, können Sie noch verwenden. Schneiden Sie die weichen oder fauligen Teile weg, und verwenden Sie den Rest für diesen Kuchen.

Zubereitungszeit: 2 Stunden 

Zutaten für 1 Kuchen: 

  • 4 ausgepresste unbehandelte Orangenhälften
  • 5 Eier, verquirlt
  • 200 g gemahlene Mandeln
  • 200 g Zucker
  • ¾ TL Backpulver
  • Butter oder Öl für die Form
  • 100 g dunkle Schokolade, geschmolzen

Zubereitung: 

Die Orangenhälften in einen Kochtopf geben, mit Wasser bedecken und aufkochen. 75 Minuten zugedeckt kochen lassen, dabei die Wassermenge regelmäßig überprüfen. Abkühlen lassen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Springform von 20 cm Durchmesser fetten.

Die Orangen grob hacken und im Blitzhacker oder Mixer pürieren. Die restlichen Zutaten, außer der Schokolade, hinzufügen und daruntermixen. Den Teig in die Kuchenform füllen und glatt streichen. Im Ofen 35 bis 40 Minuten backen. Abkühlen lassen und dann mit der geschmolzenen Schokolade dekorieren

Tipp: Anstatt gemahlenen Mandeln können Sie auch gemahlene Wallnüsse verwenden.

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Aus dem Kochbuch „Resteküche“ von Ingrid Pernkopf:

5. Serviettenknödel

Teller mit verschiedenen, aufgeschnittenen Serviettenknödeln

Serviettenknödel sind der perfekte Begleiter zu herzhaften Fleischgerichten und lassen sich mit Kräutern, Gemüse oder Speck nach Lust und Laune abändern.

Zutaten:

  • 200 g Toastbrot (oder beliebiges Brot, Semmeln, nicht zu altbacken)
  • 100-130 ml warme Milch
  • 2 Eier
  • 130 g Sauerrahm oder Topfen, Joghurt, Frischkäse, Crème fraîche (oder eine Mischung aus Resten)
  • 1 Prise geriebene Muskatnuss
  • Salz,
  • weißer Pfeffer
  • 20 g zerlassene Butter

Zubereitung: 

Toastbrot in große Stücke zerteilen, mit warmer Milch übergießen und ca. 10 Minuten stehen lassen. Eier, Sauerrahm, Gewürze und zerlassene Butter untermengen, würzig abschmecken.

In Frischhaltefolie oder ein geöltes Baumwolltuch eindrehen, in kochendes Salzwasser einlegen und je nach Größe ca. 30 Minuten kochen. Evtl. mit einem kleineren Deckel beschweren, sodass der Serviettenknödel auch an der Oberseite gleichmäßig durchgart.

Herausnehmen, kurz ausdampfen lassen, vorsichtig auswickeln und in Scheiben schneiden.

Alternativen: 

Masse mit angeschwitzten Pilzen, gerösteten Speckwürfeln, gekochtem Gemüse und Getreide, Wiesen­-, Garten-­ und Wildkräutern ergänzen.

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Tipps:

  • Sollte die Masse sehr weich geraten, am besten in eine Frischhaltefolie wickeln, da im Gegensatz zum Baumwolltuch so weniger Kochflüssigkeit aufgenommen wird.
  • Bei Verwendung von sehr trockenem Brot Flüssigkeitsmenge erhöhen.
  • Fertig gegarte Knödel können gut eingefroren werden: ca. 2 cm dicke Scheiben in Frischhaltefolie wickeln und tiefkühlen. Im Kühlschrank auftauen lassen, im Wasserdampf oder Dampfgarer erwärmen und eventuell in heißer Butter kurz anbraten.