Vitigliano in der Toskana: Von der Ruine zum Luxus-Refugium

Die Toskana mit ihren weltberühmten Weingütern, ihrer feinen Genusskultur und ihrem reichen Kulturerbe ist der Inbegriff von Dolce Vita. Auch Marion Hattemer hat sich in der geschichtsträchtigen Region in Mittelitalien einen Lebenstraum erfüllt. Ein Reisebericht von DONNA-Days-Organisatorin Rita-Graciela Werner.

Außenansicht des Vitigliano Tuscan Relais & Spa mit Pool und Haupthaus

Das Dorf Vitigliano besteht aus mehreren Gebäuden: Gründer-Villa, Turm-Villa, San Pietro Martir Kapelle, Wellness-Haus und Bade-Haus. Seit 2015 wird es von Marion Hattemer als sehr individuelles und privates Boutiquehotel geführt.

Normalerweise würde ich im März nicht in die Toskana fahren. Aber dann war da Isabel, die mir von Marion Hattemer und der Erfüllung ihres Traumes erzählte: einem Hotel für Menschen, die keine Hotels mögen. Sie beschrieb das Vitigliano und seine Eigentümerin mit solch einer Hingabe, dass ich es kaum erwarten konnte, ihr und ihrem wahr gewordenen Traum persönlich zu begegnen.

Kaum geträumt, war ich auch schon unterwegs. Im Gepäck die Neugier und auf dem Beifahrersitz meine Freundin Anja. Auf halber Strecke zwischen Florenz und Siena, dort im Chianti, liegen das idyllische Greve und das römische Dorf Vitigliano. Der geschichtsträchtige Ort existiert seit 1085 und wurde 400 Jahre lang von der Familie des berühmten Bartoldo de Verrazzona bewohnt. Als Marion Hattemer und ihre Familie die Ruine Vitigliano im Jahr 2008 entdeckten, veränderte sich ihr Leben. Doch es brauchte noch zwei lange Verhandlungsjahre, viel Mut, Vertrauen und Geduld, bis sie es endlich ihr Anwesen nennen konnten. Immer wieder spürte sich Marion Hattemer in die alten Gebäude und die insgesamt fünf Hektar große Landschaft hinein, schaute in die Weite, ließ Rebstöcke, Zypressen und Olivenbäume auf sich wirken, bis sie vor ihrem inneren Augen sehen konnte, wie ihr idyllisches Refugium zukünftig aussehen sollte. Fünf Jahre lang wurde restauriert und gebaut. Insgesamt dauerte es sieben Jahre, bis der Traum endlich erlebbar war.

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Um einen ganz eigenen Vitigliano-Stil zu schaffen, mischte Marion Hattemer verschiedene Stilarten zusammen: eine Treppe aus einer florentinischen Villa, Parkett aus dem Holz alter Weinfässer, ein Tresen aus alten Dachbalken. Sie besuchte Flohmärkte und suchte nach altem Schreinerhandwerk, das sie aufarbeiten lassen konnte. Heute zieht sich ihr Vitigliano-Stil durch die acht sehr unterschiedlich eingerichteten Suiten – jede für sich ein Juwel: Luxuriöse Bäder aus Carrara-Marmor, warme Stoffe in harmonisch abgestimmten Farben und herrliche Boxspringbetten, die man nur für eine weitere Erkundungstour des Vitigliano verlassen möchte. Das Wohnhaus erstreckt sich auf nur einem Viertel der Gesamtfläche und so gab es noch drei Viertel des Hideaways für uns zu entdecken: ein Wellness-Haus, ein Badehaus mit Hammam und eine wunderschöne Kapelle. Für Entspannung sorgen die Daybeds am Pool, das Yoga-Plateau, ein leckerer Kaffee bei Sonnenaufgang im Patio oder ein Glas Wein auf einer der vielen Terrassen bei Sonnenuntergang.

Innenansicht einer Suite im Hotel Vitigliano Tuscan Relais & Spa in der Toskana

Alle acht Suiten wurden mit einer gelungenen Mischung aus Antiquitäten, Tischlereinbauten und modernen Elementen stilvoll eingerichtet.

Als wir mit unserem Mietwagen ankamen, begrüßte uns eine zauberhafte Stille und das Landschaftspanorama verschlug uns für einen langen Moment die Sprache. Nachdem uns eine aparte, brünette Frau herzlich begrüßte, führte sie uns zunächst an ihrer „Perle“ – der unglaublich schönen High-Tech-Küche – vorbei, weiter in das Wohnzimmer, das gleichzeitig als Restaurant dient und stellte uns ihr kleines Team vor. Wir sollten eine zweistöckige Design-Suite bewohnen. Unter dem Schlafzimmer in der ersten Etage lag das imposante Bad aus schwarzem Carrara-Marmor. Der Marmorboden der Lounge bildete den Prolog zur offenen Badewanne und dem herrschaftlichen Badezimmer. Eine wahre Filmkulisse!

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Am nächsten Morgen fuhren wir nach einem köstlichen Frühstück zum Markt in Panzano. Marion Hattemer hatte uns empfohlen, ein Glas Wein und ein Schmalzbrot in der Antica Marcelleria von Dario Cecchini, dem berühmtesten Fleischer der Welt, einzunehmen. Musik untermalte die ausgelassene Stimmung. Die anderen Gäste genossen Rotwein und gute Gespräche, also taten wir es ihnen gleich – und verdrückten dabei mehr als nur ein Schmalzbrot. Zurück im Vitigliano erwartete uns ein köstliches Kräuterrisotto mit Pilzen und dem besten Parmesan der Welt. Im Anschluss führte uns Marion Hattemer weiter durch das Haus und gewährte uns Einblick in die weiteren sieben Suiten ihres traumhaften Refugiums. Wir fühlten uns in jedem Zimmer wohl und bestaunten die fein ausgesuchten Wohndetails. Vitigliano ist wahrlich ein magischer Ort, ein unaufdringliches Refugium inmitten von Steineichenwäldern, Olivenhainen, Rebstöcken, mit historischen Wurzeln und einem authentischen Relais & Spa.

Suiten ab 360 Euro – das Anwesen kann auch komplett (12 bis 16 Personen) gemietet werden. Weitere Informationen unter www.vitigliano.com.

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