Vagina Steaming: Wellness für den Intimbereich oder schädlich?

Vaginale Dampfbäder sollen die Durchblutung der Geschlechtsorgane anregen, die Beckenbodenmuskulatur entspannen und sogar reinigend wirken. Medizinisch sinnvoll oder gefährlicher Trend: DONNA Online klärt auf, was die Intimbehandlung wirklich bringt.

Detailaufnahme von Bauch und Unterleib einer liegenden Frau mit schwarzer Unterhose

Dank einer Kräutermischung, die mit heißem Wasser aufgegossen wird, soll Vagina Steaming beruhigend und reinigend auf die weiblichen Genitalien wirken. 

Eine Detox-Kur für die weibliche Intimzone – das verspricht Vagina Steaming, auch als vaginales beziehungsweise V-Dämpfen oder Yoni-Dämpfen bezeichnet. Spätestens seit Gwyneth Paltrow 2016 davon schwärmte, wird die Intimpflege-Methode in den USA als wirkungsvoller Trend gehypt. Wirklich neu ist das Treatment für die Scheide allerdings nicht. Im Gegenteil: Das vaginale Dampfbad ist einige hundert Jahre alt und wird bis heute in vielen asiatischen, südamerikanischen und afrikanischen Kulturen angewendet, um den weiblichen Intimbereich zu reinigen, zu durchbluten und Krämpfe im Unterleib zu lösen. Gerade während oder nach der Periode soll eine solche Kur nützlich und wohltuend sein. Aber was bringt das Vagina Steaming? Und ist es gefährlich? DONNA Online klärt auf.

Do it yourself: So funktioniert Vagina Steaming

Bringen Sie für das Intim-Dampfbad zwei bis drei Liter Wasser zum Kochen und fügen Sie danach eine Auswahl an frischen oder getrockneten Kräutern und Blüten hinzu. Rosmarin beruhigt die Nerven, Lavendel entspannt, Thymian wirkt antibakteriell und krampflösend. Aber auch entzündungshemmende Ringelblume und durchblutungsfördernder Wermut eignen sich prima für eine Wellnesskur im Intimbereich. Da getrocknete Kräuter konzentrierter sind, reicht eine Tasse davon aus. Wer lieber frische Pflanzen verwendet, braucht hingegen etwas mehr.

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Der Kräutersud sollte noch einmal zehn Minuten köcheln und danach etwas abkühlen. Füllen Sie das noch heiße Kräuterwasser in eine große Schüssel, einen Topf oder einen Eimer um und platzieren Sie das Gefäß beispielsweise unter einer Stuhlkante oder einer anderen Sitzgelegenheit. Unterwäsche ausziehen und so auf der Stuhlkante Platz nehmen, dass sich die Vagina über dem Kräutersud befindet. Die Position sollte bequem sein.

Dann eine Decke oder ein großes Handtuch um Taille und Schoß wickeln, sodass es bis zur Schüssel hinunterreicht und eine Art Zelt bildet – ähnlich wie bei einem Erkältungs-Dampfbad. So können die Kräuterdämpfe nicht entweichen. Für 20 bis 30 Minuten in dieser Position verweilen, damit der Dampf in die Scheidenregion aufsteigen und sie „behandeln“ kann.

Wirkung: Was bringt das vaginale Dämpfen? 

Dass die warmen Kräuterdämpfe wie eine Detox-Kur wirken und den Genitalbereich reinigen, halten Gynäkologen für übertrieben. Normalerweise braucht die Vagina keine Hilfe bei der Reinigung, da sie sich ganz von selbst säubert. Ein gesunder Intimbereich enthält nämlich Bakterien, die dabei helfen, den vaginalen pH-Wert auf dem richtigen Level zu halten. 

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Fest steht jedoch, dass die warmen Dämpfe die Beckenbodenmuskulatur lockern und entspannen sowie die Durchblutung der Geschlechtsorgane fördern. Das kann vor allem für Frauen sinnvoll sein, die während ihrer Periode unter Krämpfen im Unterleib leiden, beim Liebesakt öfters verkrampfen oder sogar Schmerzen empfinden, keine Lust auf Sex haben oder eine sehr trockene oder leicht gereizte Scheide haben. Auch Entzündungen kann man durch das warme Kräuter-Steaming vorbeugen. Bei eingewachsenen Härchen oder Pickeln in der Bikinizone oder an den Schamlippen kann ein Dampfbad mit den richtigen Kräutern ebenfalls Linderung verschaffen und neuen Hautirritationen vorbeugen. Bei starken Entzündungen oder unklaren Schmerzen im Unterleib sollten Sie hingegen einen Arzt aufsuchen, um den Beschwerden schnell und nachhaltig auf den Grund zu gehen.

Ist vaginales Steaming gefährlich?

Grundsätzlich birgt das intime Dampfbad mit natürlichen Kräutern kein ernstes Risiko für Scheide und Schambereich. Allerdings sollten Sie bei der intimen Wellnesskur Vorsicht und Feingefühl walten lassen. Achten Sie insbesondere darauf, dass der Wasserdampf nicht zu heiß ist, da sonst die Gefahr besteht, sich zu verbrühen. Die Vagina ist sehr sensibel und eine Verbrennung in diesem Bereich sehr schmerzhaft. 

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Bei Verdacht auf eine Pilzinfektion im Intimbereich sollten heiße (Dampf-)Bäder ebenfalls vermieden werden, da Hitze und Feuchtigkeit das Pilzwachstum begünstigen. Auch kann der heiße Wasserdampf den pH-Wert der Scheidenflora durcheinanderbringen und zu Trockenheit oder Juckreiz führen. Beobachten Sie daher genau, wie sich die Behandlung auf Ihren Intimbereich auswirkt und übertreiben Sie es nicht mit den Anwendungen.

Bei natürlichen Produkten wie Kräutern und Blüten besteht außerdem die Gefahr einer allergischen Reaktion. Das Kräuterbad kann guttun, den Genitalbereich aber auch extrem reizen. Wer tendenziell empfindlich reagiert, sollte von einem Intim-Dampfbad daher lieber absehen.