Langlaufen lernen: 11 Gründe, die nordische Wintersportart auszuprobieren

Ob klassisch oder im Skating-Stil: Langlaufen hält Körper und Gehirn fit und ist leichter zu erlernen als viele andere Wintersportarten. Hier kommen elf gute Gründe, damit anzufangen – plus 15 beliebte Langlaufdestinationen, die auch für Einsteiger geeignet sind.

Langläuferin in verschneiter Winterlandschaft im Brixental in den Kitzbüheler Alpen

Knapp 700 Loipenkilometer stehen nordischen Wintersportlern im weitläufigen Langlaufgebiet der Kitzbüheler Alpen zur Verfügung: von Hochfilzen nach Waidring über die Region Kitzbühel ins Brixental bis nach Hopfgarten und Angerberg.

Kaum eine Wintersportart ist so einfach zu lernen wie Skilanglauf. Vor allem, wenn man einen Wintersportort wählt, der auf Langlaufen spezialisiert ist: seien es die Ammergauer Alpen, das Fichtelgebirge, Ramsau am Dachstein, die Olympiaregion Seefeld, Gstaad im Berner Oberland oder das Val Müstair in Graubünden. An all diesen Orten (und vielen mehr) warten nicht nur traumhafte Winterlandschaften, sondern auch beste Bedingungen für einen geschmeidigen Einstieg in den neuen Lieblingssport. DONNA Online nennt elf gute Gründe, warum Sie Langlaufen lernen sollten und die passenden Langlaufgebiete, die nicht nur für Anfänger die richtige Wahl sind. 

1. Skilanglauf ist beliebter denn je

Langlaufen gehört zu den ältesten Wintersportarten der Welt: Bereits vor tausenden von Jahren schnallten sich die Nordvölker Europas Gleitbretter aus Holz unter die Füße. Trotzdem ist Skilanglauf alles andere als ein veralteter Rentnersport. Gerade in den letzten Jahren hat sich der nordische Skilauf erneut zum Trendsport entwickelt und die Zahl der langlaufbegeisterten Deutschen steigt einer Umfrage von Kantar TNS und der Olympiaregion Seefeld zufolge wieder an.

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2. Wirklich jeder kann Langlaufen

Dass der Langlaufsport ein neues Hoch erlebt liegt unter anderem daran, dass er unabhängig vom Fitnesslevel für wirklich jeden geeignet ist. Menschen aller Altersgruppen und mit unterschiedlichsten körperlichen Voraussetzungen können gleichermaßen gekonnt durch den Schnee gleiten. Besonders mit der klassischen Langlauftechnik ist der Einstieg kinderleicht. Und sobald die Koordination von Händen und Füßen in trockenen Tüchern ist, kann auch der dynamische Skating-Stil ausprobiert werden. 

3. Schnelle Lernerfolge beim Skilanglauf

Frei nach dem Motto „Auf die Loipe, fertig, los“ braucht man beim Langlaufen tatsächlich nicht lange, bis man den Dreh raus hat. Anstatt dauernd zu verkanten und hinzufallen wie beim Alpin-Ski oder Snowboarden, reichen zwei bis drei Tage aus, um die Grundtechnik zu erlernen. In der Anfangsphase ist ein Trainer hilfreich, um sich keine falschen Bewegungsabläufe anzueignen. Schlechte Angewohnheiten wird man bekanntlich nur schwer wieder los.

