Herzrasen: Wann es gefährlich wird und wie Sie es sofort lindern

Es kommt ganz plötzlich und macht Angst, obwohl die Auslöser dafür meist harmlos sind: Herzrasen. Was die Ursachen dafür sein können, wie Sie den plötzlich beschleunigten Herzschlag in den Griff bekommen und wann Sie lieber einen Arzt aufsuchen sollten, lesen Sie hier.

Nahaufnahme auf den Oberkörper einer Frau, die am Laptop sitzt und sich vor Schmerz an die Brust fasst

Herzrasen ist in der Regel gesundheitlich unbedenklich, kann für Betroffene aber sehr unangenehm sein. Welche Maßnahmen für eine schnelle Beruhigung des Pulses sorgen, erfahren Sie hier.

Das Herz pocht spürbar in der Brust, der Puls schießt plötzlich in die Höhe: Herzrasen ist im Normalfall kein ernstzunehmendes Problem – kann Betroffenen jedoch große Angst machen. Wie es zu dem erhöhten Herzschlag kommt, was man dagegen tun kann und wann Sie doch einen Arzt aufsuchen sollten, lesen Sie hier.

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Warum kommt es zu Herzrasen?

Normalerweise schlägt ein gesundes Herz im Ruhezustand etwa 50 bis 100 Mal pro Minute. Je nach Alter und abhängig von weiteren Faktoren kann dies variieren. Der normale Ruhepuls eines Erwachsenen beträgt meist 70 bis 80. Kommt es zu mehr als 100 Schlägen pro Minute, spricht man von Herzrasen oder Herzjagen, medizinisch auch als Tachykardie bezeichnet. Wenn der Körper unter Stress steht, benötigt er aufgrund dieser psychischen oder seelischen Belastung mehr Energie – und die Durchblutung nimmt zu. Infolgedessen muss das Herz häufiger schlagen. Dieser erhöhte Herzschlag wird vom Betroffenen als Herzrasen wahrgenommen, wobei der Puls zugleich spürbar in die Höhe schießt.

Grundsätzlich besteht bei Herzrasen kein Grund zur Sorge. Theoretisch ist diese körperliche Erscheinung sogar ein positives Zeichen, denn das Herz versucht, sich der Belastung anzupassen und reagiert mit einem erhöhten Puls und beschleunigten Herzschlag. Meist sind die Ursachen für Herzjagen harmlos, es können jedoch auch ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken.

Daran erkennen Sie ein „rasendes“ Herz

Herzrasen tritt meist in Begleitung weiterer Symptome auf. Da es häufig in Phasen körperlicher Aktivität zu einem erhöhten Herzschlag kommt, nehmen viele Menschen ihn nicht gleich wahr. Wenn sie das Herzjagen schließlich bemerken, reagieren viele Betroffene verängstigt oder panisch, da die Begleiterscheinungen denen eines Herzinfarktes ähneln können. Zu den typischen Symptomen von Herzrasen zählen:

  • ein pochendes Gefühl in der Brust (Palpitationen)
  • ein erhöhter Puls
  • verstärktes Schwitzen oder schwitzige Hände
  • leichte Übelkeit
  • Atemnot oder beschleunigter Atem
  • Zittern
  • innere Unruhe

Das sind die Auslöser für Herzrasen

Emotionen wie Vorfreude, Aufregung und Angst sind Stressfaktoren für Körper und Herz – so ist auch Herzrasen überwiegend auf Ereignisse mit besonderer körperlicher oder mentaler Anspannung zurückzuführen. In diesen Fällen fühlt das Phänomen sich zwar unangenehm für den Betroffenen ab, ist aber harmlos. Auch enorme körperliche Belastung, beispielsweise durch Ausdauersport oder sportliche Aktivitäten bei untrainierten Personen, können einen erhöhten Herzschlag fördern.

