Wassereinlagerungen: Das hilft gegen geschwollene Beine & Co.

Wenn Knöchel, Beine oder Hände an heißen Sommertagen unangenehm dick werden, stecken dahinter meist Wasseransammlungen im Bindegewebe. Ob diese sogenannten Ödeme gefährlich sind und wie Sie die Schwellungen schnell wieder loswerden, erfahren Sie im DONNA Online-Ratgeber.

Drei Paar in die Höhe gestreckte Frauenbeine ragen im Meer aus dem Wasser

An warmen Tagen haben Sie oft mit dicken Beinen zu kämpfen? Mit unseren Tipps kommen Sie leichtfüßig durch den Sommer.

Endlich Sommer! Das bedeutet: Sonnenschein, viel frische Luft, laue Abende mit kühlen Drinks – für viele Frauen aber leider auch geschwollene Finger, Arme oder Beine. DONNA Online erklärt, wie Wassereinlagerungen im Körper entstehen, was dagegen hilft und wie man sinnvoll vorbeugen kann.

Cool bleiben: Mit diesen Tricks überstehen Sie Sommerhitze im Büro

Ödeme: Daran erkennen Sie Wassereinlagerungen

Bei sommerlich-heißen Temperaturen oder durch körperliche Einflussfaktoren wie Hormonumstellungen bedingt können sich Wassereinlagerungen im Bindegewebe, sogenannte Ödeme, bilden. Dabei verdicken sich die betroffenen Körperpartien allmählich, mit zunehmender Schwellung beginnt die Haut zudem oft zu glänzen. Ob es sich tatsächlich um ein Ödem handelt, wenn Arme, Beine oder Gesichtspartien anschwellen, finden Sie mit einem Drucktest heraus: Drücken Sie die betroffene Körperstelle einige Sekunden lang mit dem Finger ein und lassen Sie sie anschließend wieder los. Bleibt an der Druckstelle eine Delle zurück, liegt eine Wassereinlagerung vor.

Ursachen: So entstehen Wasseransammlungen im Körper

Genau genommen handelt es sich bei einem Ödem nicht um eine Ansammlung von Wasser im eigentlichen Sinne, sondern um Flüssigkeit aus dem Blutgefäss- oder Lymphsystem. Bei normal funktionierendem Blutfluss transportieren die Venen das Blut entgegen der Schwerkraft zum Herz hinauf. Ist der Blutfluss verlangsamt oder blockiert wird Blutplasma, das zu 90 Prozent aus Wasser besteht, ins umliegende Gewebe gepresst – und eine Schwellung entsteht. Zu einem solchen „Flüssigkeitsstau“ kann es auch beim Transport von Lymphflüssigkeit kommen.

Am häufigsten treten orthostatische Ödeme sowie Inaktivitätsödeme auf. In beiden Fällen ist Bewegungsmangel, ausgelöst zum Beispiel durch zu langes Stehen oder Sitzen im Büro, die Ursache dafür, dass es zu einem Stau des Blutflusses kommt. Denn Muskelbewegungen unterstützen den Blutkreislauf – fehlt die „Muskelpumpe“, kann das Gewebewasser nicht abtransportiert werden und Wassereinlagerungen entstehen. Gerade bei älteren Menschen, die körperlich eingeschränkt sind oder im Rollstuhl sitzen, ist zu wenig Bewegung der häufigste Auslöser für die Bildung von Ödemen. Aber auch bestimmte Medikamente, etwa Kortison, Antidepressiva oder Betablocker, begünstigen Wassereinlagerungen, da sie die Blut- und Lymphgefäße durchlässiger machen und Flüssigkeit dadurch ins darum befindliche Körpergewebe sickern kann.

Mehr Beweglichkeit: So bleiben Sie im Alltag fit

Sind Ödeme eine „Frauenkrankheit“?