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4. Langlaufen, wo die Weltmeister trainieren

Nicht umsonst gilt Seefeld in Tirol als Aushängeschild des Langlaufsports in den österreichischen Alpen. In der Olympiaregion zwischen Innsbruck und Mittenwald, umrahmt von Karwendel-, Wetterstein- und Mieminger Gebirge, stehen insgesamt 247 Loipenkilometer zur Verfügung. Spitzensportler aus der ganzen Welt kommen nach Seefeld, um für Wettkämpfe zu trainieren oder an einem solchen teilzunehmen. Vom 19. Februar bis 3. März 2019 findet in Seefeld die Nordische Ski-Weltmeisterschaft statt, bei der 700 Langläufer und Skispringer aus 60 Nationen um Medaillen kämpfen werden. Etwas weniger weltmeisterlich, dafür aber umso traditionsreicher ist der Internationale Gommerlauf im Wallis in der Schweiz (23./24. Februar 2019). Und selbst der Jetset-Wintersportort St. Moritz ist ein Langlauf-Mekka. Bis zu 13 000 Skilangläufer strömen jedes Jahr zum Engadin Skimarathon nach St. Moritz (10. März 2019).

5. Vom Langläufer zum Biathleten 

Nicht nur im Fernsehen ist Biathlon ein beliebter Wintersport. Immer mehr Langläufer interessieren sich für die Kombinationssportart, da sie Kraft, Ausdauer, Koordination und Konzentration miteinander verbindet. Viele Wintersportregionen bieten daher auch die Möglichkeit an, sich im Biathlon auszuprobieren. Regionen mit Nordischen Kompetenzzentren, wo regelmäßig internationale Wettkämpfe ausgetragen werden, verfügen meist über topmoderne Biathlonanlagen. Dazu gehören unter anderem die Gemeinde Ramsau am Dachstein, die Olympiaregion Seefeld, Obertilliach in Osttirol, Hochfilzen im Pillerseetal und die Biathlon Arena Lenzerheide in der Schweiz. Wer selbst mal am Schießstand stehen möchte, sollte an einem Biathlon-Schnuppertraining teilnehmen. Wer dann schon nach einer kurzen Laufrunde japsend am Schießstand ankommt, hat in etwa eine Vorstellung, was die Profis „da im Fernsehen“ tatsächlich leisten.

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6. Langlaufen ist günstiger als alpines Skifahren

Wer sich beim nächsten Winterurlaub gegen Abfahrt- und für Langlaufski entscheidet, kann im Zweifel viel Geld sparen. Denn im Gegensatz zum alpinen Skifahren ist Langlaufen ein äußerst ökonomisches Vergnügen. Zwar fallen vielerorts Loipengebühren an, doch diese halten sich im Rahmen. In Seefeld kostet ein Loipenticket zum Beispiel 5 Euro am Tag. Selbst wenn es nicht im Voraus, sondern erst auf der Loipe gekauft wird, wo man 15 Euro zahlt, liegt man deutlich unter dem Preis, der in vielen Alpin-Skigebieten verlangt wird (zwischen 40 und 50 Euro für eine Tageskarte). Da niemand auf spezielle Marken achtet, sind auch die Ausgaben für das Langlauf-Equipment überschaubar. Es geht lediglich um den Sport und das persönliche Erlebnis in der Natur.

DONNA-Tipp: Sogar in den Schweizer Langlaufgebieten wie Obergoms im Wallis, Gstaad im Berner Oberland, Engadin St. Moritz und Val Müstair in Graubünden kommt man günstiger weg als beim Alpin-Ski. Eine Langlauftageskarte in den genannten Gebieten kostet zwischen 10 und 16 Schweizer Franken (ca. 9 und 14 Euro). 

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7. Winterspeck ade: Skilanglauf als Workout 

Langlaufen ist der perfekte Fitmacher: Fast alle Muskelgruppen des Körpers werden angesprochen, sodass eine längere Langlauftour automatisch ein Ganzkörpertraining ist. Laut Prof. Dr. Ralf Roth von der Sporthochschule Köln ist Langlaufen aus gesundheitlichen und präventiven Gesichtspunkten eine nahezu perfekte Bewegungsform. Es ist gelenkschonend, trainiert neben der Bein- und Rumpfmuskulatur auch den oft vernachlässigten Schultergürtel. Zudem fördert Langlaufen die Kraftausdauer, stärkt das Herz-Kreislauf-System sowie das Koordinations- und Balancevermögen. Nach so einem ausgewogenen Workout darf man sich sogar den ein oder anderen Kaiserschmarren gönnen – ganz ohne schlechtes Gewissen.

