Bier zum Essen: Diese Biersorten und Gerichte passen zusammen

Zu einem guten Essen gehört ein stimmiges Getränk – und das muss nicht immer Weiß- oder Rotwein sein: Bier in seinen vielfältigen Geschmacksrichtungen eignet sich ideal als Menübegleitung. Welche Sorten besonders gut mit welchen Gerichten harmonieren, lesen Sie im Bier-Guide von DONNA Online.

Zwei Pint-Gläser mit Bier auf einem Holztisch. Eine Männerhand hält eines davon

Spätestens seitdem Craft Beer im Trend liegt, steht Bier wieder hoch im Kurs – als Feierabendgetränk, Alternative zu Wein oder geschmackvolle Begleitung zum Essen.

Kaum ein Getränk ist so vielseitig wie Bier: Über 2000 verschiedene Aromen bieten die unzähligen Varianten des Getränks – das sind deutlich mehr als es bei Wein zu erschmecken gibt. Das passende Bier unterstreicht den Geschmack eines Gerichts deshalb mindestens genauso gut wie Weißwein, Rotwein oder Rosé. In unserem kleinen Bier-Guide finden Sie die wichtigsten Basics, die es bei der Wahl der passenden Biersorte zum Essen zu beachten gilt, zum Nachlesen.

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Bier zum Essen richtig kombinieren

Ein paar Grundregeln bezüglich der richtigen Weinwahl zu Fleisch, Pasta und Co. hat fast jeder schon gehört. Doch auch Bier kann mit seinem breiten Geschmacksspektrum von bitter über fruchtig und süß bis hin zu kaffeeröstig viele Gerichte optimal unterstreichen. Generell gilt: Kombinieren Sie entweder Gleiches mit Gleichem oder bewusst Gegensätze miteinander, aber vermeiden Sie die Verbindung extremer Geschmacksrichtungen.

Die wichtigsten Grundregeln:

  • Trockene Biere wie Pils oder ein leichtes Lager passen zu Getreidigem wie Pasta oder Risotto sowie Fisch und Meeresfrüchten.
  • Malzige, leicht süßliche Biere wie Helles oder Weizenbier harmonieren gut mit Geflügel.
  • Hopfige, bittere Biere wie Pils schmecken zu gebratenen Fleischgerichten, scharfen Currys und Geräuchertem.
  • Zu Braten, Steak und Wild empfehlen sich herbe, dunkle Biersorten.
  • Spritzige, fruchtige Biere wie Hefeweizen lassen sich zu leichten Gerichten wie Salat oder Gemüse genauso wie zu fettigen Speisen kombinieren.
  • Süße, röstige Biere wie Doppelbock passen zu herzhaften Braten, Schmorgerichten oder Desserts.
  • Säuerlich schmeckende Biere wie Berliner Weisse lassen sich gut zu Fisch oder zu Süßspeisen trinken.
  • Zu süßen Hauptgerichten oder Nachspeisen passen süßliche Biersorten.

Möchten Sie zu mehreren Gänge unterschiedliche Biersorten trinken, sollten Sie wenn möglich mit dem leichtesten und sprudeligsten Bier beginnen und sich im Laufe des Menüs in Richtung der schwereren Sorten steigern. Das letzte Bier sollte das Dunkelste beziehungsweise Süßeste sein.

Bier-Guide: Biersorten und ihre Besonderheiten

Nach dem Reinheitsgebot von 1516 sind Wasser, Hopfen, Malz und Hefe die einzigen Zutaten, die bei der Bierherstellung erlaubt sind. Wie Wein entsteht auch Bier durch Fermentation. Ausgangsstoff beim Bier ist verzuckerte Stärke, die aus Getreide gewonnen wird. Beim Wein hingegen ist der Ausgangsstoff der Zucker im Traubensaft. Hefepilze sind beim Herstellungsprozess unverzichtbar, denn sie wandeln den Zucker in Alkohol um und sorgen für den typischen Biergeschmack.

Craft Beer

Craft Beer steht für handwerklich gebrautes Bier aus unabhängigen Brauereien. Außerdem zeichnen Craft-Beer-Brauer sich durch ihre Experimentierfreude und Kreativität im Produktionssprozess aus. Zum Beispiel kombinieren sie die vier Zutaten Wasser, Hopfen, Malz und Hefe so, dass das Endprodukt ungewöhnliche Geschmacksnoten wie Waldbeere hat. Auf hohe Qualität, traditionelle Herstellungsmethoden und natürliche Zutaten wird aber natürlich trotzdem großer Wert gelegt. Oft beleben die innovativen Brauer vergessene Bier- oder Herstellungsarten neu oder peppen ihre Craft-Beer-Spezialitäten mit zusätzlichen Zutaten und Aromen auf. Die Bewegung hat ihren Ursprung in den USA, wo sich immer mehr „Home Brewer” – begeisterte Laien, die ihr Bier zu Hause selber brauten – mit Kleinbrauereien selbstständig machten.

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Ober- und untergärige Biere

Nach welcher Gärungsart das Bier gebraut wird, hängt von der verwendeten Hefe ab. Es gibt Hefen, die es warm mögen. Sie sammeln sich beim Gärprozess an der Oberfläche und werden als obergärig bezeichnet. Typische obergärige Braustile sind beispielsweise Weizen, Kölsch und Berliner Weiße. Untergärige Hefen mögen es kühl und sinken bei der Gärung nach unten. Beispiele für untergärig gebraute Biersorten sind Pils oder Export. Laut Deutschem Brauer-Bund gibt es in Deutschland über 1400 Brauereien, die etwa 6000 verschiedene Biere herstellen. Um die richtige Sorte zu einem bestimmtem Gericht auszuwählen, ist ein Überblick zu den gängigsten Bierarten und ihren Charakteristika von Vorteil:

Pils

Für die herbe Biersorte ist vor allem Deutschlands Norden bekannt. Dabei war das erste Pils ein bayerisch-tschechisches Erzeugnis. Zum ersten Mal ausgeschenkt wurde die untergärige Spezialität 1842 in Pilsen von Josef Groll, einem bayerischen Braumeister. Typisch für Pils ist seine helle, fast goldene Farbe und ein hopfiger Geschmack.

