Gerstengras: Was Sie über das grüne Superfood wissen sollten

Ob als Zutat für grüne Smoothies, als Shot oder in Tablettenform: Gerstengras soll eine ganzheitlich positive Wirkung auf unseren Körper haben, das Immunsystem stärken und beim Entgiften helfen. DONNA Online hat die wichtigsten Fakten zu dem grünen Superfood gesammelt.

Eine brünette Frau steht in der Küche und püriert im Mixer einen grünen Smoothie

Dank seiner hohen Nähr- und Vitalstoffdichte gilt Gerstengras als eines der gesündesten Lebensmittel der Welt. DONNA Online stellt das Superfood und seine Wirkung vor.

Nach Aronia, Maca oder Açai findet nun ein weiteres Superfood aus Hollywood seinen Weg zu uns: Gerstengras. Wirklich neu ist der Gesundheitsbooster in Deutschland allerdings nicht: Bei dem grünen Power-Lebensmittel handelt es sich um die jungen Triebe der Gerste, die nach dem Keimen entstehen, nach vier bis fünf Monaten geerntet werden und noch glutenfrei sind. In den Frühlingsmonaten ist Gerstengras auch auf vielen deutschen Feldern zu finden. Reifen die Halme, landen sie später als (gemahlene) Gerste zum Beispiel in Nudeln oder Backwaren.

Warum Gerstengras eine positive Wirkung auf den menschlichen Körper hat, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt – eine Vielzahl an Patiententests und Studien belegen jedoch seine gesundheitsfördernden Effekte.

So wirkt Gerstengras auf die Gesundheit

Der japanische Arzt und Pharmakologe Dr. Yoshihide Hagiwara untersuchte über 200 verschiedene Pflanzenarten. Gerstengras schnitt laut seiner Ergebnisse am besten ab: Das jungen Grün der Gerste enthält laut dem Wissenschaftler siebenmal mehr Vitamin C als Orangen, elfmal mehr Calcium als Kuhmilch, fünfmal mehr Eisen als Spinat oder Brokkoli und dieselbe Menge Zink wie Austern als zinkreichste tierische Nahrungsmittel.

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Außerdem enthält Gerstengras das „Super-Enzym“ Superoxid-Dismutase (SOD), das Antioxidans Glycosyl-Isovitexin, sekundäre Pflanzenstoffe, Aminosäuren, Eisen sowie besonders viel Chlorophyll (grüner Pflanzenfarbstoff). Diese außergewöhnliche Vitalstoffkombination verspricht, die Selbstheilungskräfte des menschlichen Körpers anzuregen, soll entzündungshemmend wirken, das Herz-Kreislauf-System stabilisieren, hohe Cholesterinwerte senken und sogar vor Krebs schützen.

Daneben machen vor allem diese sieben Eigenschaften Gerstengras zum gesunden Superfood:

1. Schutz vor Sonnenstrahlung und radioaktiver Strahlung

Gerstengras schützt den Körper mit zwei Inhaltsstoffe vor freien Radikalen und schädlicher Strahlung: Das Antioxidans Glycosyl-Isovitexin ist ein Isoflavonoid, das bis in den Zellkern vordringt und unsere Erbsubstanz vor freien Radikalen sowie schädlicher UV-Strahlung schützt. Auch Superoxid-Dismutase (SOD) – ein Enzym, das nur in sehr wenigen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt – besitzt eine hohe antioxidative Leistungskraft und entschärft gefährliche Superoxid-Radikale. Auf diese Weise schützt SOD den Körper und das Gehirn vor Alterungsprozessen und soll sogar die schädlichen Auswirkungen radioaktiver Strahlung mindern können.

2. Positiver Einfluss auf das Wohlbefinden

Über einen längeren Zeitraum eingenommen soll der geballte Nährstoffmix in Gerstengras das Energielevel steigern, stimmungsaufhellend wirken und dazu beitragen, Spannungen und Stress abzubauen sowie Schlafstörungen und Allergien zu bekämpfen. Laut einer japanischen Studie wirkt das grüne Superfood darüber hinaus Depressionen entgegen und kann damit sogar chemische Antidepressiva ersetzen.

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3. Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems

Durch die regelmäßige Einnahme von Gerstengras können sich die Cholesterinwerte verbessern und der Blutdruck sowie Blutzuckerspiegel normalisieren. Eine Studie in Taiwan belegte, dass das Superfood insbesondere in Kombination mit den Vitaminen C und E positive Effekte erzielt, da es deren antioxidative Eigenschaften verstärkt.

