Reise-Guide: Unterwegs mit der Transsibirischen Eisenbahn

Die unendliche Weite Russlands und das Tor nach Asien hautnah erleben: Eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn ist für viele ein lange gehegter Traum. Die wichtigsten Tipps zur Reiseplanung und lohnenswerten Zwischenstopps finden Sie bei DONNA Online.

Blick aus dem Zugfenster der Transsibirischen Eisenbahn auf Zugstrecke und Birkenwald in Russland

Ein Ausblick, der kaum typischer für Russland sein könnte: ein satter Birkenwald, fotografiert aus dem Fenster der Transsibirischen Eisenbahn.

Ob Russlandfan, Abenteuerurlauber oder Pauschaltourist: Eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn, umgangssprachlich auch „Transsib“ genannt, steht bei vielen ganz oben auf der Wunschliste. Worauf Sie bei der Reiseplanung achten sollten, mit welchen Kosten das Eisenbahnabenteuer verbunden ist und welche Hot Spots sich auf der längsten Eisenbahnstrecke für einen Zwischenstopp lohnen, lesen Sie hier.

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Mammutprojekt Transsib: Die Anfänge der Transsibirischen Eisenbahn

Bereits in den 1850er-Jahren kamen Pläne für ein Eisenbahnprojekt auf, das im damaligen Zarenreich Russland eine bis dato nie dagewesene Dimension besaß und die schleppend verlaufene Industrialisierung des Riesenlandes vorantreiben sollte. Ziel war es, den europäischen Teil Russlands mit dem wesentlich größeren Teil auf dem asiatischen Kontinent zu verbinden. Darüber hinaus stellte eine Reise auf die andere Seite des Landes im 19. Jahrhundert ein fast unmögliches Vorhaben dar. Die neue Eisenbahnstrecke sollte auch für den Transport militärischer Güter an wichtige Knotenpunkte, beispielsweise das am Pazifik gelegene Wladiwostok, gewinnbringend sein und so zugleich das Einflussgebiet des Zarenreichs ausweiten.

Am 1. Juni 1891 begann der Bau der heutigen Transsibirischen Eisenbahn (russisch: „Transsibirskaja Magistral’“) mit der Grundsteinlegung durch Thronfolger Nikolaj Alexejewitsch (später bekannt als Zar Nikolaj II.). 1916 und damit ganze 25 Jahre später war der Bau der „Großen Sibirischen Bahn“ (russisch: „Welikij Sibirskij Put’“), an dem teilweise bis zu 80 000 Arbeiter gleichzeitig beschäftigt waren, vollendet.

Mit einer Gesamtstrecke von 9288 Kilometern ist die Transsibirische Eisenbahn bis heute die längste befahrene Eisenbahnstrecke der Welt, die zwei Kontinente, acht Zeitzonen, 16 größere Flüsse, etwa 400 Haltestellen und 87 Städte durchquert.

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Die Qual der Wahl: Diese Routen legt die Transsib zurück

Wer eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn plant, sollte sich zunächst Gedanken über seine Wunschroute machen: Neben der klassischen Route mit Start am Jaroslawler Bahnhof in Moskau – dem Ausgangspunkt der Transsib seit mehr als 70 Jahren – bis an den Pazifik nach Wladiwostok, stehen zwei weitere Routen zur Wahl.

Landkarte auf der die drei Routenverläufe der Transsibirischen Eisenbahn eingezeichnet sind

Die Einzelrouten der Transsibirischen Eisenbahn mit Transmongolischer Linie (Gelb), Transmandschurischer Linie (Violett) und Baikal-Amur-Magistrale (Grün).

Die zweite und äußerst beliebte Bahnstrecke der Transsib führt von der russischen Haupstadt zum Baikalsee, wo die Eisenbahn schließlich einen Kurswechsel in Richtung Mongolei vollzieht und über die mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar bis in Chinas Hauptstadt Peking fährt – die Transmongolische Route. Auf der Transmandschurischen Route nimmt die Eisenbahn nach Umquerung des Baikalsees Kurs auf China mit Endziel ebenfalls in Peking. Auf der Abbildung zu sehen ist außerdem die Baikal-Amur-Magistrale, die parallel zur russischen Transsib-Route ab dem östlichen Teil Sibiriens bis an den Pazifik verläuft, streng genommen aber nicht zur Transsibirischen Eisenbahn gehört und einst als deren Gegenstück gebaut wurde.

