Einkaufstipps: Lebensmittel, die Sie besser tiefgekühlt kaufen

Bei Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch schwören viele auf „frisch ist besser“. Doch das stimmt nicht immer: DONNA erklärt Ihnen, welche Lebensmittel Sie lieber tiefgekühlt kaufen sollten und gibt Einkaufstipps für Tiefkühl-Ware.

Nahaufnahme von tiefgekühlten Fischstäbchen, Well-Pommes, Möhrenscheiben, Brokkoli- und Blumenkohlröschen

Frische Lebensmittel sind gesünder – oder? DONNA erklärt, wann Sie Obst, Gemüse und Fisch lieber tiefgekühlt kaufen sollten.

Knackiges, frisches Obst und Gemüse oder frisch gefangener Fisch sind nicht nur lecker, sondern auch unschlagbar gesund. Doch wer lebt schon so günstig, dass er die Lebensmittel direkt vom Feld ernten oder Meeresfrüchte und Fische fangfrisch in die Pfanne geben kann? Nicht viele. Und hier liegt auch schon die Schwierigkeit bei frischen Nahrungsmitteln und ihrem Nährstoffgehalt. DONNA gibt Einkaufstipps und beantwortet die Frage, in welchen Fällen Sie tiefgekühlte Lebensmittel frischen Waren vorziehen sollten.

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Nährstoffe gehen bei frischer Ware auf langen Transportwegen verloren

Sehr schnell verliert frische Ware ihre Nährstoffe wie Vitamine, Mineralien und Antioxidantien. Lebensmittel in Geschäften und Supermärkten haben bis zu ihrer Ankunft oft bereits einen langen Transportweg, eine Zeit der Lagerung sowie Verpackungs- und Ausstellungsprozeduren hinter sich. Das geht natürlich auf Kosten der Nährstoffe.

Für alle, die nicht den Vorteil haben, auf dem Bauernhof oder direkt am Meer zu wohnen, bietet sich jedoch die Tiefkühlkost an. Diese ist nämlich weitaus besser als ihr Ruf und kann auf unterschiedliche Weise punkten: Die Auswahl an tiefgekühlten Produkten ist nicht nur vielfältig, unabhängig von Jahreszeiten und schnell zu verarbeiten, sondern auch weniger verschwenderisch. Schließlich taut man nur das auf, was man braucht, der Rest bleibt in der Gefriertruhe – vergammelte Waren wegzuwerfen kommt hier also wesentlich seltener vor als bei frischen Lebensmitteln. Und wie sieht es mit der Gesundheit aus?

Die Wunderwaffe: Schockfrostung

Gar nicht so schlecht. Gemüse und Obst werden zum bestmöglichen Zeitpunkt geerntet, verarbeitet und schnell tiefgefroren. Ebenso verhält es sich mit Fischen und Meeresfrüchten, die noch auf dem Kutter sofort einer Schockfrostung unterzogen werden. Das konserviert Vitamine und Mineralstoffe und erhält sie über Monate hinweg – anders als bei der Frischware. Und dafür sind noch nicht einmal Konservierungsstoffe zur Haltbarmachung notwendig, sondern nur tiefe Kälte. Kein Wunder also, dass einige tiefgekühlte Produkte in puncto Nährstoffe sogar die Nase vorne haben.

Dieser gesundheitliche Aspekt zeigt sich auch im Handel, denn der Absatz an Tiefkühlprodukten steigt jährlich: Nach Informationen des Deutschen Tiefkühlinstituts e.V. (dti) lag der Pro-Kopf-Verbrauch von tiefgekühlter Ware im Jahr 2016 bei 45,4 Kilogramm, für 2017 wird ein Plus von zwei Prozent prognostiziert. Doch Tiefkühlkost ist nicht gleich Tiefkühlkost. Ein Großteil der gefrorenen Ware sind Fertiggerichte, die durch ihre Zusammensetzung oft nicht förderlich für die Gesundheit sind. Beim Griff in die Kühltruhe also lieber auf das natürliche Produkt zurückgreifen und selbst zubereiten – so zum Beispiel beim Rahmspinat. Neben dem Spinat gibt es noch weitere Lebensmittel, die tiefgefroren oft besser abschneiden als die frische Variante.

