Aromatherapie für Einsteiger: So steigern ätherische Öle das Wohlbefinden

Lavendel, Zitrus, Ylang-Ylang: Bestimmte Gerüche haben einen Effekt auf Körper und Psyche. Doch wie genau wirken ätherische Öle, können sie die Gesundheit beeinflussen und was sollte man vor der Anwendung wissen? DONNA Online erklärt, was hinter der Kraft der Düfte steckt.

Frau Anfang 40 riecht mit geschlossenen Augen an einem brauen Fläschchen mit ätherischem Öl

Einmal schnuppern für gute Laune oder mehr Gelassenheit: Die Aromatherapie arbeitet mit ätherischen Ölen, um damit die Stimmung zu beeinflussen oder gesundheitliche Beschwerden zu lindern.

Mit jedem Atemzug nehmen wir täglich tausende Duftstoffe wahr – und umgeben uns manchmal ganz bewusst mit bestimmten Duftnoten, um ihre stimulierende oder entspannende Wirkung zu nutzen. Entsprechend vielfältig sind die Anwendungsbereiche der Aromatherapiegroß und die Auswahl an ätherischen Ölen: Sei es für mehr Konzentration beim Lernen, zur Inspiration bei einem kreativen Projekt, um besser einzuschlafen oder bestimmte Gesundheitsbeschwerden zu lindern: Die Aromatherapie lässt sich gezielt auf individuelle Wünsche und Bedürfnisse abstimmen und hat in der Naturheilkunde deshalb eine lange Tradition.

TCM in den Wechseljahren: So helfen natürliche Heilmethoden gegen Hitzewallungen und Co.

Was ist Aromatherapie?

Aromatherapie ist Teil der Phytotherapie, auch Pflanzenheilkunde genannt. Dabei werden ätherische Öle angewendet, um die Stimmung zu beeinflussen und den Körper zu entspannen, Selbstheilungskräfte zu mobilisieren und das Immunsystem zu stärken. Vor allem in der Alternativmedizin haben Duftöle einen festen Bestandteil und werden zur Linderung von Krankheiten sowie der Steigerung des Wohlbefindens eingesetzt.

Woraus bestehen ätherische Öle?

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte, leicht verdampfende, natürliche Substanzen. Im Grunde handelt es sich dabei um winzige Öltröpfchen, die hauptsächlich durch Wasserdampfdestillation aus dem Gewebe unterschiedlicher Pflanzenarten gelöst werden, zum Beispiel aus Kräutern, Blüten, Blättern, Ästen, Nadeln, Wurzeln, Früchten oder Samen.

Heilpflanzen: 3 heimische Kräuter und wie man sie anwenden kann

So wirken ätherische Öle

Ernstzunehmende Alternative zu Medikamenten oder esoterischer Humbug: Die Meinungen zur Wirksamkeit von Aromatherapie könnten nicht gegensätzlicher sein. Während Vertreter der Pflanzen- und Naturheilkunde auf die heilende und gesundheitsfördernde Wirkung der ätherischen Öle schwören, bescheinigen ihnen andere lediglich eine entspannende Wirkung. Einige Eigenschaften werden den Duftölen aber bereits seit der Antike zugeschrieben:

  • Sie stimulieren die Sinne.
  • Sie stimulieren Körper und Geist.
  • Sie wirken auf Schleimhäute.

Durch die Aufnahme der Düfte von ätherischen Ölen über den Geruchssinn gelangen sie ins Gehirn und beeinflussen dort die Stimmung und das Wohlbefinden. Beim Auftragen der Öle auf die Haut, durch die Inhalation oder Einnahme gelangen die winzigen Moleküle in das Körpergewebe sowie den Blutkreislauf und haben so auch einen Effekt auf die Organe. Auf diese Weise finden ätherische Öle bei körperlichen Beschwerden in unterschiedlichen Bereichen Anwendung, zum Beispiel:

  • bei Erkältungen
  • bei Stress, Angst oder innerer Unruhe
  • bei Verdauungsstörungen und Übelkeit
  • bei Kopf-, Zahn-, Muskel- und Gliederschmerzen
  • bei Schlaflosigkeit und Antriebslosigkeit
  • bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden

Ist das schon die Menopause? 5 Anzeichen, dass Sie in den Wechseljahren sind

Aromatherapie für Anfänger: Wie ätherische Öle sich anwenden lassen

Ihre vollständige Wirkung entfalten ätherische Öle über die Haut oder Atemwege und lassen sich dabei vielfältig anwenden – sei es zur Entspannung, Verbesserung des Hautbilds, als Inhalations- oder Badezusatz, in Kompressen oder Wickeln.

Haut

Egal ob als Gesichtspflege, Körper- oder Massageöl: Auf der Haut sollten ätherische Öle nur verdünnt angewendet werden, da ihre hohe Konzentration Irritationen und Reizungen auslösen kann. Als Basis zum Mischen geeignet sind zum Beispiel Jojoba-, Mandel-, oder Kokosöl.

Je nachdem welches ätherische Öl Sie verwenden wollen und auf welche Körperstellen die Mischung aufgetragen wird, variiert das Mischverhältnis. Wenn Sie eine Gesichtspflege mit 50 Mil­li­li­ter Basis-Öl herstellen wollen, sollten Sie nicht mehr als ein bis zwei Tropfen ätherisches Öl zugeben, während bei einem Körper- und Massageöl rund zehn Tropfen hinzugefügt werden können.