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Reisevorbereitung: Das müssen Sie zu Visum, Tickets & Co. wissen

Eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn ist für spontane Urlaube weniger geeignet und will gut vorbereitet sein. Was Sie bei der Planung der Bahnreise beachten sollten und welche Zugkategorie die Richtige für Sie ist, erklären wir hier:

Wo kann ich Fahrkarten für die Transsibirische Eisenbahn kaufen?

Bislang gibt es Fahrkarten nur an den offiziellen Fahrkartenschaltern im jeweiligen Ort, die Tickets für die innerrussische Route inzwischen auch online auf der offiziellen Website der Russischen Eisenbahn – allerdings sind nicht alle Verbindungen auf Englisch und Tickets maximal 45 Tage vor Reiseantritt buchbar. Die komplizierte Ticketbeschaffung ist der Grund, warum viele Reiseveranstalter Transsib-Fahrkarten zum Kauf anbieten. Bei der Buchung über einen Drittanbieter sollten Sie unbedingt sicherstellen, dass es sich um eine seriöse Agentur handelt und Sie nicht in eine Abzockfalle geraten. Informieren Sie sich im Vorfeld ausreichend über den Anbieter, den Sie für die Buchung ins Auge gefasst haben – zum Beispiel, indem Sie Erfahrungsberichte anderer Reisender lesen.

Beim Kauf von Zugfahrkarten in Russland – online und offline – müssen Sie immer Ihren Reisepass vorzeigen und Ihre Passnummer angeben. Beim Einsteigen in den Zug werden diese Angaben vom Bahnpersonal mit den Daten auf Ihrem Ticket abgeglichen. Als Ausländer müssen Sie außerdem ein gültiges Visum vorweisen können (zum Visum später mehr). Daher sollten Sie gleich beim Ticketkauf prüfen, ob Ihre persönlichen Daten korrekt auf dem Ticket angegeben sind, da Sie ansonsten mit Problemen beim Boarding des Zuges rechnen müssen – russisches Bahnpersonal kennt auch gegenüber ausländischen Reisenden oft keine Gnade!

DONNA-Tipp: Wenn Sie Ihr Transsib-Ticket bereits in Deutschland buchen wollen, Drittanbietern aber nicht vertrauen, hilft ein Besuch an einem Fahrkartenschalter der Deutschen Bahn. Mitarbeiter der DB können theoretisch Tickets für die Transsibirische Eisenbahn ausstellen, eventuell kann es jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis Sie gemeinsam mit dem Personal die passende Verbindung ausfindig gemacht haben. Wenn Ihnen die Ansprechpartner der Deutschen Bahn keine Auskunft geben können, bitten Sie sie nach einem telefonischen oder direkten Kontakt zur Abteilung für internationale Bahnreisen.

    Russisches Dorf mit Holzhäusern auf der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn

    Irgendwo im Nirgendwo: ein Dorf entlang der klassischen Route der Transsibirischen Eisenbahn.

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    In der Transsib ticken die Uhren anders: Das sollten Sie auf der Reise beachten

    Um den Passagieren ihre Reise zu vereinfachen, hat die Russische Eisenbahn vor einigen Jahren festgelegt, dass alle Abfahrts- und Ankunftszeiten auf den Fahrkarten in Moskauer Zeit angegeben werden. Das bedeutet aber auch, dass Sie als Passagier immer ausrechnen müssen, zu welcher tatsächlichen Ortszeit Ihr Zug abfährt, wenn Sie sich bereits in einer anderen Zeitzone befinden. Und: Anders als in Deutschland wird die Abfahrt der russischen Züge meist nicht durch einen Signalpfiff angekündigt. Daher ist es empfehlenswert, das Smartphone oder eine separate Armbanduhr während der gesamten Reise auf Moskauer Zeit gestellt zu lassen, um nicht – im schlimmsten Fall ohne Gepäck – an einem russischen Bahnhof zu stranden.

    Welche Ticketkategorien stehen bei der Buchung zur Wahl?

    Russische Linienzügen bieten drei Ticketkategorien an, die Sie auch für die Transsib buchen können. Auf internationalen Strecken kann es jedoch vorkommen, dass es keine 1. oder 3. Klasse gibt. Vorab müssen Sie entscheiden, ob Sie die gesamte Fahrt über einen professionellen Reiseveranstalter buchen, dann aber auch mit wesentlich höheren Reisekosten rechnen müssen (mehr dazu weiter unten), oder ob Sie sich Ihre persönliche Wunschroute individuell zusammenstellen.

