KRANKHEITEN & SYMPTOME

Krankheiten & Mängel erkennen: Das verraten die Hände über Ihre Gesundheit

Nahaufnahme zweier gefalteter Frauenhände. | © JG/Jamie Grill, Getty Images
© JG/Jamie Grill, Getty Images
Genau hinschauen: An den Händen können Sie erste Anzeichen von Krankheiten und Mangelerscheinungen erkennen.

Unsere Hände sind ein Spiegel unserer Gesundheit. Wir erklären, an welchen Anzeichen und Veränderungen der Nägel, Finger und Handflächen Sie Krankheiten und Mangelerscheinungen erkennen.

Persönlichkeit, Berufszugehörigkeit, Lebensumstände, Gebärfreudigkeit – angeblich kann man aus den Händen vieles ablesen. Bewiesen ist davon aber nicht viel. Doch wenn es um den Gesundheitszustand geht, geben die Hände häufig Hinweise darauf, wie es um ihn steht. 

Mangelerscheinungen erkennen

Allein an den Nägeln lassen sich unzählige Symptome ableiten. Dabei können Verformungen, Flecken, Rillen oder brüchige Nägel Anzeichen für etwaige Mangelerscheinungen sein – aber auch auf Ernsteres wie Nieren-, Lungen- und Lebererkrankungen hindeuten. Gerade plötzliche Veränderungen und Symptome, die neu auftreten, sollten nicht unterschätzt werden. 

Doch auch Finger, Handflächen und Handrücken können Aufschluss darüber geben, was sich gerade in Ihrem Körper und Ihrer Psyche abspielt. Eines gleich vorweg: Die genannten Symptome können auf einen Mangel oder eine Erkrankung hindeuten – müssen sie aber nicht! Aber wenn der Leidensdruck zu hoch wird oder Sie sich sehr unsicher sind, wenden Sie sich an den Arzt Ihres Vertrauens.

Schwitzige Handflächen

Wenn der Schweiß in den Handflächen überhandnimmt, spielt meist Stress eine große Rolle oder ein Übermaß an Alkohol. Auch in den Wechseljahren ist dieses Symptom keine Seltenheit.

Doch auch eine überaktive Schilddrüse kann am Schweißfluss schuld sein sowie die sogenannte Hyperhidrose. Oft ist die letztgenannte familiär bedingt (Primäre Hyperhidrose), wobei die Ursachen der gesteigerten Schweißproduktion noch relativ unerforscht sind. Wenn Hand- und Fußflächen betroffen sind, empfiehlt die Deutsche Dermatologische Gesellschaft – je nach Schweregrad – ein stufenweises Vorgehen von der topischen Therapie bis hin zum operativen Eingriff. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt beraten.

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Kalte Hände

Wenn die Hände frösteln, könnte es natürlich nur daran liegen, dass es sehr kalt ist oder Sie unter starkem Stress stehen. Falls das jedoch ein Dauerzustand sein sollte, können eine schlechte Zirkulation oder ein dauerhaft niedriger Blutdruck die Ursache sein. Auch zu den Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion können die stets kalten Hände zählen – neben vielen anderen wie ein hoher Cholesterinspiegel, Übergewicht, Sodbrennen und Blähungen. Es gibt aber auch ein weiteres Krankheitsbild, das kalte Finger mit sich bringt…

Weiß, blau, rot: Verfärbungen

Zu Blutzirkulationsstörungen kommt es auch beim sogenannten Raynaud-Syndrom, bei dem nicht nur schmerzende und kalte Finger (oder Zehen) die Folge sind, sondern das auch mit Verfärbungen einhergeht. Bei der Gefäßerkrankung, die auch Weißfingerkrankheit genannt wird, kommt es zu einer krampfartigen Verengung der Blutgefäße, was zum Erblassen und Weißwerden der Finger führt. Durch den Sauerstoffmangel (Hypoxie) kommt es zur bläulichen Verfärbung, die anschließende vermehrte Durchblutung (Hyperämie) sorgt für das Kribbeln und die rötliche Farbe. Das Syndrom kann eine Begleiterscheinung anderer Erkrankungen, aber auch „primär“ sein, also zum Beispiel durch plötzliche Kälte oder starken psychischen Stress auftreten. In der Regel ist das Syndrom nicht gefährlich, schützen kann man sich gegen so einen Anfall oft durch ausreichendes Warmhalten, genügend Bewegung, um den Blutfluss anzukurbeln, sowie eine gesunde Lebensführung: Schränken Sie den Kaffee- und Cola-Konsum ein, fahren Sie mit dem Stress runter und hören Sie gegebenenfalls mit dem Rauchen auf. Ganz auf die leichte Schulter sollten Sie es aber nicht nehmen: Falls die Symptome länger andauern, kann es zu dauerhaften Schäden der Gefäße kommen.

