15 Ernährungsfragen aus dem Alltag: Kennen Sie die Antworten?

Das Thema Ernährung betrifft jeden von uns täglich: Zum einen überlegen wir ständig, was wir als nächstes essen könnten, zum anderen versuchen wir den Dschungel aus Food-Mythen und Fachbegriffen zu durchblicken. DONNA Online beantwortet 15 Fragen, über die fast jeder schon einmal nachgegrübelt hat.

Blonde Frau Mitte 40 sitzt am Esstisch und blickt lächelnd auf ihre Müslischale

Enthält Tee wirklich mehr Koffein als Kaffee – und wie gesund ist ein mit Vitaminen angereichertes Müsli? Schon beim Frühstück stellen sich einige Ernährungsfragen. DONNA Online kennt die Antworten.

1. Woher kommt die Schaumkrone beim Bier? 

Beim Einschenken steigen Gasbläschen aus Luft und Kohlensäure auf. Um sie herum lagern sich die Inhaltsstoffe des Bieres an: Proteine aus Gerste bzw. Weizen, Hopfenbitterstoffe und Zuckermoleküle. Sie unterbinden das Platzen der Bläschen, bis sie sich an der Oberfläche zu einer Schaumkrone verbinden. Die ist umso stabiler, je mehr Inhaltsstoffe sich an den Blasen angelagert haben. Der Bierschaum wirkt als sogenannte Diffusionsbarriere und schützt das Aroma und die Frische des Biers. Bildung und Standfestigkeit des Schaums hängen vom Säure- und Alkoholgehalt des Bieres ab, aber auch von seiner Temperatur und der Sauberkeit des Glases.

Lieber Cocktail statt Bier? Diese 4 einfachen Rezepte sind perfekt für Ihre nächste Hausparty

2. Wieso kommen Hähnchen und Pute mit der Brust nach unten in den Ofen? 

Bei der Zubereitung eines ganzen Hähnchens oder einer Pute im Ofen sollte die Brust des Geflügels nach unten zeigen, da sich ihr Fett hauptsächlich am Rücken befindet. Beim Garen dringt es ins Fleisch ein, gibt ihm Geschmack und macht es schön saftig. Gart man das Geflügel mit der Brust nach oben, sammelt sich das Fett im Bräter und trägt nicht zum guten Geschmack des Fleisches bei.

3. Kohlsuppe: Abnehmwunder oder Diätmythos? 

Bei der Kohlsuppendiät soll fast eine Woche lang fast ausschließlich kalorienarme Kohlsuppe gegessen werden. Grundsätzlich ist die Verringerung der Kalorienzufuhr zwar eine sichere Methode, um Gewicht zu verlieren. Bei der Kohlsuppendiät soll die schnelle Gewichtsabnahme Experten zufolge aber auf Wasserverlust und nicht auf Fettabbau beruhen. Bei einer derart verringerten Kalorienzufuhr greift der Körper zur Energiegewinnung auf seine Glykogenspeicher zurück. Glykogen bindet Wasser. Wird Glykogen verbraucht, geht folglich auch Wasser verloren. Isst man nach der Kohlsuppendiät wieder ganz normal, wird die verlorene Flüssigkeit schnell wieder eingelagert – und man nimmt zu.

Detox-Trend-Methoden: So klappt das Entgiften mit Saft, Suppe und Co.

4. Macht Spinat stark?

Jein. So wie bei Popeye, der büchsenweise Spinat vertilgte und dadurch ungeheure Kräfte entwickelte, ist es leider nicht. Spinat eignet sich jedoch hervorragend dazu, die Muskulatur zu stählen. Grund dafür ist der hohe Nitratanteil im Spinat. Wenn Nitrat vom Körper verstoffwechselt wird, lässt es die Muskelzellen effizienter arbeiten. Wenn regelmäßiges Muskeltraining hinzukommt, macht Spinat indirekt tatsächlich stärker. Wichtig ist, dass das grüne Blattgemüse nicht wie bei Popeye aus der Dose kommt. Stattdessen sollte Spinat möglichst frisch und unerhitzt verzehrt werden.

