Alternative Medizin: Wann die Osteopathie helfen kann

Die Osteopathie beschäftigt sich mit dem Menschen als Ganzes: Körper, Geist und Seele sollen im Gleichgewicht stehen. Im Interview erklärt die Münchener Osteopathin Jasmina Barisic die Funktionsweise der Alternativmedizin und wem sie helfen kann.

Einer weiblichen Patientin wird beim Osteopathen der Nacken von einer Ärztin gedehnt

Bei welchen Beschwerden kann ein Osteopath behilflich sein und wie funktioniert die Osteopathie? Im Interview klärt DONNA-Expertin Jasmina Barisic alle Fakten zu der alternativen Behandlungsform.

Die Osteopathie gehört zur Alternativmedizin und erfreute sich hierzulande in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit. Der Begriff Osteopathie stammt vom Griechischen und setzt sich aus ostéon für Knochen und páthos für Leiden zusammen. Die ganzheitliche Medizin behandelt Bewegungseinschränkungen und konzentriert sich auf die Balance von Körper, Geist und Seele.

Im Interview mit DONNA Online erklärt Osteopathin Jasmina Barisic aus München, wie die Osteopathie funktioniert, wem und bei welchen Problem sie helfen kann und ob man an den Erfolg glauben muss, um Ergebnisse zu spüren.

DONNA Online: Gefühlt erlebt die Osteopathie gerade einen Boom. Können Sie das bestätigen und woher kommt das Interesse an dieser Therapie-Form?
Ja das stimmt, die Osteopathie erlebt gerade einen Boom. Allerdings existiert sie seit 1874: Der Gründer Andrew Taylor Still verbreitete das Konzept der Osteopathie in Amerika, durch seine Schüler erreichte die Osteopathie England und verbreitete sich so über ganz Europa. Die Osteopathie ist somit ein altes Konzept, das in unserer heutigen schnelllebigen Zeit wieder großes Interesse erweckt. Hier wird der Mensch in seiner Gesamtheit betrachtet.

Außerdem hat die Osteopathie davon profitiert, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlungen bezuschusst haben.

Wie funktioniert die Osteopathie?
„Leben ist Bewegung“. Dieser Satz gilt als Grundlage des osteopathischen Behandelns. Der Osteopath versucht, die Bewegung und Elastizität des Gewebes zu Verbessern. So schafft er die Grundvoraussetzung für ein gesundes Leben.

Die Osteopathie wird in drei große Teilbereiche unterteilt. Erstens die Kranio-Sacralen (Schädelknochen, Gehirn, Rückenkanal und Sacrum/Keilbein), zweitens die Viscerale (Innere Organe) und drittens die Parietale (Bewegungsapparat). Somit wird ein Zusammenspiel aller Bereiche miteinbezogen. Die Osteopathie versucht, ein dynamisches Gleichgewicht der körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte eines Menschen zu finden.

Bei welchen Problemen kann sie helfen?
Die Osteopathie kann bei allen Beschwerden des Bewegungsapparates helfen. Besonders Rückenschmerzen oder Knieschmerzen können gelindert werden. Ebenso kann sie bei stressbedingten Symptomen Linderung schaffen.

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Münchener Osteopathin Jasmina Barisic mit Dutt und weißem T-Shirt in ihrer Praxis in München

Jasmina Barisic ist ausgebildete Heilpraktikerin und seit 2013 geprüfte Ostheopatin.

Gibt es Menschen, für die Osteopathie nicht geeignet ist?
Osteopathie sollte nicht bei akuten Entzündungen oder akuten rheumatischen Geschehen angewandt werden. Nach Abklingen der akuten Entzündung ist die Osteopathie allerdings dabei hilfreich, die Beweglichkeit und Versorgung des Gewebes wieder herzustellen.

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Wie viele Behandlungen sind nötig, bis man Erfolge spürt?
Bei akuten Beschwerden reichen oft ein bis zwei Behandlungen. Bei chronischen Beschwerden benötigt man mehrere Sitzungen über einen längeren Zeitraum hinweg.

Kann auch vorbeugend osteopathisch behandelt werden?
Ja. Man kann sich drei bis vier mal im Jahr behandeln lassen: Somit können Gewebespannungen, die sich im Aufbau befinden, frühzeitig gelöst werden.

Woran erkenne ich einen guten Osteopathen?
Ein guter Osteopath sollte eine fundierte Ausbildung mit mindestens 1300 Stunden und abgeschlossener Prüfung haben. Außerdem sollte er weiterhin an Fortbildungen teilnehmen, und andere naturheilkundliche Aspekte miteinbeziehen. Gute Informationen erhält man beim Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD) oder Bundesverband Osteopathie e.V. (BVO).

Muss ich den Erfolg der osteopathischen Behandlung glauben, damit sie wirkt?
Nein. Das sieht man vor allem an der pätriatischen Osteopathie (Baby und Kinder), die große Erfolge erzielt. Ebenso gibt es Osteopathie auch für Tiere, etwa für Pferde und Hunde.