Intimpflege: 5 Fehler, die Frauen ab 40 vermeiden sollten

Hautreizungen, übler Geruch oder Infektionen im Genitalbereich? Häufig ist die tägliche Pflege- und Reinigungsroutine daran schuld. DONNA Online klärt, worauf Frauen 40plus bei der Intimhygiene achten sollten.

Frau liegt in gemusterten Shorts und weißem T-Shirt auf Bettlaken und legt eine Hand auf den Bauch

Der Intimbereich zählt zu den empfindlichsten Regionen des weiblichen Körpers – und benötigt deshalb eine spezielle Pflege.

In die Reinigung und Pflege der Gesichtshaut investieren die meisten Frauen viel Zeit und Geld – der Intimbereich dagegen wird gerne vernachlässigt. Dabei ist die Haut dort besonders sensibel und benötigt die richtige Pflege, um Scheidentrockenheit, Pilzinfektionen und Co. vorzubeugen. Was Frauen ab 40 bei der Intimhygiene beachten sollten? DONNA Online zeigt fünf häufige Pflegefehler – und wie sie sich vermeiden lassen.

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1. Zu häufig waschen

Eine regelmäßige Intimhygiene ist wichtig, um sich frisch zu fühlen und Infektionen vorzubeugen. Trotzdem sollte man es mit dem Waschen des Genitalbereichs nicht übertreiben. Denn die Vagina reinigt sich selbst – und zwar so, dass ihr natürlich saurer pH-Wert dabei nicht beeinträchtigt wird. Häufiges Waschen dagegen bringt die empfindliche Scheidenflora aus dem Gleichgewicht. Die Folge: Pilze und Bakterien können ungehindert die natürliche Schutzbarriere der Haut durchdringen und Infektionen auslösen – gerade bei Frauen ab 40, deren Haut mit zunehmendem Alter hormonell bedingt dünner wird und empfindlicher reagiert.

Um den Intimbereich zu reinigen ist es deshalb vollkommen ausreichend, die äußeren Geschlechtsorgane – bei Frauen also die Vulva mit Venushügel, die äußeren und inneren Schamlippen sowie die Klitoris – einmal täglich, beispielsweise morgens in der Dusche, mit lauwarmem Wasser abzuspülen. Wenn Sie dabei gerne einen Waschlappen verwenden möchten, sollten Sie ihn nach jeder Benutzung auswechseln und anschließend in der 60-Grad-Wäsche reinigen, um der Ausbreitung von Keimen vorzubeugen. Übrigens: Auch während der Regelblutung ist ein verstärktes Waschen oder eine spezielle Reinigung der Intimzone bei Frauen nicht notwendig.

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2. Ungeeignete Intimpflegeprodukte verwenden

Wie bereits erwähnt: Die Vagina ist ein selbstreinigendes Organ, dessen Funktion durch Scheidenspülungen oder synthetisch hergestellte Reinigungsprodukte gestört wird. Gynäkologen empfehlen deshalb, den Intimbereich nur äußerlich und wenn überhaupt mit einer pH-neutralen, unparfümierten Waschlotion zu reinigen. Normale Seifen oder Duschgels sind für die empfindliche Haut im Genitalbereich zu aggressiv – und auch von desinfizierenden Scheidenspülungen oder Intimdeos ist abzuraten: Diese Spezialprodukte sind zwar vermeintlich auf die Bedürfnisse der sensiblen weiblichen Genitalzone abgestimmt, können bei übermäßiger Benutzung aber die Schleimhaut der Vagina angreifen und unter anderem bakterielle Infektionen oder Scheidenpilz begünstigen.
 
Apropos pH-Wert: Während der pH-Wert der Scheide von der Pubertät bis zu den Wechseljahren bei 3,8 liegt, steigt er mit dem sinkenden Östrogenspiegel bei Frauen ab 40 auf einen fast neutralen Wert von 6,8. Damit es nicht zur Austrocknung oder Reizung der Vaginalschleimhaut kommt, sollten Frauen in den Wechseljahren und nach der Menopause deshalb spezielle Intimpflegeprodukte wählen, die auf den veränderten pH-Wert der Scheide abgestimmt sind.