Ja und nein. Bei großer Hitze, als Nebenwirkung eines Medikaments oder aufgrund mangelnder körperlicher Aktivität leiden auch viele Männer an Wassereinlagerungen. Die Mehrheit der Betroffenen ist aber weiblich. Der Grund dafür: Frauen haben ein weicheres Bindegewebe und sind häufiger hormonellen Schwankungen ausgesetzt, zum Beispiel vor und während der Menstruation, in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren (Klimakterium). Aber auch Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis, von der beispielsweise zehnmal mehr Frauen als Männer betroffen sind, können für Wassereinlagerungen verantwortlich sein. Wie bei so vielen Gesundheitsproblemen spielt zuletzt aber auch die Ernährung eine wesentliche Rolle: Wer ungesund oder zu einseitig isst und den Körper nicht ausreichend mit Mineralstoffen versorgt, hat ein höheres Risiko, dass sich Ödeme bilden.

Geschwollene Knöchel, Hände & Co.: Wann muss man zum Arzt?

Wenn die Wassereinlagerungen an Gesicht, Armen oder Beinen Ihnen Schmerzen bereiten, nach mehreren Tagen nicht verschwinden oder sogar zunehmen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn Ödeme können auch ein Hinweis auf eine Organschwäche oder andere ernstzunehmende Erkrankungen wie Leberzirrhose, venöse Insuffizienz (Venenschwäche) oder Venenthrombose sein.

In der Schwangerschaft leiden fast alle Frauen unter geschwollenen Beinen, dicken Knöcheln und anderen unangenehmen Wassereinlagerungen. Der Grund: Die Schwangerschaftshormone erweitern die Blutgefäße, der Blutdruck erhöht sich und mehr Flüssigkeit kann aus den Venen austreten. Die Behandlung von Ödemen sollten werdende Mütter unbedingt mit ihrem Frauenarzt abstimmen, um dem ungeborenen Kind nicht zu schaden.

Thrombose: Hier die Symptome lesen und wie Sie vorbeugen

Schnelle Hilfe: Das können Sie gegen Ödeme tun

Keine Panik, wenn sich Ihre Füße im Sommer dick anfühlen oder Sie Wassereinlagerungen im Gesicht bemerken. Mit einfachen Maßnahmen können Sie Ödemen vorbeugen und dafür sorgen, dass sich die unschönen Schwellungen sichtbar zurückbilden und wieder komplett verschwinden.

Entschlackend ernähren

Kaliumreiche Lebensmittel unterstützen den Körper dabei, überschüssige Flüssigkeit abzubauen, Giftstoffe abzubauen und Wassereinlagerungen zu reduzieren. Auch Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Magnesium und die Vitamine B und C helfen gegen Schwellungen. Besonderes empfehlenswert sind Wassermelonen, Erdbeeren, Ananas, Fenchel und Kartoffeln. Auch Gemüsesorten wie Tomaten, Sellerie, Blattsalate, Gurken, Artischoken, Kürbis, Spargel und Obstsorten wie Birnen, Avocado, Himbeeren, Kirschen, Trauben und Bananen sollten Sie auf dem Speiseplan setzen, wenn Sie an einem Ödem leiden. Leinsamen haben ebenfalls eine entgiftende sowie entschlackende Wirkung und fördern das Ausscheiden der Wassereinlagerungen: Den Salat einfach mit Leinsamenöl anmachen oder geschrotete Leinsaat ins Müsli oder einen Smoothie mixen.

Alkohol, Salz und Zucker vermeiden

Ein kühler Cocktail? Wenn Sie im Sommer schnell geschwollene Knöchel oder dicke Beine bekommen, sollte der Drink besser alkoholfrei sein. Denn Alkohol fördert Wassereinlagerungen, besonders im Gesicht. Auch den Salz- und Zuckerkonsum sollen Sie reduzieren. Beide Zutaten binden Wasser und können bereits bestehende Schwellungen verschlimmern.

