Zuckerkrankheit: Diabetes vorbeugen, erkennen und behandeln

Diabetes mellitus bleibt oft unentdeckt und kann verheerende Folgen mit sich bringen. Lesen Sie in unserem Gesundheitsratgeber, wie Sie der Zuckerkrankheit frühzeitig den Kampf ansagen, Symptome erkennen und richtig behandeln.

Close-up einer Frau 50plus, die an einem Tisch sitzt und sich den Blutzucker mit einem Messgerät misst

Volkskrankheit Diabetes: DONNA Online fasst zusammen, wie Sie die Zuckerkrankheit frühzeitig erkennen, behandeln und vorbeugen können.

Fast Volkskrankheit Nummer eins: Diabetes mellitus zählt nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu den häufigsten nicht-übertragbaren Erkrankungen. In Deutschland sind knapp zehn Prozent der Erwachsenen – einschließlich Dunkelziffer – davon betroffen. Und die Zahl wird aufgrund der alternden Gesellschaft noch steigen.

Dabei kann das Risiko, an der Zuckerkrankheit zu erkranken, drastisch minimiert werden – vor allem beim Typ-2-Diabetes. Rund 90 bis 95 Prozent der Betroffenen erkranken an dieser Art der Stoffwechselstörung. Wichtig ist auch die Früherkennung, damit es nicht zu Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nervenerkrankungen, Nierenversagen oder Erblindung kommt. Bei DONNA Online erfahren Sie, wie Sie Diabetes frühzeitig vorbeugen, die Symptome erkennen und richtig behandeln können.

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Diabetes-Typen, Ursachen und Symptome

Allen Diabetes-Formen ist gemein, dass es zu einem zu hohen Blutzuckerspiegel im Körper (Hyperglykämie) kommt. Das Hormon Insulin sorgt dafür, dass die Zellen Zucker aus dem Blut aufnehmen können und der Körper durch den Stoffwechsel Nahrung in Energie umwandeln kann. Fehlt ausreichend Insulin, ist die Verwertung gestört – der Zucker bleibt im Blut und die Blutgefäße werden geschädigt.

Die Hauptformen des Diabetes mellitus sind der Typ-1- und der Typ-2-Diabetes mellitus, eine besondere Form ist die Schwangerschaftsdiabetes. Beim Typ-1 werden die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse vom eigenen Immunsystem zerstört – das körpereigene Hormon kann deshalb nicht in ausreichender Menge produziert werden. Meist erkranken Betroffene bereits im Kindes- und Jugendalter an der Autoimmunkrankheit und sind auf lebenslange Insulinzufuhr von außen angewiesen. Neben erblich bedingten Risikofaktoren können auch bestimmte Infektionen und Umwelteinflüsse die Zuckerkrankheit auslösen – das Feld ist aber noch nicht ausreichend erforscht.

Der Typ-2-Diabetes, der meist schleichend im Laufe des Lebens beginnt, wurde früher auch „Altersdiabetes“ genannt. Die Bezeichnung ist heute aber nicht mehr zutreffend, da zunehmend auch junge Erwachsene und Jugendliche daran erkranken. Dabei kann es zu einer Insulinresistenz kommen, bei der die Zellen das Hormon nicht mehr so gut aufnehmen und verwerten können. Es kann aber auch zu einer Art „Erschöpfung“ kommen, bei der die Bauchspeicheldrüse nach jahrelanger übermäßiger Ausschüttung nicht mehr genug Insulin produzieren kann. Ursachen dafür sind häufig ein ungesunder Lebensstil durch mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung und Übergewicht, doch auch erbliche Faktoren begünstigen die Stoffwechselerkrankung.

Bei etwa vier von 100 Frauen wird in der Schwangerschaft ein sogenannter Gestationsdiabetes, ein Schwangerschaftsdiabetes, festgestellt. Dabei handelt es sich nicht um eine chronische Krankheit, sondern meist um ein normales Ansteigen des Blutzuckers durch den veränderten Stoffwechsel. Begünstigt wird er jedoch durch erbliche Faktoren und starkes Übergewicht, aber auch ein vorangegangener Schwangerschaftsdiabetes kann das Risiko erhöhen. Doch das ist noch lange kein Grund zur Sorge – die meisten Kinder kommen ohne Komplikationen zur Welt.

Die Symptome sind bei jeder Form der Diabetes mellitus gleich: Wenn der Blutzuckerspiegel über längere Zeit erhöht ist, können Müdigkeit und Schwäche, starker Durst, häufiges Wasserlassen, Schwindel und Übelkeit auftreten.