    Leider bietet die Russische Bahn bislang keine Hop-on-/Hop-off-Tickets für die Transsibirische Eisenbahn an. Wer also nicht die gesamte Strecke ohne Pause durchfahren möchte, sollte dies bei der Ticketbuchung beachten und je nach gewünschten Zwischenstopps mehrere Einzeltickets buchen. Hierbei gilt die Faustregel: Je mehr Stopps, desto teurer werden die Gesamtkosten für die Fahrkarten. Reisende, die einmal die gesamte Route ohne Halt bis an den Pazifik fahren, kommen also günstiger weg. Längere Strecken mit der Transsib sind zudem günstiger als kürzere Strecken: Die Fahrt bis zum Baikalsee zum Beispiel kostet anteilig mehr als die Non-Stop-Strecke Moskau-Wladiwostok, die etwa sechs Tage dauert.

    Bei der Preisfindung orientiert sich die Russische Bahn an der Nachfrage. So kann es vorkommen, dass das Ticket für ein- und denselben Zug zwei Wochen später für mehrere hundert Rubel günstiger erhältlich ist, wenn die Ticketnachfrage zu dieser Verbindung gering ist. Genauso können die Ticketpreise an beliebten Reisedaten schnell teuerer werden. Und: Manche Züge verkehren nur an bestimmten Wochentagen, beispielsweise nur montags und mittwochs. Auch das sollten Sie bei der Reiseplanung beachten, wenn Sie zum Beispiel Ihren Weiterflug am Ziel der Eisenbahnstrecke pünktlich erreichen wollen.

    Bei der Buchung Ihrer Transsib-Tickets haben Sie die Wahl zwischen den folgenden Kategorien:

    3. Klasse: „Platzkartnyi“/Platzkarte

    Die preiswerteste Ticketkategorie der Russischen Bahn – und für Westeuropäer zugleich die Abenteuerlichste – ist die sogenannte „Platzkartnyij“. Es handelt sich dabei um ein Ticket für ein Transsib-Großraumabteil in der 3. Klasse, der niedrigsten Abteilkategorie. Dementsprechend erwartet Sie hier der geringste Komfort mit 53 Mitfahrern im selben Abteil. Wenn Sie jedoch in Kontakt mit anderen Reisenden und der russischen Lebensweise und Herzlichkeit kommen wollen, ist ein Ticket im Großraum-Waggon empfehlenswert. Auf engstem Raum ist es kaum zu vermeiden, dass Sie früher oder später mit Ihrem Bettnachbarn ins Gespräch kommen – und vielleicht neue Bekanntschaften fürs Leben finden. Ein Nachteil ist dagegen, dass Sie hier schonungslos mit Gerüchen konfrontiert werden und die russische Schamgrenze, stark riechendes Essen im offenen Abteil zu verspeisen, gering ist (Stichwort Piroggen mit Kohlfüllung!). Pro Nische im Großraumabteil befinden sich sechs Betten: zwei oben, zwei unten quer zur Fahrtrichtung und zwei in Fahrtrichtung am Fenster, die tagsüber zur Sitzgelegenheit umgebaut werden. Wer bei der stunden- oder tagelangen Zugfahrt gerne einen Rückzugsort hat, sollte sich beim Ticketkauf unbedingt eines der Hochbetten sichern. Ansonsten ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie häufiger Besuch von Ihren Abteilnachbarn bekommen und zum gemeinsamen Verweilen eingeladen werden.

    Wichtig für die Transmongolische und die Transmandschurische Route der Transsibirischen Eisenbahn: Diese Ticketrubrik existiert nur in Russland – bei der Weiterfahrt nach China oder in die Mongolei müssen Sie daher mindestens ein Vierer-Coupé buchen.