5. Was ist das Pica-Syndrom? 

Als Pica-Syndrom (aus dem Lateinischen: „Elster“) wird eine seltene Essstörung bezeichnet, bei der Menschen Dinge zu sich nehmen, die allgemein als nicht essbar oder auch ekelerregend angesehen werden, zum Beispiel Eisen, Erde, Seife oder Kreide. Im Gegensatz zu Anorexie und Bulimie handelt es sich also nicht um eine „quantitative“, sondern um eine „qualitative“ Essstörung. Früher wurde die Bezeichnung Pikazismus auch für die ungewöhnlichen Essgelüste von Schwangeren verwendet.

6. Kaffee oder Tee, was hat weniger Koffein? 

Eigentlich ist der Koffein- bzw. Teeingehalt von Teeblättern höher als der von Kaffeebohnen: Teeblätter enthalten ungefähr zwei bis drei Prozent Koffein bzw. Teein, Kaffee hingegen nur ein bis zwei Prozent. Trotzdem wird dem Kaffee beim Aufbrühen mehr Koffein entzogen. Eine durchschnittliche Tasse Kaffee enthält 50 bis 100 Milligramm Koffein, eine Tasse Tee nur 20 bis 50 Milligramm.

Cold Brew Coffee: So bereiten Sie den Trendkaffee zu

7. Was ist In-vitro-Fleisch? 

Durch die stetig wachsende Weltbevölkerung ist der Bedarf an Nahrung und somit auch an tierischen Produkten gestiegen. Das Fleisch lebender Tiere erfordert jedoch Unmengen an Ressourcen wie Land, Futter und Wasser, die bereits jetzt schon nicht mehr zur Verfügung stehen. Forscher überlegten sich daher, Fleisch mithilfe von tierischen Muskelstammzellen im Labor herzustellen. Bereits 2013 wurde das erste essbare Ergebnis vorgestellt. Wie sich die Produktion im größeren Stil verwirklichen lässt, ist noch ungeklärt. Fraglich ist auch, wie das sogenannte „Laborfleisch“ beim Verbraucher ankommen würde. Eine wirksame Lösung für die stetig wachsende Nachfrage nach Fleisch wäre In-vitro-Fleisch aber allemal.

Doch lieber ohne Fleisch? Auf dieser vegetarischen Berghütte gibt's Gemüselasagne statt Leberkäse

8. Warum wird Pasta al dente gekocht?

Die Frage erübrigt sich eigentlich, wenn man überlegt, dass eigentlich niemand gerne weich gekochte Nudeln isst. Allerdings hat al dente gekochte Pasta auch einen gesundheitlichen Vorteil, denn sie wird langsamer verdaut als weich gekochte. Das heißt, dass bissfeste Nudeln den Zucker langsamer abgeben und einen niedrigeren glykämischen Index haben, also starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels vermeiden.

One Pot Pasta: 6 schnelle Nudelrezepte aus aller Welt

9. Hilft Hühnersuppe bei Erkältung? 

In verschiedenen Kulturen gilt Hühnersuppe seit Jahrhunderten als bewährtes Hausmittel gegen Erkältung. Und das kommt nicht von ungefähr. In einer Studie wurden Blutproben von Menschen untersucht, die bei Erkältung Hühnersuppe verzehrt hatten. Dabei zeigte sich, dass die Suppe eine entzündungshemmende und schleimlösende Wirkung besitzt. Außerdem lindert die Suppe Beschwerden wie eine laufende Nase, regt die Verdauung an und versorgt den Körper mit Flüssigkeit und wertvollen Nährstoffen.

Das sind die besten Hausmittel bei Erkältung

10. Wie viel Salz ist noch gesund?

Für die Speisesalzzufuhr gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE als gesundes Maximum bis zu sechs Gramm pro Tag an. Das entspricht in etwa einem Teelöffel. Wenn Speisesalz verwendet wird, sollte es mit Jod und Fluorid angereichert sein. Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland isst jedoch mehr Salz. Wird über längere Zeit viel Salz verzehrt, steigt der Natriumgehalt im Blut. Die Nieren scheiden weniger Wasser aus dem Blut aus und der Blutdruck steigt. Neben Bluthochdruck können auch Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle oder Osteoporose entstehen.

