Skandinavische Schönheit

Insidertipps für Stockholm

Die komplette Skyline Stockholms auf einen Blick | © BRZOZOWSKA GETTY IMAGES
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Die komplette Skyline Stockholms auf einen Blick: Die Aussicht vom Monteliusvägen auf Södermalm ist einer der schönsten der Stadt.

Sterneküche, erstklassige Museen und Natur pur: Schwedens Hauptstadt ist zu jeder Jahreszeit ein tolles Ziel für einen Wochenendtrip. Das gibt es in der skandinavischen Metropole zu entdecken und zu erleben.

Skandinavien und der damit verbundene Lebensstil sind nicht erst seit gestern angesagt. Und obwohl Stockholm seit Jahren zu den beliebsten Zielen für Städtereisen in Europa gehört, reißt die Begeisterung einfach nicht ab. Und das zu Recht: Kaum eine andere europäische Hauptstadt vereint stylische Shops, köstliche Küche und unberührte Natur auf so engem Raum.

Das Besondere an der schwedischen Metropole ist, dass sie sich auf 14 Inseln verteilt und sowohl an die Malärensee als auch an die Ostsee grenzt. Das hört sich erst einmal weit verstreut an, ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad aber einfach zu erkunden. Denn die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen alle auf nur vier Inseln und lassen sich dank ihrer Namen geografisch gut einordnen: Die Gamla Stan (Altstadt) liegt in der Mitte, Norrmalm und Vasastan im Norden, das schicke Östermalm im Osten, das hippe Södermalm im Süden und Kungsholmen im Westen.

Auf Sightseeingtour in Stockholms Zentrum

Das Stadtzentrum Gamla Stan ist der ideale Ausgangspunkt für eine Entdeckungstour zu Fuß. Da es der älteste Teil der Stadt ist, finden sich hier auch die geschichtsträchtigsten Gebäude und ein großer Teil der Sehenswürdigkeiten. Wer durch die schmalen Gassen mit Kopfsteinpflaster schlendert, entdeckt die Touristen-Highlights meist im Vorbeigehen. Wenn Sie bei Ihrem Stadtspaziergang auf eine Menschenmenge treffen, die vor einer schmalen Gasse steht, haben Sie vermutlich die Mårten Trotzigs Gränd gefunden – die engste Straße der Stadt. Nicht verpassen sollten Sie auch den Stortorget, den zentralen Platz der Stadt mit bunten Häusern und dem Nobelmuseum, die Deutsche Kirche sowie die Kathedrale, in der die königlichen Hochzeiten und Taufen stattfinden. An der Kathedrale findet sich dann auch direkt das königliche Schloss. Wer sich einen Blick auf die Royals erhofft, wird vermutlich enttäuscht, denn die über 600 Zimmer sind inzwischen nicht mehr der Wohnsitz der Königsfamilie, sondern Büroräume.

Vom Schloss aus geht es direkt über die Brücke nach Norrmalm. Dort läuft man am Riksdag – dem schwedischen Parlament – vorbei, sieht die Oper und den umliegenden Kungsträdgården. Im Park finden regelmäßig große Veranstaltungen statt und im Frühling ist der Platz mit seiner blühenden Kirschblütenallee ein beliebter Fotospot.

Wenn das Wetter während Ihres Citytrips einmal nicht zu Sightseeing unter freiem Himmel einläd, können Sie in Stockholm auch unter der Erde viele Sehenswürdigkeiten entdecken. Denn die Stockholmer U-Bahnstationen wurden von verschiedenen Künstlern gestaltet. Besonders schön sind die Bahnhöfe T-Centralen, Stadion, Kungsträdgården, Radhuset und Solna. Neben dem unterirdischen Kulturprogramm lohnt sich auch der Abstecher in eines der vielen Museen. Einige davon, etwa das Moderne Museet, das Mittelaltermuseum und das Nationalmuseum, sind kostenlos. Nicht nur für Geschichtsinteressierte ist das Vasa-Museum einen Besuch wert: Dort ist die Vasa ausgestellt, ein Schiff, das im 17. Jahrhundert bei seiner Jungfernfahrt sank und nach einer aufwendigen Bergung das einzige weltweit einzige erhaltene Schiff aus dieser Zeit ist. Das Museum Fotografiska ist nicht nur wegen seiner wechselnden Ausstellungen von internationalen Fotografen, sondern auch wegen des angeschlossenen Cafés beliebt: Über eine Fensterfront hat man von dort aus einen tollen Ausblick auf Östermalm, auf Grönalund (den Freizeitpark im Djurgården) und die Altstadt.

Noch ein Geheimtipp für den besten Ausblick auf die Stadt ist der Monteliusvägen auf Södermalm. An dem schmalen Weg treffen sich Einheimische abends auf einen Sundowner und beobachten, wie die Sonne hinter Norrmalm verschwindet.