4. Hilfe bei Diabetes

Auch Diabetiker profitieren von der regelmäßigen Einnahme von Gerstengras: Eine Studie mit Typ 2-Diabetikern aus dem Jahr 2010 ergab, dass deren Blutzuckerwerte durch die tägliche Einnahme von nur 1,2 Gramm Gerstengraspulver stark fielen. Während der zweimonatigen Testphase nahmen die Probanden keine zusätzlichen Medikamente ein. Darüber hinaus bekämpft Gerstengras einen erhöhten Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und weitere Gesundheitsrisiken, die im Rahmen von Diabetes Typ 2 auftreten können.

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5. Behandlung und Prävention von Krebs

30 Prozent aller Krebserkrankungen sind auf eine schlechte Ernährung zurückzuführen – bei Magen- und Darmkrebs sind es sogar 70 Prozent. Das in Gerstengras enthaltene Chlorophyll ist bis auf ein Atom identisch mit dem menschlichen Blutfarbstoff Hämoglobin. Der regelmäßige Verzehr von Gerstengras soll aufgrund des hohen Chlorophyllgehalts die Qualität und Anzahl der roten Blutkörperchen verbessern. Laut dem International Journal of Cancer ist Chlorophyll zehnmal wirksamer als Chemotherapeutika. Außerdem entgiftet der grüne Pflanzenfarbstoff den Körper und kann so auch präventiv vor Krebs schützen.

6. Unterstützung des Darms

Mit einer Fläche von 400 Quadratmetern ist die Darmschleimhaut der größte Baustein des menschlichen Immunsystems. Sie schützt unseren Organismus vor Krankheitserregern, die über die Nahrung in den Körper eindringen, und versorgt ihn mit lebenswichtigen Nährstoffen. Ist die Darmschleimhaut geschädigt, funktioniert das körpereigene Abwehrsystem nicht richtig, was zu Darmerkrankungen, aber auch Allergien oder Bronchitis führen kann. Die in Gerstengras enthaltenen Vitalstoffe heilen und schützen die Darmschleimhaut, regulieren den Wassergehalt im Stuhl und sorgen für eine gesunde Darmflora.

7. Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts

Die moderne, westlich geprägte Ernährung ist meist sehr einseitig und basiert vorrangig auf säurebildenden Nahrungsmitteln – zum Beispiel industriell verarbeiteten Milch- und Getreideprodukten, viel Fleisch und Wurstwaren sowie wenig frischem Obst und Gemüse. Gerstengras hat eine basische Wirkung, bringt die Säure-Basen-Bilanz ins Gleichgewicht und wirkt damit einer Übersäuerung des Körpers entgegen.

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Wie Sie Gerstengras einnehmen können

Ob als Pulver, Kapseln oder als frischer Saft: Wie Sie Gerstengras zu sich nehmen, hat auf seine gesundheitliche Wirkung keinen Einfluss. Um von seinen Vorteilen zu profitieren, sollten Sie täglich 15 Gramm des Superfoods – aufgeteilt auf zwei bis drei Portionen – verzehren.

Entscheiden Sie sich für Gerstengraspulver, ist darin das gesamte Gras inklusive zahlreicher Ballaststoffe enthalten. Sie sind in dieser fein pulverisierten Form besonders gut verträglich und regen sanft die Verdauung an. Gerstengrassaft enthält zwar keine Ballaststoffe, dafür aber eine höhere Nährstoffkonzentration, und ist ebenfalls in Pulverform erhältlich. Während Gerstengrassaftpulver eine anregende Wirkung haben soll, wirkt Gerstengraspulver beruhigend und kann deshalb auch abends eingenommen werden.

Rezept für einen natürlichen Basendrink mit Gerstengrassaft

Prinzipiell können Sie jedes Getränk durch die Zugabe von Gerstengras bzw. Gerstengras(saft)pulver zu einem basisch wirkenden Drink machen. Eine besonders leckere Variante ist dieser fruchtige Ananas-Orangen-Drink:

Zutaten für eine Portion

  • 250 g frische Ananas
  • 150 ml Orangensaft
  • 100 ml Wasser
  • 1 TL Gerstengraspulver oder Gerstengrassaftpulver

Zubereitung

Geben Sie alle Zutaten in einen Mixer und pürieren Sie das Getränk gründlich durch.