Laut, echt, bunt: Schauspielerin Tracee Ellis Ross im DONNA-Porträt

Tracee Ellis Ross hat eine sehr berühmte Mutter und einen sehr eigenen Kopf. Doch damit nicht genug: Kreative Ideen und kämpferische Energie hat sie auch. Die Schauspielerin im DONNA-Porträt.

Schauspielerin Tracee Ellis Ross auf dem roten Teppich des CBS' 'The Carol Burnett Show 50th Anniversary Special' im Oktober 2017

Was für eine Powerfrau: Tracee Ellis Ross muss sich mit ihrem eigenen Erfolg als Schauspielerin, Mode-Ikone und Vorbild für andere Frauen garantiert nicht hinter ihrer berühmten Mutter verstecken.

Nein, sie ist keine traurige „Tochter von“: Tracee Ellis Ross (geb. 1972) hat zwar irgendwann den Namen ihrer berühmten Mutter Diana Ross an den ihres jüdischen Vaters Robert Ellis Silberstein angehängt und spricht sehr liebevoll von ihrer „Mama“. Aber sich darauf ausruhen, die Nachfahrin einer Motown-Legende zu sein? Nix da!

Ellis Ross ist ein eigensinniger, unabhängiger Mensch – im besten, inspirierendsten Sinne. Angefangen hat sie als Model; das Fernsehpublikum lernte sie in der Sitcom „Girlfriends“ kennen. Aktuell kann man sie als Dr. Rainbow in der vierten Staffel der Serie „Black-ish“ (z. B. über Amazon Prime Instant Video) sehen, für die sie im vergangenen Jahr mit einem Golden Globe als beste Serien-Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde.

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Zu Recht: Ellis Ross spielt darin die Mutter einer afroamerikanischen Mittelstandsfamilie, die in einer vorwiegend weißen Umgebung nach ihrer wahren Identität forscht, und sie tut das herrlich crazy und (ja, das geht!) auf humorvolle Weise politisch. Vermutlich ist Tracee Ellis Ross deswegen derart großartig in dieser Rolle, weil so viel von ihr selbst drinsteckt.

Da ist zunächst die bunte Herkunftsfamilie, in der ihr Vater ein Kind aufzog, mit dem Diana Ross bei der Hochzeit schwanger war – von einem anderen Mann. Später folgten neue Ehemänner und neue, halb-schwedische Halbgeschwister. Trotzdem: Es herrschte offenbar eitel Sonnenschein in der Riesensippe. Und dann ist da noch Ellis Ross’ eigener Facettenreichtum: Wer nach wie vor der Überzeugung anhängt, man könne entweder nur Fashion-Fan oder nur Feministin sein, dem sei ein Besuch auf ihrer Website empfohlen. Dort hört man Tracee mit der gleichen Verve über das Recht auf Kinderlosigkeit sprechen wie über ihren Afro oder die Wichtigkeit von Verletzlichkeit.

Und das ist richtig gut. Weil es so echt ist und so farbig wie das Leben selbst. Die Frau hat sehr sichtbar keine Angst davor, von irgendjemandem in eine Schublade gesteckt zu werden. Oder davor, sich auch mal hässlich zu machen. Dieses Temperamentpaket schlägt die Stirn in Falten, lacht zu laut und zu dreckig, reckt die große Nase in die Luft – und ist gerade deshalb zum Niederknien schön.