Urlaub auf den Seychellen

13 Seychellen-Highlights, die Sie nicht verpassen sollten

Praslin auf den Seychellen | © ANNA KAROLINA STOCK
© ANNA KAROLINA STOCK
Die Anse Lazio auf Praslin ist einer der schönsten Strände der Seychellen. Das soll auch so bleiben: Der Küstenabschnitt ist per Gesetz bebauungsfreie Zone.

Puderzuckerstrände, Palmen und drum herum der Indische Ozean: Die Seychellen sind ein Traumziel für Strandurlauber. Dabei hat das Inselparadies noch viel mehr zu bieten – zum Beispiel diese 13 Highlights.

Die Seychellen und ihre drei großen Inseln Mahé, Praslin und La Digue überzeugen mit palmengesäumten Puderzuckerstränden, pittoresken Granitfelsen, türkisblauem Meer und ganzjährigen Tagestemperaturen von 29 Grad Celsius – die besten Voraussetzungen für einen Entspannungsurlaub am Meer. Dabei hat der Archipel im Indischen Ozean weitaus mehr zu bieten als Bilderbuchstrände, kreolische Küche und luxuriöse Hotels: Nationalparks mit üppigen Regenwäldern, eine unglaublich vielfältige Flora und Fauna und artenreiche Unterwasserwelten ermöglichen zahlreiche Aktivitäten fernab von Pool und Sonnenliege. DONNA Online war auf der zweitgrößten Insel Praslin unterwegs und hat von dort aus das Inselparadies erkundet. Von allen Highlights, die Sie auf den insgesamt 115 Seychellen-Inseln finden können, sollten Sie diese 13 auf keinen Fall verpassen.

1. Vallée de Mai auf Praslin: Heimat der größten Kokosnuss der Welt

Das Herzstück der Insel Praslin ist das Vallée de Mai, ein Urwald aus Urzeiten und UNESCO-Weltnaturerbe, in dem unter anderem die endemische Coco-de-Mer-Palme mit der größten Nuss der Welt wächst. Als die Seychellen noch Teil des Urkontinents Gondwana waren – vor der Aufsplitterung in die heute existierenden Kontinente – hatte sich das Dschungelgebiet mit seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenvielfalt bereits entwickelt. Die ursprüngliche Eigenart des Tals blieb dank der geografischen Isolation des Archipels inmitten des Indischen Ozeans erhalten.

Ihren ungewöhnlichen Namen hat die Coco de Mer den Indern zu verdanken: Bereits vor der Entdeckung der Seychellen durch den portugiesischen Seefahrer Vasco da Gama im Jahr 1502 wurden gelegentlich Nüsse an die Küsten Indiens gespült. Da man sich die Herkunft dieser gigantischen Früchte nicht erklären konnte, ging man davon aus, dass sie von Bäumen am Meeresgrund stammen müssen. Daher der Name „Meereskokosnuss“ – Coco de Mer.

2. Sans Soucis Road auf Mahé: Imposante Route mit spektakulärer Aussicht

Während andere Urlaubsländer für Auto- und Wohnwagenreisen prädestiniert sind, gehören die Seychellen eher nicht zu den klassischen Reisezielen für Selbstfahrer. Dabei ist die Sans Soucis Road auf Mahé die perfekte Straße für passionierte Autofahrer und Abenteurer. Sie führt von der Hauptstadt Victoria im Osten bis an die Westküste der Insel. Die spektakuläre Panoramastrecke führt aber nicht nur quer über die Insel, sondern auch vorbei an diversen Sehenswürdigkeiten, sodass die Tour mit besonders vielen Highlights gespickt ist: Neben einer Reihe von beeindruckenden Aussichtspunkten gibt es auch eine Teefabrik und die Ruinen einer Mission Lodge, von der man bis zur Westküste blicken kann. Allerdings ist Vorsicht geboten: Die Trasse verläuft teilweise recht steil und kurvenreich. Zudem herrscht auf den Seychellen Linksverkehr.

3. Inner und Outer Islands: Tauchen in exotischen Unterwasserwelten

Mit 115 Inseln, die zwischen dem vierten und zehnten Breitengrad südlich des Äquators verstreut sind, beheimaten die Seychellen faszinierende Unterwasserwelten: von kunterbunten Meerestieren bis hin zur sich regenerierenden Korallenlandschaft in schillernden Farben. Nicht selten erblickt man Stachelrochen, Riffhaie, Drachenköpfe und andere bezaubernde Meereslebewesen wie Tintenfische und Meeresschildkröten.