8. Langlaufen bedeutet Entschleunigung

Da es die entschleunigte Variante des Skifahrens ist, bei der man Körper und Geist in der Natur zur Ruhe bringen kann, tendieren immer mehr Wintersportler zum Skilanglauf. Wenn die Eiskristalle im Sonnenlicht glitzern, jeder Atemzug kleine Dampfwolken in die kalte Winterluft zaubert und man mit eleganten, gleichmäßigen Bewegungen lautlos durch die einsame Winterlandschaft gleitet, ist man eins mit der Natur und ganz für sich allein. Die einzigen Geräusche sind das Rauschen des Windes und das Knirschen des Schnees unter den Skiern. Im Gegensatz dazu warten beim alpinen Skifahren volle Pisten, Hüttentrubel und Après-Ski-Musik – ob man will oder nicht. Abschalten und den Gedanken freien Lauf lassen wird bei den Partyhits von DJ Ötzi und Co. wohl eher schwierig.

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9. Wintersport ohne großen Aufwand

Wegen seiner meditativen Komponente gilt Skilanglauf als äußerst befreiender Wintersport. Aber nicht nur das Langlaufen selbst, sondern auch das Drumherum könnten nicht stressfreier und alltagstauglicher sein: kurze Anfahrten, kein Warten an Gondeln und Liften, reduzierte Ausrüstung. Allein zwischen Langlaufschuhen und Alpin-Skistiefeln liegt ein Unterschied von mehreren Gewichtsklassen. Auch die Langlaufskier sind schön leicht und bequem zu transportieren. Man kann sie jederzeit anschnallen und einfach loslaufen – ein Wintersport, der sich ohne großen Aufwand in den Alltag integrieren lässt. 

10. Fernskiwandern für Weitwanderfans

Auch das Weitwandern hat sich nach und nach zu einem beliebten Trendsport entwickeltt, der auch vor der kalten Jahreszeit keinen Halt macht. Viele Regionen verfügen sowohl im Sommer als auch im Winter über ausgesprochen gute Winterwandernetze. Wem das Wandern in der unberührten Natur zu langsam oder zu langweilig ist, der sollte eine Fernskiwanderung in Erwägung ziehen. Genauso wie im Sommer bewegt man sich in Etappen Richtung Ziel – aber eben auf Langlaufski. Immer mehr Loipengebiete bilden ein zusammenhängendes Loipennetz mit hunderten von Kilometern, die in mehreren Etappen zurückgelegt werden. Übernachtet wird in Pensionen oder Hotels, die sich in unmittelbarer Nähe zur Loipe befinden. Das Gepäck trägt jeder selbst auf dem Rücken oder kann es bequem von Etappe zu Etappe transportieren lassen.

DONNA-Tipp: Der 100 Kilometer lange Schwarzwälder Fernskiwanderweg zieht sich von Schonach über Hinterzarten und den Feldberg bis zum Fuß des Belchen. Und im Thüringer Wald wartet mit dem Rennstein-Ski-Wanderweg (169,3 Kilometer) der längste Fernskiwanderweg Mitteleuropas.

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11. Langlaufen mit Genuss 

Neben dem sportlichen Aspekt wird in vielen Regionen auch der Genuss groß geschrieben. Gerade Langlaufen eignet sich perfekt dazu, die Umgebung auf entspannte Weise kennenzulernen und den ein oder anderen Einkehrschwung einzuschieben. Die Genussloipe durch das Leutaschtal in Seefeld wurde beispielsweise bewusst so angelegt, dass Langläufer die einmalige Naturlandschaft auf einer relativ flachen Loipe genießen und während (oder nach) der Tour in einer urigen Hütte einkehren können. Auch im Schweizer Bergdorf Goms gibt es eine vielversprechende Gourmet-Langlauftour.

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