Der Konsum von Genussmitteln wie Alkohol, Kaffee, schwarzem Tee oder Drogen kann dazu führen, dass auch das Herz versucht, mit den Belastungen zurechtzukommen. Eine typische Folge von übermäßigem Alkoholkonsum etwa ist, dass man in der darauffolgenden Nacht unter Herzrasen leidet. Häufig ist auch eine einseitige Ernährung Schuld: Der Mangel an Mineralstoffen wie Kalium, Natrium oder Magnesium kann Herzrasen auslösen, da das Herz aufgrund der Unterversorgung „stolpert“.

Bei Frauen spielen auch hormonelle Umstellungen eine wesentliche Rolle für Tachykardie: Einerseits kann es durch die hormonellen Veränderungen kurz vor der Periode oder während der Schwangerschaft dazu kommen. Andererseits gehört Herzrasen zu den typischen Wechseljahresbeschwerden, die Frauen in der Menopause tagsüber oder in der Nacht heimsuchen. In all diesen Fällen ist das rasende Herz zwar unangenehm, aber meist unbedenklich.

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Wiederkehrende Anfälle von Herzrasen können jedoch auch auf ernstzunehmende gesundheitliche Probleme hindeuten. So gehören sie beispielsweise zu den typischen Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion, von Bluthochdruck, einem erhöhten Cholesterinspiegel oder Blutarmut (Anämie). Können Sie also akute Stresssituationen, ein Ungleichgewicht des Hormonhaushalts und kürzlich konsumierte Genussmittel als Ursachen ausschließen, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam: Störungen der Schilddrüse oder Blutdruckprobleme müssen gegebenenfalls weiterbehandelt werden.

Achtung: Wird das Herzrasen von Brustschmerzen und starker Atemnot begleitet und treten diese Symptome stark und über längere Zeit hinweg auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Denn dann kann ein Herzinfarkt oder eine Herzschwäche die Ursache für den beschleunigten Herzschlag sein.

Soforthilfe bei Herzrasen: 3 Methoden zur sofortigen Linderung

Gesundheitlich betrachtet ist Herzrasen in den meisten Fällen zwar unbedenklich, für Betroffene jedoch äußerst unangenehm. Mit einfachen Methoden können Sie das Problem jedoch schnell beheben:

1. Kontrolliert und ruhig atmen

Durch die Panik, die viele Betroffene bei plötzlich wahrgenommenem Herzrasen einholt, kann eine bewusste Atmung schnelle Linderung verschaffen. Außerdem entspannt ruhiges Atmen den gesamten Körper, erhöht die Sauerstoffversorgung des Gehirns und kann mögliche Panik- oder Angstattacken reduzieren. Dazu idealerweise flach auf den Rücken legen und die Hände auf dem Bauch platzieren. Dann tief und langsam in den Bauch einatmen, sodass sich dieser mit dem Einziehen der Luft sichtbar wölbt. Anschließend tief durch den Mund ausatmen. Für eine Minute pausieren, anschließend den gesamten Atemvorgang so lange wiederholen, bis sich die Herzfrequenz wieder normalisiert hat. Wenn Sie unterwegs sind und keine Möglichkeit haben, sich bei einsetzendem Herzrasen hinzulegen, kann es schon helfen, einige Minuten lang bewusst tief ein- und auszuatmen.

2. Kaltes Wasser trinken

Auch eine Dehydrierung kann Herzrasen begünstigen. Trinken Sie als Soforthilfemaßnahme ein großes Glas kaltes Wasser, um so den Wassermangel auszugleichen.

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3. Magnesium zuführen

Ein Magnesiummangel zählt zu den häufigsten Ursachen für (harmloses) Herzrasen. In diesem Fall kann es helfen, bei Einsetzen des erhöhten Pulses eine Magnesiumbrausetablette in Wasser aufzulösen und schluckweise zu trinken. Wer bedingt durch eine Schilddrüsenüberfunktion oder andere Erkrankungen häufig an Herzrasen leidet, sollte magnesiumhaltige Lebensmittel wie Mandeln, Cashewnüsse und Sesam, grünes Blattgemüse wie Mangold, Spinat oder Grünkohl, sowie Banane, Avocado und Haferflocken regelmäßig auf seinen Speiseplan setzen.