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3. Falsch enthaaren

Das Entfernen der Schambehaarung gehört für viele Frauen zur Intimhygiene-Routine ganz selbstverständlich dazu. Das macht durchaus Sinn: Wer sich „da unten“ regelmäßig rasiert, bietet Krankheitserregern weniger Angriffsfläche und trägt damit zum Schutz vor Geruchsbildung und Infektionen bei – vorausgesetzt, die Enthaarungsmethode ist für den sensiblen Intimbereich geeignet. Eine Trockenrasur oder Enthaarung mit einem Epiliergerät etwa würde die Hautoberfläche zu sehr strapazieren; chemische Enthaarungscremes können im Intimbereich Hautreizungen und Allergien auslösen.

Besser, um Verletzungen zu vermeiden und die Haut nicht unnötig zu reizen, ist die Intimrasur unter der Dusche oder in der Badewanne mit einer milden Waschlotion oder einem Rasierschaum ohne aggressive Duftstoffe. Dabei immer ein frische (Einweg-)Rasierklinge verwenden und die Härchen damit vorsichtig in Wuchsrichtung entfernen. Die rasierten Hautpartien anschließend sanft mit einem Handtuch trockentupfen und eine beruhigende Creme oder Babypuder auftragen, um der Entstehung von Entzündungen, Rasierpickelchen und eingewachsenen Haaren vorzubeugen.

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4. Feuchtes oder parfümiertes Toilettenpapier benutzen

Klopapier mit Frischeduft oder feuchte Tücher sind beim Toilettengang eigentlich überflüssig – und können in der sensiblen Intimzone Hautirritationen oder sogar Allergien auslösen. Denn genauso wie aggressive Waschlotionen oder Duschgels greifen die in ihnen enthaltenen Duftstoffe, Konservierungs- und Feuchthaltemittel die natürliche Schutzbarriere der Haut an – und Bakterien, Pilze oder andere Eindringlinge haben leichtes Spiel. Auch wer empfindlich ist, sollte deshalb normales Toilettenpapier benutzen und es bei Bedarf mit etwas lauwarmem Wasser anfeuchten.

Übrigens: Auch die richtige „Abwischtechnik“ spielt bei der Intimhygiene eine wichtige Rolle. Frauen sollten mit dem Toilettenpapier immer von vorne nach hinten abwischen – nicht in der umgekehrten Richtung. Ansonsten könnten Darmbakterien vom After in die Scheide gelangen und dort Blasenentzündungen und andere bakterielle Infektionen auslösen.

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5. Unterwäsche aus Synthetikfasern tragen

Die Unterhose täglich zu wechseln, ist für die meisten Frauen eine Selbstverständlichkeit, um sich frisch zu fühlen und schlechte Gerüche zu vermeiden. Aber auch auf das Material von Slip oder String kommt es an: In synthetischer Unterwäsche bildet sich schnell ein Feuchtigkeits- und Wärmestau, der einen idealen Nährboden für Bakterien, Pilze und damit für Entzündungen sowie Infektionen abgibt. Denselben negativen Effekt haben im Übrigen eng anliegende Hosen, Nylonstrumpfhosen oder Slipeinlagen mit Plastikschutz. In locker sitzender Unterwäsche aus atmungsaktiven Naturfasern wie Baumwolle dagegen kann die Haut im Genitalbereich atmen und Schweiß wird schnell aufgesaugt – eine gute „Verpackung“ also, um unerwünschter Geruchs- und Keimbildung vorzubeugen. Nach dem Tragen sollten Sie Slips und Co. bei 60 Grad in der Waschmaschine reinigen, um alle Bakterien zu beseitigen.