Gesunde Gelenke: Rheuma therapieren und richtig vorbeugen

Wer an Rheuma erkrankt ist, leidet unter schmerzhaften Entzündungen der Gelenke oder anderer Körperregionen. Wir erklären, welche Therapiemethoden bei rheumatischen Erkrankungen sinnvoll sind und wie Sie mit dem richtigen Lebensstil vorbeugen können.

Blonde Frau 40plus fährt mit dem Fahrrad und wehenden Haaren durch einen Park

Mit gelenkschonenden Sportarten wie Radfahren und einer vorbeugenden Ernährungsweise können Sie Rheuma-Erkrankungen entgegenwirken.

Wer an einer Form von Rheuma erkrankt ist, leidet meist unter schmerzhaften Entzündungen der Gelenke im Bewegungs- und Stützapparat, aber auch in anderen Körperregionen. DONNA Online erklärt typische Symptome sowie Therapiemöglichkeiten und zeigt, wie Sie Rheuma-Erkrankungen mit einer vorbeugenden Lebensweise frühzeitig entgegensteuern können.

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Was ist Rheuma überhaupt?

Fälschlicherweise wird Rheuma oftmals als Einzelkrankheit verstanden. Dabei handelt es sich bei einer Rheuma-Erkrankung um nur eine von vielen Formen eines Krankheitsbildes, das zu den Autoimmunerkrankungen zählt: Laut Medizinern bezeichnet der Begriff Rheuma rund hundert Einzelerkrankungen des sogenannten „rheumatischen Formenkreises“, bei dem es bei Betroffenen aufgrund einer Fehlsteuerung des Immunsystems zum Angriff auf körpereigenes Gewebe kommt. Dabei können auch Erbfaktoren eine Rheuma-Erkrankung begünstigen.

Unter den Sammelbegriff fallen neben der rheumatoiden Arthritis auch Krankheiten wie Arthrose, Gicht, Lupus erythematodes und Fibromyalgie. Eines haben diese Unterarten von Rheuma gemeinsam: Die Entzündungskrankheit verursacht bei Betroffenen enorme Schmerzen, die den Alltag erheblich beeinträchtigen. Bei einem Großteil der Rheuma-Patienten machen sich die Krankheitssymptome am Bewegungs- und Stützapparat, also an Knochen, Gelenken, Bändern, Muskeln, Sehnen und Faszien, bemerkbar. In seltenen Fällen können jedoch auch Organe und Weichteile von Rheuma betroffen sein – so gibt es beispielsweise Fälle von rheumatischen Augenentzündungen oder gar Entzündungen des Herzmuskels, der Nieren oder des Darms, die ebenfalls auf eine Rheuma-Erkrankung zurückzuführen sind.

Rheuma betrifft sowieso nur alte Menschen – oder?

Falsch. Trotz zunehmender Aufklärung durch die Forschung ist hierzulande weiterhin der Irrglaube verbreitet, dass nur ältere Menschen an Rheuma leiden. Dabei kennen die Unterformen der entzündlichen Krankheit keine Altersgrenze und können bereits junge Menschen betreffen. Auffällig ist, dass rund 75 Prozent aller Rheumatiker Frauen sind – die Ursachen für diese geschlechtsspezifische Aufteilung sind bislang jedoch noch nicht geklärt. Die häufigste Rheuma-Erkrankung ist die rheumatoide Arthritis, von der nach aktuellen Schätzungen weltweit rund ein Prozent der Bevölkerung betroffen ist. In Deutschland sind nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. im November 2017 rund 1,5 Millionen Menschen von einer entzündlich-rheumatischen Krankheit betroffen.

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Durch welche Beschwerden macht Rheuma sich bemerkbar?