11. Warum knurrt der Magen, wenn man hungrig ist? 

Nach dem Essen ziehen sich die Magenmuskeln zusammen, um die Nahrung durch den Darm zu befördern. Das geschieht auch bei leerem Magen und ist hörbar, weil keine Nahrung das Geräusch dämpft.

Darmgesundheit: Was Präbiotika für Ihre Verdauung tun

12. Was ist Functional Food?

Ähnlich wie die Bezeichnung Superfood ist auch der Begriff „Functional Food“ eher ein Marketing-Instrument. Er bezeichnet Lebensmittel, die über ihren Nährwert hinaus weiteren Nutzen für die Gesundheit haben. Meist sind sie mit zusätzlichen Inhaltsstoffen angereichert und sollen dadurch einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben. Die bekanntesten Functional-Food-Produkte sind Joghurts mit Bakterienkulturen, die dann mit dem Zusatz „probiotisch“ verkauft werden. Fruchtsäfte werden zum Beispiel mit den Vitaminen A, C und E angereichert, Brot mit Omega-3-Fettsäuren und Jod, Margarine mit pflanzlichen Sterinen. Die DGE beurteilt Functional Food eher kritisch, da dadurch nicht automatisch eine bedarfsgerechte und ausgewogene Ernährung garantiert wird. Ernährungsfehler lassen sich auch durch den Verzehr von funktionellen Lebensmitteln nicht beseitigen.

13. Wieso ist grüner Tee so gesund?

Bei sehr hoher Dosierung wirken die bioaktiven Substanzen in Grüntee antioxidativ, entzündungshemmend und antimikrobiell. Zudem soll er helfen, Fett zu verbrennen, Gewicht und Blutzuckerspiegel zu regulieren.

Abnehmen in den Wechseljahren: Das sind die effektivsten Stoffwechsel-Booster

14. Hunger und Appetit, was steckt dahinter? 

Hunger und Appetit hängen zusammen, sind aber nicht dasselbe. Unter Hunger versteht man das körperliche Bedürfnis nach Nahrung, verursacht durch einen niedrigen Blutzuckerspiegel oder leeren Magen. Hunger stellt sicher, dass wir genug essen und dient somit dem Überleben. Appetit ist die Lust auf Essen, ausgelöst durch den Anblick oder Duft von Speisen oder durch Assoziationen. Die Vorfreude auf eine Mahlzeit kann Appetit auslösen, ohne dass wir hungrig sind.

15. Ist brauner Zucker gesünder als weißer? 

Etwa 80 Prozent des weltweit verbrauchten Zuckers wird aus Zuckerrohrsaft hergestellt. Durch dessen Filtration und Raffination entsteht weißer Zucker, der vor allem aus Saccharose besteht. Er wird getrocknet und gemahlen. Durch erneutes Aufkochen und den Zusatz von klebrig-brauner Melasse entsteht brauner Zucker. Melasse enthält zwar Vitamine und Mineralstoffe, ihr Anteil im braunen Zucker ist aber so gering, dass sie nicht ins Gewicht fallen. Brauner Zucker sollte daher genauso maßvoll gegessen werden wie weißer Zucker.

Stevia, Xylit, Honig und Co: Wie gesund sind Zuckeralternativen?

Weitere interessante Fakten rund um unsere Ernährung finden Sie im Ratgeber „Was wir essen“:

Buchcover des Ratgebers „Was wir essen: Alles über unsere Nahrung“

Im Dschungel von Fachbegriffen und Ernährungsweisheiten bleibt viel Raum für Spekulationen. Diesen wird mit dem Ratgeber „Was wir essen: Alles über unsere Nahrung“ ein Ende gesetzt, der die wichtigsten Bereiche der Ernährungslehre unter die Lupe nimmt. Erschienen im DK Verlag, um 20 Euro.