Farbenfroh und gesund: Gemüse aus der Tiefkühltruhe

Vitamin C ist ein aus gesundheitlicher Sicht ein Alleskönner und in zahlreichen Gemüsesorten enthalten. Doch es ist auch sehr empfindlich und reagiert sehr schnell auf Wärme, Licht und Sauerstoff. Transport und Lagerung zehren an den Nährstoffen frischer Waren. Und auch zuhause ist dieser Verfall nicht aufzuhalten: Lagert man Gemüse bei Zimmertemperatur, kann es bis zu 20 Prozent des Vitamingehalts verlieren – und das pro Tag. Anders beim Tiefkühlgemüse: Durch die Schockfrostung bleiben Mineralien, Antioxidantien, Vitamine und die empfindliche Zellstruktur erhalten.

Die meisten Sorten werden zudem direkt nach der Ernte blanchiert, bevor sie bei sehr tiefen Minusgraden eingefroren werden. Das erhält nicht nur die Nährstoffe und die schönen Farben – sehr gut bei tiefgefrorenen Erbsen zu sehen –, sondern reduziert auch die Keimzahl auf der Oberfläche. Besonders geeignete Gemüsesorten für den Tiefkühler sind neben Spinat und Erbsen auch grüne Bohnen, Broccoli, Mais und Artischocken. 

Wussten Sie schon? Tiefgekühlter Spinat hat nach dem Kochen einen höheren Anteil an Vitamin C als die gekochte frische Variante! Weitere Pluspunkte des Tiefkühlgemüses: Das Portionieren ist spielend einfach und obendrein ist die Zubereitung schnell und unkompliziert, da Waschen, Schneiden und Co. entfallen.

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Tiefkühl-Fisch: Frischer als frisch

Meeresfrüchte und Fische fangfrisch zubereitet lassen Urlaubsstimmung aufkommen. Im Alltag ist der frische Fisch aber oftmals gar nicht mehr so frisch. Nicht nur Spitzengastronomen, die nicht am Meer angesiedelt sind, schwören auf Tiefkühlware, die bei einwandfreier Qualität nicht nur geschmacklich gut abschneidet, sondern zusätzlich ein Sicherheitsfaktor ist. Auch das Max Rubner-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, erklärt: „Frischer als aus der Tiefkühltruhe landet kein industriell oder handwerklich verarbeitetes Seefischprodukt auf dem Teller des Verbrauchers.“

Diese konservierte Frische kommt dem Geschmack, den Nährstoffen – beim Fisch vor allem Jod, Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren und Magnesium – und dem Aussehen zu Gute. Zudem bietet die Tiefkühlware eine breite Auswahl an verschiedensten Fisch- sowie Meeresfrüchtesorten und ist meist unkompliziert und schnell zubereitet: zeitraubendes Schuppen, Entgräten und Portionieren entfällt.

Tiefgekühltes Obst versus frische Früchtchen

Natürlich gibt es nichts schöneres, als frisches Obst direkt vom Baum oder Strauch in den Mund zu stecken – und nicht nur Kinder lieben das Kirschen- und Beerenpflücken. Doch die Saison bestimmter Obstsorten ist sehr begrenzt, Ware aus anderen Ländern ist meist lange unterwegs. Genau wie beim Gemüse leiden bei Obst die Zellen und Nährstoffe unter dem Transport und der Lagerung, weshalb Sie frisches Obst bevorzugt regional und saisonal kaufen und genießen sollten.

Das heißt aber nicht, dass Sie die restliche Zeit ganz ohne die leckeren Früchte auskommen müssen. Für viele Gerichte und Getränke muss es nicht immer die frische Variante sein, die in Sachen Konsistenz ohne Zweifel die Nase vorne hat. Zum Backen, für Soßen und Marmeladen, köstliche Desserts oder Drinks wie Smoothies und Cocktails können ganz ohne Geschmacksverlust Obstsorten – vor allem Beeren – aus dem Tiefkühlregal genommen werden. Im Gegensatz zur frischen Ware, die lange unterwegs war, hat nämlich auch hier die gefrorene Variante in Sachen Vitaminen, Antioxidantien und Co. die Nase vorne.

