Horoskop-Expertin

Astrologin Silke Schäfer im Interview: "Die Sterne zeigen Chancen auf"

Frau hält Astrologie-Würfel in der Hand | © Getty Images/Olena Ruban
© Getty Images/Olena Ruban
Immer mehr Menschen begeistern sich für Astrologie. Expertin Silke Schäfer erklärt, woher der Hype kommt.

Silke Schäfer gehört zu den spirituellen Persönlichkeiten, über die man spricht. Hier erklärt sie die astrologischen Basics.

Silke Schäfer ist ein Star unter den Astrologinnen. Mit ihrem Youtube-Kanal erreicht sie 157.000 Abonnenten. Die im Zeichen der Waage geborene Norddeutsche will mit ihrem monatlichen Sternen-Newsletter, Workshops und Meditationen mit ihrer Community die komplexen Zusammenhänge des Universums nahebringen. Jetzt hat sie ein neues Buch „Der kosmische Moment“ (Gräfe und Unzer, 26 Euro) zu einer neuen Astrologie in einer neuen Zeit geschrieben, mit dem sie Antworten geben will auf die gerade im globalen Krisenmodus von Pandemie und Ukrainekrieg so wichtigen Fragen: Wie geht es weiter? Welche Perspektiven haben wir? Und was können wir tun?

Frau Schäfer, die Nachrichtenlage ist nicht erfreulich. Haben Sie das vorhergesehen?

Silke Schäfer: Die Pandemie ging einher mit einer außergewöhnlich markanten Konstellation. Die haben alle Astrologen weltweit gesehen. Wir wussten natürlich nicht genau, wie der Wandel aussehen wird. Aber wir wussten, dass eine neue Zeit beginnt.

Kann man auch sagen, wann es wieder leichter wird?

Wenn wir uns eine kurzfristige Perspektive anschauen, dann gibt es zyklisch betrachtet in den Jahren 2025 und 2026 völlig neue Dynamiken, die für die gesamte Menschheit sehr, sehr förderlich sind. Bis wir in die Essenz kommen und die wirkliche Blüte einer neuen kooperierenden Gemeinschaft beginnt.

Die Sterne werden es schon richten?

Wir Astrologen lesen die Positionen der Planeten und das Bewusstsein. Aber wir können nicht wissen, wie sich ein Mensch entscheidet. Ich hatte mal ein Gespräch mit einem Mann, der wirklich Traumkonstellationen hatte. Später kam er wieder vorbei und sagte, es sei gar nichts passiert. Aber er hatte auch nichts dazu getan, sondern sich einfach hingesetzt und gewartet. Es braucht aber Eigeninitiative. Die Sterne zeigen die Chancen auf, ergreifen muss man sie selbst.

Das klingt gar nicht nach den Fragen, die man einer Astrologin sonst so stellt: Wann finde ich die Liebe? Soll ich umziehen?

Ich habe 25 Jahre individuell beraten. Das macht heute meine wunderbare Kollegin Barbara Kornprat. Ich arbeite mit Gruppen und unterrichte in meiner Community und auf Youtube über Videos. Ich nehme die Menschen mit in die Welt der Deutung. Eröffne ihnen Möglichkeiten, sich und ihre Aufgaben besser kennenzulernen, umzudenken, ihr Potenzial zu leben. Wobei wir in die intuitive Deutung gehen. Das ist die neue Astrologie: lernen, intuitiv zu lesen und zu fühlen und nicht nur zu verstehen.

Wie erklären Sie sich den Astro-Hype?

Spätestens seit Corona erleben wir, wie immer mehr Menschen nach Antworten suchen. Viele wollen die Welt radikal neu denken, finden in Gemeinschaften zusammen. Wir erleben eine gigantische Welle der Solidarität. Ein gemeinschaftliches Engagement für Frieden. So wird das Böse nicht mehr die Kraft haben, die es im Moment noch hat.

Ihr Buch heißt „Der kosmische Moment“. Was ist damit gemeint?

