Heilpflanzen: 3 heimische Kräuter und ihre Anwendungsgebiete

Heimische Kräuter können nicht nur in der Küche, sondern auch in der Gesundheit wahre Wunder bewirken. Wir stellen Ihnen drei Kräuterarten vor, die Sie hierzulande finden und geben Anwendungshinweise und DIY-Tipps.

Illustration von Calendula, Ringelblume, Frauenmantel, Schafgabe und Lavendel aus dem Buch „Gesund älter werden mit den besten Heilpflanzen“

Man muss kein Experte für Heilkunde sein, um heimische Kräuter für sich zu nutzen. Tees oder Tinkturen sind schnell selbstgemacht und wirken gegen viele typische Frauenbeschwerden.

Kräuter, die hierzulande auf Wiesen und in Wäldern wachsen, wirken positiv auf unsere Gesundheit und können unangenehme Beschwerden und Krankheitssymptome lindern. Auch im Alter werden die heimischen Heilkräuter zum nützlichen Helfer, die gegen Wechseljahresbeschwerden, Libido-Verlust und Co. eingesetzt werden können. In ihrem Buch „Gesund älter werden mit den besten Heilpflanzen“ stellt die Autorin Aruna M. Siewert vielseitige Anwendungsbereiche der Kräuter vor und zeigt, wie Sie ganz einfach wohltuende Tinkturen, Cremes und Öle zu Hause herstellen. Als Leseprobe zum Buch zeigen wir Ihnen drei heimische Kräuter und deren Anwendung.

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Hauhechel

Illustration der Pflanze Hauhechel mit Stiel und rosafarbenen Blüten aus dem Buch „Gesund älter werden mit den besten Heilpflanzen“

Die Hauhechel kommt bei uns in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg vor und blüht ab April. Schon im Altertum war sie als Heilpflanze bekannt. 

Anwendungsgebiet und Wirkung

Hauhechel wirkt mäßig harntreibend, hilft also bei entzündlichen Erkrankungen von Blase oder Nieren und entwässert mild, was etwa bei einer leichten Herzschwäche erwünscht ist. Sie gilt als gute Prophylaxe gegen Nierengries und Harnsteine. In der Volksmedizin ist ihr wichtigstes Wirkungsfeld die Unterstützung bei Gicht und Rheuma.

Nicht verwenden bei: Wasseransammlungen aufgrund eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion.

DYI-Tipp: So stellen Sie eine Hauhechel-Tinktur her

Da es kaum Fertigpräparate gibt, empfiehlt es sich bei Bedarf, selbst eine Tinktur herzustellen. Das funktioniert wie folgt:

  1. Ernten Sie die Pflanzen an einem sonnigen Tag, sie sollten äußerlich absolut trocken sein. Sie können auch getrocknete Pflanzen verwenden, diese sollten aber noch nicht lange gelagert worden sein.
  2. Füllen Sie ein Schraubglas je nach Volumen der Pflanzen maximal zur Hälfte (frische Pflanzen) oder zu einem Drittel (getrocknete Pflanzen) mit dem Pflanzenmaterial, füllen Sie es bis zum Rand mit Wodka oder Korn auf und verschließen Sie es fest.
  3. An einem warmen Ort zirka vier Wochen ziehen lassen, täglich schütteln.
  4. Dann abseihen, in eine dunkle Flasche umfüllen und an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren. Die Tinktur hält sich zirka ein Jahr.

Dosierung: Dreimal täglich vor dem Essen 15 bis 20 Tropfen einnehmen, vom Löffel oder in etwas Wasser.

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Rosmarin

Illustration eines Rosmarins mit blauen Blüten aus dem Buch „Gesund älter werden mit den besten Heilpflanzen“

Der Geruch von Rosmarin erinnert uns an Urlaub in Südeuropa - doch er wächst auch wunderbar auf dem heimischen Balkon.

Anwendungsgebiet und Wirkung

Rosmarin wärmt uns auf, macht wach und fit. Er wirkt anregend auf die Gefäße und allgemein auf das Kreislauf- und Nervensystem. Diesen Effekt können wir uns bei niedrigem Blutdruck, Antriebsschwäche, depressiven Verstimmungen und sogar bei Gedächtnisschwäche zunutze machen. Ein Rosmarintee am Morgen klärt den Kopf und hilft so besonders den Morgenmuffeln". Es gibt sogar Hinweise, dass Rosmarin einen positiven Effekt bei leichten Demenzerkrankungen haben könnte. Rosmarin wärmt besonders den Unterleib, was ihn wertvoll bei sexueller Unlust macht, zum Beispiel im Klimakterium. Seine durchblutungsfördernde Wirkung nutzt uns auch bei Durchblutungsstörungen. Sein schmerzlindernder Aspekt macht ihn zu einer guten Helferpflanze bei Verspannungen, Gelenkschmerzen und Arthrose, denn gleichzeitig erwärmt er die Muskeln und unterstützt die Durchblutung. In diesen Fällen ist vor allem eine äußerliche Anwendung angezeigt. Eine erhöhte Durchblutung ist auch bei Haarausfall sinnvoll, hier wird Rosmarin aber ebenfalls äußerlich verwendet und ist ein beliebter Inhaltsstoff in Shampoos. Rosmarin macht mit der Psyche Ähnliches wie mit dem Körper: Er hilft, Wärme, Begeisterung, Lebensfeuer und Lebendigkeit zurück in unser Leben zu holen, regt uns an und vertreibt Müdigkeit.