    • Service: Bettwäsche, heißes Wasser für Tee und Kaffee im Ticketpreis enthalten
    • Nachteile: kaum Privatsphäre, teilweise nur ein oder zwei Steckdosen im gesamten Waggon, Essen nicht im Preis inbegriffen, meist nicht klimatisiert, begrenzte Sanitäranlagen für 54 Passagiere
    • Kosten: ca. zwischen 150 und 200 Euro auf der klassischen Route bis Wladiwostock, plus Steuer und Buchungsgebühr

    2. Klasse: „Kupe“/ Coupé für vier Personen

    Wesentlich komfortabler ist die Fahrt im sogenannten „Kupe“ in der zweiten Klasse, einem Abteil mit vier Betten (zwei unten, zwei oben), getrennt durch einen Tisch in der Abteilmitte und einem Panoramafenster. Wer alleine reist und diese Ticketkategorie bucht, wird mit drei Fremden in ein gemeinsames Abteil gesteckt. Am Ende jedes Waggons gibt es sanitäre Einrichtungen für alle neun Abteile des Waggons, die Sie also mit weitaus weniger Mitfahrern als in der 3. Klasse teilen müssen. Oftmals sind kleine Snacks und Getränke im Ticketpreis enthalten. Diese Kategorie bietet weitaus mehr Privatsphäre und Sicherheit – das Abteil lässt sich zum Flur hin abschließen – als die Fahrt im Großraumwaggon. Allerdings kann es vorkommen, dass Sie das Abteil mit drei anderen Passagieren teilen, die Ihnen durch ihre Ess- oder Schlafgewohnheiten auf Dauer gehörig auf die Nerven gehen. Ein gewisses Risiko ist also auch bei dieser luxuriöseren Ticketrubrik mit im Spiel.

    • Service: Bettwäsche, Handtücher und heißes Wasser im Ticketpreis inbegriffen
    • Nachteile: „Glücksrad“ mit den Kabinengenossen
    • Kosten: ca. 500 bis 600 Euro bis Wladiwostock plus Steuer und Buchungsgebühr
    Blick auf einen Waggon der Transsibirischen Eisenbahn mit Fahrgästen hinter den Fenstern

    Fenster an Fenster mit anderen Reisenden – Fahrgäste der Transsibirischen Eisenbahn wohnen zu zweit, zu viert oder mit 54 Abteilgenossen.

    1. Klasse: „Ljuks“/Luxusklasse für zwei Personen

    Die komfortabelste Abteilkategorie ist die 1. Klasse, die Luxusklasse mit Schlafplätzen für zwei Personen und Tisch in der Mitte. Meist ist der Preis jedoch mehr als doppelt so hoch wie in der 3. Klasse. Dennoch lohnt sich diese Investition, wenn Sie gerne eine entspannte Zugreise erleben möchten: Hier wird täglich gereinigt, die Sanitäranlagen teilen Sie sich mit acht anderen Zweierabteilen pro Waggon. Essen ist bei diesem Ticket meist inklusive, genauso wie Printmagazine, ein Panoramafenster und eine Klimaanlage im Abteil.

    • Service: Essen und Getränke bzw. heißes Wasser für Tee usw. inklusive, Magazine, täglicher Wechsel der Bettwäsche und Reinigung der Kabine
    • Nachteile: recht kostspielig, als Alleinreisender wird Ihnen der Abteilnachbar zugeteilt
    • Kosten: ca. 800 bis 1000 Euro plus Steuer und Buchungsgebühr

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    Transsib-Ticket alleine buchen oder mit Reiseveranstalter?

    Wer sich unsicher ist, ob die Reiseorganisation auf eigene Faust gelingt, ist mit einer Buchung über einen Reiseveranstalter gut beraten. Meist haben die Anbieter direkte Ansprechpartner vor Ort und können Ihnen zum Beispiel bei der Visumbeschaffung weiterhelfen. Ganz ohne eigene Planung ist die Fahrt in einem Luxuszug auf der Transsib-Linie, zum Beispiel dem „Zarengold“, möglich: Hier erwartet Reisende eine luxuriöse Bahnfahrt wie aus Hollywoodfilmen in samtverkleideten Abteilen mit schnörkeligen Golddetails, Kronleuchtern und elegantem Speisewaggon – eben ganz so, wie es sich der Nicht-Russe im vergangenen Zarenreich vorstellen würde. Jedoch bleibt hier kaum Spielraum für Freizeit, da die gesamte Bahnreise mit dem vorgegebenen Programm des Reiseveranstalters verplant ist. Mit mindestens 4000 Euro pro Person müssen Sie für diese Luxusreise mit der Transsibirischen Eisenbahn rechnen, wobei Visum und Flüge meist nicht inbegriffen sind. Auch Einheimische werden Sie im Luxuszug eher weniger antreffen, da „Durchschnittsrussen“ die preiswertere Variante im Linienzug und dort häufig im unglamourösen Dritte-Klasse-Abteil nutzen.

