Pickel oder Hautkrankheit? Wann Sie zum Dermatologen gehen sollten

Akneähnliche Knötchen, Rötungen und Ausschlag: Auch nach der Pubertät ist unsere Haut nicht vor Unreinheiten gefeit. Wann es sich bei den Pickelchen um harmlose Hautunreinheiten handelt und welche Symptome eher für eine ernstzunehmende Hautkrankheit sprechen.

Frau mit kurzen grauen Haaren schaut in den Spiegel und begutachtet kritisch eine Hautstelle

Harmloser Pickel oder doch eine Hautkrankheit? Wer sich unsicher ist, sollte besser einen Dermatologen aufsuchen. Und vor allem: nicht selbst daran herumdrücken.

Da pflegt man seine Haut jeden Morgen und Abend vorbildlich und trotzdem bilden sich kleine Pickelchen oder trockene Stellen? Manchmal ist es genau die tägliche Pflegeroutine, die der Haut zusetzt und zu Problemen führt. Woran man erkennt, ob es sich bei Pickeln nur um harmlose Hautunreinheiten oder eine ernstzunehmende Hautkrankheit handelt, die sich ein Dermatologe ansehen sollte, erfahren Sie hier.

Milien

Kleine weiße Knötchen in der Augenregion sind meist Grießkörner, auch Milien genannt. Die winzigen Zysten entstehen, wenn sich Keratin und Talg in die Haut einlagern. Selbst an Milien herumdrücken sollten Sie nie, da die Gefahr besteht, die empfindliche Haut um die Augen herum zu verletzen. Gehen Sie besser zum Hautarzt oder in ein professionelles Kosmetikstudio, um die Milien mit einem kleinen Skalpell oder einem speziellen Laser entfernen zu lassen. Auch die regelmäßige Reinigung der Haut mit einer weichen Gesichtsbürste trägt dazu bei, dass Hautgrieß gar nicht erst entstehen kann.

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Periorale Dermatitis

Periorale Dermatitis, die sogenannte Stewardessen-Krankheit, entsteht durch das Überpflegen der Haut. Das heißt: Zu viele verschiedene Wirkstoffe, zu wenig „Luft zum Atmen“ oder ungeeignete Produkte greifen die natürliche Schutzbarriere der Haut an, sodass sie schließlich mit Pickeln und Co. reagiert. Wer gegen die Knötchen, Bläschen oder Pusteln noch mehr Pflegeprodukte einsetzt, verstärkt nur die Symptome nur. Die Hautkrankheit kann plötzlich und ohne erkennbaren Grund auftreten und zeigt sich typischerweise um den Mund herum.

Das einzige, was bei einer perioralen Dermatitis hilft, ist eine Null-Therapie: Verzichten Sie komplett auf Pflege- und Make-up-Produkte oder verwenden Sie sie nur in Absprache mit einem Hautarzt. Nur dann kann die Haut ins Gleichgewicht kommen und ihre natürliche Schutzbarriere wieder aufbauen. Wenn Ihr Teint nach mehreren Wochen wieder im Gleichgewicht ist, können Sie langsam wieder mit der Verwendung von Kosmetik starten, sollten dann aber zu wenigen, speziell auf den Hauttyp abgestimmten Produkten greifen.

Kontaktekzem

Kontaktekzeme zählen zu den häufigsten Hauterkrankungen. Dabei handelt es sich weniger um eine typische Hautkrankheit, sondern um eine allergische Reaktion, die – wie der Name schon sagt – beim Kontakt mit einer bestimmten Substanz ausgelöst wird. Ein Kontaktekzem äußert sich durch Pusteln, Pickel, Rötungen, Schwellungen, Brennen und Juckreiz. Die Haut kann dabei direkt bei Kontakt mit einem Reizstoff, aber auch zeitverzögert reagieren – etwa nach dem Tragen eines Kleidungsstücks, das mit einem parfümierten Waschmittel gereinigt wurde.