Immer das Jetzt. Der jeweils gegenwärtige Augenblick. In jedem Moment unseres Lebens ist das gesamte kosmische Potenzial enthalten, das allen Lebewesen in jedem Moment zugänglich ist. Alle Chancen liegen auf dem Tisch. Es liegt an uns, wie wir sie aufgreifen, wie wir uns entscheiden. Nichts ist für die Ewigkeit. Deshalb ist die Zukunft auch immer offen.

Widerspricht das nicht der Idee, dass wir von unserem Zeichen bestimmt werden? Dass Löwen nun mal anders sind als Skorpione usw.?

Wir alle sind von den Frequenzen des ganzen Kosmos durchdrungen, die in einer Art Basisprogramm in zwölf Tierkreiszeichen aufgeschlüsselt sind. Jeder kennt die Energie, etwa den ersten Schritt zu gehen (Widder), in Kommunikation zu treten (Zwilling), selbstbewusst aufzutreten (Löwe). Je nach Vorliebe, Veranlagung und Interesse setzen wir privat und beruflich die Schwerpunkte. Idealerweise in Einklang mit der Aufgabe und dem Potenzial, die in uns angelegt sind.

Und wie erfahre ich von diesem Potenzial?

Man kann schon mit ganz wenigen Informationen zu einem größeren Verständnis kommen, angefangen mit den drei Tierkreis zeichen, in denen die Sonne (Identität), der Mond (Freude und Bedürfnisse) und der Aszendent (Seelenaufgabe) stehen. Die Richtung des Mondknotens beschreibt die Bestimmung in dieser, deiner Inkarnation.

Viele Eltern würden an der Stelle vermutlich sagen: Mein Kind ist der typische „Manager“.

Jedes Tierkreiszeichen übernimmt in der Weltgemeinschaft einen Aspekt des Göttlichen. Das ist es, was zu einer bunten Vielfalt in der Einheit führt. Es geht darum zu erkennen, dass die ganze Menschheit ein Team ist. Jeder hat seinen Platz. Die Kassiererin wie die Bäckerin oder eben die Managerin. Ich hatte vor einiger Zeit eine Kundin, die von ihrem Umfeld Druck bekam, weil ihr hochbegabter Sohn unbedingt Förster werden wollte. Aber Menschen werden schlussendlich krank, wenn sie nicht das leben können, was in ihnen angelegt ist.

Dazu muss ich mein Potenzial erst mal kennen. Inwiefern hilft da Astrologie?

Die ist ein wunderbares Hilfsmittel. Mit ihr kann ich das Unsichtbare sichtbar machen, Möglichkeiten erkennen. Sie wertet nicht. Jeder ist individuell. Dabei gibt es kein Besser und kein Schlechter. Alles hat seine Berechtigung.

Gilt das auch für einen Putin? Ist es seine Aufgabe, die Welt ins Chaos zu stürzen?

Wir können alle – das beschreibe ich in meinem Buch anhand der zwölf Zeichen – einen höheren und niederen Aspekt leben. Die niederen Aspekte des Egos und die höheren Aspekte der Seele. Wir sind beides. Ohne Schatten würden wir das Licht nicht als solches erkennen können. Diese Dualität finden wir überall.

Ist Astrologie Mathematik?

Diese Basics gehören dazu. Aber dann gehen wir zum Thema der Bestimmung, zum Mondknoten. Man lernt, seine Aufgabe zu fühlen und wo sich oder ich etwas ändern kann.

Sie schreiben, dass die Sonne irgendwann die Erde verschlingt. Gut, dass das noch eine Weile hin ist. Muss man immer auch das Ende sehen?

Es geht um ein Bewusstsein für Zyklen. Dafür, dass sich immer alles ändert. Es ist wie unser Atem: Alles hat einen Anfang, einen Höhepunkt und ein Ende. Und dann fängt es wieder von vorne an. Wenn wir das verstehen, erkennen wir auch, dass wir uns in der Hochblüte des Planeten Erde befinden. Dass unsere Zeit jetzt ist und welch ein Geschenk jeder kosmische Moment ist.

Interview: Constanze Kleis