    Wann brauche ich ein Visum für Russland, China und die Mongolei?

    Für EU-Bürger gilt Visumpflicht in Russland – außer Sie sind türkischer Staatsbürger: Zwischen Russland und der Türkei gibt es ein Sonderabkommen, das den Bürgern beider Staaten die visumfreie Einreise ermöglicht. Alle anderen müssen ein Touristenvisum beim Russischen Konsulat beantragen, das Ihnen einen Aufenthalt in der Russischen Föderation für maximal 30 Tage ermöglicht und direkt beim Konsulat gegen eine Bearbeitungsgebühr von 35 Euro, über externe Anbieter für 80 bis 120 Euro erhältlich ist. Bei Ihrer Reiseplanung sollten Sie beachten, dass ein reguläres Touristenvisum nur eine einmalige Reise erlaubt. Das bedeutet, dass Sie für eine Rückreise nach Russland, beispielsweise nach einem Aufenthalt in der Mongolei, ein Visum mit mehrmaliger Einreise beantragen müssen. Auf dem Visumantrag müssen Sie den Zeitraum Ihres Aufenthalts in Russland angeben. Hierbei ist es ratsam, ein paar Tage Puffer einzuplanen, damit Sie auch bei einem ungeplanten Flugausfall oder ähnlichen Verzögerungen keinen Ärger bei der Passkontrolle bekommen.

    Seit dem 1. September 2013 dürfen deutsche Staatsbürger visumfrei für bis zu 30 Tage in die Mongolei einreisen, wenn der Reisepass noch mindestens sechs Monate lang gültig ist. Wenn Sie länger bleiben wollen, müssen Sie ein Visum bei der mongolischen Botschaft in Berlin beantragen. Österreichische und Schweizer Staatsangehörige benötigen ein Visum für den Aufenthalt in der Mongolei.

    Bei einem Aufenthalt in China sind Sie als deutscher Staatsbürger visumpflichtig – auch dann, wenn Sie das Land nur vom Inneren eines Zuges sehen. In diesem Fall müssen Sie beim chinesischen Konsulat ein spezielles Transitvisum beantragen, andernfalls ein Touristenvisum, das Ihnen einen bis zu 30-tägigen Aufenthalt ermöglicht und eine Bearbeitungsgebühr von 125 Euro kostet. Auch hier wird beim Antrag zwischen ein- und mehrmaliger Einreise unterschieden. Eine Sonderregelung gilt für Gruppenreisen mit mindestens fünf Personen, für die bei einem Aufenthalt von maximal fünf Tagen kein Visum notwendig ist.

    Wenn Sie keine Zeit haben, das Visum persönlich zu beantragen, oder befürchten, bei der Antragstellung Fehler zu machen, können Sie eine spezielle Visumagentur damit beauftragen. Die Mitarbeiter erledigen dann den Gang zum Konsulat für Sie, sodass Sie lediglich alle Unterlagen vorlegen und das fertige Visum im Reisepass wieder abholen müssen. Allerdings fallen je nach Agentur und Visumart zusätzlich zu den Kosten für das Visum selbst weitere Servicegebühren an.

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    Besser als Nonstop: Die besten Orte für einen Zwischenstopp auf der Transsib-Reise

    Sie wollen die Haltestellen auf der Reiseroute der Transsib nicht nur vom Zugfenster aus bewundern und einige Highlights auf der Strecke erkunden? Diese Zwischenstopps lohnen sich für einen Halt:

    Eine traditionelle mongolische Jurte mit Ziegen und Kamelen vor dem sich verändernden Abendhimmel

    Auf der Transmongolischen Route lohnt sich ein Abstecher in die Wüste Gobi mit Übernachtung in einer traditionellen mongolischen Jurte.

    Transsib-Stopp in Ulaanbaatar: Die Wüste Gobi

    Wer sich für eine Fahrt über die Transmongolische Route entscheidet, sollte unbedingt einen mehrtägigen Zwischenstopp in der Mongolei einlegen: Nach dem Ausstieg in der Hauptstadt Ulaanbaatar gelangen Sie mit geführten Touren in die Wüste Gobi. Dieses Spektakel sollten Sie sich nicht entgehen lassen – beispielsweise mit einer Übernachtung in einer traditionellen mongolischen Jurte oder dem Wüstenabenteuer, bei dem Sie auf Einheimische treffen.