Stockholms kulinarische Seite: Köttbullar, Kanelbullar & Sterneküche

Etwas falsch machen kann man eigentlich mit keinem Restaurant oder Café in Stockholm, denn die Schweden können einfach kochen. Und das ziemlich abwechslungsreich. Denn Schweden ist ein Multikulti-Land und diese kulturelle Vielfalt wirkt sich auch auf die Küche aus. Wer die typisch schwedische Küche testen möchte, für den führt kein Weg an Köttbullar, den schwedischen Hackbällchen, vorbei. Die größte Auswahl gibt es auf Södermalm im Meatballs for the People. Dort sind die kleinen Leckerbissen in den verschiedensten Fleischvarianten erhältlich – von Rind, Schwein und Geflügel bis hin zu einheimischen Wildarten. Ein echter Klassiker sind die Köttbullar im Bakfikan, dem Tagesrestaurant des Sternelokals Operkallaren direkt an der Oper.

Wer auf der Suche nach ausgefallenen Restaurantkonzepten und gehobener Küche ist, hat in Stockholm die Qual der Wahl. Denn Schwedens Hauptstadt hat eine hohe Dichte an Guide-Michelin-Restaurants – die, wie alles in Schweden, (leider) ihren Preis haben. Wer einmal bei einem Sternegastronom dinieren möchte, ohne sein gesamtes Konto zu plündern, sollte die günstigeren Zweitfilialen der Restaurants ausprobieren. So hat beispielsweise das Agrikultur eine Bar auf Södermalm eröffnet, die anstatt auf teure Menüs auf ausgefallene Tapas setzt. Ebenfalls ein doppeltes Konzept hat das Restaurant Jim & Jacob in der Vasastan. Oben gesetztes Menü, Tapas im Gewölbekeller, in den man durch das benachbarte Wohnhaus geführt wird. Eine besonders abwechslungsreiche Idee verfolgt das Restaurant Woodstockholm. Hier ändert sich alle paar Monate nicht nur die Karte, sondern die gesamte Einrichtung. Asiatisch, Italienisch, moderne nordische Küche – am besten lässt man sich einfach überraschen.

Für unterwegs und falls Sie sich mit Ihren Mitreisenden nicht auf eine Küche festlegen können, ist der Streetfoodmarkt K25 auf Norrmalm ideal. Dort gibt es neben schwedischen Klassikern auch Sushi und Pizza. Vegetarier und Veganer sollten sich das vielfältige Buffet im Hermanns nicht entgehen lassen – im Sommer hat man vom Biergarten aus einen tollen Ausblick über die Stadt.

Für einen Abstecher auf einen Drink vor oder nach dem Essen ist die Mosebaken-Terrasse des Södrateater ideal. Dort treffen sich an sonnigen Tagen Stockholmer aller Altergruppen auf ein Feierabendbier. Mit einer großartigen Aussicht über die gesamte Stadt lassen sich auf Norrmalm im Stockholm under stjärnorna Cocktails genießen. Wer nach dem Absacker noch tanzen gehen will, ist im Club Trädgården richtig, der im Winter Underbron heißt.

Alle „Gottegris“ (so werden Schleckermäuler in Schweden genannt) kommen in Stockholm ebenfalls auf ihre Kosten. Kanelbullar oder auch die Varianten mit Safran und Kardamom gibt es quasi an jeder Ecke. Die besten Zimtschnecken der Stadt gibt es im Petrus am Mariatorget. Aber auch die im Café Pascal und Gast sind superlecker.

Urlaub vom Urlaub: Ein Ausflug in die Natur

Schweden lieben die Natur und das Licht. Ein winziger Sonnenstrahl – übrigens auch bei Minustemperaturen – reicht aus, um die Stockholmer hinaus in die Parks, auf die Schären oder ins Umland zu ziehen. Wer nur wenig Zeit in der schwedischen Hauptstadt hat und sich nach Natur sehnt, muss sie eigentlich nie lange suchen. Denn überall in Stockholm gibt es kleine grüne Parks und das Wasser ist sowieso nie weit.

Die schönsten Parks direkt in der Stadt sind der Hagapark im nördlichen Stadteil Solna und der Djurgården. Ein Abstecher in den ehemaligen königlichen Tiergarten lässt sich wunderbar mit einem Besuch im Vasamuseum oder dem Freilichtmuseum Skansen verbinden. Wer die gesamte Insel erkunden will, schwingt sich am besten aufs Rad und legt unterwegs eine Pause im Rosendals Trädgården ein – eine Gärtnerei mit angeschlossenem Cafe.

Wer etwas mehr Zeit hat, sollte sich einen Ausflug in den Schärengarten nicht entgehen lassen. Am Grand Hotel fahren mitten in der Stadt die Schiffe des Anbieters Waxholmbolaget ab, von dort aus kann man zu allen Schären des Stockholmer Archipels aufbrechen. Die größte Insel Vaxholmen ist in rund einer Stunde zu erreichen. Das typische Büllerbü-Schweden findet man allerdings erst weiter außerhalb, zum Beispiel auf GrindaSandhamn oder Finnhamn. Dafür sollte man allerdings mindestens einen ganzen Tag einplanen – oder besser gleich eine Nacht dort verbringen.