Nicht verwenden bei: Bluthochdruck. Wegen seiner blutdrucksteigernden Wirkung ist dabei von Rosmarin abzuraten. Auch bei sehr starker Menstruation, wie sie manchmal in der Prämenopause vorkommt, sollte Rosmarin aufgrund seiner durchblutungsfördernden Wirkung nicht eingenommen werden.

DIY: So stellen Sie Rosmarin-Wein und -Öl her

Rosmarin-Wein

  1. Für den Rosmarin-Wein zwei bis drei trockene, saubere frische Zweige Rosmarin (frei von vertrockneten Blättern) in eine Flasche Weißwein stecken, verschließen und rund zwei Wochen an einem warmen, sonnigen Platz stehen lassen, regelmäßig schütteln.
  2. Dann abseihen und in die saubere, gut verschließbare Flasche zurückfüllen.
  3. Im Kühlschrank aufbewahren und täglich zwei bis drei Schnapsgläschen davon trinken.

Rosmarin-Öl

  1. Für das Rosmarin-Würzöl eine geviertelte Bio-Zitrone, zwei bis drei Zweige Rosmarin, drei bis fünf geviertelte Knoblauchzehen, zwei Zweige Thymian und einen Teelöffel Pfefferkörner in eine gut verschließbare Glasflasche füllen und mit 750 Milliliter nativem Bio-Olivenöl aufgießen.
  2. Vier bis sechs Wochen an einem dunklen, kühlen Ort ziehen lassen. Achten Sie darauf, dass die Zutaten stets mit Öl bedeckt sind, vor allem, wenn das Öl nach der Auszugszeit nicht abgeseiht wird.

Tipp: Dieses Würzöl können Sie auch mit weiteren Zutaten wie Oregano, Basilikum, Chilischoten, Estragon, Zwiebeln, getrockneten Tomaten und vielem anderem variieren. Generell entfaltet der Rosmarin, reichlich zum Beispiel in Suppen oder mediterranen Gemüsegerichten verwendet, auch als Küchengewürz seine wärmende und anregende Wirkung.

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Rotklee

Illustration eines rosa blühenden Rotklees aus dem Buch „Gesund älter werden mit den besten Heilpflanzen“

Die kugeligen Blüten des Rotklees sieht man von Frühjahr bis Herbst auf vielen Wiesen. Nicht nur die Insekten lieben ihn, sondern auch wir: Er hilft gegen Beschwerden in der Menopause.

Anwendungsgebiet und Wirkung

Rotklee enthält verschiedene Isoflavone, das sind östrogenähnliche sekundäre Pflanzenstoffe (Phytoöstrogene). Sie helfen bei Beschwerden, die durch die Umstrukturierung des weiblichen Hormonhaushaltes um die Menopause entstehen, wie Scheidentrockenheit, Osteoporose, Stimmungsschwankungen und Nervosität. Zudem wird ihnen eine krebshemmende Wirkung zugeschrieben. Auch zur Harmonisierung des Cholesterinspiegels, zur Vorbeugung von Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird Rotklee eingesetzt.

Nicht verwenden bei: Östrogenabhängigen Tumoren - davor warnt zumindest das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Studien haben andererseits die krebsfeindliche Wirkung der Isoflavone belegt. Dieser Widerspruch ist noch nicht zufriedenstellend geklärt. Zudem kann das Blockieren der körpereigenen Östrogenproduktion vor der Menopause kontraproduktiv sein. Besprechen Sie eine Einnahme daher mit Ihrem Therapeuten.

DIY: So stellen Sie Rotklee-Tee her

Dieses Grundrezept gilt für die meisten Teekräuter

  1. 150 bis 200 Milliliter Wasser zum Kochen bringen.
  2. Einen gehäuften Teelöffel Kraut oder Blüten beziehungsweise knapp einen Teelöffel Früchte oder Rinde mit dem heißen Wasser übergießen.
  3. Zum Ziehen stets zudecken, weil sich sonst die ätherischen Öle verflüchtigen.
  4. Zirka zehn Minuten ziehen lassen. Danach abseihen und schluckweise trinken.

Dosierung

Trinken Sie dreimal täglich 15 Minuten vor dem Essen, alternativ 30 Minuten danach eine Tasse frisch zubereiteten Tee. Sie können auch morgens eine Thermoskanne füllen und dann dreimal am Tag eine Tasse zu sich nehmen. Verzichten Sie auf Süßungsmittel. Nach drei bis vier Wochen zwei Wochen Pause machen oder die Pflanze wechseln, damit kein Gewöhnungseffekt eintritt.

Die hier aufgeführten Tipps und Illustrationen stammen aus dem Buch „Gesund älter werden" von Aruna M. Siewert

Abbildung vom Cover des Buches „Gesund älter werden mit den besten Heilpflanzen: Tees, Tinkturen, Präparate & Anwendungen für mehr Lebensenergie“ von Aruna M. Siewert

Die hier aufgeführten Tipps stammen aus dem Buch Gesund älter werden mit den besten Heilpflanzen: Tees, Tinkturen, Präparate & Anwendungen für mehr Lebensenergie von Aruna M. Siewert, Gräfe und Unzer Verlag, 22,99 Euro.