Raumduft

Um Ihre Wohnräume mit dem Lieblingsduft zu erfüllen, können Sie ätherische Öle in eine Duftlampe oder einen Diffusor füllen. Dazu einfach ein paar Tropfen des Öls in ein kleines Schälchen mit Wasser bzw. in den Diffusorbehälter geben und durch Wärme zum Verdunsten bringen. Je nach Wahl des Öls können Sie verschiedene Duftatmosphären erschaffen.

Ebenfalls in der Aromatherapie beliebt sind Duftsprays. Sie enthalten bereits die richtige Dosierung des ätherischen Öls, können jederzeit im Raum versprüht werden und sind für bestimmte Bedürfnisse oder Stimmungen erhältlich.

Eine dekorative Alternative mit aromatherapeutischer Wirkung sind Duftkerzen. Egal ob während einem intensiven Bad oder morgens bei einer Tasse Tee – die mit ätherischen Ölen aromatisierten Kerzen erzeugen nicht nur gemütliches Licht, sondern sprechen auch die Sinne an.

Home Spa: Die besten Tipps für eine Wellness-Auszeit zu Hause

Aromatherapie-Guide: So beeinflussen Düfte die Stimmung

Bei der breiten Auswahl an ätherischen Ölen verliert man schnell mal den Überblick. Welches Öl wirkt wie und welche Düfte passen zu meinen Bedürfnissen? Für den Einstieg in die Aromatherapie reicht eine kleine Basis-Ausstattung. Diese könnte zum Beispiel wie folgt aussehen:

  • Lavendelöl verschafft innere Ruhe, wirkt beruhigend sowie ausgleichend und wird besonders häufig bei Unruhezuständen oder Einschlafstörungen eingesetzt. Außerdem wirkt das Öl eine antibakteriell und krampflösend, fördert die Durchblutung und hilft gegen Juckreiz oder Sonnenbrand.
     
  • Zitrusöl ist ein echter Stimmungsaufheller. Mithilfe von Zitrusölen – egal ob Zitrone, Limette, Orange, Mandarine, Grapefruit oder Bergamotte – haben Müdigkeit und schlechte Laune keine Chance. Zudem fördern zitrische Duftnoten die Konzentration und helfen gegen Stress oder Antriebslosigkeit.
     
  • Rosenöl fördert das Wohlbefinden, wirkt harmonisierend, aber auch aphrodisierend. Besonders beliebt ist der blumig-zarte Duft aufgrund seiner regenerationsfördernden und entzündungshemmenden Wirkung, vor allem als Körper- und Gesichtspflegeöl.
     
  • Teebaumöl ist bekannt für seine antiseptische, antibakterielle Wirkung und eignet sich aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften besonders gut zur Bekämpfung von Hautunreinheiten. Zudem fördert das ätherische Öl die Regeneration verletzter oder gereizter Haut, wirkt juckreizlindernd und hilft bei Insektenstichen oder Sonnenbrand. Zur Stärkung der Abwehrkräfte und Behandlung einer Erkältung bietet sich das Öl als Inhalationsmittel an.
     
  • Ylang-Ylang-Öl kurbelt die Produktion des Glückshormons Serotonin an und wirkt sich positiv auf das Selbstvertrauen und die Leistungsfähigkeit aus.
     
  • Kamillenöl hat eine entspannende, beruhigende und ausgleichende Wirkung. Deshalb eignet es sich genauso wie Lavendel zur Behandlung von Schlafstörungen und Angstzuständen, aber auch bei depressiven Verstimmungen. Oft findet das entzündungshemmende Öl Anwendung bei Menstruations- und Magenbeschwerden sowie Muskel- und Zahnschmerzen, da es die Wundheilung fördert.
     
  • Pfefferminzöl ist ein echter Allrounder: Dank seiner erfrischenden und klärenden Wirkung hilft das Öl bei Kopfschmerzen und Schwindel. Auch bei Bauchschmerzen, Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden kann Pfefferminzöl eingesetzt werden. Gemischt mit einem neutralen Basisöl eignet es sich zudem zur Anwendung bei Muskelkater, Prellungen oder Verstauchungen.

Verdauungsprobleme natürlich lindern: Diese 5 Lebensmittel helfen gegen Blähungen und Co.

  • Salbeiöl lindert nicht nur Erkältungsbeschwerden, sondern hilft dank seiner entkrampfenden Wirkung auch bei Regelschmerzen. Frauen in den Wechseljahren greifen häufig darauf zurück, um Hitzewallungen und andere typische Beschwerden vor der Menopause auf natürliche Weise in den Griff zu bekommen.
     
  • Sandel- und Zedernholzöl haben einerseits eine lustfördernde Wirkung, wirken andererseits aber auch entspannend bei psychischer Überlastung im Alltag, etwa bei Stress oder Angespanntheit.
     
  • Eukalyptusöl wird besonders häufig bei Erkältungserkrankungen mit gereizten Atemwegen, Husten und Schnupfen eingesetzt. Außerdem wirkt das ätherische Öl antibakteriell, durchblutungs- und konzentrationsfördernd.