    Transsib-Stopp in Kazan: Die autonome Republik Tatarstan

    Rund 800 Kilometer östlich von Moskau liegt Kazan, die Hauptstadt der Republik Tatarstan. Bis 2017 genoß die Region einen Sonderstatus als letzte autonome Teilrepublik Russlands, der jedoch unter Präsident Putin 2017 endgültig erlosch. Ein Kurztrip nach Kazan lohnt sich dennoch, denn hier trifft die russische Orthodoxie auf eine islamische Mehrheit, was sich auch in der orientalisch geprägten Architektur der Stadt niederschlägt.

    Transsib-Stopp in Irkutsk: Der Baikalsee

    Es gibt keine Route der Transsibirischen Eisenbahn, die nicht am Baikalsee haltmacht – denn dieser stellt auf allen Strecken einen Knotenpunkt dar, an dem sich die Züge in Richtung Wladiwostok oder Peking trennen. Nur vorbeifahren sollten Sie am größten Süßwassersee der Welt aber keinesfalls. Ein Abstecher in die Hauptstadt Irkutsk mit ihrem lebendigen Markttreiben, zur Insel Olchon an der Westseite des Sees mit ihren berühmten Schamanenfelsen und eine Umrundung des Sees lohnen sich allemal. Besonders malerisch wird es im Herbst, wenn sich das Laub um den tiefsten See der Welt allmählich in Abstufungen von Gelb, Orange und Rot verfärbt. Aber auch im Winter übt der zugefrorene Baikalsee eine magische Anziehungskraft auf Besucher aus – Sie werden einen mehrtätigen Zwischenstopp garantiert nicht bereuen.

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    Der Baikalsee ist der größte Süßwassersee der Welt und bietet seinen Besuchern ganzjährig spektakuläre Anblicke.

    Transsib-Stopp in Omsk & Krasnojarsk: Sibirische Metropolen

    Sibiriens unendliche Weite und Natur übt seit Jahrhunderten eine Faszination auf viele Menschen aus. Dass es in Sibirien mehr als Tundra, Uralgebirge und Altai gibt, zeigt ein Aufenthalt in Russlands achtgrößter Stadt Omsk, die auf der klassischen Route der Transsibirischen Eisenbahn liegt. Dort trifft eine pittoreske Altstadt auf qualmende Schlote des Industriezentrums und Sie können Russland nach dem Start in der Metropole Moskau von einer ganz anderen Seite erleben.

    Ebenfalls ein beliebtes Ziel für einen Transsib-Stopp ist Krasnojarsk. Die Stadt am Fluss Jenissej ist ein guter Startpunkt für eine Wanderung im nahegelegenen Naturschutzgebiet Stolby und bietet architektonische Highlights wie die Kapelle Paraskewa-Pjatniza, das Kraftwerk am Krasnojarsker Stausse und die Kommunale Brücke über dem Jenissej, die alle auf dem Zehn-Rubel-Schein abgebildet sind.

    Transsib-Stopp in Jekaterinburg: Riesenstadt am Ural

    Jekaterinburg ist eines der größten Wirtschafts-, Handels- und Industriezenten Russlands und ein sehenswerter Ort für einen Zwischenstopp auf der langen Bahnfahrt bis Wladiwostik. Hier vollzogen sich die teilweise blutigsten Minuten in der jüngeren russischen Geschichte, denn dort, wo heute die Kathedrale steht, wurde in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni 1917 die russische Zarenfamilie um den letzten Zaren Nikolaj II. von Bolschewiken erschossen. Heute ist die darauf erbaute Kirche mit ihren goldenen Kuppeln ein beliebter Wallfahrtsort und auch ihre weiteren architektonischen Sehenswürdigkeiten locken Besucher in die Millionenstadt im Uralgebirge.

    Altes Gebäude in Türkis und Kioskhäuschen Nahe des Bahnhofs in der russischen Stadt Jekaterinburg

    Russische Bahnhofsromantik in Jekaterinburg: Anblicke wie diese werden Ihnen bei Zwischenstopps auf der Transsib-Route häufiger begegnen – mit alten und neuen Gebäuden, ansehnlichen und weniger schönen Bauten sowie massenhaft Ladenbuden mit Russlandkitsch.

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