Exportbier

Dieses untergärige Vollbier mit einem Alkoholgehalt von meist über 5 Volumprozent kann hell oder dunkel sein. Aufgrund der untergärigen Brauweise ist es länger haltbar als obergärige Biere und damit besser für den Export geeignet. In anderen Ländern kann die Bezeichnung „Export“ auch für andere Biersorten verwendet werden, etwa für Starkbier oder obergärige Ales.

Lager, Export oder Helles

Lager- oder Exportbier, oft auch „Helles" genannt, gilt als das süddeutsche Gegenstück zu den stark gehopften Biersorten in Norddeutschland. Untergärig gebraut sind die hellgelben Biere meist von den verwendeten Malzsorten geprägt. Sie schmecken vollmundig und manchmal leicht süßlich. Das augeglichene Aroma und die floralen Hopfennoten machen Lager zu einem echten Allrounder, der mit zahlreichen Gerichten harmoniert.

Dunkles Lager und Export

Dunkles Lagerbier ist genau wie die helle Variante ein untergärig gebrautes Bier und wird unter Verwendung von mindestens 50 Prozent dunklem Malz hergestellt. Wie bei anderen dunklen Bierarten auch ist das Malz für die typische Farbgebung verantwortlich. Das tiefe Braun ergibt sich aus den verwendeten Malzsorten: Dunkles Malz wird bei höheren Temperaturen getrocknet als helles Malz, wodurch ein dunklerer Sud sowie ein vollmundigeres Aroma enstehen. Dunkles Lager hat einen malzigen und leicht süßlichen Geschmack.

Weizenbier   

Weißbier ist eine typisch süddeutsche Spezialität. Die obergärige Biersorte, die mit mindestens 50 Prozent Weizenmalz gebraut wird, schmeckt dezent nach reifen Bananen und Nüssen. Das spritzige und erfrischende Bier ist in einer hellen, dunklen oder leichten, kalorien- und alkoholreduzierten Variante erhältlich. Neben naturtrüben, ungefilterten Hefeweizen bieten viele Brauereien auch klare oder Kristallweizen an.

Berliner Weisse

Das spritzige, obergärige Bier wird mit einer Mischung aus Weizen- und Gerstenmalz gebraut und hat einen leicht säuerlichen Geschmack. In Berlin wird es daher gern mit einem Schuss Himbeer- oder Waldmeistersirup getrunken. Die erfrischende Berliner Weisse „rot” oder „grün” ist vor allem im Sommer gefragt.

Bockbier

Bockbier ist ein goldfarbenes, untergäriges Starkbier. Bei der Herstellung wird mehr Malz als bei anderen untergärigen Biersorten verwendet, was einen höheren Alkoholgehalt sowie einen kräftigen, manchmal leicht süßlichen Geschmack mit sich bringt. Bei einem Doppelbock wird noch mehr Malz als beim Bockbier vergoren. Ein Alkoholgehalt von 7,5 bis 8 Prozent ist dabei nicht selten. Als Fastenbier der Klöster bekannt, werden heute viele Doppelbockbiere als Festbiere angeboten und traditionell mit der Endung „-ator” benannt. Die Bezeichnung Stark- oder Bockbier ist in Deutschland gesetzlich geschützt: Unter dem Namen „Bockbier” darf wirklich nur Starkbier verkauft werden.

Kölsch

Das hellgelbfarbene, hopfenbetonte, obergärige Bier zeichnet sich durch Qualität, Geschmack und sein feines Aroma aus. Die Biersorte mit rechtlich definiertem Herkunftsschutz darf lediglich in Köln, sprich von den Brauereien des Kölner Brauereiverbandes gebraut werden.

Alt

Dieses Brauverfahren stammt aus einer Zeit, in der es noch keine technischen Kühlverfahren gab und fast ausschließlich obergärige Hefe zur Herstellung von Bier verwendet wurde. Der Name „Alt” hat demnach nichts mit dem Alter des Bieres zu tun. Das dunkle bis bernsteinfarbene, obergärige Bier wird traditionell in der Region um Düsseldorf sowie im Rheinland hergestellt und zeichnet sich durch seinen prägnanten Hopfengeschmack aus.

Zwickl

Besonders würzig im Geschmack ist diese untergärige Bierspezialität, bei der die Heferückstände nach dem Brauvorgang nicht abfiltriert werden.

Leichte und alkoholfreie Biere

Wer zu leichten oder alkoholfreien Bieren greift, muss mittlerweile weder bei der Qualität noch beim Geschmack zurückstecken. Ob Pils, Weizenbier oder regionale Bierspezialitäten: Freunde des leichten oder alkoholfreien Biergenusses haben inzwischen jede Menge Auswahlmöglichkeiten. Bei Leichtbieren ist der Alkoholgehalt in eine größere Wasser- beziehungsweise Nährstoffmenge als bei Vollbier eingebettet. Mit speziellen Brauverfahren wird dem Getränk dann ein großer Teil des entstandenen Alkohols entzogen. Zur geschmacklichen Abrundung bleibt allerdings auch in alkoholfreien Biersorten ein minimaler Rest Alkohol enthalten. Der Alkoholgehalt darf 0,5 Prozent aber nicht überschreiten.