Die meisten Tauchzentren bieten Touren zu den Inner und Outer Islands an, die aufgrund des immerwährend tropischen Klimas fast ganzjährig möglich sind. Die Inner Islands sind Überreste eines Unterwassergebirges und liegen auf einem flachen Plateau mit einer Vielzahl von Tauchspots. Die Outer Islands im Süden des Archipels sind Korallen- oder Sandinseln. Kaum eine dieser Inseln ist bewohnt, sodass erfahrene Taucher hier die Chance haben, eine noch unangetastete Unterwasserwelt zu Gesicht zu bekommen.

4. Fond Ferdinand auf Praslin: Naturreservat mit Geheimtipp-Charakter

Während der Nationalpark Vallée de Mai auf Praslin inzwischen sehr bekannt ist, gilt das erst 2013 eröffnete Naturreservat Fond Ferdinand an der Anse Marie-Louise (Südostküste) noch als Geheimtipp. Den Ausgangspunkt findet man lediglich in Form eines kleinen, rot-weißen Hinweisschildes. Der Eintritt ist deutlich günstiger als im Vallée de Mai – und ein persönlicher Guide ist inklusive. Den Besuch des Fond Ferdinand Nature Reserve sollte man für den Vormittag einplanen, da ab 13 Uhr keine Führungen mehr stattfinden. Die Fläche des Naturreservats ist mehr als sechsmal so groß wie die des Vallée de Mai und in puncto endemischer Pflanzen- und Tierarten noch vielfältiger. Auch die Coco-de-Mer-Palme mit ihren Meereskokosnüssen ist hier zu Hause.

5. Jardin du Roi auf Mahé: Köstliche Gewürzexplosion

Der Jardin du Roi (dt. „Garten des Königs“) im Südosten von Mahé ist eine Mischung aus Gewürzplantage, botanischem Garten und Naturschutzgebiet und setzt die Tradition des einstigen Gewürzgartens fort. Dieser lag bis 1780 an der Anse Royale und sollte den Gewürzhandel für die französischen Kolonien fördern, wurde dann aber durch ein Feuer komplett zerstört. Im heutigen Jardin du Roi wachsen nicht nur Zimt, Vanille, Nelken, Kaffee, Kakao, Pfeffer oder Muskat, sondern auch der heimische Hibiskus, Helikonien und zahlreiche Obstbaumsorten: Ananas, Mango, Orange, Goldapfel und Sauersack. Im anliegenden Restaurant lässt sich der Besuch mit kreolischer Küche abrunden. Die Zutaten stammen zum Großteil direkt aus dem Garten.

6. Constance Lémuria auf Praslin: Golfen unter tropischer Sonne

Für Badeurlauber sind die Seychellen ein mehr als bekanntes Reiseziel. Dass es dort auch einen wunderschönen Golfplatz gibt, wissen jedoch die wenigsten Touristen. Tatsächlich kann man auf den Seychellen, inmitten einer traumhaften Kulisse von weißen Sandstränden, Palmen und dem Indischen Ozean, auch der Golf-Leidenschaft frönen. Und zwar auf dem landwirtschaftlich und sportlich anspruchsvollem 18-Loch-Meisterschaftsgolfplatz des Constance Lémuria Resorts im Norden von Praslin. Im Gegensatz zu vielen anderen Golfplätzen an tropischen Orten findet man hier auch an heißen Tagen genügend schattige Plätzchen. Die ersten zwölf Bahnen befinden sich unter Palmen, ab Loch 13 führt der Kurs über dicht bewaldete Hügel, von deren Höhen sich tolle Aussichten eröffnen.

7. Morne Seychellois Nationalpark: Wandern auf Mahé

Im Inselinneren der Hauptinsel Mahé bietet der Morne Seychellois Nationalpark zahlreiche Trekkingrouten durch seine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Die beiden höchsten Berge des Archipels – der Morne Seychellois mit 905 Metern und der Morne Blanc mit 667 Metern – bilden eine atemberaubende Kulisse mit tollen Fotomotiven. Durch die Abgeschiedenheit der Seychellen ist die Pflanzenwelt des Nationalparks weltweit einzigartig und reicht von Mangrovenwäldern in den Küstenregionen bis hin zu dichtem Regenwald an den Hängen des Morne Seychellois. Neben einheimischen Pflanzen gedeihen hier immer noch bis zu zwölf Meter hohe Zimtbäume, die ursprünglich aus Sri Lanka stammen und ein Überbleibsel aus Zeiten sind, als im Morne Seychellois Nationalpark noch Vanille- und Zimtplantagen bewirtschaftet wurden.