Das Tückische an Krankheiten des rheumatischen Formenkreises ist, dass die Symptome von Betroffenen und Ärzten teilweise lange falsch interpretiert werden. So kann es bei manchen Patienten nach mehreren Fehldiagnosen Jahre dauern, bis die Rheuma-Erkrankung erkannt wird – ein beschwerlicher Leidensweg für die Betroffenen. Erste Anzeichen einer Rheuma-Erkrankung sind bei einem Großteil der Erkrankten steife Gelenke, vorrangig in den Fingern und Beinen. Zu weiteren Krankheitsbeschwerden gehören außerdem:

  • schmerzende Hand-, Knie-, Fuß- und Schultergelenke
  • Gelenkschmerzen, die sich nach und nach auf weitere Körperregionen ausweiten
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Überwärmung und Schwellung betroffener Körperteile

Vor allem bei rheumatoider Arthritis machen sich zu Beginn der Krankheit häufig Symptome bemerkbar, die nicht gleich als Beschwerden einer Rheuma-Erkrankung erkannt werden. Das sind unter anderem:

  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit
  • Nachtschweiß
  • verringerte Leistungsfähigkeit
  • Gewichtsabnahme
  • leichtes Fieber

Wird die Krankheit nicht behandelt, breitet sie sich ungehemmt weiter aus.

Wie wird eine Rheuma-Erkrankung diagnostiziert und behandelt?

Nach der Schilderung der Beschwerden testen Ärzte Patienten mit Verdacht auf Rheuma meist auf einen Rheumafaktor im Blut. Dabei handelt es sich um Autoantikörper, die vor allem bei rheumatoider Arthritis die körpereigenen Antikörper bekämpfen.

Rheuma ist bislang nicht heilbar, die Beschwerden können mit einer passenden Therapie jedoch eingedämmt werden – medizinisch wird das als Remission bezeichnet. Bei akuten Krankheitsschüben verschreiben viele Ärzte Kortisonpräparate. Neben einer medikamentösen Behandlung wird je nach Ausmaß und Art der rheumatischen Erkrankung eine Ernährungsanpassung und Sport empfohlen. Als besonders gelenkschonend und hilfreich für Rheumatiker gelten Radfahren, Walking sowie Wassersportarten wie Schwimmen und Aqua-Gymnastik. Begleitend dazu kann Krankengymnastik helfen, Muskeln und die betroffenen Gelenke neu aufzubauen.

Auch die richtige Ernährung kann die Symptome von Rheuma-Patienten lindern. Insbesondere folgende Lebensmittel sind empfehlenswert bei einer Krankheit aus dem rheumatischen Formenkreis:

  • viel Obst, Gemüse und Salat
  • eine vitamin- und mineralienreiche Ernährung, vor allem mit Vitamin C, D und E sowie Kalzium
  • viel Fisch mit wichtigen Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken
  • allgemein sollte auf eine entzündungshemmende Ernährung geachtet werden

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Neuer Therapieansatz: Biologika gegen Rheuma

In den vergangenen Jahren hat sich ein neuer Therapieansatz als wirksam gegen Rheuma erwiesen: Sogenannte Biologika sollen die Zerstörung der körpereigenen Antikörper aufhalten. Dabei handelt es sich um biotechnologisch produzierte Eiweiße, die Entzündungsprozesse blockieren sollen. Besonders bei Patienten, die mit der Einnahme dieser Medikamente innerhalb der ersten sechs Monate nach der Rheuma-Diagnose begannen, stellten sich mit dieser neuen Methode positive Erfolge ein. Biologika können eine bereits bestehende rheumatische Erkrankung zwar lindern, jedoch nicht vollständig heilen.

So können Sie Rheuma frühzeitig vorbeugen

Mit einer gesunden Lebensweise können Sie einer Rheuma-Erkrankung frühzeitig entgegenwirken. Obwohl sich der Ausbruch von Rheuma auch durch vorbeugende Maßnahmen nicht gänzlich ausschließen lässt, bestätigen Mediziner, dass eine frühzeitige Vorsorge das Risiko einer Erkrankung zumindest verringern kann. Folgende Tipps sollten Sie hierfür beachten:

  • Vermeiden Sie Übergewicht.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen.
  • Sorgen Sie mit einer ausgewogenen Ernährung für eine gesunde Darmflora.
  • Halten Sie mit ausreichend Sport Ihre Gelenke beweglich, schonen Sie dabei jedoch Ihre Gelenkknorpel.
  • Achten Sie bei Wunden in Gelenknähe für eine zügige und ausreichende Wundversorgung.