Auch ein niedriger Sauerstoffgehalt zeigt sich an blaugefärbten Fingerspitzen sowie bläulichen Handrücken. In Kombination mit Fieber könnte dies ein Anzeichen für eine Lungenentzündung sein. Treten die Symptome beim Sport auf, kann dies auf weitere Lungenerkrankungen hinweisen.

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Trockene, rissige und juckende Haut

Vor allem im Winter kennen das viele: Die Haut an den Händen ist rot und trocken, die Heizungsluft macht ihr zu schaffen. Auch das übermäßige Waschen – und Eincremen – der Hände, Reaktionen auf bestimmte chemische Produkte, Dehydration sowie die Menopause, Diabetes, Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen können dazu führen, dass die Haut austrocknet. Wer aber besonders an den Fingerkuppen sowie zwischen den Fingern rissige und schuppige Stellen hat, die zudem noch jucken, leidet gegebenenfalls an einer leichten Form der Neurodermitis. In diesem Fall sollten Sie sich mit einem Arzt beraten, ob rückfettende Cremes ohne Duftstoffe oder sogar Salben mit Kortison verwendet werden sollen.

Grundlegend empfehlen sich bei trockener Haut die Vitamine A und B (vor allem Niacin, das Vitamin B3, und Biotin, das Vitamin B7), die Sie entweder in bestimmten Cremes finden oder durch die Nahrung aufnehmen können. Vor allem zu empfehlen: Fisch, Erdnüsse, Pilze, Avocados und Samen.

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Rote Handflächen

Keine Panik, jeder hat mal rote Handflächen – vor allem bei starker Beanspruchung der Hände, in der Schwangerschaft oder wenn man sich leicht verbrüht. Doch falls es ein Dauerzustand ist und die Handflächen zusätzlich gelbliche Prägungen haben, kann das auf ein sogenanntes Palmarerythem hindeuten. Die Rötung der Handinnenfläche tritt nicht nur bei einer Fehlfunktion der Leber auf, sondern auch bei anderen Krankheitsbildern wie rheumatoider Arthritis oder chronischer Hepatitis sowie bei erhöhtem Stoffwechsel, Nikotinkonsum und Einnahme von bestimmten Langzeitmedikamenten. In diesem Fall unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen.

Geschwollene Finger

Apropos rheumatoide Arthritis: Ein weiteres Symptom dafür sind geschwollene Finger. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion begünstigt das Anschwellen: Da weniger Hormone gebildet werden, die den Stoffwechsel ankurbeln, sind Gewichtszunahme und Wasseransammlungen – meist in den Fingern ersichtlich – die Folge. Andere Ursachen für geschwollene Finger können aber auch das prämenstruelle Syndrom, eine leichte Dehydrierung und eine zu salzhaltige Ernährung sein. Und falls Sie gerade aus einem Flugzeug gestiegen sind, machen Sie sich erst einmal gar keine Gedanken.

Es können aber auch nur die Fingerknöchel geschwollen sein. Falls es zu starken Schwellungen der Fingergrundgelenke zu den Mittelhandknochen kommt, kann das auf eine Form der Hypercholesterinämie, also einen zu hohen Cholesterinspiegel im Blut, hinweisen. Da es dadurch schon zu Herzanfällen in jungen Jahren kommen kann, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Verformungen und Knoten

Die häufigsten Ursachen von schmerzhaften Knoten an den Mittel- und Endgelenken der Finger sind der Gelenkverschleiß, die sogenannte Arthrose, und die rheumatoide Arthritis, bei der infolge einer Erkrankung des Immunsystems eine Entzündung für Schmerzen sorgt. Neben Medikamenten, operativen Eingriffen, Physiotherapie und alternativen Behandlungen kann auch eine Ernährungsumstellung bei den Symptomen helfen.

Flecken auf der Hand

Oft handelt es sich bei den Flecken auf der Hand um Altersflecken, die durch die Anhäufung des bräunlichen Pigments Lipofuszin infolge vermehrter UV-Strahlung auftreten. Neben den Händen treten sie meist auch auf den Schultern, Unterarmen und im Gesicht auf – durch eine entsprechende Lebensweise und Ernährung lassen sie sich gut vermeiden.

Obwohl Altersflecken keine krankhaften Veränderungen sind, sollten vor allem sich verändernde Flecken von einem Dermatologen untersucht werden, um Unterformen des Hautkrebses auszuschließen.

Falls es zum Auftreten von rötlichen und violetten Flecken an den Händen kommt, kann eine Autoimmunkrankheit, die sogenannte Schmetterlingsflechte, die Ursache sein. Auch hier ist der Gang zum Arzt geraten.

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