Das hat mir geholfen: Schuppenflechte

Seit über 30 Jahren leidet DONNA-Leserin Steffi M. an extremer Schuppenflechte – erst eine Nahrungsumstellung bringt Linderung. Lesen Sie den Erfahrungsbericht einer Psoriasis-Patientin.

Illustration von Melanie Gandyra, die eine Frau von hinten mit Gemüse auf dem Rücken vor grünem Hintergrund zeigt

Gerötete, schuppende Haut wird für Psoriasis-Patienten zur großen psychischen Belastung. Lesen Sie, wie eine DONNA-Leserin ihre Erkrankung in den Griff bekam.

Spannungsgefühl auf der Haut, ständiger Juckreiz und natürlich die unschönen, schuppigen, geröteten Stellen, für die man sich manchmal schämt: Das alles begleitet mich, seit ich 27 bin. Angefangen hat es mit einer unauffälligen Stelle am rechten Ellenbogen. Doch sie wurde rasant größer und breitete sich auch am anderen Ellenbogen, an den Achseln und an den Knien aus. Ich habe damals eine schwierige Phase durchgemacht, litt unter emotionalem Stress und hatte mit einem großen Verlust zu kämpfen. Ich kann nur vermuten, dass dies der Auslöser war. Das konnte mir bislang allerdings kein Arzt bestätigen.

Und beim Arzt war ich immer wieder: Über viele Jahre hinweg hatte ich an beiden Ellenbogen fast handtellergroße, geschuppte Haut. Vieles habe ich ausprobiert, meist verschreibungspflichtige Salben. Doch wirklich besser wurden meine Beschwerden nicht. Lediglich nach Urlauben am Mittelmeer verkleinerten sich die betroffenen Stellen sichtlich – die Kombination aus Salzwasser, Sand und Sonne tat ihnen wohl gut. Doch wenn ich in den Alltag zurückkehrte, meine Pflichten und Aufgaben aufnahm, verhornte die Haut sehr schnell wieder.

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Heute weiß ich, dass genau dieser Alltagsstress meine Schuppenflechte schlimmer macht. Die Salben vom Hautarzt halfen nur so lange, wie ich sie anwendete. Dabei musste ich immer darauf achten, sie nicht an andere Körperstellen oder meine Kleidung zu bringen, denn die meisten enthielten Kortison. Animiert durch die Besserung am Mittelmeer nahm ich Salzbäder, allerdings trotz regelmäßiger Anwendung ohne Erfolg. Besonders in beruflich oder familiär stressigen Zeiten explodierten die verhornten Stellen regelrecht.

Immerhin: Den Drang zu kratzen hatte ich gut im Griff. Schließlich tat es meiner Schuppenflechte nicht gut, wenn die Hautpartien auch noch zu bluten anfingen. Vor drei Jahren wagte ich aus Verzweiflung einen neuen Behandlungsversuch – diesmal auf naturheilkundlicher Basis bei einer Heilpraktikerin. Sie empfahl mir, mich für einen längeren Zeitraum vegan zu ernähren. Ich sollte auf Alkohol und Milchprodukte jeglicher Art verzichten. Also keine Sahne, keinen Käse essen, auch kein Glas Wein mehr trinken, das ich mir ab und zu gönnte. Man muss dazu sagen, dass ich seit über 20 Jahren Vegetarierin bin und deshalb wenigstens nicht mit dem Verzicht auf Fleisch zu kämpfen hatte. Trotzdem fiel mir gerade der Anfang schwer. Der morgendliche Kaffee schmeckt mir einfach besser mit Kuh- als mit Mandel-, Hafer- oder Sojamilch. Und ein Frühstück ohne ein Scheibchen Käse, das war gar nicht so leicht.

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Doch nach etwa zwei Monaten zeigten sich die ersten Erfolge: Die Verhornung ging zurück, die Haut wurde langsam, aber sicher weicher, auch der Juckreiz ließ dadurch nach. Ich war ehrlich gesagt ziemlich überrascht, ich hatte nicht wirklich damit gerechnet, dass es etwas bringen würde. Und es wurde sogar noch besser: Mit jedem Monat ging die Schuppenflechte weiter zurück. Zusätzlich cremte ich die Stellen täglich mit einer stark fetthaltigen, kortisonfreien Creme ein, wie ich es schon von Beginn an mache.

Nach sechs Monaten fing ich wieder an, normal zu essen. Zu meinem Erstaunen verschlechterte sich die Haut an den Ellenbogen nicht. Ganz verschwunden ist die Schuppenflechte zwar bis heute nicht – soweit ich weiß, ist sie sowieso nicht komplett heilbar –, aber so, wie die Partien, besonders an den Ellenbogen, jetzt aussehen, kann ich gut damit leben. Vor Kurzem kam leider eine neue Stelle oberhalb der rechten Ferse hinzu. Aktuell ist sie noch klein. Wird die Stelle jedoch größer oder die Verhornungen wieder stärker, werde ich es auf jeden Fall wieder mit veganer Ernährung versuchen.

Protokoll: Céline Tirpan

Fakten zur Schuppenflechte

Die Symptome

Stark entzündete, schuppende Haut mit Juckreiz. Die genaue Ursache von Psoriasis vulgaris (gewöhnliche Schuppenflechte) ist unklar. Eine genetische Veranlagung spielt offenbar häufig eine Rolle. Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Man geht davon aus, dass ihr Auftreten mit einer Fehlfunktion des Immunsystems zusammenhängt. Auch eine Streptokokken- oder Mandelentzündung kann ein möglicher Auslöser sein.

Die Diagnose

Häufig tritt die Schuppenflechte an Knien, Ellenbogen oder dem (behaarten) Kopf auf und lässt sich leicht vom Arzt diagnostizieren. Um sie von anderen Krankheiten abzugrenzen, die ebenfalls Hautentzündungen hervorrufen können, wird der Arzt unter Umständen eine Hautprobe ins Labor schicken.

Die Behandlung

Grundsätzlich sollte die betroffene Haut regelmäßig mit rückfettenden, fettreichen Cremes oder Salben behandelt werden. Schulmedizinisch kann je nach Ausprägung z. B. mit entzündungshemmenden Salben, das Immunsystem unterdrückenden Medikamenten, Injektionen oder einer Lichttherapie (Phototherapie sowie Lasertherapie) behandelt werden. Auch Sole-Bäder oder Kur-Aufenthalte, etwa am Toten Meer, können helfen.