DONNA-Tipp: Leichter zu besteigen und für seinen traumhaften Ausblick bekannt ist der zweite Gipfel des gebirgigen Nationalparks: der Morne Blanc. Man sollte bereits in den frühen Morgenstunden starten, wenn die Luft noch klar und die Temperaturen erträglich sind.

8. Curieuse Island: Riesenschildkröten auf der Quarantäne-Insel

Nur ein Kilometer trennt die Insel Praslin von Curieuse Island, der fünftgrößten Insel der inneren Seychellen. Das Eiland beheimatet die wohl berühmtesten Inselbewohner: die Aldabra-Riesenschildkröten. Auf Curieuse leben die Giganten nicht in Gehegen, sondern können sich nach Lust und Laune frei bewegen. Im 19. Jahrhundert diente die Insel als Quarantänestation für Leprakranke. Heute sind davon nur noch ein paar Ruinen und das alte Arzthaus übrig. Neben Praslin ist Curieuse die einzige Seychellen-Insel, auf der die Coco de Mer-Palme endemisch beheimatet ist. Da das Gewässer zwischen beiden Inseln teilweise sehr flach ist, wird vermutet, dass Curieuse und Praslin einst zusammengehörten.

9. Anse Lazio auf Praslin: Der ehrlichste Strand der Welt

Wunderschöne Strände gibt es auf den Seychellen viele. Die Mischung aus türkisblauem Wasser, weißem Pulversand, malerischer Palmenkulisse und eindrucksvollen Granitfelsen machen die Anse Lazio aber zu einem der schönsten Strände auf der ganzen Welt. Auch wenn der völlig unbebaute Küstenabschnitt zu den beliebtesten Stränden der Seychellen zählt, ist er zu keiner Zeit überlaufen. Darüber hinaus beheimatet die Bucht etwas ganz Besonderes: die Honesty Bar. Sie kommt komplett ohne Personal aus – kühle Drinks gibt es trotzdem. Wie der Name schon andeutet, gehen die Besitzer davon aus, dass die Besucher ihr Getränk ehrlich bezahlen und das Geld in die Kasse legen.

10. Coco, Felicité und Sister Island: Inselhopping per Boot

Von Praslin aus kann man schöne Bootsausflüge unternehmen. Zum Beispiel zu den Riesenschildkröten auf Curieuse oder zum Schnorcheln in den natürlichen „Aquarien“ von Coco, Felicité und Sister Island. Coco Island ist eines der schönsten Schnorchelparadiese der Seychellen. Anschließend geht es mit dem Boot weiter zu den dramatischen Felsformationen und wunderschönen Stränden von Sister Island. Und zum Abschluss findet auf der Insel Félicité ein gemütliches Barbecue am Strand statt, wo man völlig abgeschiedenen den Tag ausklingen lassen kann.

11. Ste. Anne Marine Nationalpark: Das älteste Meeresschutzgebiet im Indischen Ozean

Mit dem Sainte Anne Marine Nationalpark liegt vor der Küste Mahés eines der ältesten Naturschutzgebiete im gesamten Indischen Ozean. Das Meeresgebiet umfasst die Inseln Sainte Anne, Moyenne, Cerf, Round Island, Long Island sowie die Île Cachée und wurde bereits 1973 unter Schutz gestellt. Damals wurde zum Bau von Häusern Korallengestein aus den Riffen gebrochen, Meeresschildkröten wurden als Delikatesse verspeist und die Fischbestände im Meer geplündert. Nachdem dort seit über 45 Jahren nicht mehr gefischt werden darf, konnte sich das Naturschutzgebiet langsam erholen. Trotz der Nähe zum Hafen von Victoria (Mahé) lassen sich hier deutlich mehr Korallenarten und Fische beobachten als in den ungeschützten Bereichen. Mit etwas Glück sieht man Adlerrochen, Seenadeln und Meeresschildkröten. Auch Große Tümmler lassen sich ab und an blicken.