Damit die Hautreizung abheilen kann, sollten Sie auf keinen Fall daran kratzen oder drücken – ansonsten besteht die Gefahr, dass Keime in die Haut eindringen und es zu Entzündungen kommt. Besser bei einem Dermatologen einen Allergietest durchführen lassen, um die allergieauslösende Substanz zu identifizieren und in Zukunft zu meiden. Außerdem können die betroffenen Hautstellen mit einer speziellen Salbe behandelt werden, um die Abheilung zu beschleunigen.

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Follikulitis

Winzige rote Pickel, die dort entstehen, wo Haare wachsen, sind häufig die Folge einer Follikulitis. Die unschönen Pickelchen entstehen, wenn Hornmaterial den Follikelausgang verstopft und der obere Teil des Haarbalgs sich entzündet. Auslöser für eine Follikulitis ist das Bakterium Staphyloccocus aureus, das durch Waxing, Rasieren, Haarezupfen oder durch verunreinigte Make-up-Pinsel auf der Haut verteilt wird. Besonders im Sommer, wenn die Bakterien sich bei schwülwarmen Temperaturen und häufiger Haarentfernung schneller verbreiten können, zeigen sich die Hautirritationen. Vermeiden lässt sich eine Follikulitis, indem Sie beim Rasieren, Epilieren oder Waxen vorsichtig und hygienisch sauber arbeiten. In der Regel heilen die Pusteln schnell von selbst wieder ab. An ihnen herumdrücken sollten sie aber dennoch auf keinen Fall – ansonsten riskieren Sie, dass die Entzündung sich auf den gesamten Haarbalg und die umliegende Haut ausweitet.

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Couperose/Rosacea

Rötungen auf Nase und Wangen, verdickte Haut und pickelartige Entzündungen – diese Symptome deuten auf Couperose, eine frühe Form der Rosacea, hin. Hervorgerufen werden die Hautveränderungen unter anderem durch Temperatur- und Hormonschwankungen, Koffein oder Gewürze. Aber auch UV-Strahlung, bestimmte Medikamente oder Stress können mögliche Auslöser für Couperose bzw. Rosacea sein. Die chronische Hautkrankheit tritt in Schüben und ab 40 deutlich häufiger als in jungen Jahren auf. Während es zu Beginn meist nur Rötungen sind, kann es im Verlauf der Krankheit zu einer Gefäßerweiterung kommen, die sich mit entzündlichen Bläschen und Knötchen sowie sichtbaren Äderchen auf der Haut bemerkbar macht.

Couperose ist nicht vollständig heilbar, mit der richtigen Behandlung kann man die Symptome aber gut in den Griff bekommen. Dabei ist es wichtig, gemeinsam mit einem Dermatologen dem Auslöser für die Hautprobleme auf den Grund zu gehen, um ihn in Zukunft meiden zu können. Je nach Stärke der Couperose bzw. Rosacea können Betroffene die Haut medikamentös, mit Lasertherapie oder chirurgisch behandeln lassen. Auch außerhalb eines Couperose-Schubs sollten Betroffene darauf achten, möglichst sanfte Pflege- und Reinigungsprodukte zu verwenden, um ihre extrem empfindliche Haut nicht weiter zu reizen.

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Talgdrüsenhyperlasie

Die kleinen, hartnäckigen Knötchen mit heller Umrandung treten vor allem bei Frauen ab 40 auf, die zu fettiger Haut neigen. In diesem Fall kommt es besonders leicht zu einer sogenannten Talgdrüsenhyperlasie, wenn die Haut zum Beispiel durch UV-Strahlung geschädigt wurde und deshalb zu viel Talg bildet. Diese Überproduktion sorgt dafür, dass die Poren sich vergrößern und verstopfen, sodass sich kleine Knoten mit weiß-gelblicher Oberfläche auf der Haut bilden. Charakteristisch für die Hauterkrankung ist, dass sich die akneähnlichen Pickel in der Mitte leicht nach innen wölben und sich verstärkt im Stirnbereich oder in der Gesichtsmitte bilden. Einer Talgdrüsenhyperlasie vorbeugen können Sie mit talgregulierenden Pflegeprodukten. Chemische Peelings und Gesichtsbehandlungen mit Vitamin A klären und verfeinern das Hautbild wieder. Im besonders schwerwiegenden Fällen können die Knötchen auch operativ entfernt werden.