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Diagnose und Behandlung von Diabetes mellitus

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einen Diabetes mellitus festzustellen: Bei der Messung des Nüchternblutzuckerwerts, zum Beispiel morgens vor der ersten Nahrungsaufnahme, sollten wiederholte Werte nicht über 126 mg/dl liegen und auch bei Gelegenheitsmessungen, bei denen der Blutzucker mituntersucht wird, sollte der Wert nicht öfters über 200 mg/dl betragen. Zudem kann ein Glukosebelastungstest gemacht werden, bei dem beobachtet wird, wie schnell sich der Blutzuckerspiegel nach Einnahme von Zucker wieder normalisiert. Falls nach dem sogenannten oralen Glukosetoleranztest (oGTT) der Wert nach zwei Stunden noch über 200 mg/dl liegt, spricht man von der Diagnose Diabetes. Die Untersuchung des HbA1c-Werts gibt Aufschluss über den durchschnittlichen Blutzuckerwert der letzten drei Monate und sollte nicht über 6,5 Prozent liegen.

Das Wichtigste bei der Behandlung der Typ-1-Diabetes ist ein umfangreiches Wissen über die Erkrankung und den eigenen Körper. Das tägliche Spritzen von Insulin reicht nämlich nicht aus, um die Krankheit in Schach zu halten, da der Blutzuckerspiegel nicht nur von der Zugabe, sondern auch von der Tageszeit, Erkrankungen, Medikamenten, hormonellen Veränderungen und dem Lebenswandel abhängt. Betroffene können sich für eine konventionelle oder eine intensivierte Insulinbehandlung entscheiden. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Form der Behandlung besser für Sie und Ihren Alltag passt.

Auch bei der Behandlung der Typ-2-Diabetes ist ein aufgeklärtes und individuell angepasstes Therapiekonzept von Nöten. Die Veränderung des Lebensstils ist in den meisten Fällen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung: Bewegung und Gewichtsreduktion sorgen dafür, dass das Insulin besser wirken und der Blutzuckerspiegel somit gesenkt werden kann. Risiken von Folgeerkrankungen können durch eine gesunde Lebensweise – Essen, Bewegung, mit dem Rauchen aufhören – zudem verringert werden. Wer Medikamente einnehmen muss, sollte mit seinem Arzt einen persönlichen Behandlungsplan aufstellen, der Medikation, Lebensweise und Ziele mit einschließt.

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Bei der Behandlung der Schwangerschaftsdiabetes reicht es meistens, wenn die Ernährung umgestellt oder für genügend Bewegung gesorgt wird. In manchen Fällen kommen Insulinzugaben oder Medikamente zum Einsatz – sprechen Sie sich mit Ihrem Arzt ab. Im Regelfall normalisiert sich der Blutzuckerwert nach der Geburt des Kindes wieder.

Um die Behandlung selbstsicher, effektiv und alltagstauglich zu gestalten, gibt es eine Reihe von Schulungsprogrammen, darunter die Disease-Management-Programme (DMP) für Betroffene mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes.

Vorbeugen und Informieren

Zwar bekommen Frauen, die ein Kind erwarten und sich ausgewogen ernähren sowie ausreichend bewegen, seltener einen Schwangerschaftsdiabetes, als die mit ungesünderem Lebensstil. Eine Erhöhung des Blutzuckerwerts kann durch den veränderten Stoffwechsel aber in jeder Schwangerschaft vorkommen.

Zur Vorbeugung von Diabetes Typ 2 gibt es viele Empfehlungen, die in ihrer Wirkung jedoch nicht ausreichend wissenschaftlich überprüft sind. Angewendet werden aber insbesondere blutzuckersenkende Medikamente, Präparate zur Gewichtsreduktion und das Anraten einer gesünderen Lebensweise durch die Umstellung der Ernährung oder durch mehr Sport und Bewegung. Diese zielen jedoch nicht nur auf die Vorbeugung von Diabetes mellitus ab, sondern vor allem auch auf eventuelle Folgediagnosen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Auch wenn es beim Typ-1-Diabetes keine wirklichen Vorbeugungsmaßnahmen gibt, ist es doch wichtig, dass er frühzeitig erkannt wird. Gerade in den letzten Jahren stieg nach Angaben des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz-Zentrum in München die Neuerkrankungsrate gerade bei Kindern und Jugendlichen drastisch an. Durch bestimmte Früherkennungsuntersuchungen und eventuellen Maßnahmen – bereits im Säuglingsalter – wollen Forscher verhindern, dass es zu einer chronischen Krankheit kommt.

Früherkennung, Prävention, Behandlung: Das Bundesgesundheitsministerium investiert seit 2016 jährlich drei Millionen Euro der Haushaltsmittel für Diabetesprojekte. Wahrnehmen sollten Männer und Frauen ab 35 zudem den „Check-up 35“. Alle zwei Jahre können so auf Kassenleistung Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Niere oder aber auch Diabetes mellitus frühzeitig erkannt werden.

Ob als Betroffener, Angehöriger oder einfach nur als Interessierter: Wer mehr über Diabetes mellitus wissen will, kann sich nicht nur an den Arzt des Vertrauens, sondern auch an zahlreiche Informationsstellen wenden. Einige Einrichtungen, wie das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ), bieten sogar Diabetes-Informationsdienste an, bei denen Experten individuelle Fragen rund um das Thema beantworten. Zudem gibt es ausführliche und leicht verständliche Beitrage von Ärzten, Fachleuten und Autoren auf der Seite diabetes heute. Weitere Anlaufstellen sind unter anderem: