Gastroskopie: Wann eine Magenspiegelung sinnvoll ist

Patienten mit anhaltenden Beschwerden im oberen Verdauungstrakt werden häufig zu einer Magenspiegelung gebeten. Wann ist eine Gastroskopie wirklich sinnvoll – und kann sie sogar gefährlich werden? DONNA Online fasst alle wichtigen Infos zum Ablauf des Eingriffs und den möglichen Risiken zusammen.

Frau in geblümtem BH hält sich ein in Form des Magens ausgeschnittenes Stück rosa Fotokarton vor den nackten Bauch

Ermöglicht einen Blick in den Magen: Eine Gastroskopie gibt Aufschluss über Veränderungen im oberen Verdauungstrakt.

Viele Menschen plagen immer wieder Bauchschmerzen – mal nach einer zu fettigen Pizza am Vorabend, mal aber auch als Symptom ernsthafterer Erkrankungen. Um den oberen Verdauungstrakt genauer untersuchen zu können, wird bei langanhaltenden Beschwerden vom Arzt meist eine Magenspiegelung verordnet. Diese Untersuchungsmethode gilt als sichere Diagnosemöglichkeit, da sie einen genauen Blick in die Speiseröhre, den Magen und Zwölffingerdarm zulässt. Die wichtigsten Fragen zu den Anwendungsbereichen, dem Vorgehen und den möglichen Risiken des Eingriffs klärt DONNA Online im Gesundheitsratgeber.

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Was passiert bei einer Magenspiegelung?

Eine Magenspiegelung, medizinisch Gastroskopie oder Ösophago-Gastro-Duodenoskopie genannt, ist eine Untersuchungsmethode des oberen Verdauungstrakts. Bei dem Eingriff kann der Bereich um den Magen (Gaster), die Speiseröhre (Ösophagus) und den Zwölffingerdarm (Duodenum) von innen untersucht und gut- oder bösartige Veränderungen der Organe oder darum befindlichen Schleimhäute festgestellt werden. Genau genommen handelt es sich also um eine Spiegelung der oberen Verdauungsorgane und nicht ausschließlich des Magens. Der Vorteil: Nur in seltenen Fällen ist eine Magenspiegelung mit einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus verbunden. Im Normalfall wird die Gastroskopie ambulant durchgeführt und der Patient darf mit Begleitung direkt danach wieder nach Hause. Meist dauert der Eingriff, den Krankenhäuser und spezielle gastroenterologische Praxen durchführen, nur wenige Minuten und kommt ohne aufwendige Vorbereitungen aus.

Im Rahmen der Magenspiegelung können kleine Geschwülste (Polypen) entfernt und Verengungen der Speiseröhre behandelt werden. Die Gastroskopie ist deshalb keine rein diagnostische Methode, sondern kann zugleich ein teilweise therapeutisches Verfahren der Gastroenterologie sein.

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Wie läuft eine gastroskopische Untersuchung ab?

Um eine gute Sicht auf den Verdauungstrakt zu gewährleisten, muss der Patient mit nüchternem Magen zur Untersuchung antreten. Acht Stunden vor dem Eingriff sollte man nichts mehr essen und trinken. Wird der Durst unerträglich, ist es bis zu zwei Stunden vor der Magenspiegelung erlaubt, ein wenig klares Wasser zu trinken. Wer blutverdünnende Medikamente wie beispielsweise Marcumar (zur Thrombosevorbeugung), Ortoton (gegen Muskelverspannungen) oder Aspirin einnimmt, sollte vorab mit einem Arzt klären, bis wann die Einnahme beendet werden sollte. Ansonsten besteht das Risiko innerer Blutungen, die bei der Gastroskopie auftreten könnten. Üblich ist lediglich eine lokale Betäubung und eventuell ein Beruhigungsmittel, auf Wunsch des Patienten kann eine Magenspiegelung aber auch unter Narkose ausgeführt werden.

Bei der Untersuchung selbst erhält der Patient einen Beißring, der zwischen die Zähne geschoben wird. Anschließend wird ein bis zu einem Meter langer Schlauch, das sogenannte Gastroskop, in die Speiseröhre eingeführt und bis zum Zwölffingerdarm vorgeschoben. An dem flexiblen Kunststoffschlauch befinden sich ein Licht und eine Minikamera, mithilfe derer der Arzt sich ein Bild vom Inneren des oberen Verdauungstrakts machen kann. Nach jeder Untersuchung wird das gesamte Gastroskop für den nächsten Patienten gründlich gereinigt und sterilisiert.

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Viele Menschen empfinden das Einführen des Gastroskops als unangenehm. Der Fremdkörper in der Speiseröhre kann den natürlichen Würgreflex auslösen. Daher ist es empfehlenswert, vorab mit dem Arzt über Ängste und bestehende Probleme, beispielsweise wenn bei Zahnbehandlungen häufig ein Würgreiz auftritt, zu sprechen. In diesem Fall kann eine Beruhigungsspritze helfen.

Bei welchen Beschwerden wird eine Magenspiegelung durchgeführt?

Bei langanhaltenden und wiederkehrenden Beschwerden wird Ihnen ein Internist oder Facharzt für Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterloge) eine Magenspiegelung vorschlagen. Zu den typischen Symptomen, deren Ursache per Gastroskopie genauer beleuchtet wird, gehören:

  • Erbrechen von Blut
  • häufiges Sodbrennen
  • ständige Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • plötzliche, starke Gewichtsabnahme
  • chronischer Husten
  • Schluckstörungen und -beschwerden
  • ständige Blähungen
  • Schmerzen im Oberbauch
  • Teerstuhl (schwarz gefärbter Stuhlgang)

In seltenen Fällen kann eine Gastroskopie auch nach Vergiftung angewendet werden, um den Magen abzupumpen und auszuspülen. Erfordert das bei der Magenspiegelung diagnostizierte Krankheitsbild eine weitergehende Behandlung, können bei der Gastroskopie Gewebeproben entnommen werden.

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Welche Erkrankungen können per Gastroskopie nachgewiesen werden?

Eine Gastroskopie kann bei Verdacht auf eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) Gewissheit liefern. Auch gut- und bösartige Geschwüre an Magen oder Zwölffingerdarm, Entzündungen der Schleimhäute sowie Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) können mit der Methode diagnostiziert werden. Eine Magenspiegelung macht zudem innere Blutungen sichtbar, die noch während des Eingriffs gestillt werden können.

Eine Gewebeentnahme (Biopsie) mit einer kleinen Zange sowie eine anschließende Laboranalyse ermöglicht zudem eine Diagnose, ob der Patient mit dem Bakterium Helicobacter Pylori, einem Magenkeim, infiziert ist. Bei Verdacht auf Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) kann eine Magenspiegelung zudem klären, ob diese Magen-Darm-Erkrankung der Auslöser für bestehende Verdauungsbeschwerden ist.

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Daneben können auch ernsthafte Erkrankungen wie Krebs und Tumore durch eine Gastroskopie diagnostiziert werden. Metastasen oder Polypen können auf diese Weise eventuell bereits lokalisiert werden, bevor sie sich durch Krankheitssymptome äußern. Gegenüber Methoden wie Röntgen oder Computertomografien liegt die Magenspiegelung damit klar im Vorteil, denn mit den während des Eingriffs entnommenen Problen kann nach der Laborauswertung eine relativ sichere Diagnose gestellt werden.

Risiken und Nebenwirkungen: Wie gefährlich ist eine Magenspiegelung?

Jeder operative Eingriff stellt ein gewisses Gesundheitsrisiko dar – egal ob es sich dabei um eine Routineuntersuchung wie eine Magenspiegelung oder eine mehrstündige OP handelt. Grundsätzlich gilt die Gastroskopie als sichere Untersuchungsmethode, bei der selten Komplikationen auftreten. Unerwünschte Nebenwirkungen sind dennoch möglich: Zu den harmlosen, aber häufigen Beschwerden, die kurz nach dem Eingriff auftreten, aber innerhalb weniger Stunden von alleine verschwinden, gehören Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl und Aufstoßen.

Das Einführen des Gastroskops über den Mundraum kann zudem zu Gebissschäden sowie einer Reizung des Kehlkopfs mit Heiserkeit und Schluckbeschwerden führen. In seltenen Fällen kann es zu Verletzungen und Blutungen der Schleimhäute, äußerst selten auch zu einem Durchstoß der Organwand (Perforation) kommen. Sehr selten treten infolge einer Magenspiegelung Herz-Rhythmus-Störungen oder Lungenentzündungen auf.

Bei Patienten mit Blutgerinnungsstörungen muss das Vorgehen vorab mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden. Gewebeproben sind dann nur eingeschränkt möglich und vorbereitende Maßnahmen sind notwendig, um das Risiko von Nachblutungen zu minimieren.

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Was kostet eine Magenspiegelung?

Bei länger andauernden Beschwerden im oberen Verdauungstrakt und ärztlicher Verordnung, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Behandlung. Wollen Sie ohne medizinisch begründeten Verdacht eine Gastroskopie durchführen lassen, müssen Sie die Kosten in Höhe von rund 300 Euro in der Regel selber tragen.