12. L‘Union Estate auf La Digue: Geschichte und Traumstrand an einem Ort

Ein Besuch des Freilicht-Museums L‘Union Estate, einer ehemaligen Kokosnuss- und Vanilleplantage auf La Digue, gewährt spannende Einblicke in die koloniale Geschichte der Seychellen und ermöglicht gleichzeitig den Besuch des berühmten Strands Anse Source d’Argent. Bis in die 80er-Jahre hinein wurden auf La Digue Kokosnüsse angebaut und zu Kopra – dem getrockneten Kernfleisch, aus dem Kokosöl gewonnen wird – verarbeitet. Dank einer traditionellen, von Ochsen angetriebenen Mühle können Besucher auch heute noch den Prozess der Kopragewinnung bestaunen. Folgt man von dort den Hinweisschildern, gelangt man nach kurzer Zeit zum schmalen Anse Source d'Argent mit seinen charakteristischen Granitfelsen und dem türkisfarbenen, flachen Meer. Er ist eines der bekanntesten und meistfotografierten Motive der Seychellen und diente schon in den Neunzigern als Kulisse für Hollywoodfilme und Werbespots.

DONNA-Tipp: Abends ist das Licht am schönsten und die Tagesgäste auf dem Heimweg. Allerdings muss man vor 17 Uhr da sein, sonst wird man nicht mehr durch das Freilicht-Museum gelassen.

13. Anse Severe auf La Digue: Sonnenuntergänge vom Feinsten

Für den absoluten Postkarten-Sonnenuntergang sorgt die Anse Severe auf La Digue, eine sanft geschwungene Bucht im Norden von La Digue mit Blick auf Praslin. Vom Hafen ist sie leicht zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen. Das Meer ist flach, ruhig und durch das vorgelagerte Riff sowie Granitfelsen geschützt. Die leichte Brandung und das seichte Wasser bilden eine ideale Kulisse, wenn die Sonne hinter Praslin untergeht und ein beeindruckendes Farbenspiel am Himmel erleuchtet.

Reisetipps und -infos für Ihren Seychellen-Urlaub:

  • Reisezeit: Auf den Seychellen ist es ganzjährig tropisch warm mit Temperaturen knapp unter 30 Grad, die aufgrund der Äquatornähe kaum schwanken. Das Wetter eignet sich also immer für eine Reise. Die meisten Niederschläge fallen von Dezember bis Februar, wobei es sich dabei meist um kurzen Starkregen handelt. 

  • Anreise: Die meisten Airlines fliegen von Deutschland mit einem Zwischenstopp auf die Hauptinsel Mahé. Vom Inter Island Terminal, dem Hafen in der Hauptstadt Victoria, geht es mit der Fähre Cat Cocos in einer Stunde nach Praslin. Um auf der Insel schnell und unabhängig von A nach B zu gelangen, ist ein Mietwagen empfehlenswert, buchbar über den lokal operierenden, deutschen Anbieter Maki Car Rental

  • Unterkünfte: Direkt am weißen Traumstrand von Côte D'Or liegt das familiengeführte Acajou Beach Resort mit authentisch kreolischem Charme. An der ruhigen Nordwestküste befindet sich das luxuriöse Golfresort Constance Lémuria mit direktem Zugang zum Strand Anse Georgette (auch für externe Urlauber zugänglich). Darüber hinaus gibt es auf den Seychellen zahlreiche Guesthouses auf Selbstversorger-Basis.

  • Essen: Das Café des Arts an der Côte d'Or ist bekannt für frischen Fisch und Meeresfrüchte und wird oft als „bestes Restaurant auf Praslin“ gelobt. Das nahe gelegenen Pirogue bietet eine vielfältige kreolische Küche und Live-Musik am Wochenende. Auf La Digue ist das Strandrestaurant Fish Trap zu empfehlen. 

  • Aktivitäten: Entspannen Sie an den schönsten Stränden von Praslin: Anse Lazio, Côte D’Or und Anse Georgette. Tauchtrips organisiert das Lémuria Dive Centre im Norden von Praslin. Dank der strikten Naturschutzbestimmungen der Seychellen zählt die Region zu einem der besten Tauchreviere weltweit. Bootsausflüge zu zahlreichen Nachbarinseln können bei Mathieu Vidot und Starfish Boat Charter gebucht werden (im L'Hirondelle Guesthouse anfragen). Das Vallée de Mai ist ebenfalls einen Besuch wert.

  • Buchtipp: Der Reiseführer „InselTrip Seychellen“ von Thomas Barkemeier ist ein toller Begleiter, um die Inselgruppe auf eigene Faust zu erkunden. Erschienen 2018 im Reise Know-How Verlag.

  • Auskunft: Praktische Information zu den Seychellen, Ausflugs- und Übernachtungstipps finden Sie über die Homepage des deutschen Seychellen-Experten meerzeitreisen und die offizielle Webseite der Seychellen.