Einkaufstipps für Tiefkühlkost: Was ist zu beachten?

Bereits im Geschäft gibt es Hinweise auf die Qualität und etwaige Mängel von tiefgefrorenen Lebensmitteln, die Sie bei der Wahl der Waren beachten sollten:

  • Achten Sie auf die Füllhöhe und Temperatur der Tiefkühltruhe im Supermarkt. Werden die Produkte zu hoch gestapelt (Farbmarkierungen an der Truhe), sind die oberen Waren meist nicht ausreichend gekühlt. Überprüfen Sie auch die Kälte (mindestens Minus 18 Grad) anhand des Thermometers, das per Gesetz für Kunden sichtbar angebracht werden muss.
  • Licht- und Sauerstoffschutz für Fisch und Meeresfrüchte: Gerade fetthaltige Nahrungsmittel aus dem Meer wie zum Beispiel Lachs leiden unter zu viel Lichteinfall – das Öl wird schnell ranzig. Diese Produkte sollten Sie also nie in durchsichtigen Verpackungen kaufen, da Geschmack und Qualität merklich darunter leiden. Auch Sauerstoff macht den Meeresprodukten zu schaffen, sorgt für schnelleres Austrocknen und höhere Verderblichkeit. Daher sollte auf den Hinweis „glasiert“ geachtet werden, der versichert, dass die Produkte vor dem Einfrieren zuerst mit Eiswasser besprüht wurden – diese dünne Eisschicht schützt die Ware vor dem Sauerstoff.
  • Vorsicht beim beliebten Schütteltest von Tiefkühlwaren: Zwar hört man beim Schütteltest, ob einzelne Teile des Gefrierguts zu einem großen Eisblock „verschmolzen“ sind – zum Beispiel bei Erbsen –, doch das heißt noch lange nicht, dass die Kühlkette unterbrochen und das Produkt somit angetaut und wieder eingefroren wurde. Eiskristalle bilden sich nämlich auch bei Minus 18 Grad und weniger, die Tiefkühlware kann also auch so verklumpen. Zu kräftiges Schütteln schadet zudem den Nahrungsmitteln.
  • Achten Sie auf die Haltbarkeit der Produkte und die Sternekennzeichnung für Gefrierfächer.
  • Auch zuhause sollten Sie tiefgekühlte Lebensmittel noch einmal unter die Lupe nehmen: „Schnee“ in der Packung weist darauf hin, dass die Kühlkette unterbrochen wurde – Vorsicht also vor allem bei schnell verderblichen Produkten wie Fisch. Absolut zu vermeiden ist der gefürchtete Gefrierbrand (Sauerstoff bedingte trockene Stellen), der leicht daran zu erkennen ist, dass die Lebensmittel graue Flecken an den Rändern aufweisen. Vor allem Fleisch, Geflügel und Torten sind oftmals davon betroffen. Zwar ist Gefrierband in der Regel nicht gefährlich, aber Nährwertgehalt und vor allem der Geschmack leiden darunter.

Fazit: Also lieber frisch oder doch tiefgekühlt?

Wer Lebensmittel ganz frisch in die Hände bekommt, sollte das natürlich ausnutzen – vor allem wegen der enthaltenen Nährstoffe. Sie schmecken oft besser als die tiefgekühlte Ware und haben meist eine bessere Konsistenz. Doch sogar saisonale und regionale Produkte haben manchmal längere Transport- und Lagerungszeiten – tiefgekühlte Lebensmittel weisen dann den gleichen oder sogar einen höheren Nährstoffgehalt auf. Außerdem bieten tiefgefrorene Lebensmittel durch ihre Bandbreite viel Abwechslung zu jeder Jahreszeit, sind schnell zuzubereiten und gut portionierbar. Achten Sie beim Kauf von frischer Ware immer auf das Herkunftsland und den Frischezustand der Lebensmittel. Falls Sie davon nicht überzeugt sind, ist der Griff in die Tiefkühltruhe oft eine gute Alternative.