Alkoholfreie Abkühlung: Diese schnellen Sommerdrinks schmecken auch ohne Promille

Viel Wasser trinken

Wasser gegen Wassereinlagerungen? Ja, das funktioniert! Denn wenn der Körper dehydriert ist, versucht er umso mehr, den bestehenden Wassermangel auszugleichen und neue Flüssigkeitsreserven zu speichern. Wer zu wenig trinkt, kann Ödeme dadurch verschlimmern. Deshalb täglich mindestens einen, besser zwei Liter Wasser oder mehr trinken, wenn Sie unangenehme Schwellungen schnell loswerden wollen.

Kräutertee trinken

Mit Brennnessel-, Birken- oder Petersilienblättern zubereitete Kräutertees haben eine harntreibende Wirkung und unterstützen den Körper dabei, Giftstoffe und überschüssige Flüssigkeit auszuscheiden.

Richtig hydriert: So viel Wasser braucht Ihr Körper wirklich

Viel bewegen

Bewegungsmangel ist einer der Hauptfaktoren für die Bildung von Ödemen. Egal ob Sie mit dem Rad ins Büro fahren, in der Mittagspause einen Spaziergang machen oder abends noch ein paar Bahnen im Schwimmbad drehen: Jede körperliche Aktivität trägt dazu bei, dass die Wassereinlagerungen wieder verschwinden. Wer berufsbedingt viel steht oder sitzt, sollte zwischendurch regelmäßig aufstehen und ein paar Schritte gehen. Ebenfalls hilfreich: unter dem Schreibtisch regelmäßig die Füße kreisen lassen, anheben oder im Stehen leicht auf und ab wippen – das regt die Aktivität der Lymphflüssigkeit an. Auch Yoga ist ein effektives Workout, um Ödeme in den Griff zu bekommen.

Mehr als nur spazieren gehen: Darum ist Walking so gesund

Massagen

Eine sanfte Massage mit den Händen oder einer Faszienrolle regen den Lymphfluss an. Gegen geschwollene Knöchel und Co. hilft eine Fußreflexzonenmassage. Denselben Effekt haben kalt-warme Wechselduschen, die den Flüssigkeitsstau im Gewebe auflösen.

Kalte Kompressen

Insbesondere wenn die Wassereinlagerungen entzündlich bedingt sind, beispielsweise bei angeschwollenen Insektenstichen, sorgt eine Kühlung der betroffenen Stellen schnell für Linderung.

Beine hochlegen

Lagern Sie Ihre Beine in regelmäßigen Abständen hoch, um den Stau im Blut- und Lymphfluss zu beseitigen und die Zirkulation der Körperflüssigkeiten anzuregen. Im Büro hilft zur Not ein Papierkorb unter dem Schreibtisch, um angeschwollene Beine hochzulagern. Vorsicht: Wenn Sie im Sitzen gerne die Beine übereinander schlagen, verhindert das den Rückfluss von Blut und Lymphe und sollte deshalb bei Wassereinlagerungen vermieden werden.

5 häufige Bürokrankheiten – und was dagegen hilft

Auf Reisen und im Alltag vorbeugen: So haben Ödeme keine Chance

Wer viel reist oder im Job über mehrere Stunden hinweg nur steht oder sitzt, sollte rechtzeitig vorbeugen: Wenn Sie bei Hitze oder Bewegungsmangel zu Wassereinlagerungen neigen, sind Kompressionsstrümpfe empfehlenswert. Auf Reisen mit Flugzeug, Bus oder Bahn sowie bei mehrstündigen Autofahrten sollten Sie regelmäßige Stopps einplanen, um sich die Beine zu vertreten. Um die Bildung von Ödemen zu verhindern, sollten Sie zudem nicht zu warm duschen oder baden. Heißes Wasser erweitert die Blutgefäße und macht sie durchlässiger. Lauwarmes oder kaltes Wasser sowie Wechselduschen tragen dazu bei, das unangenehme Flüssigkeitseinlagerungen gar nicht erst entstehen. Wenn Sie bemerken, dass Ihre Füße oder Beine spürbar dicker werden, könnten aber auch zu eng sitzende Schuhe schuld sein. Deshalb vor allem im Hochsommer auf lockeres Schuhwerk achten oder ein Extra-Paar einpacken, das eine Nummer größer ist.