Intimpflege in den Wechseljahren: Tipps für eine gesunde Scheidenflora

Die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren wirken sich auch auf die weibliche Intimflora aus. Worauf Frauen bei der Intimhygiene im Klimakterium achten sollten und wie Beschwerden wie Scheidentrockenheit behandelt werden können, erklärt pjur med-Expertin Katrin Kühnrich im DONNA-Interview.

Im Bett liegende Frau legt sich eine Hand auf den Bauch

Die richtige Intimpflege lindert Beschwerden wie Scheidentrockenheit, die häufig mit den Wechseljahren einhergehen.

Die meisten Frauen durchlaufen die Wechseljahre rund fünf Jahre lang. In dieser Zeit der hormonellen Umstellung ändert sich vieles: Frauen entwickeln ein neues Körpergefühl, haben aber auch mit Beschwerden wie Hitzewallungen, Zyklus- und Stimmungsschwankungen zu kämpfen. Die Veränderung des Hormonhaushalts wirkt sich außerdem auf die Scheidenflora aus und kann unangenehme Folgen wie vaginale Trockenheit haben. pjur med-Expertin Katrin Kühnrich erklärt im Gespräch mit DONNA Online, worauf Frauen im Klimakterium bei der Intimhygiene achten sollten und wie sich Scheidentrockenheit in den Griff bekommen lässt.

DONNA Online: Wie verändert sich die Scheidenflora durch die hormonellen Umstellungen in den Wechseljahren?
Katrin Kühnrich: Im Laufe der Wechseljahre nimmt der Östrogenspiegel im weiblichen Körper ab. Das geringere Vorkommen des Hormons Östrogen führt dazu, dass sich die Vagina und ihr Gewebe verändern. Die Schleimhaut im Intimbereich wird dünner und trockener, was das unangenehm trockene Gefühl erklärt. Die Vagina sollte immer mit einer dünnen, klaren Flüssigkeit befeuchtet sein, die den Intimbereich schützt. Da das Hormon Östrogen den Feuchtigkeitshaushalt reguliert und die Scheidenwand gesund, dick und elastisch hält, geht mit einem sinkenden Östrogenspiegel immer auch eine geringere Befeuchtung des Intimbereichs einher. Zudem wird die Schleimhaut anfälliger für Infektionen.

Welche Beschwerden können dadurch auftreten?
Beschwerden können Wundsein, Juckreiz und Brennen sein. Viele Frauen leiden dann auch häufiger unter Infektionen, da der nötige Schutz nicht mehr gegeben ist. Außerdem können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder sogar Probleme beim Gehen und Bewegen die Folgen von Scheidentrockenheit sein.

Welche Tipps haben Sie für Frauen, die in der Menopause an Scheidentrockenheit leiden?
Wir empfehlen Frauen immer die regelmäßige Anwendung eines unserer Gleitmittel im Intimbereich. Das raten übrigens auch Ärzte und Apotheker. Gleitmittel können die natürliche Feuchtigkeit im Intimbereich unterstützen und Scheidentrockenheit ausgleichen. pjur med bietet eine Auswahl an besonders hochwertigen, silikon- und wasserbasierten Gleitmitteln an. Neben Gleitmitteln können Frauen aber auch noch folgende Tipps beachten: sich beim Vorspiel Zeit lassen, Stress vermeiden, sich regelmäßig bewegen, auf eine angemessene Intimhygiene achten und eine ausgewogene Ernährung einhalten. Denn all das kann helfen.

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Sollten Frauen ihre gewohnte Intimhygiene in den Wechseljahren anpassen – und wenn ja, wie?
Eigentlich gilt für die Intimhygiene bei Frauen ja: weniger ist mehr. Aufgrund des sauren Milieus reinigt der weibliche Intimbereich sich selbst. Kommen zur Reinigung des Intimbereichs aber Waschlotionen zum Einsatz, die Parfüm enthalten oder nicht dem pH-Wert entsprechen, kann dies das saure Scheidenmilieu angreifen. Sowohl vor, als auch in den Wechseljahren reicht es völlig aus, den Intimbereich mit Wasser zu reinigen. Kommen stattdessen ungeeignete Waschlotionen zum Einsatz, kann das die Scheidentrockenheit sogar noch verstärken. Also lieber nur mit Wasser reinigen und durch die regelmäßige Anwendung eines Gleitmittels befeuchten und pflegen.

Aufgrund von Scheidentrockenheit haben viele Frauen in den Wechseljahren Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Was raten Sie, damit der Spaß am Sex nicht auf der Strecke bleibt?
Die Nutzung eines Gleitmittels sollte die Beschwerden schon lindern. Wir raten Frauen zudem, mit ihrem Partner über die Schmerzen zu sprechen. So kann Mann entsprechend reagieren und sich ebenfalls auf die neue Situation einstellen. Sich beim Vorspiel viel Zeit zu lassen, kann das Problem der zu geringen Befeuchtung ebenfalls lindern. Nur so kann auch Frau die gemeinsamen Stunden zu zweit genießen. Die Wechseljahre verändern zwar die Sexualität – das muss aber nicht nachteilig für das Intimleben sein!

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Kann eine Umstellung des Lebensstils zur Minderung von Wechseljahresbeschwerden wie Scheidentrockenheit führen – etwa eine bewusstere Ernährung?
Ja, Frauen sollten sich der neuen Lebenssituation anpassen. In den Wechseljahren verändert sich zum Beispiel auch der Stoffwechsel. Regelmäßige Bewegung hilft da, sich weiter im eigenen Körper wohlzufühlen. Außerdem stärkt Bewegung die Beckenbodenmuskulatur und fördert die Durchblutung des Unterleibs. Auch eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen, wenig Fett und viel Eiweiß kann den weiblichen Körper positiv beeinflussen. Und: Genügend zu trinken beeinflusst den Feuchtigkeitshaushalt des Körpers und somit auch den Intimbereich.

Frauen sollten außerdem Stress vermeiden, denn dieser kann für eine trockene Scheide mitverantwortlich sein. Durch einen bewussten Lebensstil und das Akzeptieren der körperlichen Veränderungen in den Wechseljahren können Frauen ihren Körper und ihre Weiblichkeit ganz neu entdecken. Die vielen Veränderungen müssen also nicht unbedingt negativ sein!